Temperatur zu hoch - was kann man unternehmen?

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Viele Aquarianer haben in den Sommermonaten das gleiche Problem:

Steigende Temperaturen im Aquarium lassen die berechtigte Sorge um den Besatz aufkommen.

Temperaturen in tropischen Durschnitts-Aquarien sollten zwischen 24-27°C liegen.

Spezielle Abweichungen sollen hier nicht angesprochen werden, die Pfleger solcher Becken sind hoffentlich mit der Problemstellung vertraut.

Für alle anderen gilt unbedingt folgende Möglichkeiten in ihre Überlegung miteinzubeziehen:

a) Für viele Fische und auch Pflanzen sind hohe Temperaturen nicht artgerecht, kurzfristig sind sicher keine Komplikationen zu erwarten, langfristig werden sich Verschlechterungen einstellen.

b) Viel wichtiger in diesem Zusammenhang ist die Betrachtung der biologischen Veränderungen. Hohe Temperaturen reduzieren die Bindefähigkeit von Wasser an Gasen. Im Durchschnittsaquarium kann es daher zu Sauerstoffmangel kommen. Der reduzierte Sauerstoffgehalt führt zu einer Unterversorgung der aeroben Bakterienstämme, was u.U. zu einem schnellen Verlust derselben führen kann. Dabei kommt es zu einem schlagartigen Anstieg von Nitrit und in Folge zu kompletten Fischverlusten.

Das beschriebene Szenario muß nun nicht bei jedem eintreten, als Risikogruppe kann jedoch folgende Konstellation genannt werden:

  • Durchschnittliche oder niedrige Beleuchtung
  • mäßiger bis mittlerer Pflanzenwuchs
  • hoher Fischbesatz
  • gut eingefahrene Biofilter
  • rein submerse Filtersysteme
  • keine zusätzliche Belüftung

Nicht alle Faktoren müssen so wie geschildert gegeben sein, bei zwei oder mehr erfüllten Punkten sollte jedoch der Pfleger alarmiert sein und alleine das in Frage kommende Risiko des kompletten Besatzverlustes sollte die nachstehend näher erläuterten Maßnahmen rechtfertigen.

Also, ab wann sollte man Maßnahmen ergreifen?

Kritisch sind Temperaturen ab 29°C aufwärts. Höchste Alarmstufe ab 32° und mehr.

Wie schafft man Abhilfe?

Wer sich es leisten möchte: Kühlgerät für das Aquarium kaufen (Kühlgeräte können Sie übrigens über uns beziehen).

Für die meisten Aquarienbesitzer jedoch sicher nicht so erschwinglich und für kleinere Becken vielleicht auch ökonomischer Unsinn.

Also, folgende Kleinlösungen (jeweils falls möglich) führen ebenso zu Erfolg:

  • vorhandene Abdeckung öffnen, Abdeckscheiben entfernen
  • vorhandene Abdeckung höher setzen
  • Wasseroberfläche belüften! Kann bei längerfristigen Einsatz mit Bad-PC Lüftern gelöst werden, kurzfristig einen gewöhnlichen Ventilator einsetzten und direkt auf die Wasseröberfläche richten. Die gesteigerte Verdunstung erwirkt Energieverlust, es kommt zur Abkühlung (letztendlich das menschliche Kühlsystem "schwitzen"). Alternativ eine bereits fertig gebaute Lüfterbatterie kaufen.
  • Umgebungs-Raumtemperatur senken
  • für zusätzliche Wasserumwälzung im Hinblick auf gesteigerte Verdunstung sorgen, am besten per luftgekühlte Pumpe
  • sehr kurzfristig und aufwendig: Wasser wechseln
  • bei starker Beleuchtung durch HQI und vgl. ggf. 1-2 Stunden reduzieren.

Weniger erfolgreich sind folgende Methoden:

  • Eiswürfel einsetzen
  • Heizung ausschalten (läuft ohnehin nicht und Nachtabsenkung unterschreitet selten den Einschaltwert)


Mit den beschriebenen "Kleinlösungen" erwirkt man keine Abkühlungen von enormen Ausmaß, aber es läßt sich ggf. in unkritische Bereiche korrigieren. Meiner Erfahrung nach bringt alleine die Wasseroberflächenbelüftung 1 bis 2 Grad Temperaturreduzierung. Auf jeden Fall sollte eine Membranpumpe oder eine Umwälzpumpe mit Belüftungsmöglichkeit parat gehalten werden. Im Notfall sollten diese zum Einsatz kommen, alleine um die Sauerstoffversorgung zu gewährleisten.

Michael Schughart, Jun 2004

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