Teppiche & Teppichböden: So finden Sie den passenden Teppich für jeden Raum

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Teppiche & Teppichböden: So finden Sie den passenden Teppich für jeden Raum

Um in einem Haus oder einer Wohnung in Wintermonaten für Gemütlichkeit zu sorgen, reicht eine Heizung allein nicht aus. Mit einem nackten Fußboden wirkt auch ein warmes Zimmer ungastlich. Damit Sie es sommers wie winters bequem haben, brauchen Sie also den richtigen Fußbodenbelag. Bei der großen Auswahl, die verschiedene Hersteller anbieten, fällt der Kauf allerdings häufig schwer.

Damit Sie einen Teppich finden, der nicht nur ansehnlich, sondern auch strapazierfähig und gemütlich ist, wurde dieser kurze Ratgeber zusammengestellt.

Teppiche – Individuelle Bodenverkleidungen für jeden Bedarf

Die Klasse der Teppiche umfasst verschiedene Gewebe mit individuellen Musterungen. In den meisten Wohnungen werden sie ausschließlich auf dem Boden ausgelegt. Es gibt darüber hinaus Teppiche, die zur Verkleidung von Wänden genutzt werden. Auch Polster können durch die Verkleidung mit Teppichen einen optischen Mehrwert gewinnen.

Grundlegend unterscheidet man zwei verschiedene Arten von Teppichen, den orientalischen und den europäischen. Teppiche der ersten Klasse werden per Handarbeit auf einem Rahmen hergestellt. Europäische Teppiche fertigt man heute üblicherweise mit maschinellen Webstühlen. Maschinell hergestellte Teppiche werden noch einmal untergliedert in:

  • Doppelwerk-Webteppiche
  • Rutenteppiche
  • Flach gewebte Teppiche
  • Axminster-Teppiche
  • Knüpfteppiche
  • Teppichböden

Zur Abdeckung kleiner Abstände auf dem Boden nutzt man sogenannte Brücken. Sie sind klein und schmal. Eine ebenfalls schmale, aber größere Ausführung dieser Webform ist der Läufer.

Besonderheiten orientalischer Teppiche

Wenn Teppichhändler den Begriff 'Provenienz' verwenden, verweisen sie damit auf die Herkunft eines bestimmten Teppichs. Viele Regionen haben eine spezifische Teppichtradition, die mit unterschiedlichen Färbe- und Fertigungsweisen verbunden sind. Länder, die für ihre Teppiche bekannt sind, sind Indien, die Türkei und der Iran. Darüber hinaus haben China, die Mongolei, Nepal und Afghanistan eine vielfältige Teppichkultur. Es gibt zwei Techniken, mit denen orientalische Teppiche hergestellt werden, die Wirk- und die Knüpftechnik. Im Folgenden werden sie kurz dargestellt.

So werden Teppiche gewirkt

Der Wirkteppich aus dem Orient ist mit dem Gobelin verwandt. Wie bei diesem, dient er ursprünglich der Verkleidung von Wänden. Die Oberflächenbeschaffenheit von Wirkteppichen ist glatt. Die Kettfäden bestehen dabei üblicherweise aus Woll- oder Leinengarn. Der Schussfaden besteht hingegen aus Wolle. Man bezeichnet diese Art der Bindung als Ripsbindung. Es handelt sich dabei um eine Variante der Leinwandbindung, bei der eine Oberfläche mit einer Rippenstruktur entsteht. Gewirkte Orientteppiche haben eine härtere und gröbere Oberfläche als andere Teppiche. Dies hängt damit zusammen, dass sie aufgrund ihrer speziellen Bindungsweise keinen Flor ausbilden. Ein Beispiel für einen gewirkten Teppich ist der türkische Kelim.

So funktioniert die Knüpftechnik

Bei dieser Herstellungsweise entstehen Teppiche, die ihrer Struktur nach dem Plüsch ähneln. Der Kettfaden besteht aus Leinen, Baumwolle, Wolle oder Haar. In diesen Faden knüpft man Maschen ein. Knoten um Knoten wird so die ganze Breite des Bodenbelags hergestellt. An eine Reihe von Knoten schließt sich ein Schussfaden an. Die weiche Struktur entsteht anschließend, indem die Verknüpfungen mit einer Schere aufgetrennt werden.

Da die Bindungstechnik umfangreich ist, kann sie an dieser Stelle nur im Sinne eines Ausblicks angeführt werden. Für weitere Informationen zu Bindungsarten wie der Leinwand-, Köper- oder Atlasbindung konsultieren Sie Bücher, die sich mit Textilkunde und speziell mit der Bindungslehre befassen.

