Tikal: So besuchen Sie bedeutende Maya-Stätten am Spieletisch

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Tikal: So besuchen Sie bedeutende Maya-Stätten am Spieletisch

Unter den vielen Gesellschaftsspiele können Sie auch Brettspiele wie das beliebte „Tikal" erwerben, bei dem der Spieler eine Expedition zu antiken Maya-Stätten anführen kann. Das Spiel erschien im Jahr 1999 im Verlag Ravensburger, wobei der Name „Tikal" auf eine real existierende und heute gut erforschte Maya-Stadt im nördlichen Guatemala hindeutet. Autoren des Spiels sind Wolfgang Kramer und Michael Kiesling, die oftmals zusammenarbeiten und viele weitere Spiele gemeinsam entwickelt haben, z.B. „Torres" oder „Verflixxt!".

Der Ravensburger Spieleverlag – nicht nur bekannt für das Spiel „Tikal"

Das blaue Dreieck mit dem Schriftzug „Ravensburger" kennt wohl jeder. Die Ravensburger AG ist einer der bekanntesten Spielehersteller und wurde im Jahr 1883 gegründet. Rund 1800 Bücher und über 800 Spiele sind bei diesem Verlag erhältlich, aber auch Puzzles und mehr werden vertrieben. Viele der Spiele haben bereits Auszeichnungen erhalten, wobei Spiele wie beispielsweise „Sagaland" oder „Metropolis" zu den bekanntesten gehören. 

Die Geschichte rund um „Tikal" und das eigentliche Ziel des Spiels

„Tikal" gehört zu den Strategiespielen und ist für 2 bis 4 Mitspieler geeignet. Empfohlen wird das Spiel für Kinder ab 10 Jahren, aber auch Erwachsene werden ihren Spaß haben. Das Spiel entführt Sie in die gleichnamige Maya-Stätte, die mitten im Regenwald verborgen liegt und darauf wartet, von Ihnen erforscht zu werden. Bis zu vier Expeditionen, die jeweils von einem Spieler geleitet werden, stehen nun bereit, um die verborgenen Ecken zu erkunden. Ziel des Spiels ist es, durch das Erforschen der Umgebung, das Heben von Schätzen oder Freilegen von Tempeln möglichst viele Punkte zu sammeln, die innerhalb von vier Wertungsrunden vergeben werden. Der Spieler, der mit seiner Expedition am Ende die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

So bereiten Sie das Spiel vor

Bevor das Spiel losgehen kann, muss erst einmal das Spielfeld aufgebaut werden. Auf dem Spielplan sind bereits 4 Geländetafeln, 2 Tempelanlagen sowie das Basiscamp eingezeichnet. Zunächst wählt jeder Spieler eine Farbe und erhält passend dazu einen Expeditionsleiter, 18 Expeditionsteilnehmer und 2 Camps. Die sechseckigen Geländetafeln werden nach den auf der Rückseite angegebenen Buchstaben sortiert. Jeder Stapel mit den gleichen Buchstaben wird in sich gemischt und alle Stapel nach Alphabet anschließend aufeinandergelegt, sodass alle Karten mit „A" oben liegen, darunter die mit „B" gekennzeichneten und so weiter bis zum Buchstaben „G". Nach oben zeigt hier jeweils die Seite, die mit dem Buchstaben gekennzeichnet ist. Die quadratischen Tempelplättchen müssen ebenfalls nach Zahlen sortiert werden und jeweils in einem Stapel neben das Spielfeld gelegt werden. Jetzt müssen nur noch die runden Schatzplättchen gemischt und ebenfalls verdeckt neben den Spielplan gelegt werden, dann kann das Spiel beginnen.

Eine typische Runde beim Spielen von „Tikal"

Als Erster an der Reihe ist der älteste Spieler, der die oberste Geländetafel vom Stapel ziehen, diese anlegen darf und anschließend 10 Aktionspunkte zur Verfügung hat, die er durch beliebige Aktionen verbrauchen darf. Wurden diese Schritte ausgeführt, so geht es im Uhrzeigersinn weiter und der nächste Spieler darf ebenfalls eine Karte ziehen und anlegen, sowie Aktionen für 10 Aktionspunkte ausführen.

Beim Anlegen der Geländetafeln müssen Sie bei „Tikal" einige Regeln beachten. Die Tafeln dürfen nur an bereits liegende Tafeln angelegt und nicht beliebig auf dem Spielfeld verteilt werden. Auch befinden sich auf den Platten kleine Steinsymbole, die andeuten, dass hier später die Expeditionsteilnehmer entlanglaufen können. Sie müssen beim Anlegen darauf achten, dass jede Platte von mindestens einer Seite aus betreten werden kann. Ob hierbei die Steinplatte auf der Karte ist, die Sie anlegen wollen, oder auf der, die bereits liegt, ist nicht von Bedeutung. Ausnahmen bilden allerdings die Vulkan-Karten, die nicht betreten werden dürfen. Zudem zeigen die Geländetafeln verschiedene Symbole. Es gibt welche, auf denen sich nur Urwald befindet und auf denen später Camps erbaut werden können. Die Tafeln, die Tempel zeigen, können freigelegt werden, sobald mindestens eine Figur auf dieser Tafel steht. Auf die Karten, auf denen ein Schatz abgebildet ist, werden nach dem Anlegen die Schatzplättchen gelegt. Diese Schätze können nun im weiteren Verlauf gehoben werden. Zudem sind unter den Geländekarten mehrere Vulkane. Wird solch eine Karte aufgedeckt, findet sofort eine Wertungsrunde statt und im Anschluss kann der Spieler, der den Vulkan gezogen hat, diesen auf dem Spielfeld anlegen und seine Aktionen durchführen.

Was macht man mit den Aktionspunkten?

Die Aktionspunkte, die jeder Spieler während eines Zuges zur Verfügung hat, können für unterschiedliche Handlungen verwendet werden. Dabei müssen sie nicht aufgebraucht werden, verfallen dann aber mit Abschluss des Zuges. Aktionen, die Sie ausführen können, sind zum Beispiel das Bewegen von Figuren, das Heben eines Schatzes, das Einrichten eines Camps oder das Freilegen von Tempelebenen. Alle möglichen Aktionen kosten unterschiedlich viele Punkte. Genauere Angaben hierzu können Sie während des Spiels der Kurzanleitung entnehmen.

Sobald ein Vulkan aufgedeckt wurde, kommt es zu einer Wertungsrunde, bei der jeder Spieler zunächst einen Wertungszug ausführt und anschließend seine Punkte zählt. Der Spieler, der den Vulkan gezogen hat, beginnt und führt seinen Wertungszug aus, indem er 10 Aktionspunkte verteilt. Anschließend zählt er seine bisher erreichten Punkte zusammen. Hierbei zählen beispielsweise gehobene Schätze oder besetzte Tempel. Nachdem die Punkte zusammengezählt wurden, wird der Wertungsstein auf der Punkteleiste entsprechend verrückt und der nächste Spieler kann mit seinem Wertungszug beginnen und anschließend seine Punkte berechnen. Haben alle Spieler diese beiden Aktionen ausgeführt, so ist wieder der Spieler an der Reihe, der den Vulkan aufgedeckt hatte. Dieser zieht zwar keine neue Karte, kann aber den Vulkan anlegen und innerhalb seines normalen Zuges weitere 10 Aktionspunkte verteilen. Das Spiel läuft nun wie gewohnt weiter, bis der nächste Vulkan gezogen wird und erneut eine Wertungsrunde folgt.

Wer hat die meisten Wertungspunkte?

Das Spiel endet mit der letzten auf dem Stapel vorhandenen Geländekarte. Der Spieler, der diese zieht, legt sie an und führt normal seinen Zug mit 10 Aktionspunkten aus. Anschließend folgt eine letzte Wertungsrunde, in der erneut jeder Spieler einen Wertungszug ausführt und seine Punkte berechnet. Nachdem der letzte Spieler seinen Zug ausgeführt und seine Punkte berechnet hat, endet das Spiel. Sieger ist derjenige, der insgesamt die meisten Wertungspunkte errungen hat.

