Tasteninstrumente als Bausatz: Tipps aus der Praxis

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Cembalo, Spinett, Klavichord oder sogar Hammerklavier gibt es seit langem als Bausatz, oft in verschiedener Fertigungsstufe.

Meine selbstgebauten Bausatz-Tasteninstrumente:

                                

     ein Burton-Spinett                            ein gebundenes Zuckermann-Klavichord

Es ist eine sehr interessante Tätigkeit für Musiker, die ein Instrument nicht nur spielen wollen, sondern es auch selbst "zum Leben erwecken" oder nüchterner gesagt, selbst herstellen wollen. Bevor man loslegt, sollte man allerdings einige Fragen schecken, um nicht nach kurzer Zeit alles frustriert hinzuwerfen:

- habe ich genügend Zeit, um das Projekt langsam aber erfolgreich zu verfolgen ?

- habe ich einen Platz, wo das Instrument bis zur Fertigstellung bleiben kann ?

- bin ich handwerklich so geschickt, daß ich die meisten Arbeiten selbst erledigen  kann?

- habe ich für den Fall, daß ich an Teilaufgaben nicht weiterkomme, eine fachliche Unterstützung, z.B. einen  Schreiner ( oder sogar einen Klavierbauer )  ?

- will ich das Instrument ganz allein bauen oder von Anfang an im Team ?

- welche Bausatzstufe traue ich mir zu ?

- sind manche (Spezial)Teile schon vorgefertigt oder möchte ich alles soweit selbst zusammen  bauen?

Das Projekt Intrumentenbau und seine Klippen: 

Wo können Schwierigkeiten auftreten?

Ich bin im Allgemeinen kein Freund von Bauanleitungen, aber hier lohnt es sich wirklich, alle Seiten dieser meist umfangreichen Anleitungen gründlich zu studieren. Noch besser ist es, einen Heimwerker zu finden, der das gleiche Modell schon gebaut hat und zusätzliche Infos geben kann. Ich versuche das jetzt ohne Modellauswahl und glatt aus der Erinnerung mit dem Schwerpunkt auf dem Klavichordbau, weil es das erste Tasteninstrument war, das ich gebaut habe:

Thema eins war für mich der Zusammenbau des Holzkastens, so daß die Kanten  und Winkel keine optischen Schwachstellen aufweisen. Da fehlt es dem Amateur einfach an den genügend großen Zwingen. Wenn Sie keine Erfahrung haben, geben Sie das gute Stück lieber an einen Schreiner und lassen sie von ihm die Zargen + Bodenbrett fachgerecht und stabil verleimen. Das geht hoffentlich schnell und das Ergebnis schaut gut aus.  Dann kann man beruhigt weitermachen.

Thema zwei: das Besaiten mit den historisch exakten Stimmwirbeln OHNE Bohrung. Ich versuchte es wiederholt und das Ergebnis war zwar nicht schlecht, aber auch optisch nicht so gut.  Eine Bohrung mit 1mm ging dann doch und die Besaitung war damit wesentlich einfacher. Die nächste Erfahrung war allerdings, daß die gebohrten Löcher unbedingt  "versäubert" werden müssen, weil scharfkantig und damit gefährlich für die Messingbesaitung war. Die Saiten rissen nämlich reihenweise spätestens beim Hochstimmen. Aber dann nicht mehr, wenn die Grate entschärft waren. Gewonnen !!!

Thema drei: die Klaviatur ist zwar komplett, aber gewissermassen "roh" und schwergängig. Es galt als nächstes, die Tasten alle auf gleiche Höhe und gleichen Tiefgang und gleiche Leichtgängigkeit zu bringen. Die Kunst des Regulierens ist: nur gerade soviel zu machen, daß eine Art Idealzustand sich einstellt (den der Amateur allenfalls vom Spielen kennt). Geht man zu forsch drauflos, dann beginnen die Tasten leicht zu wackeln und zuviel Spiel zu kriegen. So ist ein präzises SPiel nicht möglich. Also Vorsicht, das Holz kann (und wird) auch noch schwinden.  Ungeduld ist genauso schlecht: das Intrument ist ja neu und man sollte es fertigbringen, ein paar Wochen (oder Monate?) auf den "Idealzustand" zu warten.  Schließlich ist Holz ein Naturmaterial und jedes Teil entwickelt ein etwas anderes Eigenleben.

Thema 4: welche Oberflächenbehandlung wählen Sie? Lackieren, wachsen, lasieren, deckend streichen? Wenn Sie unsicher sind, dann probieren Sie auf einem Stück des Restholzes einen/mehrere Probeanstrich(e) und vergleichen Sie, wenn der Anstrich trocken ist, in a) Farbton b) Haftung b) Festigkeit      usw........................

 

******************** ** HIER und HEUTE (25. 4. 09)

 beginnt die TEXT-Baustelle : 

 Bis Bald !!!

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