Teleskope als Beobachtungsinstrument

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Um eine Vorstellung davon zu bekommen, worauf es bei der Beobachtung des Sternenhimmels ankommt, sollten wir einige Sätze den Aufgaben eines Teleskops widmen. Möchte man der Werbung glauben schenken, ist das Teleskop ein Vergrößerungsglas, das den Himmel in möglichst bis zu 600-facher Vergrößerung oder mehr zeigt und uns mit bunten Gasnebeln verwöhnen soll. Bei der praktischen Beobachtung werden wir sehr schnell erkennen, dass dem nicht so ist. Im Gegenteil: Viele Objekte sehen bei relativ kleiner Vergrößerung am imposantesten aus. Die Vergrößerung ist zwar wichtig, aber nicht der entscheidende Faktor für die Leistungsfähigkeit Ihres Instruments. Die Fähigkeit Licht zu sammeln (Lichtstärke) und der Bildkontrast der Optik sind wichtige Eigenschaften, die gute Teleskope auszeichnen. Es gibt mehrere Bauarten von Teleskopen, die alle mit Vor- und Nachteilen behaftet sind. Den Alleskönner, der alle Bedürfnisse befriedigt, gibt es leider nicht. Beginnen wir also zuerst mit einer kleinen Exkursion über Bauarten von Teleskopen. Man unterscheidet hierbei grob in Linsenteleskope und Spiegelteleskope.

Refraktoren (Linsenteleskope) bestehen zumeist aus einem Objektiv, aufgebaut aus zumeist zwei Linsen, die nur durch einen Luftspalt getrennt sind (achromatische Linsen). Das Objektiv sammelt das eintreffende Licht und bündelt es im Brennpunkt. Ein Okular im Brennpunkt vergrößert das Bild. Den Abstand zwischen Objektiv und Brennpunkt nennt man Brennweite.

Bei Reflektoren (Spiegelteleskopen) wird die Aufgabe des Objektivs von einem nach innen gewölbten (parabolischen) Hohlspiegel übernommen. Der Spiegel befindet sich im hinteren Teil des Tubus. Er sammelt ebenfalls das einfallende Licht und bündelt es im Brennpunkt. Zwischen dem Brennpunkt, in dem wieder das Okular eingesetzt ist, und dem Hauptspiegel, befindet sich ein Fangspiegel, der das gebündelte Licht zum Okular umlenkt. Es gibt im Wesentlichen zwei Bauarten von Spiegelsystemen. Beim Spiegelteleskop nach Newton wird das Licht um 45° seitlich umgelenkt. Das Okular befindet sich in der Regel im oberen Bereich des Tubus und man schaut seitlich in das Teleskop.

Bei Cassegrain-Teleskopen ist der Hauptspiegel mittig durchbohrt, der Fangspiegel ist hierbei ebenfalls mittig im Strahlengang gegenüber dem Hauptspiegel am vorderen Tubusende montiert und wirft das Bild zurück durch die Hauptspiegelbohrung zum Tubusende in Richtung Okular. Das Okular befindet sich wie beim Linsenteleskop am hinteren Tubusende.

Beide Bauarten haben ihre Vorzüge und Schwächen. Die Kaufentscheidung für ein Teleskop muss der Astronom selber treffen, je nach Einsatzgebiet und Größe des eigenen Budgets.

Refraktoren sind von der Bildqualität den Spiegelsystemen gleicher Größe überlegen. Sie sind gegenüber Dejustage unempfindlich und daher sehr wartungsarm. Diese Eigenschaften machen das Linsenteleskop zum idealen Einsteigerinstrument.
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