Die Profiversion von „Tikal" – eine Erweiterung des eigentlichen Spiels

Eine leichte Abwandlung der oben beschriebenen Variante des Spiels „Tikal" von Ravensburger ist die sogenannte „Profivariante". Sie wird nach den grundlegenden Regeln der „normalen" Variante gespielt, allerdings sind einige Sonderregeln eingebaut, um das Spiel spannender zu gestalten. Der Aufbau des Spieles erfolgt wie gewohnt, allerdings bekommt jeder Spieler ein Startkapital von 20, das auf der Punkteleiste eingestellt wird. Zudem werden die Anzeiger verteilt, die bei der normalen Version noch nicht eingesetzt wurden.

Zu Beginn des Spiels werden entsprechend der Anzahl der Spieler Geländetafeln aufgedeckt und die erste Runde beginnt mit der Versteigerung des ersten Zuges. Alle Spieler, im Uhrzeigersinn und beginnend bei dem ältesten, geben ein Gebot ab. Damit können sie sich das Recht ersteigern, eine der umgedrehten Geländeplatten auszusuchen und einen Zug, bestehend aus 10 Aktionspunkten, auszuführen. Der Reihe nach werden Gebote abgegeben und es darf auch gepasst werden. Sobald das Höchstgebot feststeht, muss der Meistbietende seinen Wertungsstein entsprechend des Gebotes zurücksetzen, darf danach eine Karte auswählen, diese anlegen und seine 10 Aktionspunkte aufbrauchen. Am Ende seines Zuges muss er seinen Anzeiger umdrehen, was signalisiert, dass er nicht mehr mitbietet, bis alle Spieler einen Zug ausgeführt haben. Dieser Ablauf wird wiederholt, bis jeder Spieler eine Karte ersteigert und einen Zug durchgeführt hat. Sollten alle Spieler passen, so darf derjenige, der als erster gepasst hat, sich eine Karte kostenlos aussuchen und seinen Zug ausführen. Auch erhält der letzte Spieler, der noch keine Karte ersteigert hatte, die übrig gebliebene kostenlos. Sobald auch dieser Spieler seinen Zug ausgeführt hat, können alle Spieler den Anzeiger wieder umdrehen. Nun beginnt eine neue Runde, wobei wieder entsprechend der Anzahl der Spieler Karten umgedreht werden und diese wie zuvor versteigert werden.

Auch bei dieser Variante des Spiels kommt es zu Wertungsrunden, sobald ein Vulkan ersteigert wurde. Diese verlaufen wie bei der normalen Version, indem der Spieler, der den Vulkan gezogen hat, seinen Wertungszug ausführt und seine Punkte zusammenrechnet, die er mithilfe des Wertungssteines festhält. Haben alle Spieler ihre Wertungen vollzogen, so darf der Spieler mit der Vulkankarte seinen normalen Zug ausführen, muss anschließend seinen Anzeiger umdrehen und die Versteigerung geht weiter. So spielen Sie weiter, bis alle Geländetafeln angelegt worden sind. Zum Ende erfolgt eine letzte Wertungsrunde und derjenige, der am Ende die meisten Wertungspunkte hat, gewinnt das Spiel.

„Tikal" – viele Auszeichnungen und positive Kritiken für das Spiel

Das Spiel erhielt bereits kurz nach seiner Veröffentlichung mehrere Auszeichnungen. Im Jahr 1999 wurde „Tikal" als „Spiel des Jahres" ausgezeichnet, einem Preis für deutschsprachige Brettspiel- und Kartenspiel-Neuheiten, der weltweit eine große Anerkennung genießt. Im selben Jahr belegte es zudem den ersten Platz beim „Deutschen Spiele Preis", einem Publikumspreis, der seit 1990 vergeben wird, und im Jahr 2000 folgte der „Gamers Choice Award".

„Tikal" gilt inzwischen als Klassiker unter den Brettspielen. Allerdings kann es in der normalen Variante ab und an doch etwas langwierig für die gerade nicht beteiligten Spieler werden, da diese in den Spielzug nicht mit einbezogen werden müssen. Allerdings schafft hier die „Profivariante" Abhilfe, da die Kommunikation durch die Versteigerungen erhöht wird. Mit diesem, aber auch mit anderen Gesellschaftsspielen wie etwa „Spiel des Lebens" oder „Cluedo" zu erwerben, steht ihrem nächsten Spieleabend nichts mehr im Weg.

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