Tekken 5

Aufrufe 35 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Das zehnte Jahr geht ins Land und der fünfte Teil der vielgeliebten Beat’Em Up-Reihe Tekken steht in den Händlerregalen. Abermals treffen die besten Kämpfer der Welt beim King of Iron Fist-Turnier aufeinander und messen ihre Kräfte. Diesmal läuft alles noch viel bunter, schneller und geheimnisvoller als in den Jahren zuvor ab. Ob die Konkurrenz um Dead or Alive und Soul Calibur inzwischen in unerreichbare Ferne gezogen ist oder sich noch in Reichweite befindet, lesen Sie im Test von gamaXX.

Alte Bekannte und Neue Wilde

Im fünften Jahr der Prügelorgie beginnt das Turnier ohne seinen berühmten und gefürchteten Veranstalter Heihachi Mishima. Dieser wurde, so erfahren Sie im Vorspann, bei einem Angriff von einer Arme Jack-Roboter getötet, nachdem ihn sein Sohn Kazuya im Stich lies. So scheint es zunächst, doch im späteren Verlauf des Turniers werden Sie wieder auf ihn treffen. Trotz des Ausfalls des Veranstalters findet das Turnier statt. Wer der Veranstalter ist, bleibt zunächst noch geheim, erfahren Sie aber am Ende des Storymodus.
Das Turnier selbst bestreiten Sie als einer der 20 zu Anfang wählbaren Charaktere, zu denen altbekannte wie King, Yoshimitsu, Paul Phoenix oder Lee Chaolan, aber auch drei neue Kämpfer gehören: Feng Wei, ein Kenpo-Kämpfer, Asuka Kazama, traditionelle Kazama-Kämpferin und Raven – Geheimagent, der den Tod Heihachi Mishimas aufklären soll, den Ninjutsu-Kampfstil beherrscht und doch einige Ähnlichkeit mit Blade aufweist.
Neben den 20 Kämpfern, die Sie bereits zu Anfang steuern können, gesellen sich durch Freispielen im Laufe des Turniers zehn weitere, ebenfalls bekannte Charaktere, wie Baek Doo-San oder Känguruh Roger.

Was das Gameplay von Tekken 5 betrifft, haben sich die Entwickler auf ihren Ursprung besonnen. Dabei legt Namco das Gameplay-Konzept ihres Tekken 4 beiseite und kehrt, trotz allem mit einigen Neuerungen, zur Steuerung von Tekken 3 zurück. Ganz gemäß dem Motto, weniger ist manchmal mehr, tritt die ins Gameplay eingefasste Umgebung wieder in den Hintergrund. Gleichzeitig wird auf der spielerischen Ebene mehr geboten, indem Sie kontern, ausweichen und aus nahezu aussichtloser Position Ihren Gegner doch noch besiegen. So kann ein Sturz in einen Angriff umgekehrt werden, was zusätzlich den taktischen Aspekt des Spiels ein wenig anhebt.
Auch bei der Steuerung orientiert sich Namco am älteren Vorgänger. Angriffe werden bei Tekken 5 über die Symboltasten gestartet, Blocken und Ausweichen wird über die Bewegungstasten eingeleitet.

Riesen Auswahl an Allem

Tekken 5 hat eine große Vielfalt an Spielmodi zu bieten, die für jeden Spieler etwas bereithält. Dabei bildet der Storymodus sicherlich das Herzstück der Prügelorgie. Sie schlüpfen in die Rolle eines Kämpfers und ackern sich mit diesem Charakter über 10 Stufen hoch bis zum Endgegner, der auch der geheime Veranstalter des Turniers ist. Dieser ist allerdings zu unausgeglichen gestaltet und nervt bisweilen, da Sie ihn beim einen Mal mit Leichtigkeit aus den Latschen pusten, er Sie im erneuten Endkampf aber gleich mehrmals überrollt und auch nach dem zehnten Versuch keine Schnitte gegen ihn zu bekommen ist. (Ein kleiner Tipp: Eine bestimmte Combo von Lee Chaolan sollte gegen Frust helfen.)
Während Ihres Weges zu diesem erfahren Sie mehr und mehr über die Vergangenheit und die Beweggründe Ihres Charakters das fünfte King of Iron Fist-Turnier zu bestreiten. Erzählt wird die ganze Geschichte durch fein gezeichnete Bilder mit Textunterlegung oder gelegentlichen szenischen Ablauf. Auch wenn bei dieser Darbietung ein wenig Potential ausgelassen wird – um einiges schöner wären kleine Renderfilmchen mit der Grafik aus dem Spiel gewesen – erscheint doch der jeweils eigene Abspann pro Kämpfer als nette Dreingabe.

