Teppichböden für jeden Raum: die neuen Velours- und Naturfaserteppiche, Flokatis und Kunstrasen

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Teppichböden für jeden Raum: die neuen Velours- und Naturfaserteppiche, Flokatis und Kunstrasen

Bei der Einrichtung einer Wohnung arbeitet man sich von unten nach oben vor. Große Schränke, Regale und Tische können erst aufgestellt werden, wenn der richtige Bodenbelag ausgelegt wurde. Ehe dieser Schritt jedoch zustande kommen kann, ist eine reifliche Überlegung notwendig. Viele verschiedene Hersteller bieten unterschiedliche Modelle mit differierenden Qualitäten, Farben und Herstellungsweisen an.

Die folgenden Abschnitte vermitteln Ihnen einen ersten Eindruck über die wichtigsten Aspekte des Teppichkaufs. Einleitend soll dabei der edle Veloursteppich im Vordergrund stehen. Sie lernen die Herstellungsweise ebenso kennen wie seine Vorzüge. Es schließen sich Ausführungen zu Teppichen aus Naturfasern, Kunstrasten und Flokatis ein. Durch einen Vergleich der repräsentativen Merkmale können Sie für sich bereits eine erste Entscheidung treffen, die sie beim Kauf unterstützt.

Velours – Flauschige Bodenflächen für Ihr Heim

Velours ist ein Stoff, der sich durch seine samtige und flauschige Qualität auszeichnet. Es gibt verschiedene Arten von Flächenwaren, auf die der Name angewendet wird. Grundlegend unterscheidet man Gewebe und Wirkstoffe. Bei Ersterem wird die weiche Oberfläche produziert, indem die einzelnen Stoffschlingen aufgeschnitten werden. Bei Wirk- und Lederwaren entsteht die Veloursqualität durch Aufrauen der Oberfläche. Die Fasern stellen sich dabei auf und gewinnen eine samtartige Qualität.

Bei Teppichen handelt es sich um Veloursgewebe. Die Bodenbeläge bestehen aus einem Teppichrücken, einem Träger und einer Nutzschicht. Die Schlingen befinden sich auf der Nutzschicht. Die Besonderheit des Veloursteppichs besteht darin, dass sie nach dem Knüpfen aufgeschnitten werden. Dadurch stehen Sie in einem rechten Winkel von der Nutzfläche ab. Man bezeichnet die aufgeschnittenen Schlingen als Flor. Entsprechend seiner Länge unterscheidet man drei Teppicharten. Den kürzesten Flor hat der Samtteppich. Danach folgt der Veloursteppich. Den längsten Flor haben Teppiche aus Plüsch. Bei der Entscheidung für eine der drei Arten sollten Sie berücksichtigen, dass mit steigender Florhöhe die Empfindlichkeit des Teppichs zunimmt. Hoher Flor knickt bei anhaltender Belastung dauerhaft ab. Entsprechend sollte er in Wohnbereichen ausgelegt werden, die nicht von vielen Personen frequentiert werden.

Wie wird ein Veloursteppich hergestellt?

Kennt man die Herstellungsweise eines Veloursteppichs, lässt sich seine Qualität differenzierter beurteilen. In diesem Abschnitt lernen Sie die Grundzüge der zugrunde liegenden Technik kennen. Im Anschluss daran werden die damit im Verbund stehenden Qualitätsmerkmale erörtert.

Das Tufting

Das Verfahren, das bei der Herstellung von Veloursteppichen zum Einsatz kommt, bezeichnet man als Tufting. Dabei erstellt man textile Gewebe mit einer dreidimensionalen Oberfläche. Tufting ist das Verfahren, dass weltweit am meisten zur Herstellung von Bodenbelägen genutzt wird. Darüber hinaus kommt es bei der Verkleidung von Koffer- und Innenräumen von Autos zum Einsatz.

Das Tuften funktioniert wie die Arbeit mit der Nähmaschine. Mehrere Nadeln bringen Garn in ein Trägermaterial ein. Hierbei kann es sich um Vlies oder Gewebe handeln. Die Nadeln sind so angeordnet, dass sie der Breite des Trägermaterials entsprechen. Mit einem Faden durchstechen sie das Gewebe und werden anschließend zurückgezogen. Sogenannte Greifer halten das eingeführte Garn anschließend fest und erzeugen Schlaufen. Man bezeichnet sie auch als Polnoppen. Teppiche, deren Herstellungsprozess endet, bezeichnet man als Schlingenflorteppiche. Aufgrund ihrer Webart sind sie sehr belastbar und für Orte geeignet, die von vielen Leuten aufgesucht werden. Ein Beispiel hierfür ist das Büro.

Um den Schlingenflorteppich zu einem Veloursteppich zu machen, müssen die Schlaufen nur noch aufgeschnitten werden. Da das Messer in der Regel am Greifer angebracht ist, kann das Schneiden und Halten des Polgarns in einem Arbeitsschritt erfolgen. Veloursteppiche bezeichnet man aufgrund der speziellen Fertigungsweise auch als Schnittflorteppiche.

Um Muster auf dem Teppich herzustellen, verwendet man Rotationsmesser, die die einzelnen Bereiche des Flors auf spezifische Höhen scheren. Durch unterschiedliche Farben und kontrastierende Schattenwürfe entstehen Muster. Eine optische Gestaltung ist weiterhin durch das Bestehenlassen einiger Polnoppen möglich, während die anderen Schlingen geöffnet werden.

So erkennen Sie die Qualität des Veloursteppichs

Eine wichtige Angabe ist der Abstand der Nadeln zueinander. Man gibt ihn in Zoll an. Ist beispielsweise die Maßangabe 1/10'', so sind 10 Nadeln auf einer Fläche von 2,54 cm verteilt. Mit der Dichte der Nadeln nimmt die Qualität des Teppichs zu. Je geringer die Abstände sind, desto besser ist er. Eine weitere Größe ist die Stichlänge. Sie gibt an, wie viele Stiche pro 10 cm der Teppichlänge gemacht worden sind.

Aus der Stichdichte und ihrem Abstand lässt sich die Polnoppenzahl ermitteln. Je mehr Polnoppen pro Quadratmeter vorhanden sind, desto hochwertiger sind Material und Fertigungsweise. Von der Länge der Polfäden ist die Florhöhe abhängig. Sie lässt Rückschlüsse auf den Komfort des Teppichs zu. Je höher der Flor ist, desto weicher fühlt er sich an.

Ein weiteres wichtiges Merkmal für die Qualität des Teppichs ist das Gewicht des gesamten Textilmaterials. Das Polgewicht gibt an, wie viel die Polfäden auf einem Quadratmeter Teppich wiegen. Das Gesamtgewicht pro Quadratmeter lässt praktisch keine Rückschlüsse auf die Teppichqualität zu. Auch ein verschleißanfälliger Weichgummirücken kann viel wiegen. Achten Sie weiterhin auf die Qualität des Garns und das Material. Nehmen Sie in jedem Fall Abstand von Polyacrylgamen und Polypropylen. Besser geeignet ist Polyamid. Die Güte des Garns erkennen Sie an seiner Drehung und der damit verbundenen Stärke.

Achten Sie beim Kauf des Teppichs auf das Certificate-of-Qualitiy-Siegel. Es hat die Form eines 't' und gibt an, wie die Eigenschaften des Teppichs geprüft worden sind. Eine bestimmte Anzahl von Sternen gibt an, wie gut der Teppich mit verschiedenen Einflüssen umgeht und wie belastbar er ist.

Naturfaserteppiche und ihre spezifischen Vorzüge

Grundsätzlich gibt es drei zur Teppichherstellung geeignete Naturfasern. Hierzu gehören Kokosfasern, Schurwolle, Sisal und Bambus und Palmblätter. Der bevorzugte Stoff ist dabei die Schurwolle. Sehen Sie sich beim Kauf immer genau das Wollsiegel an. Es gibt Ihnen Auskunft über die Reinheit des Materials und dessen hohe Qualität.

Wolle, die vom lebenden Schaf geschoren wurde, enthält noch natürliche Fette. Dadurch ist sie besonders gut dazu geeignet, Schmutz abzuweisen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Kunstfasern besteht darin, dass Schurwolle elektrisch neutral ist und sich bei Reibung nicht statisch auflädt.  Eine Eigenschaft, die alle Arten von Naturfasern auszeichnet ist die Fähigkeit zur Feuchtigkeitsaufnahme. Naturteppiche können Wasseranteile aus der Umgebungsluft aufnehmen und bei trockener Luft wieder abgeben. Bedenken Sie dies bei der Befestigung des Teppichs. Bei viel Feuchtigkeit dehnt sich ein Teppich aus. Bei Trockenheit zieht er sich zusammen. Dies kann dazu führen, dass Wellen im Teppich entstehen. Legen Sie sie vollflächig aus, um diesem Problem entgegenzuwirken.

Für Menschen mit Kindern sind Naturfaserteppiche gut geeignet. Sie enthalten keine Chemikalien. Giftige Rückstände, die von Pflanzenschutzmitteln stammen, kommen ebenfalls nicht darin vor. Bei reinen Wollteppichen sollten Sie indes genau hinsehen. Vielfach werden sie mit Imprägniermitteln gegen Mottenbefall geschützt. Bei Allergikern können die darin enthaltenen Stoffen zur Auslösung von allergischen Symptomen führen. Greifen Sie in diesem Fall auf einen unbehandelten Teppich zurück. Sie werden von Bio-Händlern vertrieben. Durch möglichst viel Helligkeit und Reinigung senken Sie das Risiko des Mottenbefalls erheblich.

Der Flokati – weich und farbenfroh

Flokatis sind Teppiche, die ursprünglich aus Griechenland stammen. Die flauschigen Bodenbeläge waren vor allem in den 1970er Jahren beliebt. Die Grundfarbe des Teppichs ist Weiß. Mittlerweise werden viele gefärbte Farben angeboten, mit denen der Käufer seinem persönlichen Geschmack folgen kann.

Um einen Flokatiteppich herzustellen, nutzt man ein aus mehreren Schritten bestehendes Verfahren. Der erste davon findet auf einem Handwebstuhl statt. Man zieht eine Kette aus langfaserigem Schnurwollgarn auf. Als Schussfaden dient eine Mischung aus Schurwolle und Kunststoffgarn. Sie wird später zum Rücken des Teppichs. Durch den Kunststoffanteil erhält er eine besondere Haltbarkeit und Formstabilität.

Bei der Herstellung wird zwischen zwei Kettfäden jeweils ein stählerner Vierkantschlüssel gelegt. Ihr Umfang ist so groß, wie der Flor später hoch sein soll. Durch das Aufschneiden aller um den Schlüssel gewundenen Schlingen entsteht der Flor. Auf der Oberfläche befinden sich zu diesem Zeitpunkt lediglich Wollfäden. Die Qualität eines Flokatiteppichs lässt sich zuverlässig anhand der Dichte vorhersagen, mit der die einzelnen Fadenreihen aufgebracht sind. Je weniger Abstand zwischen ihnen ist, desto feiner, weicher und hochwertiger wird er später.

Nach der Arbeit am Webstuhl weist der Teppich eine markante Ähnlichkeit mit Shaggys auf. Dabei handelt es sich um besonders struppige Teppiche. Seine ureigene Qualität erlangt er durch Verfilzungsprozesse, die mit Wasser und Seife durchgeführt werden. Im Laufe dieses Verfahrens wird die Oberfläche fest und weich. Die Struktur ähnelt der eines Schafsfells. Ein Vorteil von Flokatis ist die damit verbundene Stabilität.

Der Kunstrasen – eine eigenwillige Alternative

Mögen Sie es gern grün in Ihrem Wohnzimmer, könnte der Kunstrasen eine Alternative zum normalen Teppich sein. Die Bodenbedeckung wird nicht nur als Fußballunterlage genutzt. Zunehmend erhält er Eingang in die Welt der Innenarchitektur. Eine Besonderheit des Kunstrasens ist seine Griff- und Laufqualität. Er ist sehr weich und verfügt über einen hohen Flor. Darüber hinaus stellt er einen sehr guten Kompromiss zwischen Komfort und Belastbarkeit dar. Viele Teppiche mit hohem Flor sind zwar weich, aber verschleißen schnell. Schlingenware ist zwar belastbarer, aber härter. Leichter zu reinigen ist der Kunstrasen außerdem. Ein Ort, für den er gut geeignet ist, ist neben dem Wohnzimmer das Kinderzimmer. Er ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch weich für die Knie. Weiterhin übt die intensive grüne Farbe einen besonderen optischen Reiz aus. Eine weitere interessante Ausbreitungsgelegenheit bieten Hobbyräume, denen das besondere letzte Accessoire fehlt.

Wie der Veloursteppich wird der Kunstrasen mit dem Tuftverfahren hergestellt. Bedenken Sie vor Auswahl und Ausbreitung, dass der Rasen sich auf einer elastischen Schicht aus Polyurethan befindet. Er muss mit einer Schicht aus Latex stabilisiert werden.

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