The Legend of Zelda - The Wind Waker

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Selten wurde ein Spiel dermaßen erwartet wie der neueste Teil der exklusiven ?Legend of Zelda?-Reihe. ?Legend of Zelda ? The Wind Waker? hat die Nation, oder zumindest die Spieler in ihr, bereits lange vor Erscheinen in mehrere Lager geteilt. Grund dafür war der Einsatz der so genannten ?Cel Shading?-Technologie. Was einfach übersetzt heißt: Die Leute hatten ein Riesenproblem mit der Grafik. Nicht, dass sie schlecht wäre. Nein, aber die Art, wie das gesamte Spiel dargestellt wird, trifft nicht jedermanns Geschmack: anstatt den für viele logischen Schritt nach ?vorne? Richtung noch mehr Realismus zu gehen, wird der aktuelle Zelda-Ableger in Zeichentrickfilmgrafik präsentiert. Und das in ihrer bis dato perfektesten Form. Aber darüber kann man sich auch noch später auslassen. Kommen wir nun zum wichtigsten Teil des Spieles:

Handlung und Spieltiefe:
Die Handlung setzt da ein, wo man sie am wenigsten erwartet: Ein kleiner, lässig, ganz und gar nicht grün gekleideter Junge macht das, was alle in seinem Alter tun: Spielen. Und zwar mit seiner kleinen Schwester Aril. Aber etwas ist anders, heute, an diesem Tag. Der kleine Junge, wollen wir ihn bei seinem Namen aus NES-Zeiten nennen: Link, hat heute Geburtstag. Er erreicht heute das Alter, das der strahlende Held längst vergangener Zeiten, der wirkliche Link, hatte, als er gegen Ganon zog. (Wir erinnern uns an ?Ocarina of Time?) Und auf der kleinen, kaum besiedelten Insel Präludien, wo wir uns alle befinden, hat es sich zu einem für Jungen nicht unbedingt angenehmen Ritual entwickelt, dass alle Knaben an diesen einem Geburtstag in die grünen Gewänder gekleidet werden, die der Held damals trug. Als Kokiri, also als Waldelf, war das Grün an Hemd, Hose und Mütze sicherlich schick und trendy, aber ein paar Tausend Jahre und keinerlei Entwicklung später ist grün nicht Modefarbe.

Und ein Unglück kommt ja selten allein: Gekleidet in dem lächerlichen Fetzen muss Link mit ansehen, wie ein riesiger Vogel ein blon des Mädel über die Insel schleppt. Getroffen von dem ihn verfolgenden Piratenboot lässt das Riesenvieh das Blondinchen über dem Feenwald fallen. Klar, dass unser kleiner Grünling sofort zur Hilfe eilt. Nur mit einem kleinen Schwert bewaffnet, betritt Link nun das Rampenlicht und hilft, das Mädchen zu befreien, dass sich als Anführerin einer Piratenbande entpuppt.

Und jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Der angeschlagene Riesenvogel kommt zurück und schnappt sich wieder ein kleines blondes Mädchen. Und diesmal ist es Links Schwester Aril. Da die einzige Möglichkeit, die Insel zu verlassen, darin besteht, bei den Piraten mitzufahren, bleibt Link ja kaum eine Wahl...

Nach dem ersten Fehlschlag bei der Befreiung seiner Schwester bekommt Link einen neuen Gefährten. Den Roten Leuenkönig. Ein großes, rotes, sprechendes Boot. Nachdem Link ein Segel besorgt hat, kann er sich beinahe ohne Einschränkung auf einer riesigen Meeresfläche bewegen.

Seine Hauptaufgabe, die Befreiung seiner Schwester, wird in etliche kleinere Queste zerlegt, die der Spieler dann in nahezu beliebiger Reihenfolge durchführen kann. Einzig und allein gewisse Grenzen, die erst mit weiterer Ausrüstung zu überwinden sind, hindern Link daran, alles auf einmal zu erledigen.

Die gerade Ausrüstung erstreckt sich, wie in den Vorgängern, vom Schwert und Schild über Bogen, Bomben und Enterhaken bis hin zu drei Taschen, in denen Beute, Post und Futter ablegbar ist. Lediglich eine neue Waffe hat sich zum Arsenal dazugesellt, das unser kleiner Held immer irgendwie verstaut: der Greifhaken. Mit ihm kann man sich an hervorstehende Äste hängen, hoch- und runterklettern, und, ganz wichtig, hin- und herschwingen. Aber auch neue Utensilien verleihen Link mehr Bewegungs- und Handlungsmöglichkeiten: ein magisches Blatt, das sowohl als Waffe als auch als Gleitschirm verwendet werden kann, und die Magische Barriere, die Link nahezu unverwundbar macht, vervollständigen sein bekanntes Inve ntar. Insgesamt nicht viel neues, dafür aber einfallsreich...

Halt, eins fehlt noch. Wie in ?Ocarina of Time? und dem Nachfolger ?Majoras Mask? spielt die Musik eine wichtige Rolle im Spiel. Diesmal aber nicht in Form der Okarina, der gänseeiähnlichen Tonflöte, sondern in Form des Taktstocks des Windes. Mit ihm kann Link bis zu sechs verschiedene Lieder erlernen, die er, manche oft, manche fast nie, einzusetzen lernen muss. Neben dem Beherrschen der Windrichtung sind auch telepatische Kontrolle, das Erzeugen riesiger Wirbelstürme und der Wechsel von Tag und Nacht in der Macht des kleinen Stocks, den Link vom Roten Leuenkönig erhält.

Wer merkt, wie schnell man bei der Spielbeschreibung vom Hundertsten ins Tausendste gerät, der erkennt die Vielschichtigkeit des Spielgeschehens. Schnell ist mal komplett gefesselt von der tollen Story und den zig kleinen Aufgaben, die man nebenbei erledigen kann, aber nicht muss. Als Belohung winken aber allzu oft Rubine (die hiesige Währung), Herzteile (die im Viererpack die eigene Lebensenergie erhöhen) und Schatzkarten, die auf im Meer verborgene Schatzkisten hinweisen.

Insgesamt, als kleines Fazit zwischendurch: Zelda ? The Wind Waker, fasziniert so unglaublich schnell und intensiv, dass man besser einen Wecker nebenbei mitlaufen lässt. Der Blick zur Uhr entfällt sehr schnell...


Die Steuerung:
Wer angesichts der diversen Möglichkeiten im Spiel gleich an eine überfüllte, hochkomplizierte Steuerung denkt, der wird positiv überrascht. Die Steuerung geht so spielend von der Hand, dass es nicht einmal eine Einübsequenz gibt ? abgesehen vom Schwertkampf. Alle Tasten sind einfach belegt. Auf den X-, Y- und Z-Knopf kann man nach eigenem Gusto sein Inventar legen. Gekämpft wird mit A und B, A wie Aktionstaste erfüllt allerhand Aufgaben wie Reden, Bestätigen und Lesen. Mit Hilfe von L hält man sein Ziel erfasst oder richtet den Blick gerade aus, C bietet 360° Bewegungsfreiheit der fast perfekten Ka meraführung, und R bedient den Schild. Start unterbricht das Spiel, bietet Blick auf das Inventar und jederzeit die Möglichkeit, in dem 15 Blöcke großen Speicherblock seine Fortschritte festzuhalten.

Die Grafik:
In Japan eher gefloppt, in Amerika und Europa der große Hit: Cel Shading. Das ganze Spiel wirkt wie ein einziger Zeichentrickfilm, komplett aus einem Guss. Filmsequenzen gehen nahtlos ins Spielgeschehen über, oft wird man überrascht, dass es schon weiter geht.
Wer den Fehler macht, das Spiel wegen der niedlichen Grafik als reines Kinderspiel abzutun und es deshalb im Laden liegen lässt, der verpasst das aktuell beste Spiel, was die Konsolenwelt zu bieten hat.

Der Sound:
Rein in die Stereoanlage, für normale Fernseherboxen viel zu schade, ist der rundum gelungene Klang, der das ganze Spiel hindurch eine perfekte Atmosphäre vermittelt, ohne auch nur ein einziges Mal negativ aufzufallen. Leichte Melodien auf der Blumenwiese, tolle, realistische Geräuschkulisse, und klasse Musik bei den Endgegnern. Das einzige, auf das Verzicht genommen wurde, war die Sprachausgabe. So besitzen zwar alle Darsteller, insgesamt etwa 50 ? 70 Charaktere, einen eigenen, individuellen Klang, aber es wird ausschließlich über Bildschirmtext kommuniziert. Und der ist absolut fehlerfrei.

feniksos fazit:
Auch wenn der Schwierigkeitsgrad eher im oberen unteren Drittel anzusiedeln ist, sollten auch ältere Spieler getrost zugreifen, zumal manche Aufgaben, die nur gelöst werden können, aber nicht müssen, gar nicht so leicht sind...
Mit ?Legend of Zelda ? The Wind Waker? meldet sich Nintendo eindrucksvoll am Spieleolymp zurück. Noch wie war ein Spiel dermaßen erwartet und verrissen worden, weil die Grafik nicht Richtung Realismus, sondern noch weiter hinein in die Welt der Fantasie getrieben wurde. Meiner Meinung nach war das eine grandiose und geniale Entscheidung von Shigeru Miyamoto, dem unbestritten besten Spielentwickler, den die Konsolenwelt zu bieten hat. Zelda entführt einen in eine Welt, in der das Gute am Ende immer irgendwie doch noch gewinnt, in der Freundschaft zwischen verschieden Völkern an der Tagesordnung ist und in der Geld kaum eine Rolle spielt. Wer also meint, realistische Grafik wäre angebracht...

feniksos Nachschlag:
Wer Glück hat, oder auch gezielt und rechtzeitig kauft, kann die auf 75.000 Ausgaben limitierte Auflage mit Bonus-DVD ergattern. Darauf befindet sich neben dem überarbeiteten N64-Klassiker ?Ocarina of Time? auch der bisher unveröffentlichte Master Quest. Dahinter verbirgt sich eine um etwa eine halbe Stunde Spielzeit verlängerte Version von ?Ocarina of Time?. Neben langer Anfangsladezeit benötigt das Spiel zusätzliche 15 Blöcke auf der Speicherkarte. Dafür aber kann man einen Klassiker im 60Hz-Modus, also mit verbesserter Grafik und erhöhter Auslösung neu erleben.


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