Teleskope & Ferngläser richtig zusammenbauen

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Teleskope & Ferngläser richtig zusammenbauen

Teleskope und Ferngläser üben von jeher eine große Faszination auf den Menschen aus. Egal ob man den Nachthimmel aus der Nähe sehen will oder Tiere beobachtet, das Betrachten durch ein Teleskop stellt für viele ein attraktives und interessantes Hobby dar. Die Möglichkeit, das Instrument mit einer Kamera zu verbinden, die die Eindrücke aufnehmen kann, übt einen ganz besonderen Reiz aus. Um die Teleskope oder Ferngläser aber richtig nutzen zu können, müssen diese korrekt zusammengebaut werden. Das Wissen über die Apparate selbst ist dabei von größter Wichtigkeit.

Das Teleskop

Ein Teleskop, auch Fernrohr oder optisches Teleskop, ist ein Instrument zur Beobachtung sehr weit entfernter Gegenstände mit höher Auflösung. Bei den Teleskopen gilt es, zwischen Spiegel- und Linsenteleskopen zu unterscheiden. Das Linsenteleskop funktioniert nach dem Prinzip des Galilei-Fernrohres. Hierbei wird das Licht beim Refraktor durch eine Linse gebündelt und mithilfe des Okulars vergrößert. Aufgrund der verschiedenen Farben des Lichts werden bei einem Refraktor die Farben manchmal falsch dargestellt. Ein achromatisches Spiegelfernrohr besitzt eine zweite Linse und bessert somit den Farbfehler aus. Werden drei Linsen verbaut, wird von einem apochromatischen Fernrohr gesprochen, das beste Ergebnisse liefert. Die Öffnungsverhältnisse und Brennweite unterscheiden sich je nach Typ des Teleskops.

Bei einem Spiegelteleskop wird das Licht nicht im Inneren des Teleskops gebrochen. Über einen gewölbten Spiegel wird das Licht an mehrere Fangspiegel weitergeleitet, die es schließlich an das Okular weitergeben. Der entscheidende Vorteil ist hierbei das ungehinderte Eintreffen des Lichtstrahls, wodurch das Licht nicht gebrochen wird und dadurch keine falschen Farben erzeugt werden. Die Herstellung eines Spiegels ist zudem kostengünstiger und Anfänger können sich so ein gutes Teleskop leisten, das für viele Beobachtungen ausreicht.

Welches Teleskop für welchen Zweck?

Ob ein Refraktor oder Reflektor verwendet wird, hängt von dem Verwendungszweck des jeweiligen Geräts ab. Hierbei spielt auch das Gewicht eine Rolle. Reflektoren können mehr wiegen und sind schwerer zu transportieren. Dafür sind sie gute Allrounder und für jede Beobachtung geeignet, während ein Linsenteleskop nur für Sterne, Galaxien und Planeten ausreicht. Für Anfänger sind Refraktoren eher zu empfehlen, da sie auch robuster sind.

Das Fernglas

Eine andere Form von Teleskop ist das Fernglas, welches aus zwei Fernrohren besteht, die durch eine Brücke verbunden sind. Die bekannteste Form ist das Opernglas oder der Feldstecher, aber auch das Monokular ist oft gesehen. Ferngläser können in verschiedenen Stärken erworben werden, die sich entweder auf die Beobachtung im Feld oder im Himmel spezialisieren. Für den Himmel sind diese mit einer Öffnung von 40 bis 70 Millimetern ausgerüstet. Bis zu einer Öffnung von 63 Millimetern wird noch kein Stativ zur Beobachtung benötigt. Die handelsüblichen Feldstecher sind mit einer Öffnung von 32 bis 63 Millimeter ausgerüstet und mit ihnen können Anwender schon viele Sterne im Himmel entdecken.

