Thema der Zukunft: Nachwachsende Rohstoffe

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Thema der Zukunft: Nachwachsende Rohstoffe

Nachwachsende Rohstoffe – eine natürliche Alternative mit großem Potenzial

Unter den sogenannten nachwachsenden Rohstoffen versteht man organische Rohstoffe aus der Forst- und Landwirtschaft. Diese biologischen Stoffe kommen dabei in ganz unterschiedlichen Gebieten zum Einsatz. So werden die nachwachsenden Rohstoffe unter anderem für die Herstellung von umweltfreundlichen Kleidungsstücken verwendet oder auch für die Produktion von speziellen Bio-Reinigungsmitteln. Grundlegend wird bei der Verwertung von nachwachsenden Rohstoffen zwischen der energetischen Nutzung und der stofflichen Nutzung unterschieden. Dabei erfolgt die energetische Nutzung in verschiedenen Varianten: So werden sowohl flüssige Biokraftstoffe und Biogase als auch feste Brennstoffe produziert. Zur stofflichen Nutzung gehören hingegen beispielsweise chemische Grundstoffe und Textilien. Die Pflanzen, die für diese stofflichen Verwendungszwecke benötigt werden, nennen sich Industriepflanzen, während die für die energetische Nutzung angebauten Pflanzen unter dem Namen Energiepflanzen bekannt sind. Durch die Verwendung der nachwachsenden Rohstoffe, die abgekürzt auch als NaWaRos bezeichnet werden, haben die Menschen die Möglichkeit besonders umweltschonende Produkte herzustellen. Mittel- und langfristig könnten die nachwachsenden Rohstoffe die Lücke schließen, die der ständig anwachsende Konsum und die damit verbundene Knappheit von verschiedenen Ressourcen hinterlässt.

Die Bedeutung von nachwachsenden Rohstoffen

Die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen hat eine lange Tradition. Schon vor vielen Jahrhunderten dienten pflanzliche und tierische Rohstoffe ganz unterschiedlichen Verwendungszwecken. Die Industrialisierung symbolisiert den Wendepunkt, ab dem die NaWaRos vorerst an Bedeutung verloren. Dabei wurden die nachwachsenden Rohstoffe zuerst von Kohle und später von Erdöl als primäre Energiequelle abgelöst. Durch die geringen Ölreserven und die damit verbundene Anhebung der Preise wird den NaWaRos nun aber wieder ein gesteigerter Wert beigemessen. Die nachwachsenden Rohstoffe sind nicht endlich und sind im Prinzip überall auf der Erde verfügbar. Ein weiterer Grund, der für die verbreitete Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen spricht, findet sich mit dem höheren Maß an Unabhängigkeit. Durch die bevorzugte Nutzung der umweltfreundlichen Rohstoffe sind die entsprechenden Nationen nicht länger auf die Zusammenarbeit mit den Produzenten und Vertreibern fossiler Rohstoffe angewiesen.

Ein Auszug der verschiedenen Arten von nachwachsenden Rohstoffen

Holz und Naturfasern – ständig nachwachsende Quellen für die verschiedensten Produktionen

Holz ist sehr vielseitig einsetzbar und ist der wichtigste nachwachsende Rohstoff überhaupt. Schon lange vor der Industrialisierung diente Holz als Baumaterial für Häuser oder Waffen für die Jagd. Die Industrie verarbeitet Holz mittlerweile in erster Linie zu Schnittholz und Brennholz. Die Naturfasern hingegen werden primär für die Herstellung von verschiedenen Textilien genutzt. Der wichtigste Faserrohstoff, aus dem die Naturfasern gewonnen werden, ist Baumwolle. Zu den weiteren Stoffen, die zu den nachwachsenden Rohstoffen zählen, gehört unter anderem auch Seide.

Pflanzenöle – Lieferanten für Pharmaprodukte und Kraftstoffe

Die Pflanzenöle werden sowohl stofflich als auch energetisch genutzt. Dabei wird ein Großteil für die Produktion von biologischen Kraftstoffen verwendet. Dazu zählt vor allem Biodiesel, aber auch Pflanzenöl-Kraftstoff. Biodiesel ist der am weitesten verbreitete Biokraftstoff auf der ganzen Welt. Die Ölsorte, die für die Produktion von Biodiesel verwendet wird, unterscheidet sich allerdings von Kontinent zu Kontinent. So wird in Europa primär Rapsöl genutzt, während Biodiesel auf anderen Kontinenten in erster Linie aus Soja- und Palmöl hergestellt wird. Des Weiteren dienen Pflanzenöle wie Palm- oder Kokosöl auch als Rohstoff für Kosmetikprodukte, Waschmittel und Artikel der Pharmaindustrie. Zudem kommen die Pflanzenöle bei biologisch abbaubaren Farben und Lacken als eine Art Bindemittel zum Einsatz und werden für die Produktion von Bio-Schmierfetten genutzt. Zu den biologisch abbaubaren Ölen und Schmierstoffen zählen unter anderem Motor-, Hydraulik- und Sägekettenöle.

