Tarnjacke Tarnhose Zeltbahn Uniform Luftwaffe Drillich

Aufrufe 235 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war

Vorsicht vor "Originalen" Tarnsachen generell.

Mein neuester Fang an Informationen: Es gibt wohl eine Reihe von Fälscherwerkstätten, die auch Tarnmuster drucken, die man so leicht nicht als Repro erkennt und in nur ganz kleinen Mengen produziert werden. Manufaktorisch aufwändig, aber das ist ein nachgemalter Rembrandt auch. Und bei 3000€ und mehr pro Knochensack, Hose oder Schlupfjacke lohnt sich der Aufwand schnell. Die sitzen wohl auch nicht unbedingt in Europa. Wohl eine Erklärung dafür warum das Angebot am Markt in Sachen Sumpftarnung, Erbsentarung auf Drillich etc. und daraus gefertigten seltenen Klamotten, wie Knochensäcken etc. auf verdächtige Weise explodiert in letzter Zeit. Mag sein, dass vieles trotzdem korrekt ist, aber ich finde es seltsam. Vor allem Knochensäcke aus Erbsendrillich mal wieder, die auch noch benutzt sein sollen??? Nachweislich nie geschehen oder gar ausgegeben worden, laut Aussagen von ehem. SS-Fallschirmjägern. Preisklasse: Kleinwagen..naja, wers hat...

ACHTUNG....SEIT JAHRESENDE 2010: Kopie der WH-Splitterzeltbahn mit auf einer Seite rostbraunen Füllflecken. Von Unkundigen fälschlich als "Tropenversion" bezeichnet. Aufpassen auf Messen und hier in Ebay...im Moment nur Zeltbahnen. Echte sind megarar! Sollten welche auftauchen: Alle Metallteile sind aus Alu, statt verzinktem Stahlblech und die Farbe wirkt wie Seidenmalerei, statt aufgedrucktes Pigment..

ACHTUNG: Seit 2008, neue Erbsendrillichsachen mit weißen-Fehldruck-Stellen, wie bei Original. Innen mit dunkelgrauem statt lilagrauem Satin-Innenfutter bei Jacken.  HBT-Stoff wirkt ähnlich dem Original aber zeigt 9-10 mm Webbreite und ist gut zu erkennen! Feldjacken, Panzerjacken und diverse Hosen.  Seht unten als Beispiel die Hose. Sind von Wholesale oder Pirschen und zur Zeit versucht man die als Original zu verkaufen. Schaut Euch an, wo der VK ggf. überall einkauft. Und einige sehr namhafte Militariahändler haben plötzlich Erbsentarn-Inflation---seltsam.

 Hose gealtert

Ich möchte mit meinen Ratgebern zeigen,  wie vielfältig und gut Repros sein können und dass man lieber alle 5 Sinne anstrengen sollte und sich informiert, bevor man einen Haufen Geld für fragwürdige Dinge hinblättert..erst Literatur studieren (siehe andere Ratgeber). Betrüger nutzen gerne die relative Anonymität des Internet bzw. von Ebay...klar, sie verlieren auch nichts!

Originale die Ihr kaum kriegen werdet sind Knochensäcke in Tarn oder Oliv, Schlupfjacke der SS in Palme. Mehrere Objekte gleicher Tarnung bei einem Händler und das immer wieder. Feldgeschneiderte Tarnhosen aus Erbsentarn, Panzeroveralls in Tarnstoff. Leibertarn kein Stück genausowenig wie SS-VT oder Polyspot bzw. Blocktarn. Diese Stücke gibt es zwar gut gefaked aber so gut wie garnicht als Original auf dem freien Markt und noch unwahrscheinlicher in Ebay! Ähnlich rar sind echte Panzerklamotten in Tarnmustern. Was es niemals im Einsatz gab, waren Knochensäcke in Eiche oder Erbse, auch wenn sie immermal auftauchen: Mit Sicherheit Nachkriegszeug höchstens aus Originalstoffen. Die Fallschirmtruppe dürfte nicht mehr als ca. 40-50000 Mann gezählt haben und längst waren nicht alle mit getarnten oder überhaupt mit Knochensäcken ausgerüstet. Die Waffen-SS zählte etwa 900 000 Mann und da hatte kein 10tel komplette Tarnausrüstung und die wenigen SS-Fallis hatten, wenn überhaupt einen, dann den LW-Tarn-Knochensack.

Vergesst auch nicht: Klamotten die von einem Reenactor ein paar Monate rumgezerrt wurden, sind auch benutzt und speckig und abgerieben usw.!!! Das ist ein beliebtes Spiel an "Originale" von alten Männern zu kommen. Allzu abgeranzte Ware wo wirklich an jeder Kante aufgeribbelte Stellen sind, wurden meist künstlich  gealtert. Echte Stücke sind meist nur deutlich getragen und zeigen nur an ganz bestimmten Stellen stärkere Abnutzung als der Rest des Exemplars....Vorsicht aber auch bei angeblich "ungetragenen" Stücken, die noch keinen Makel haben. Sowas ist wie ein Sechser im Lotto, gerade bei Tarnsachen die für den Feldeinsatz gefertigt wurden.

Info:  Es gibt seit Januar, vom amerikanischen Hersteller wieder alle Arten des Charkov-Parka, Feldgrau und Italientarn sowie Voll oder halbgeknöpfte Version! Alle mit braungrauem Karnickelfell ausgestattet...also Achtung. Schafsfell ist inzwischen auch dabei. 

Kauft auch nicht nur von den Asiaten! Die Billigkeit verlockt zwar, aber dadurch werden die wirklich guten Sachen langsam verschwinden! Die anderen Händler sind oft nur Einzelkämpfer die sich um wirkliche Superrepros bemühen und dafür Zeit und Geld investieren müssen....

 

Indizien für mögliche Betrügerei in einer Auktion:

-Namen der Bieter werden nicht veröffentlicht...das dient meist nur zur Verschleierung und verhindert, das andere  Mitglieder einen Interessenten warnen könnten...außerdem erleichtert es das unerkannte Hochbieten über Kumpels! Warum sollten die Namen auch im Dunkeln bleiben? Darf doch alles öffentlich verkauft werden, solange es den Ebay-Regeln entspricht!!

-Anbieter ganz neu hier und nur "Originalkram" aus Haushalten usw und das immer wieder und vor allem SS-Zeug..Wehrmacht-Tarn müsste theoretisch viel öfter "gefunden" werden....da will meist einer schnelles Geld machen. Schaut auch mal nach was und wo die selber so rumkaufen da wird einem oft einiges klar!! 

-Anbieter die immer nur ein besonderes Exemplar hier reinstellen und dann wochenlang wieder abtauchen! Das sind die Typen die diese Wochen brauchen um wieder neue "Originale" zu basteln und auf neubestellte Ware zu warten.

-Passt auf Waffenbörsen-Termine auf!!! Naturgemäß decken sich die Fälscher dort mit neuer Ware ein und verramschen das dann hier als Original in den folgenden Wochen, nach der Messe. Genauso tritt verstärkter Verkauf von "Originalen" aus der Fälscherwerkstatt nach und vor großen Ferien auf, wahrscheinlich zur Aufbesserung der Urlaubskassenlöcher, gleiches gilt für die Weihnachtszeit.

-Kaum Beschreibung ob Original oder Repro...hört sich jetzt doof an, ist aber so! Dass sind meist die  Typen, die die Preise von den allzu gierigen Bietern "machen" lassen, und sich mal lieber "dumm" stellen. Sie legen sich auf nichts fest und kommen damit meist auf ein hohes Maß über dem Repro-Preis.

-Geschichten über Herkunft der Stücke: Standard: Scheune, Dachboden, alte Sammlung, Onkel, Kumpel, