Tascam DA-88 DTRS Achtspur-Aufnahmegerät

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DA-88 Tipps: Soll ich meinen alten DA-88 verhökern oder behalten?

Die meisten digitalen Mehrspur-Aufnahmen werden heutzutage auf Festplatte gespeichert. In letzter Zeit kann man deshalb die DA-88 und ihre DTRS-Verwandten (DA-38, DA-78, DA-98) zu oft lächerlich niedrigen Preisen ersteigern (der DA-88-Neupreis war über 8000 DM). Das Kilo DA-88 kostet heute bei Ebay oft weniger als ein Kilo Schweinefleisch bei Aldi...

Doch auch im Zeitalter des HD-Recordings hat eine professionelle digitale Bandmaschine wie die DA-88 noch ihre Daseinsberechtigung. Zum Beispiel kann man schnell mal eine knapp 2stündige Achtspuraufnahme von einer Live-Session machen ohne sich um den ganzen Computerkram kümmern zu müssen. Motto: Start it and forget it! Ein Band speichert ungefähr die gleiche Datenmenge wie eine DVD (4,7 GB), was die Archivierung sehr vereinfacht. Bei einem Festplatten-Recorder müsste man extra ein Backup auf DVD machen.

Auch für Surround-Aufnahmen sind die 8 Spuren super. Der DA-88 kann zwar nur in CD-Qualität aufnehmen (16 bit bei 44/48 kHz), aber wer braucht wirklich mehr? Die eingebauten Wandler klingen auch heute noch erstaunlich gut. Wer unbedingt mit 24 bit aufnehmen will, kann dies mit Zusatzgeräten auch auf dem DA-88 tun, dann allerdings nur mit 4 Spuren.

Der DA-88 ist zwar schon recht alt, aber nach Military-Specs gebaut wie ein Panzer und ist (bis auf die Kopftrommel) kaum umzubringen. Die Wandler sind sehr schnell (geringe Latenz) und von bester Qualität und deshalb muss man selbst einen DA-88 mit defektem Laufwerk noch lange nicht wegschmeißen oder verhökern. Als hochwertiger AD/DA-Wandler mit 8 symmetrischen in/outs und einer superben Riesen-Aussteuerungsanzeige lässt er sich in vielen Studios noch sinnvoll einsetzen.

Das TDIF-Format der digitalen Schnittstelle ist in meinen Augen praktischer als die optische ADAT-Schnittstelle. Sie überträgt mit einem Kabel das Audiosignal in beiden Richtungen plus das Sync-Signal und hat einen robusten DB25-Stecker, den es in jedem Elektronikladen gibt.

Die 8 Spuren bekommt man bequem digital auf den Computer überspielt z.B. mit einer Soundscape Mixtreme PCI-Karte, die sich für wenig Geld ersteigern lässt und außerdem einen digitalen Mixer mit Effekten bietet. Auch andere Hersteller wie RME bieten solche Karten an, auch für Mischpulte (Tascam, Yamaha, Behringer).

Ein heißer Tipp zum Aufnehmen, Mischen und Abhören der DA-88 Spuren ist der Tascam TM-D1000 Mixer, der ebenfalls bei Ebay noch günstig zu haben ist. Damit lässt sich leicht ein portables 8 Spur-Recordingsystem zusammenstellen.

Wichtigste Tipps zur DA-88:

1. Reinigungsbänder nur äußerst sparsam verwenden! Lieber die Kopftrommel mit Wattestäbchen und 90%igem Alkohol aus der Apotheke reinigen (quer zur Laufrichtung).

2. Als Bandmaterial eignet sich der MP-Typ (metal particle) besser als der ME-Typ (Metal evaporated). Die metallbedampften ME-Bänder erzeugen mehr Aussetzer durch magnetische Verunreinigungen auf der Kopftrommel.

3. Besorgen Sie sich die neuesten Firmware-EPROMS (V.4). Die installierte Firmwareversion kann man sich anzeigen lassen, indem man PLAY STOP & REC drückt und die Maschine einschaltet. Mit einer SY-88 Karte können Sie die Maschine u.a. per MIDI steuern.

4. Kontrollieren Sie die Kopfstunden, indem Sie STOP & PLAY drücken und die Maschine einschalten. Anzeige: "d"  für drum hours und die Anzahl der Kopfstunden. Die Kopfstunden im Shuttle-Betrieb erhalten Sie mit F.FWD & Stop und Einschalten. Achtung! Wenn die CMOS-Batterie auf der Systemplatine leer ist, wird der Zähler auf Null zurückgesetzt! Die CMOS-Batterie kann ein einigermaßen löterfahrener Bastler leicht austauschen. Deshalb sind die Angaben über die Kopfstunden mit Vorsicht zu genießen...

5. TDIF-Kabel kann man sich mit Pfennigartikeln aus dem Elektronikmarkt bis zu etwa 2 Meter Länge leicht selbst machen. Einfach zwei 25-polige Flachkabel-D-Stecker (male) und ein paar Meter Flachkabel 25-polig kaufen und die Stecker an einem Ende verkehrt herum montieren (Pin 1 an Pin 25 etc.). Das ist eine Sache von 10 Minuten, man braucht dazu nur eine schön scharfe Schere und einen kleinen Schraubstock zum Zusammenpressen.

6. Viele weitere Tipps zum DA-88 und seinen Verwandten hat Eddie Ciletti zusammengestellt (tangible-technology .com). Eine weitere gute Adresse ist silentway .com. Dort finden sich alle undokumentierten Display-Anzeigemöglichkeiten (hidden features).

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