Tatort Geldautomat: EC- und Kreditkarten-Betrug

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  • Tatort Geldautomat: EC- und Kreditkarten-Betrug


  • Bundesweit werden jedes Jahr mehr als 10.000 Bundesbürger Opfer der Scheck- und EC-Karten-Mafia. Ihre Daten werden an manipulierten Geldautomaten ausspioniert. Die Täter wenden immer bessere Technik an, sagt Eduard Liedgens vom Bayrischen Landeskriminalamt (BLKA) München. So werden in Rauchmeldern Fotohandys eingebaut und die illegal aufgenommen Daten per Bluetooth abgerufen. Laut BLKA sind vor allem organisierte Banden aus Rumänien und Bulgarien in Deutschland aktiv. Hochburg der kriminellen Machenschaften ist zurzeit München. Mehrmals in der Woche werden dort Geldautomaten manipuliert. 
  • Datenklau mit wenigen Handgriffen


  • Die geklauten Daten werden direkt auf einem Computer gespeichert und auf einen Kartenrohling - eine sogenannte White Plastic - kopiert. Das geht erschreckend einfach - mit einem Kopierprogramm aus dem Internet. Nur zwei Datenzeilen müssen übertragen werden und fertig ist die neue EC- oder Kreditkarte. Die illegale Abzocke kann beginnen.
  • Die Technik ist so gut, dass der Kunde die Manipulation nicht erkennt. So werden zum Beispiel Tastaturen bis ins kleinste Detail nachgebaut. In der Tastatur befindet sich ein Modul, das in dem Moment, wenn ein Kunde seine PIN-Nummer eingibt, die Daten per SMS an die Täter übermittelt. Dem ahnungslosen Opfer wird am Automaten das angeforderte Geld ausgezahlt.
  • Ein anderer Trick ist die mit einem Handy versehene Abdeckplatte des Geldautomaten. Das Kamerahandy filmt die Eingabe der Geheimziffern - und das alles in bester Qualität:
  • Ihre Betrugstechnik verbessern die Täter ständig. Im Internet werden dazu nicht nur Anleitungen angeboten, auch alle erdenklichen Geräte zum Datenklau können dort gekauft werden. Auch Kundendaten und Kartenrohlinge werden über das Internet angeboten.
  • Tipps für den Verbraucher

  • Der Kunde selbst kann den professionellen Datenklau kaum verhindern. Mit einigen Verhaltensregeln kann er diesen aber erschweren:
  • Die Ziffern bei der Eingabe der Geheimzahl abdecken, um so wenigstens das optische Ausspionieren per Kamera zu verhindern.
  • Verbraucher sollten niemals ihre EC- oder Kreditkarte aus der Hand geben. Die Karte sollte sorgfältig wie Bargeld behandelt werden.
  • Sofern man im Besitz von mehreren Zahlungskarten ist, sollten man den Türöffner eines Kreditinstituts nicht mit der Karte betätigen, mit der anschließend die Transaktion am Geldautomaten durchgeführt wird.
  • Niemals gedankenlos an einen Geldautomaten gehen. Beim Geldabheben sollte der Kunde das Umfeld und die Beschaffenheit des Geldautomaten beobachten. Auffällige Veränderungen am Geldautomaten sofort der Polizei melden.
  • Kreditkarten oder Bankkartenbelege sorgfältig aufbewahren. Auch eine zeitnahe Kontrolle des Kontoauszugs ist wichtig.
  • Solange Kunden nicht grob fahrlässig handeln, bekommen Sie ihr Geld beim missbräuchlichen Einsatz ihrer Karten von der Bank oder Sparkasse erstattet.
  • Sperr-Notruf im Ernstfall nutzen


  • Bei einem Verlust sollte unverzüglich das Institut benachrichtigt werden. Manche Institute bieten hierzu einen eigenen Notruf-Service an. Außerdem gibt es seit dem 1. Juli 2005 eine einheitliche Rufnummer zum Sperren von Medien wie zum Beispiel Kredit- oder EC-Karten oder Handys. Der Sperr-Notruf ist täglich 24 Stunden erreichbar:
  • in Deutschland gebührenfrei unter 116 116
  • aus dem Ausland gebührenpflichtig unter +49 116 116.
  • Eine vorherige Anmeldung bzw. Registrierung ist für Privatpersonen nicht erforderlich.
  • Sperrnummern für Kreditkarten:
  • MasterCard: (0800) 819 1040
  • Visa: (0800) 811 8440
  • American Express: (069) 97 97 1000
  • Diners Club: (01805) 07 07 04 (14 Cent pro Minute aus dem Festnetz, maximal 42 Cent aus dem Mobilfunknetz)
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