Besonderheiten europäischer Teppiche

Im Gegensatz zu orientalischen Teppichen werden europäische Ausführungen meistens gewebt. Man unterscheidet die folgenden Klassen:

  • Noppenteppich
  • Glatte Teppiche (Haargarn, Kofosfaser, Jute)
  • Schlingenteppiche (mit offenen oder geschlossenen Schlingen, Brüsseler Teppich)
  • Plüschteppiche
  • Veloursteppiche (Schwarz, Rot, Beige, Braun)
  • Florteppiche (Tournay-Teppich)

Zur Herstellung wird eine Webmaschine, eine Jacquardmaschine oder die Tuft-Technik verwendet. Dabei werden sehr nah beieinanderliegende Fadenschlingen angebracht, die anschließend aufgeschnitten werden. Man bezeichnet Teppiche dieser Herstellungsart als 'getuftet'. Der Vorteil hierbei besteht in der Möglichkeit, preiswertere Teppiche herzustellen. Sie sind allerdings nicht so haltbar wie richtige Webteppiche.

Glatte Teppiche werden überwiegend aus Kuh-, Ziegenhaar, Jute oder Streichgarn hergestellt. Es handelt sich um eher anspruchslose Gewebe, die als Laufteppiche genutzt werden. Man verdeckt damit unter anderem Flure. Ein Beispiel ist der Kidderminster-Teppich. Plüschteppiche haben einen ungeschnittenen noppenbildenden oder einen geschnittenen weichen Flor (Velours).

Worin besteht der Unterschied zwischen Teppich und Teppichboden?

Teppiche bedecken nur Teile des Fußbodens. Sie setzen Akzente auf dem Untergrund. Ein Teppichboden hingegen bedeckt die gesamte Lauffläche der Wohnung. Man verwendet auch den Begriff Auslegware. Wie bei einem normalen Teppich gibt es bei der Auslegware verschiedene Herstellungsverfahren. Man unterscheidet Nadeln, Weben, Wirken, Tuften, Beflocken und das Klebepol-Verfahren. Die Materialauswahl ist umfangreich. Je nach Geschmack. wählen Sie Teppiche aus Baumwolle, Flachse, Sisal, Jute, Hanf oder Kokos. Auch chemische und synthetische Stoffe wie Polyamid, Polypropylen und Polyester stehen zur Auswahl.

Bei der Verlegung von Teppichböden haben Sie vier verschiedene Möglichkeiten. Die erste besteht in der losen Verlegung. Dabei ist die Auslegware nicht gesondert befestigt. Bei der zweiten Methode wird der Teppichboden mit dem Untergrund verklebt. Er haftet dadurch besser. Die dritte Variante besteht im Verkletten. Dabei werden zunächst flächig Klett-Elemente auf dem Untergrund aufgebracht. Die Klettverschlüsse auf der Unterseite des Teppichs werden anschließend damit verbunden. Die Verklettung geht auf die Firma Vorwerk zurück. Eine weitere Möglichkeit besteht im Verspannen. Dabei werden Nagelleisten zur Fixierung der Auslegware verwendet. Die Besonderheit besteht darin, dass die Bodenbeläge nicht selbst vernagelt, sondern in die Nagelleisten eingehängt werden. Es handelt sich dabei um Sperrholzplatten. Damit sie fest genug in den Untergrund integriert sind, empfiehlt sich das Dübeln. Haben Sie eine Fußbodenheizung, verwenden Sie alternativ Kleber.

Die Verspannung von Teppichen hat zahlreiche Vorteile. Hierzu zählen in erster Linie ein höherer Komfort und eine bessere Lebensdauer. Die Reinigung wird überdies erleichtert. Der einzige Minuspunkt sind die Kosten. Die Verspannung ist teurer als die Klebe- oder Kletttechnik. Dafür lässt sich der Teppich beim Auszug leichter entfernen.

Was ist beim Kauf von Auslegware zu beachten?

Ehe Sie sich mit der Auswahl eines konkreten Teppichbodens befassen, sollten Sie sich vor Augen halten, woraus dieser eigentlich besteht. So können Sie Ihre individuellen Vorstellungen besser mit dem Sortiment eines Anbieters abgleichen.

Die Schichten eines Teppichs

Jeder Teppich ist aus drei Schichten aufgebaut. Den Untergrund bildet dabei der Rücken. Er ist der Teil des Bodenbelags, der direkt mit dem Untergrund verbunden ist. Er besteht aus Gummi oder Gewebe. Die Gummivariante hat den Nachteil, dass sie gerade zu Beginn einen unangenehmen Geruch verströmen kann. Darüber hinaus verliert sie nach einiger Zeit an Feuchtigkeit, wird trocken und brüchig. Textilrücken weisen diesbezüglich bessere Eigenschaften auf. Sie haben den Vorteil, dass man sie nicht verkleben muss. Es genügt, sie über eine Fliesen- oder Filzunterlage zu spannen. Die Befestigung erfolgt unkompliziert über eine Nagelleiste. Ein weiterer positiver Aspekt der textilen Unterseite ist eine Begünstigung der Trittschall- und Wärmedämmung.

Schlingenteppich, Velours oder Nadelvlies?

Bei der Oberfläche sind Ihr persönlicher Geschmack und Ihr funktionaler Anspruch an den Teppich gefragt. Wollen Sie den Teppich im Büro oder einem anderen stark frequentierten Raum verlegen, eignet sich Schlingenware. Sie hat den Vorteil, dass sie robust und besonders strapazierfähig ist. Bei dieser Teppichbodenvariante werden die Fasern des Teppichs in Schlingen auf das Trägergewebe aufgebracht. Nicht geeignet ist der Teppich für Kinderzimmer. Er ist zwar sehr belastbar, für das Spielen auf Knien allerdings nicht weich genug. Katzenbesitzer sollten auf den Kauf eines Schlingenteppichs ebenfalls verzichten. Die Katze könnte sich mit ihren Krallen in den Schlingen verfangen oder den Teppich anderweitig aufkratzen.

Velours ist die zweite Variante. Sie unterscheidet sich nur geringfügig von dem Schlingenteppich. Die einzige Differenz besteht darin, dass die Schlingen aufgeschnitten sind. Dabei entsteht eine weiche Oberfläche mit hohem Flor. Aufgrund dieser Eigenschaft sind sie gut für Orte wie das Wohn- oder Schlafzimmer geeignet. Auch im Zimmer eines kleinen Kindes tragen sie mit ihrer weichen Oberfläche zum angenehmen Spielen bei. In Räumen mit starkem Personenverkehr sind Veloursteppiche tendenziell weniger geeignet. Dies hängt damit zusammen, dass sie weniger belastbar sind als Schlingenteppiche.

Die dritte Art ist das Nadelvlies. Dabei sind mehrere Faservliese übereinandergeschichtet. Sie bestehen aus einem der Kunststoffe Polyamid oder Polypropylen. Die Filzoberfläche macht Teppiche dieses Typs besonders strapazierfähig. Ihre Musterung trägt überdies dazu bei, dass sie unempfindlicher gegen Schmutz sind. Besonders in Büros sind sie aus diesem Grund gut geeignet.

Welche Rolle spielt das Material des Teppichs?

Bei Naturteppichen kommen überwiegend Wolle, Kokosfasern und Sisal zum Einsatz. Jedes dieser Materialien hat besondere Vor- und Nachteile. Teppiche aus Kokosfasern und Sisal sind hart, rau und strapazierfähig. Sie sind aus diesem Grund eher in Büros als in Wohnzimmern zu empfehlen.

Vom Schaf geschorene Wolle enthält noch Fett. Sie ist aus diesem Grund gut geeignet, um Schmutz abzuweisen. Die Zusammenwirkung von Material und Herstellungsart lässt sich gut am Veloursteppich aus Schurwolle erkennen. Die Fasern richten sich nach dem Zusammendrücken wieder auf. Weiterhin haben sie gegenüber Kunststofffasern den Vorteil, dass sie Feuchtigkeit besser aufnehmen und abgeben.

Reißwolle oder Wolle vom toten Schaf hat andere Eigenschaften. Sie sind nicht mehr in gleichem Maße Schmutz abweisend wie Schurwolle. Dafür sind sie günstiger. Die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen und abzugeben, haben sie dennoch. Weiterhin haben sie gute Wärmedämmungseigenschaften. Dies macht sie besonders gut geeignet im Winter zur Einsparung von Heizkosten.

Achten Sie weiterhin auf Zusatzeigenschaften, die für Sie relevant sein können. Es handelt sich hierbei beispielsweise um Toleranz gegenüber Stuhlrollen, Verlegbarkeit von Fußbodenheizungen oder Eignung für Treppenverlegungen.

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