Tatöwierung hautnah erklärt

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Tatöwierung hautnah erklärt

Die Tätowierung ist eine permanente Einlagerung von Farbpartikeln in der Haut. In den letzten Jahren haben Tätowierungen immer mehr an Popularität gewonnen. Das Wort „Tätowieren“ beziehungsweise seine abgekürzte Form „Tattoo“ findet seinen Ursprung vermutlich in dem tahitianischen Wort „tatau“. Dieses bedeutet in etwa „Wunden schlagen“, womit die Männer in Tahiti sowohl ihren Status als auch ihre Schmerzresistenz demonstrierten.

Ursprung der Tätowierung

Tätowierungen gehören schon seit Menschengedenken zum traditionellen und kulturellen Körperschmuck. Der eigentliche Ursprung des Tattoos ist jedoch nicht eindeutig festzustellen. Älteste Belege stammen aus dem europäischen Raum: Bereits in der Bronzezeit, also vor mehr als 5000 Jahren, wurden in Europa Ornamente in die Haut gestochen. Es gibt aber auch Theorien, die behaupten, dass die Ursprünge im südostasiatischen Raum zu finden sind. Man kann aber davon ausgehen, dass sich die Tradition des Tätowierens gleichzeitig und unabhängig in verschiedenen Völkern der Erde entwickelt hat.

Bedeutungen von Tätowierungen

Tätowierungen können vielfältige Bedeutungen haben. So kann eine Tätowierung nicht nur zur Selbstdarstellung dienen, sondern auch für eine Kennzeichnung, ein religiöses Symbol oder ein Mitgliedszeichen stehen. Beispielsweise galt in frühen christlichen Gemeinden eine Tätowierung als Erkennungszeichen. Erkennungszeichen wurden in früheren Zeiten auch Kriminellen oder Prostituierten tätowiert. Heute gehören Tätowierungen eher zu einem Massenphänomen und werden hauptsächlich als individueller Körperschmuck eingesetzt.

Tattootechniken

Im Wesentlichen beruht die Technik beim Tätowieren auf einer Punktierung der Haut. Unter einer Punktion versteht man das gezielte Setzen einer Nadel, bei der entweder wie beim Tätowieren eine Einspritzung erfolgt oder eine Entnahme. Beim Tätowieren wird simultan mit dem Durchstechen ein Farbmittel in die Haut induziert. Wichtig ist hierbei, dass der Einstich in die mittlere Hautschicht erfolgt, da die Farbmittel nur dort dauerhaft haltbar sind. Wenn das Farbmittel lediglich oberflächlich in die Haut eingespritzt wird, so würde bei der Erneuerung der Hautschicht ein Abstoßen der Farbteilchen stattfinden. Bei einem zu tiefen Einstich kann das Farbmittel durch die daraus folgenden Blutungen ausgewaschen werden.

Das Einbetten der Farbe kann auf unterschiedliche Weise erfolgen. Zum einen kann die Farbe durch das Eintauchen der Nadel vor dem Einstechen in die Haut gebracht, zum anderen kann die Farbe auch durch das Einreiben der Einstichstellen auf die Haut aufgetragen werden. Es ist möglich,die Nadel auf zwei verschiedene Weisen zu verwenden. So gibt es das Stechen und das Springen. Beim Stechen wird die Nadel in derselben Winkelstellung eingeführt und wieder zurückgezogen. Unter Springen versteht man beim Tätowieren die Änderung des Winkels beim Herausziehen der Nadel, wobei zwar mehr Pigmente in der Haut zurückbleiben, jedoch auch Gewebeverletzungen auftreten. Die angewandte Technik einer Tätowierung ist abhängig von der gewählten Tattooart und dem gewünschten Motiv.

Tattooarten

Airbrushtattoo

Bei einem Airbrushtattoo wird das gewünschte Motiv mit Hilfe einer Spritzpistole aufgetragen. Die Spritzpistole erzeugt durch Druckluft einen feinporigen Nebel, der die spezielle Tattoofarbe verteilt. Bei der Airbrushmethode gibt es mehrere Optionen, die Motive auf die Haut zu bringen. Es kann zum Beispiel eine Schablone angefertigt werden, die dann auf die Haut gelegt wird und mit Farbe besprüht wird. Oder man benutzt eine sogenannte Transferfolie, mit der sich das Motiv leicht auf die Haut übertragen lässt. Eine weitere Möglichkeit ist, die Farbe Freihand aufzutragen. Die Farben werden beim Airbrush häufig nacheinander auf der Haut aufgetragen. Damit das Vermischen der Farben vermieden wird, sollte nach jedem Auftragen einer Farbe gewartet werden, bis die Farbe getrocknet ist. Airbrushtattoos sind in etwa eine Woche lang haltbar. Die Farbe ist wasserfest und löst sich mit der Talgproduktion der Haut. Es sollte darauf geachtet werden, dass das Tattoo nicht mit Seife und Deodorants in Kontakt kommt und nach dem Duschen ein Puder im Bereich des Tattoos angewendet wird.

Hennatattoo

Das Hennatattoo stammt ursprünglich aus Indien. Das Hennapulver wird aus den Blättern des Hennastrauches gewonnen und muss zunächst mit Wasser zu einer Paste verrührt werden. Vor dem Auftragen des Hennas wird die Haut mit Öl eingerieben, damit das Henna besser von der Haut aufgenommen wird. Das Auftragen eines Hennatattoos erfordert relativ viel Geduld. Die Hennapaste wird sorgfältig mit einem dünnen und feinen Pinsel auf die Haut aufgebracht. Danach muss man bis zu 8 Stunden warten, da die Paste die Haut sehr langsam färbt. Hennatatoos sind ausschließlich in Orange bis Braun gehalten und besitzen eine Haltbarkeit von bis zu 6 Wochen. Da diese Tattoos nur die oberste Hautschicht färben, kann ein Verblassen schon nach wenigen Tagen und mehrmaligem Wasserkontakt eintreten.

Tattoostifte

Die Haltbarkeit der Tattoos, die mit Tattoostiften aufgetragen wurden, ist sehr kurzfristig. Ein Verblassen tritt bereits nach einigen Tagen auf, abhängig von der Häufigkeit des Wasserkontaktes. Dermatologisch getestete Tattoostifte gibt es in verschiedenen Farben und sind von den permanenten Tattoos auf den ersten Blick kaum zu unterscheiden. Auch hier besteht die Möglichkeit, zum Auftragen der Tattoos eine Schablone zu Hilfe zu nehmen.

Klebefolientattoo

Klebefolientattoos haben eine sehr kurze Lebensdauer. Die Einmal Tattoos sind für jeden geeignet, der gerne mal einen Tag oder einen Abend lang ein Tattoo haben möchte oder vielleicht einfach ausprobieren möchte, wie ein Tattoo zu ihm passt. Klebefolientattoos bestehen aus einem hautverträglichen Kleber, auf dem eine Folie mit verschiedenen Motiven befestigt ist. Das Tattoo wird durch Abziehen der Schutzfolie und Befeuchten der Stelle mit warmem Wasser auf der Haut aufgebracht. Danach muss die Stelle noch kurz trocknen. Entfernen lässt sich das Klebefolientattoo problemlos mit ein wenig Seife.

Permanenttattoo

Entscheiden Sie sich für ein Permanenttattoo, so sollte das Motiv und die gewünschte Körperstelle wohl überlegt sein, da diese Tattoos ein Leben lang erhalten bleiben. Zunächst wird die Körperpartie, auf der das Tattoo entstehen soll, gründlich gereinigt und desinfiziert. Das Motiv wird anschließend auf die Haut übertragen und dient als Vorlage für das Stechen. Permanenttattoos werden mittels einer Tätowiermaschine, die spezielle Tattoofarbe enthält, in die Haut gestochen. Es gibt unterschiedliche Tätowiermaschinen, welche beispielsweise mit einem Elektromotor oder einem Magnetfeld arbeiten. Sowohl die Tätowiermaschine, die Technik als auch der gewünschte Effekt haben Einfluss auf die Geschwindigkeit.

Die Farbe wird bei dieser Methode auf der mittleren Hautschicht aufgetragen. In dieser Hautschicht kann die Farbe nicht abgebaut werden und bleibt somit permanent erhalten. Nachdem alle Konturen gestochen wurden, füllt man im Anschluss die Flächen und Schatten farblich aus. Je nach Größe des Motivs kann das Tätowieren eine längere Zeit in Anspruch nehmen, meist werden mehrere Sitzungen benötigt, um das Motiv fertigzustellen. Abhängig von der Körperstelle können unterschiedliche starke Schmerzen auftreten, die bei der Auswahl der Partie beachtet werden sollten. Ist die Tätowierung abgeschlossen, muss eine besondere Pflege verwendet werden, besonders in den ersten Tagen ist dies ratsam.

Sonnentattoo

Eine natürliche Art der Tätowierung stellt das Sonnentattoo dar. Hierbei nimmt man entweder eine lichtundurchlässige Klebefolie oder ein sehr starkes Sonnenschutzmittel zur Hilfe. Die Arbeit mit der lichtundurchlässigen Klebefolie bietet dabei einige Vorteile im Vergleich zu einem Sonnenschutzmittel. Zum einen bietet die Folie präzisere Möglichkeiten, d.h. feinere Motive können hergestellt werden und zum anderen vermeidet man die Gefahr, dass das Motiv verwischt. Eine weitere Option sind T-shirts und Pants, die in einem Bereich ein ausgeschnittenes Motiv enthalten. Nach Aufbringen des Motivs kommt die Sonnenstrahlung zum Einsatz. Die Wartezeit ist abhängig vom jeweiligen Hauttypen und der gewünschten Stärke des Motivs. Die Haltbarkeit der Sonnentattoos beträgt einige Monate, danach verblassen die Motive vollständig.

Bodypainting und Bodystamp

Beim Bodypainting und Bodystamping wird die Farbe einfach auf die Haut gebracht. Der Unterschied zwischen beiden Techniken besteht darin, dass beim Bodypainting die Motive auf die Haut gemalt und beim Bodystamping auf die Haut gestempelt werden. Die Farbe lässt sich sehr leicht wieder entfernen, etwa mit einem Make-up Entferner.

Tattoopflege

Tattoos können als ausgefallener und individueller Körperschmuck dienen. Damit diese aber auch langfristig gut aussehen und um ein Verblassen oder eine Narbenbildung zu vermeiden, ist eine bestimmte Pflege wichtig. Besonders in der ersten Zeit, während die Haut abheilt, ist die richtige Pflege essentiell. Um zu vermeiden, dass in die Wunde Verschmutzungen geraten, wird direkt nach der Tätowierung ein Verband oder eine Folie um die Wunde gelegt. Es ist zu empfehlen, den Verband bzw. die Folie mehrere Stunden auf der Wunde zu lassen. Im Anschluss sollte die Tätowierung gereinigt werden. Dazu verwendet man idealerweise etwas warmes Wasser und eine Seife ohne Parfümzusätze.

Wund- und Heilsalbe kann beim Heilungsprozess durchaus von Nutzen sein. Dieser Vorgang und vor allem das Eincremen sollte mehrmals wiederholt werden. Während der ersten Wochen sollten Sie auf ein Bad verzichten, da sonst der Farbverlauf verwischen könnte. Duschen hingegen ist kein Problem. Nach einigen Tagen bildet sich eine Schorfschicht, die Sie so belassen sollten, da ansonsten eventuell auch Farbpartikel entfernt werden könnten. Aufgrund der erhöhten Hautempfindlichkeit, vermeiden Sie in den ersten Wochen nach der Tätowierung das Sonnenbaden und Saunabesuche. Ein fortlaufendes Eincremen mit einer besonders fettigen Creme ist empfehlenswert. Es gibt inzwischen eine große Auswahl an verschiedenen Tattoopflege-Produkten.

Tattooentfernung

Die Entfernung eines Tattoos ist immer mit viel Zeit und zum Teil auch sehr großen Schmerzen verbunden. Deshalb sollten Sie sich bei der Auswahl des Motivs viel Zeit nehmen und sich darüber bewusst sein, dass dies eine lebenslange Entscheidung ist. Dennoch gibt es Methoden, die ein unerwünschtes Motiv entfernen können. Eine dieser Methoden ist die Laserbehandlung. Bei der Laserbehandlung werden die Farbpartikel unter der Haut erhitzt, welche dann sozusagen explodieren. Diese Behandlung bietet den Vorteil, dass keine Narben zurückbleiben.

Es gibt aber auch Nachteile, die zu berücksichtigen sind, beispielsweise sind die Kosten sehr hoch und die Entfernung kann lange Zeit in Anspruch nehmen. Waterjet Cutting ist eine weitere Form der Tattooentfernung. Hierbei wird die Haut mit einem sehr feinen Wasserstrahl aufgeschnitten, somit werden die Partikel unter der Haut ausgespült. Bei diesem Eingriff kann es jedoch zur Narbenbildung kommen. Entfernt werden kann ein Tattoo auch durch das Abschleifen der oberen Hautschichten. Anschließend werden die Farbpartikel mit einer Fräse oder einem speziellen Sandstrahlgerät entfernt. Alle Methoden sind jedoch mit gesundheitlichen Gefahren verbunden, so kann es zur Verletzung des umliegenden Gewebes kommen, Narben können sich bilden oder es können weitere unvorhersehbare Komplikationen auftreten.

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