Ebenfalls lobenswert erscheint der Arcademodus, welcher nicht mehr und nicht weniger als ein Endlosspiel ist, das aber ordentliche Langzeitmotivation bietet. Mit über 26-maligem Aufsteigen im Rang vom Beginner bis zum Tekken Lord bietet sich eine große Herausforderung für Sie als Spieler, die auch lange Bestand hat, da Sie nicht nur aufsteigen, sondern auch im Rang fallen können. Dabei sammeln Sie pro Sieg Geld, mit dem Sie im „Anpassen“-Modus Ihren Spieler aufrüsten können. Auch in einem Kampfspiel wie Tekken 5 findet sich also auch das "Tunen" wieder, wie zur Zeit in vielen Spielen. Es können um die 600 Sachen verändert werden, also an die 20 pro Charakter. Allerdings dauert eine vollständige Wandlung bzw. der Kauf eines komplett neuen Outfits verdammt lange, da Sie für einen Sieg nur einen Bruchteil von dem bekommen, was die Kleidungsteile kosten – diese sind nämlich schweineteuer.

Weitere Möglichkeiten sich zu prügeln, bietet Tekken 5 in den obligatorischen Disziplinen wie Zeitkampf, bei dem Sie alle Stufen so schnell wie möglich erledigen müssen, der Teamkampf, bei dem Sie mit einem Mitspieler gegen bis zu acht Kämpfer antreten, das Überleben, in dem Sie sich bis zum K.O. durchboxen müssen oder das Training, in dem Sie sich alle Kombinationen und Techniken Ihres Kämpfers genau ansehen können und sich ordentlich für den Kampf vorbereiten können. Mit bis zu 169 Combos pro Kämpfer gibt es einiges für Sie zu tun. Der VS-Modus ist für zwei Spieler gedacht, die gegeneinander antreten können. Fraglich ist hier nur, warum ein Online-Modus fehlt, der gerade bei solch einem Spiel sicherlich Sinn gemacht hätte, um sich mit anderen Spielern und nicht nur "Bekannten" zu messen.

Tekken 1,2,3…

Was bei Lufthansa Bonusmeilen sind, sind bei Tekken 5 viele kleine versteckte Extras. Neben diversen freizuspielenden Charakteren, gibt es eine Reise in die Vergangenheit zu Tekken 1,2 und 3, sowie ein Solospiel mit Jin Kazama als auch der Kinomodus und ein Freiflug durchs All in "Starblade", welches während der Ladephase am Anfang gespielt werden kann.
Unter dem Menupunkt "Arcade-Story" finden Sie die ersten drei Teile der Tekken-Serie und können dort mit alter Grafik und alten Charakteren in Erinnerung schwelgen.
Das eigenständige Beat’Em Up namens Devil Within handelt von Jin Kazama, der das Teufelsgen in sich trägt und sich auf die Suche nach dem „Warum“ macht. Anfangs noch recht spaßig, verflacht das stupide Gekloppe durch monoton, graue Level gegen immer wieder gleiche Gegner. Zudem eine nicht beneidenswerte Kameraführung, die den Spielspaß um ein weiteres drückt. Trotzdem, wer sich an die Aufgabe macht und das kleine Spielchen durchzockt, bekommt einiges an Bonusmaterial.

Ein Augenschmaus

Was die Grafik von Tekken 5 betrifft, gibt es zur Zeit eigentlich nichts besseres. Wenn immer wieder von der „in die Jahre gekommenen“ PS2 gesprochen wird, die ihre Leistungsgrenze erreicht hat, kann man hier sagen, dass doch noch ein Stück mehr herausgekitzelt wurde. Die Bilder sind absolut sauber ohne Flimmern, die Umgebungen in denen gekämpft wird, verschmelzen mit den Figuren, welche wiederum klar und deutlich animiert sind. Die Farben glänzen hervorragend und lassen alles in einem besonderen Schein erstrahlen. Zusätzliche Spezialeffekte, wie einstürzende, brennende Pfeiler oder zersplitterndes Eis durch den Aufprall eines Charakters bei kämpfen am Nordpol im genialen Zusammenspiel mit Musik und Soundeffekten, die von Rock bis Techno reichen, liefern ein nahezu perfektes Kinoerlebnis, so dass selbst Spieler anderer Genres sich einen kauf überlegen sollten.

Altbewährtes in Hochglanz präsentiert

Tekken 5 bietet Kost in alter Tradition ohne bei Thematik oder Gameplay viel Neues einzuspielen. Die Kost, die geboten wird, präsentiert sich jedoch in absoluter Perfektion.
Von einem „Davonziehen“ der Konkurrenz kann also keine Rede sein, eher sind alle Ableger des Beat’Em Up-Genre ungefähr auf einer Höhe, so dass sich eine Anschaffung des fünften King of Iron Fist-Turniers ohne Bedenken lohnt. Auch für Spieler anderer Genres, da es grafisch im Moment nichts Besseres auf der PS2 gibt.
Über wirkliche Mängel gibt es nicht viel zu berichten, da Tekken 5 fast alles ausschöpft, was ein Beat’Em Up bieten muss bzw. bieten kann. Ein öder „Devil Within“-Modus ist nur eine Zugabe, aber kein Muss und kann dem ein oder anderen auch gefallen. Einzig der fehlende Online-Modus gibt Anlass zur Kritik. Das viele Bonusmaterial wertet aber im Gegenzug das Gesamtbild wieder auf.
Tekken 5 ist in jedem Fall zu empfehlen, da allein Umfang und Präsentation nicht nur Genre-Fans überzeugen und begeistern kann.
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden