Thema: Macht die Steuer das Erben teuer?

Aufrufe 7 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Die Regierungskoalition hat die Reform der Erbschaftsteuer verabschiedet. Ehepartner & Kinder erben selbst genutztes Wohneigentum steuerfrei.

Die gute Nachricht für Immobilienbesitzer: Ehepartner, eingetragene Lebenspartner und Kinder zahlen keine Erbschaftsteuer auf geerbtes Wohneigentum - unabhänig vom Wert der Immobilie. Voraussetzungen: Sie wohnen mindestens zehn Jahre selbst darin. Und: Der Erblasser nutzte die Immobilie zum Todeszeitpunkt ebenfalls selbst. Zusätzlich erhalten Sie Freibeträge für die weitere Erbschaft, zum Beispiel für Geldvermögen.

Spezialitäten: Wird das geerbte Familienheim sofort oder innerhalb der 10-Jahres-Frist vermietet, verkauft oder als Zweitwohnsitz genutzt, ist Erbschaftsteuer fällig - aber nur, falls der persönliche Freibetrag überschritten ist. Für Kinder gilt die Steuerfreiheit nicht, wenn die Wohnfläche der geerbten Immobilie mehr als 200 Quadratmeter beträgt. Größere Immobilien sind anteilig steuerpflichtig. Allerdings können Sohn oder Tochter hierfür ihren Freibetrag von 400 000 € geltend machen.

Höher bewertet: Immobilien werden im Erbfall steuerlich behandelt wie Geldvermögen und damit höher bewertet als bisher. Es gilt der Verkehrswert des Hauses oder der Wohnung, nicht wie bisher der Ertragswert.

Steuerfrei erben: Für Ehepartner, Kinder und Enkel wurden die Freibeträge deutlich angehoben. Ehepartner können 500 000 € steuerfrei übertragen ( bisher: 307 000 € ), ebenso eingetragene Lebenspartner ( bisher: 5200 € ). Allerdings bleiben letztere in der ungünstigen Steuerklasse 3. Der Freibetrag für Kinder wurde von 205 000 € auf 400 000 € nahezu verdoppelt, der für Enkel fast vervierfacht von 51 200 € auf 200 000 €. Zudem können Enkel die Immobilie ihrer Großeltern steuerfrei erben, wenn ihre Eltern zu diesem Zeitpunkt bereits gestorben sind.

Mehr Steuern: Geschwister, Nichten, Neffen, Tanten und Onkel sowie Paare ohne Trauschein werden für geerbte Immobilien stärker zur Kasse gebeten als bisher. Der  leicht angehobene Freibetrag gleicht nicht die höhere Bewertung der Immobilie und die gestiegenen Steuersätze in den Steuerklassen 2 und 3 aus: Ist der Freibetrag von 20 000 € ( bisher: 10 300 € ) überschritten, müssen sie vom darüber liegenden Wert mindestens 30 Prozent an den Fiskus zahlen ( bisher 12 oder 17 Prozent ).

Geschenkt: Die Freibeträge gelten für Erbschaften und für Schenkungen. Im Fall der Schenkung werden Sie vom Fiskus sogar alle 10 Jahre neu gewährt. Daher kann es sich lohnen, sein gesamtes Vermögen zu Lebzeiten über einen längeren Zeitraum zu übertragen. Die zusätzliche Steuerbefreiung des selbstgenutzten Familienheims gilt dagegen nur im Erbfall, nicht für Schenkungen.

Experten fragen: Schenken sie eine Immobilie niemals vorschnell. Eltern können beispielsweise nach einer Übertragung auf die Kinder ihr Haus nicht mehr verkaufen oder für Kredite belasten. Anwälte, Notare und Steuerprofis sagen Ihnen, welche Strategie sich für sie auszahlt.

 

Fazit: Wird das Eigenheim von Kindern oder Ehepartnern geerbt und bewohnt, bleibt es steuerfrei

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden