Tipps, die man beim Kauf von Gebrauchtmotoren beachten sollte

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Tipps, die man beim Kauf von Gebrauchtmotoren beachten sollte

Bei gebrauchten Motoren ist teilweise nur schwer zu erkennen, in welchem Zustand die Technik tatsächlich ist. Um ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis beurteilen zu können, sind zahlreiche Punkte zu beachten. Wie bei allen Auktionen bei eBay muss man bedenken, dass mit der Abgabe eines Gebotes nicht nur ein vages Interesse bekundet wird. Wer den Zuschlag erhält, verpflichtet sich damit zum Kauf. Bei einem gebrauchten Motor sollte daher vor der Abgabe des ersten Gebotes geklärt werden, ob die angebotene Technik auch den Wünschen entspricht.

Passt der Motor zum Auto?

Natürlich kann nicht jeder Motor beliebig in jede Karosserie eingebaut werden. In der Artikelbeschreibung wird normalerweise angegeben, aus welchem Modell der Motor entnommen wurde. Zusätzlich gibt eine Motorkennnummer darüber Auskunft, ob auch andere Fahrzeugmodelle mit diesem Motor ausgestattet werden können. Im Fahrzeugbuch des Autos, in das der Motor eingesetzt werden soll, kann nachgeprüft werden, welche Motormodelle für die Karosserie zugelassen sind. Wenn ein Turbo oder ähnliche Extras eingeplant sind, sollte rechtzeitig geprüft werden, ob der Motorraum auch den Platz für diese Teile bietet. Zusätzlich ist zu beachten, ob solche Zusatzteile, die nicht direkt zum Motor gehören, mit zum Angebot gezählt werden. Wird zum Beispiel das Getriebe mit verkauft oder gehört ein Turbolader mit dazu? Da beide im Zweifel auch getrennt vom Motor genutzt werden können, erhöhen diese Teile den Wert der Auktion. Vorsicht ist bei Motoren aus anderen Ländern angebracht. Oft gelten dort andere Bestimmungen für die Teilnahme am Straßenverkehr.

Wer verkauft den Motor?

Auf den Auktionsseiten von eBay werden regelmäßig gebrauchte Motoren in allen denkbaren Zuständen angeboten. Einen ersten Hinweis auf den Wert des Motors gibt natürlich die Artikelbeschreibung. Doch nicht jeder Besitzer alter Motoren kann deren Zustand zuverlässig angeben. Professionelle Händler, die in einer eigenen Werkstatt arbeiten, haben meist auch die passenden Prüfgeräte, um den Verschleiß und die aktuelle Leistungsfähigkeit eines Motors beurteilen zu können. Bei einem Privathändler sollte in der Regel nachgefragt werden, wie er zu seiner Einschätzung kommt und welches Fachwissen er beim Ausbau mitbringt. Die Bewertungen anderer Nutzer, die bereits mit dem Verkäufer Geschäfte abgeschlossen haben, sind für eine solche Bewertung sehr hilfreich. Erfahrung mit Autoteilen und die Korrektheit der Beschreibungen kann hier meist gut herausgelesen werden.

Zustand der Technik

Ideal ist es, wenn der Motor noch in ein Fahrzeug eingebaut ist. In diesem Fall kann er testweise angelassen und sorgfältig überprüft werden. Die Technik sollte sauber laufen und nicht stottern oder aussetzen. Auch kann bei angelassenem Motor der Druck in den Zylindern einfacher gemessen werden, um den Verschleiß dieser Teile abzuschätzen. Zudem kann im eingebauten Zustand leicht ein Blick auf die Laufleistung geworfen werden. Der Kilometerzähler des Fahrzeuges sollte mit den Angaben des Verkäufers übereinstimmen. Falls die Zahlen nicht stimmen, sollten Abweichungen erklärt werden können. Vielleicht handelt es sich nicht um den ersten Motor, der im betreffenden Fahrzeug eingebaut war.