Weitere nachwachsende Rohstoffe mit unterschiedlichen Einsatzgebieten

Rohstoffe aus tierischer Herkunft waren schon immer ein wichtiger Bestandteil für die Produktion von Kleidung und anderen Gütern. Felle werden beispielsweise auch für die Herstellung von Musikinstrumenten verwendet. Darüber hinaus dienen Federn als Füllmaterial für Decken und Kissen, während Panzer von Krebsen zum Teil für die Produktion von biologischen Kunststoffen genutzt werden können. Zucker und Stärke sind weitere nachwachsende Rohstoffe, die unter anderem von der Papierindustrie verwendet werden. Die Stärke wird zum Beispiel aus Reis, Weizen oder anderen Getreidepflanzen gewonnen und kommt bei der Herstellung von Reinigungsmitteln zum Einsatz. Zucker hingegen wird beispielsweise im Bereich der Bauchemie genutzt und dient dort als Einschalungsmittel oder Abbindeverzögerer. Darüber hinaus werden sehr große Mengen von Zucker und Stärke für die Produktion von Bioethanol genutzt. Bioethanol zählt zu den wichtigsten Biokraftstoffen der Welt und ist vielen Privatpersonen durch die Verwendung bei einem entsprechenden Kamin für die eigenen vier Wände bekannt.

Vor- und Nachteile der Nutzung nachwachsender Rohstoffe

Das Thema nachwachsende Rohstoffe wird immer wieder sehr kontrovers diskutiert. Dabei geht es nicht nur um die optimale Verwertung von Holz, Baumwolle und Co., sondern auch um die Nachteile der NaWaRos. Unter Nachteilen sind zum Beispiel die negativen Folgen der uneingeschränkten Subventionierung zu verstehen. Durch diese Bereitstellung von Fördermitteln entsteht ein großer Konkurrenzkampf um die entsprechenden Anbauflächen. Eine einseitige Bewirtschaftung der Anbauflächen, die auch als sogenannte Monokultur bezeichnet wird, ist die Folge. Durch die Entstehung von Monokulturen kommt es zu einem Mineralmangel in den Böden, wodurch es vermehrt zum Einsatz von Dünger kommt. Neben der Verminderung der Bodenqualität führt die einseitige Bewirtschaftung einer Anbaufläche auch zu einer größeren Anfälligkeit in Bezug auf wechselnde Witterungsbedingungen und Schädlinge. Darüber hinaus führt die größere Nachfrage nach nachwachsenden Rohstoffen wie Holz auch zu höheren Preisen. Dementsprechend müssen sich beispielsweise Schreiner und andere Berufsgruppen mit höheren Holzpreisen arrangieren. Die steigenden Rohstoffpreise sind dabei natürlich auch mit einem Anstieg der Verkaufspreise von den hergestellten Produkten verbunden.
Es lässt sich somit feststellen, dass die politischen Strukturen, die etabliert wurden, um die Nutzung von nachwachsenden Rohstoffen zu fördern, nicht nur Vorteile haben, sondern zum Teil auch eine Belastung für Umwelt und Mensch darstellen. Trotzdem gelten die nachwachsenden Rohstoffe als eine Art Rettungsanker, um den fortschreitenden Klimawandel und seine Folgen einzudämmen. Dieser hohe Stellenwert, der den NaWaRos beigemessen wird, begründet sich mit dem Wissen, dass bei der energetischen Nutzung der nachwachsenden Rohstoffe deutlich weniger Treibhausgase freigesetzt werden, als dies bei den fossilen Rohstoffen der Fall ist. Des Weiteren wird bei der stofflichen Nutzung sogar Kohlendioxid konserviert, was ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Umwelt hat.

Nachwachsende Rohstoffe als Chance für ländliche Räume

Speziell für strukturschwache ländliche Regionen stellen nachwachsende Rohstoffe eine ganz neue Möglichkeit für wirtschaftliches Wachstum dar. Durch die Bereitstellung von neuen Arbeitsplätzen wird die Abwanderung, die ein zentrales Problem dieser Gebiete ist, eingedämmt und es ergeben sich neue Perspektiven. Die kurzen Transportwege, die mit der inländischen Produktion einhergehen, sind ein zusätzlicher Nebeneffekt, der sich positiv auf die Umwelt auswirkt.

Die Rolle des Verbrauchers für den Nutzen von nachwachsenden Rohstoffen

Die Möglichkeiten, die nachwachsende Rohstoffe bieten, können natürlich nur dann realisiert werden, wenn die Konsumenten entsprechende Produkte vermehrt kaufen. Damit die nachwachsenden Rohstoffe auf Dauer die fossilen Stoffe ablösen können, bedarf es deshalb eines gewissen Umdenkens der Menschen. Bei der Entscheidung für oder gegen bestimmte Produkte darf nicht mehr ausschließlich der Preis der wichtigste Faktor sein. In der Regel kosten die Artikel, die aus NaWaRos produziert werden, zwar mehr, aber zeichnen sich dafür auch durch eine bessere Qualität aus. So ist zum Beispiel ein Kleidungsstück aus biologisch abbaubaren Stoffen deutlich hochwertiger und resistenter gegen Beschädigungen, als ein günstiges T-Shirt aus einem großen Discounter. Demzufolge kann die längere Lebensdauer bei einigen Bio-Produkten den höheren Verkaufspreis durchaus begründen und rechtfertigen.
Natürlich ist es Ihre ganz persönliche Entscheidung, ob Sie sich bewusst für die ökologisch wertvollen Produkte entscheiden oder auf das „alte“ Sortiment zurückgreifen. Dabei können schon kleine Veränderungen im Kaufverhalten einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. So sollten Sie zum Beispiel sogenannte Bio-Verpackungschips bevorzugen, wenn Sie beim Verschicken eines Pakets keinen überflüssigen Plastikmüll erzeugen möchten. Für Bauern kann Bio-Futtermittel eine interessante Alternative darstellen.

Umweltfreundliche Produkte mit echtem Mehrwert

Der Markt an Produkten, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden, ist im Laufe der Jahre deutlich größer geworden. Früher gab es nur vereinzelt kleine Läden, die sich auf Bio-Lebensmittel oder Bio-Gewürze spezialisiert haben, während sich mittlerweile auch in den großen Einkaufszentren in der Regel eine Auswahl an Bio-Reinigungsmitteln, Bio-Saatgut und ähnlichen Produkten findet. Die Palette an verfügbaren Bio-Artikeln umfasst dabei viele verschiedene Bereiche. Wenn Sie zum Beispiel Ihre Wohnung neu streichen möchten, können Sie auf Farben zurückgreifen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wurden.
Neben den Produkten, die der stofflichen Nutzung entstammen, stehen den Verbrauchern zudem Erzeugnisse wie Öko-Strom und spezielle Kraftstoffe zur Verfügung, die aus der speicherbaren Bioenergie umgewandelt wurden. Die Verwendung von Produkten nachwachsender Rohstoffe ist aber nicht nur eine Wohltat für die Umwelt, sondern kann auch einen positiven Einfluss auf die eigene Gesundheit haben. Ein Mensch verbringt einen großen Teil seines Lebens in geschlossenen Räumen. Demzufolge sind die Substanzen, aus denen die Wohnungen und Häuser gebaut werden, von großer Bedeutung für unser Wohlbefinden. Produkte wie Dämmstoffmatten aus Hanf und anderen NaWaRos sind frei von Schadstoffen und sorgen für ein angenehmes Raumklima.
Darüber hinaus steht Ihnen auch bei der Einrichtung und beim Kauf nützlicher Büroutensilien eine sehr vielfältige Palette innovativer Produkte zur Auswahl. So gibt es zum Beispiel Schränke aus hochwertigen Bio-Holzfasern oder auch Kugelschreiber, die aus Maisstärke hergestellt wurden. Zudem finden sich ganz neuartige Produktkreationen wie essbare Teller und essbares Besteck, durch die Sie beispielsweise bei der Veranstaltung einer großen Feier nicht länger auf umweltschädliche Einwegteller angewiesen sind. In diesem Zusammenhang sollte darauf hingewiesen werden, dass Sie auf spezielle Prüfsiegel achten sollten. Diese Siegel gewährleisten die ausschließliche Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen und schaffen somit Klarheit, wenn Sie sich nicht sicher sind, ob ein Produkt Ihren Ansprüchen gerecht wird.

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