Tintenstrahl kontra Laser

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Sie wissen, warum Tintenstrahldrucker schon für 40 Euro verkauft werden? Genau: Der Verdienst liegt in den Verbrauchsmaterialien. Hier sind die versteckten Kosten der Hersteller. Da zeigt sich auch schon der grundsätzliche Unterschied zwischen Laser- und Tintenstrahldruckern. Wer viel druckt, ist mit einem Laserdrucker insgesamt günstiger. Wer wenig druckt, legt sich besser einen Tintenstrahldrucker zu.

Aber ganz so einfach ist es nun auch wieder nicht. Denn beide Druckverfahren haben weitere gewichtige Vor- und Nachteile:
Tintenstrahldrucker können leuchtendere, satte Farben aufs Papier bringen und Farbflächen sehr gleichmäßig (homogen) drucken. Außerdem locken sie mit einer extrem hohen Druckauflösung. Diese entscheidet über die sichtbare Qualität bei feinen Schriften und Bilddetails. Je kleiner diese Punkte sind umso mehr kann z. B. auf den gedruckten Bildern erkannt werden. Ein Laserdrucker muss schon eine Auflösung von 1200 dpi (Punkt pro inch, 1 inch = 2,54 cm) aufweisen, damit diese Punkte nicht mehr mit bloßem Auge gesehen werden können. Dafür kann er viel schneller drucken. Auch ist ein Laserdrucker nicht ganz so anspruchsvoll, was das zu bedruckende Material angeht. Beim Tintenstrahldrucker geht ohne einer speziellen Beschichtung auf dem Papier oder der Folie nichts, damit die Tinte trocknet und haften bleibt. Eine Ausnahme ist nur das 80 g/m² Offsetpapier (Standardpapier fürs Büro). Das können beide bedrucken.

Was für den Tintenstrahldrucker die Druckköpfe sind für den Laserdrucker die Bildtrommeln. Derer hat der Farblaserdrucker immer 4 Stück. Manche Hersteller haben Tinte und Druckkopf bzw. Tonerkartusche und Bildtrommel kombiniert. Also tauscht man bei leerer Tinte oder leerer Tonerkartusche auch gleich den Druckkopf oder die Bildtrommel mit aus. Dieses Prinzip ist vom Handling her einfacher aber teurer. Ein getrennter Ersatz kommt zumindest bei Laserdruckern auf Dauer billiger, weil die jeweilige Bildtrommel nicht unbedingt genauso schnell verbraucht ist wie der Toner. Da es bei den Verbrauchsmaterialien enorme Kostenunterschiede gibt – auch innerhalb der Druckverfahren – sollte man sich vor dem Druckerkauf auch über diese Preise informieren. Der Aufwand für Bedienung und Wartung ist für beide Druckerarten mittlerweile etwa gleich.

Was das zu bedruckende Material angeht, gibt es keine relevanten Kostenunterschiede. Das bereits erwähnte Normalpapier 80 g/m² "Offset" (damit können zum Normalporto bis zu 3 Blätter gefalzt in einem kleinen Umschlag verschickt werden) kann man in beide Druckertypen stecken. Bei Folien oder beschichtetem Papier (z. B. für Fotos) muss auf den Druckertyp geachtet werden. Aber auch hier sind die Preise ähnlich. Wer CDs bedrucken möchte hat sich damit auf einen Tintenstrahldrucker festgelegt. Laserdrucker können dies nicht.

Übrigens: Mit dem Kauf eines Druckers sollte man sich gleich Tinten- bzw. Tonerersatz besorgen. Zum einen, weil man erfahrungsgemäß mit einem neu erstandenen Drucker mehr druckt wie gedacht, zum anderen, weil bei Neugeräten z. Teil nur kleinere oder halbgefüllte Tintenpatronen bzw. Tonerkartuschen dabei sind. Und wer mehr als 300 bis 400 Farbdrucke machen muss kann mal in einer Offset-Druckerei anfragen. Die können solche Auflagen schon billiger (und qualitativ besser) herstellen.

Viel Erfolg beim Kauf und viel Spaß mit dem neuen Drucker!
Michael Stöckl
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