Ausgebaute Motoren anlassen

Falls der Motor nicht mehr im Fahrzeug angeschlossen ist, müsste er nachträglich mit Kühlung, Elektronik und Tank verbunden werden, um ihn laufen zu lassen. Privatverkäufer können einen solchen Service in der Regel nicht anbieten. Bei professionellen Händlern sollte jedoch auf eine Vorführung bestanden werden. Wenn diese in der Artikelbeschreibung bereits angeboten wird, ist dies ein gutes Zeichen.

Abgeschaltete Motoren beurteilen

Der äußere Eindruck eines Motors kann ebenfalls ein wenig Aufschluss über seinen Zustand geben. Ölablagerungen in der Ansaugbrücke oder an den Zündkerzen sollten möglichst wenig vorhanden sein. Wenn aber bei einem gebrauchten Motor gar keine Schmutzablagerungen vorhanden sind, wurde eine gründliche Reinigung durchgeführt. In diesem Fall sagt die Sauberkeit nichts mehr über den Zustand des Motors aus.

In kleinste Ritzen blicken

Mit einem Endoskop können auch Teile geprüft werden, die sich tief im Motor befinden. Abnutzungsspuren an den Zündkerzen oder den Kolben zeigen sich in Form von Riefen oder Kratzern. Je unberührter diese Teile aussehen, desto größer ist die Chance, dass der Motor tatsächlich noch in einem guten Zustand ist. Die hier erkennbaren Abnutzungsspuren geben auch Aufschluss darüber, ob die genannte Kilometerzahl passt. Ein Motor, der erst wenige Tausend Kilometer gelaufen ist, sollte noch nicht über allzu deutliche Abnutzungsspuren verfügen.

Die Kompression prüfen

Ein Kompressionsmesser kann auch im abgeschalteten Zustand den Druck im Motor überprüfen. Bei einem Wert von 10,5 kann von einem guten Zustand ausgegangen werden. Zusätzlich kann ein Drucktest auf den Kolben etwas über das Pleuellager aussagen. Wenn mit dem Schraubenzieher durch das Zündkerzenloch der Kolben geräuschvoll verschoben werden kann, muss das Lager sehr wahrscheinlich ausgewechselt werden. Dies mindert den Wert des Angebotes sehr stark, da ohne den Austausch mit dem Motor kein Fahrzeug bewegt werden kann.

Beweglichkeit der Einzelteile testen

Mit einer passenden Ratsche kann unter anderem die Beweglichkeit der Riemen getestet werden. Wenn hier per Hand keine Bewegung erreicht werden kann, sind die Einzelteile so ineinander verkeilt oder eingerostet, dass der Motor nur noch mit viel Arbeit zum Laufen gebracht werden kann.

Ausbaufehler entdecken

Zuletzt lohnt auch ein Blick auf die Ölwanne. Unerfahrene Schrauber stellen den Motor nach dem Ausbau falsch ab, was zu Dellen in der Ölwanne führen kann. Diese kann dann schnell undicht werden und müsste bald ausgetauscht werden. Abgesehen von den zusätzlichen Kosten, die ein solcher Austausch verursachen würde, zeugt ein falsches Abstellen auch von geringer Fachkenntnis beim Ausbau. Weitere Probleme könnten durchaus bei der Arbeit verursacht worden sein. Eine gut gestaltete Artikelbeschreibung enthält von all diesen Punkten bereits Fotografien, sodass der Wert des Motors schon vor dem ersten Gebot beurteilt werden kann. Wenn die Fotografien und die Beschreibung nicht aussagekräftig genug sind, sollte der Anbieter direkt nach diesen Punkten befragt werden.

Wie alt ist der Gebrauchtmotor?

Zunächst ist zu prüfen, welches Baujahr für den Motor angegeben wurde. Dies verrät aber nur einen Teil über das tatsächliche Alter der Technik. Zum einen sollte die Laufleistung des Motors beachtet werden. Ähnlich wie bei vollständigen Gebrauchtwagen muss eine Kilometerangabe für den bestimmten Motor gemacht werden. Bei einer Laufleistung von gerade einmal 10.000 Kilometern ist schließlich mit weniger Verschleiß zu rechnen als bei der zehnfachen Strecke, die der Motor schon gelaufen ist. Zusätzlich interessiert bei einem ausgebauten Motor auch, wie lange dieser schon nicht mehr gelaufen ist. Denn im Stillstand kann sich Korrosion schnell bemerkbar machen. Falls die Beschreibungen nicht bereits Aufschluss darüber geben, sollte auch nachgefragt werden, wie die Teile seit dem Ausbau gelagert wurden. Wurde der Motor nicht vor Wind und Wetter geschützt aufbewahrt, kann der Verkäufer keine verlässlichen Angaben mehr über den aktuellen Zustand seiner Ware machen.

Kurztipps für den Motorenkauf bei eBay

Um den passenden Motor für Ihr Fahrzeug zu finden, sollten sie die Suche mit der Modellnummer ergänzen. Bei kurzfristig auslaufenden Angeboten sollten Sie vom Kauf Abstand nehmen, da die Zeit nicht ausreicht, um nötige Fragen zu klären.

Informationen über den Verkäufer sollten geprüft werden: Welche Erfahrung hat er mit Autoteilen? Wie sind die Bewertungen für seine früheren Auktionen? Ist er bereit, den Motor vorzuführen? Handelt es sich um einen professionellen Händler oder einen Privatanbieter?

Des Weiteren sollten Sie darauf achten, ob die Fotografien die relevanten Einzelteile wie Ölwanne, Zündkerzen und Ansaugbrücke zeigen.

Schließlich ist darauf zu achten, ob der Motor noch eingebaut ist und ob seine Laufleistung auf eine lange Haltbarkeit schließen lässt. Auch ob der Motor in der Vergangenheit pfleglich behandelt wurde und wie die Einzelteile nach dem Ausbau gelagert wurden, spielt eine Rolle. Wegen bereits erwähnter Probleme sollten Sie sich auch darüber informieren, wie lange der Motor bereits stillsteht. Zuletzt wäre es von Vorteil, wenn Sie den Motor selbst abholen oder sogar vor dem ersten Gebot in Augenschein nehmen könnten.

Sobald alle diese Fragen beantwortet sind, kann eingeschätzt werden, welchen Wert der Motor hat, um ein kluges Gebot abzugeben. Schriftliche Zusagen des Verkäufers über den Zustand der Technik sollten stets aufbewahrt werden, da sie zur Artikelbeschreibung dazugehören. Zusagen, die auf Anfrage gemacht werden, sind ebenso verbindlich wie die veröffentlichte Beschreibung des Artikels.

Der Transport nach dem Kauf

Beim Kauf eines gebrauchten Motors ist die Selbstabholung empfehlenswert. So kann vor der Barzahlung noch schnell geprüft werden, ob der Zustand der Technik tatsächlich den Angaben in der Auktion entspricht. Auch kann so die Verpackung selbst geprüft und organisiert werden, damit der Motor nicht durch einen unsachgemäßen Versand doch noch beschädigt wird. Optimal ist die Unterbringung auf einer Palette. Die Gurte sollten fest angelegt werden und keine beweglichen Einzelteile verbiegen. Auf keinen Fall darf der Motor auf der Ölwanne abgestellt werden, da diese hierdurch beschädigt wird.

Bevor die Fahrt zur Abholung angetreten wird, sollten die Maße des gekauften Motors mit den Möglichkeiten des Transportfahrzeugs verglichen werden. Nicht jeder Kofferraum ist geräumig genug, um einen sorgfältig auf einer Palette verschnürten Motor aufzunehmen. Um den Transport günstig bewältigen zu können, kann zum Beispiel in einem Baumarkt oder bei einer Autovermietung ein Anhänger angemietet werden, auf dem die Palette fest verschnürt werden kann. Auch eine Abdeckung ist gegen Steinschlag und Regen notwendig.

Wenn ein professioneller Händler eine Gewährleistung für den Motor bieten muss, kann auch der Versand in Kauf genommen werden. Hier ist zu prüfen, ob der Einbau durch eine Fachwerkstatt durchgeführt werden soll. Wenn der Schaden aber nachweislich schon vor dem Einbau bestanden hat, können solche Einschränkungen vom Händler nicht geltend gemacht werden.

Den neuen gebrauchten Motor einbauen

Die einfachste und von vielen professionellen Händlern auch empfohlene Weise, den neuen Motor in Gebrauch zu nehmen, ist, eine Fachwerkstatt mit dem Einbau zu betrauen. Die Karosserie und der Motor müssen in diesem Fall zu den Handwerkern transportiert werden. Da der Einbau durch Fachkräfte jedoch mit weiteren Kosten verbunden ist, versuchen viele Käufer, den Wagen mit eigenen Händen wieder instand zu setzen.

Wenn der Zustand des Motors bereits getestet werden konnte, wäre vor dem Einbau ein guter Zeitpunkt, den Motor in seine Einzelteile zu zerlegen und Verschleißteile wie Dichtungsringe auszutauschen. Auch eine gründliche Reinigung kann, falls noch nicht vom Händler vorgenommen, vor dem Einbau erfolgen.

In jedem Fall sollten vor dem endgültigen Einbau alle Zusatzteile wie Krümmer, Turbo oder andere Extras mit dem Motor verbunden und angeschlossen werden. Um den Kühler nicht zu beschädigen, empfiehlt es sich, diesen aus dem Motorraum zu entfernen.

Mithilfe eines Krans oder Flaschenzuges kann der Motor dann an seine Stelle im Motorraum gehoben werden. Zur Sicherheit sollten bei diesem Arbeitsschritt immer mehrere Personen anwesend sein und helfen. So kann der Motor sicher an seiner Stelle gehalten werden, während eine andere Person die Halterungen mit den zugehörigen Schrauben fixiert.

Bevor ein Kran mit dem Gewicht des Motors belastet wird, muss sichergestellt werden, dass dieser das Gewicht auch halten kann. Zudem sollte der Motor hoch genug gehoben werden können, um auch ein aufgebocktes Fahrzeug erreichen zu können. So lassen sich die Schrauben von unten einfacher erreichen. Ideal ist ein Kran mit elektronischem Antrieb. Mit diesem kann das Gewicht optimal an einer Stelle gehalten werden, während die Schrauben festgezogen werden. Das Gewicht des Motors muss langsam abgelassen werden. Falls einige Schrauben übersehen wurden, kann dieser Fehler noch rechtzeitig erkannt werden.

Gebrauchtmotoren bei eBay kaufen

Wenn Sie bei eBay nach einem gebrauchten Motor suchen, finden Sie Angebote aus ganz Deutschland. Nicht immer ist dann ein persönlicher Besuch beim Verkäufer möglich. Umso wichtiger sollte es sein, alle offenen Fragen rechtzeitig an den Händler zu stellen. Die Power-Seller beweisen jedoch ihre Erfahrungen und die Exaktheit ihrer Beschreibungen regelmäßig in anderen Auktionen. Prüfen Sie einfach die Wertungen der anderen Käufer, um Vertrauen zum Angebot aufbauen zu können.

Zu finden sind Gebrauchtmotoren bei eBay in der Kategorie Auto & Motorrad: Teile. Nach einem Klick auf den Reiter Auto-Ersatz- & -Reparaturteile können Sie die Suche bequem auf gebrauchte Produkte eingrenzen.

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