Ein Monokular besitzt die gleiche Bauweise eines Binokulars, nur das lediglich ein Rohr vorhanden ist anstatt zwei. Diese funktionieren nach dem Kepler-Fernrohr-Prinzip, welches ein Umkehrprisma zwischen Okular und Objektiv besitzt, das eine sehr gute Darstellung der Umgebung bietet. Das um 180° gedrehte Bild wird dabei in den reellen Zustand versetzt, wie es auch der Mensch ohne Fernglas sehen würde. Ein Fernglas zur Beobachtung des Sternenhimmels bietet sich vor allem für Menschen an, die in aller Ruhe und ohne große Anstrengung den Himmel beobachten möchten.

Teleskop oder Fernglas?

Gerade für Sternenbeobachter stellt sich oft die Frage, ob nicht ein Fernglas für das Beobachten des Sternenhimmels geeigneter wäre. Mit einem Fernglas können sehr viele Planeten und Sterne entdeckt werden, doch ist ein Fernglas sehr gut als Unterstützung für das Teleskop nutzbar. Ein Teleskop muss anhand des Gewichts und der Größe auf einem Stativ befestigt werden, das Fernglas bis zu einer gewissen Größe nicht. Somit können schon einige Sterne verfolgt werden. Ist ein interessantes Exemplar gefunden, kann mit dem Teleskop nachgeforscht werden.

Der Aufbau

Das Teleskop setzt sich wie das Fernrohr aus mehreren Komponenten zusammen, die bei beiden Instrumenten vorkommen. Ein Fernglas ist eigentlich auch ein Teleskop, das aber nur ein anderes System innerhalb der Rohre nutzt und so kein Zusammenkneifen der Augen verlangt. Einige Teile eines Teleskops sind sehr einfach auszutauschen, wie das Okular zum Beispiel. Andere wiederum verlangen ein wenig Geschick.

Tabelle: Teleskop-Elemente

Okular

Ist der Teil, durch den der Anwender blickt. Es sind Lupen, mit denen das erzeugte Bild vergrößert wird und somit betrachtet werden kann. Für die Vergrößerung eines Okulars ist die Brennweite wichtig. Zwei Linsen sind typischerweise im Okular verbaut und werden in den Okularauszug gesteckt. Für viele Anwendungen reichen die Brennweiten von sechs Millimetern, zehn Millimetern, 20 mm und 40 mm.

Objektiv

Das Objektivglas ist die wichtigste Komponente der Instrumente. Es erzeugt das reelle Bild, welches der Betrachter durch das Okular erkennt. Sitzt bei einem Teleskop meist hinter der Taukappe, bei Ferngläsern ganz vorne.

Prisma

Das Prisma wird zwischen Tubus und Okular befestigt, um ein verdrehtes Bild richtig zu stellen. Es verhindert, dass die Bilder des Teleskops verkehrt herum angezeigt werden, indem es das Bild um eine bestimmte Gradzahl ablenkt.

Tubus

Der Tubus ist das Rohr des Teleskops und in ihm befinden sich die Spiegel und Komponenten wie das Okular oder das Objektiv.

Taukappe

Wirkt wie eine Streulichtblende und schützt vor Tauwasser bei Nachtbeobachtungen.

Sucher

Wird parallel zum Hauptfernrohr montiert und sorgt für die perfekte Ausrichtung.

Rohrschellen

Die Halterungen für das Teleskop.

Prismenschiene

Auf ihr kann die Ausrichtung des Teleskops bestimmt werden.

Montierung

Ist der Teil, welcher das Teleskop hält und der Anwender kann mit Hilfe der Montierung entspannt durch das Teleskop schauen. Ist in vielen Fällen beweglich.

Binokularaufsatz

Ein Aufsatz, der ein Durchschauen auf beiden Augen ermöglicht. Bekannt durch das Mikroskop.

Das Teleskop zusammenbauen

Um ein Teleskop nutzen zu können, wird erst einmal die Montierung aufgebaut. Bei vielen Montierungen müssen die Stativbeine an die Basis der Montierung angebracht werden. Das geschieht mit Schrauben und funktioniert ziemlich schnell. Wurden die Stativbeine komplett ausgezogen, sollte das Ablageblech verschraubt werden. Bei einer Deutschen Montierung wird das Gegengewicht in die gewünschte Balance gebracht. Wurde alles festgezurrt und verschraubt, können die Rohrschellen angebracht werden. Die Steuerung und weitere Komponenten befinden sich am Stativkopf.

Ein Fernglas kann ebenfalls auf eine Montierung gesetzt werden. Wurde die Montierung vollständig und standhaft aufgebaut, folgt das Teleskoprohr, welches in den Rohrschellen fixiert wird. Die Montierung kann noch mit weiterem Zubehör ausgestattet werden. Mithilfe einer Fernbedienung oder einem angeschlossenem Computer kann das Teleskop perfekt ausgerichtet werden. Der Nachführmotor ist zum Ausgleich der Erdrotation an der Montierung angebracht und verändert mit dem Lauf der Erde die Position.

Justieren des Teleskops

Teleskope und Ferngläser lassen sich sehr gut in Taschen transportieren, die das Instrument vor Witterungseinflüssen und Stößen schützen. Vielen Hobby-Astronomen bleibt auch aufgrund des Gewichts des Teleskops nichts anderes übrig, als es mit einer Tasche zu transportieren. Wurde das Teleskoprohr aus der Tasche geholt, wird es mithilfe der Rohrschellen an der Montierung angebracht. Mit den Federn wird es festgestellt und bildet nun die Grundlage zum Beobachten.

Das Ausbalancieren der Ferngläser und Teleskope erfolgt sehr einfach an der Montierung, die vom Hersteller mit bestimmten Möglichkeiten zum Verstellen ausgestattet wurde. Meistens muss die richtige Lage des Teleskops mit einem Gegengewicht gefunden werden.

Das Teleskop ausrüsten

Je nach Wunsch kann am hinteren Ende des Tubus ein neuer Adapter befestigt werden, der zum Beispiel eine stärkere Fokussierung erlaubt. Der Deckel des Objektivs wird nun abgenommen. Nur sehr wenige Teleskope und Ferngläser lassen einen Wechsel des Objektivs zu. Auch die Taukappe wird nur selten gewechselt, was aber möglich ist. Nun kann der Teil, in welchen das Okular gesetzt wird, vorbereitet werden.

Der Einbau des Okulars ist äußerst einfach. Vor dem Einsatz des Okularauszugs wird das gewünschte Okular in diesen gesetzt. Nun wird vor dem Okularauszug bei einem Linsenteleskop das Prisma eingesetzt, damit das Bild auch reell ausgerichtet wird. Bei einem Spiegelteleskop wird so ein Prisma nicht benötigt. Da sich die Okulare unterscheiden, sollte am Anfang das mit der größten Brennweite genutzt werden. Dieses sollte nun gut festgeklemmt werden, damit es nicht herausrutscht. Der Sucher wird mit Schrauben auf dem Tubus befestigt. Für Beobachter der Sonne werden spezielle Filter benötigt, die vor dem Objektiv angebracht werden. Die spezielle Folie des Filters lässt eine Beobachtung der Sonne zu. Ähnlich verhält es sich auch mit dem Mondfilter. Bei einem Fernglas gibt es diese Zusätze nicht.

Fazit

Ein Teleskop oder auch ein Fernglas wecken im technikbegeisterten Menschen den Abenteurer. Bei diesem Hobby ist es besonders wichtig, sich vor der Anschaffung der Instrumente Gedanken über deren Verwendungszweck zu machen, um so ein auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmtes Gerät zu finden. Der Aufbau eines Teleskops ist denkbar einfach. Sind alle Teile richtig befestigt, kann es auch schon losgehen mit dem Beobachten. Ein Fernglas hingegen muss meistens nicht zusammengebaut werden. Sind jedoch Teile vorhanden, die extra angebracht werden müssen, so lassen sich diese mit Geschick und ein wenig Fantasie leicht selbst montieren.

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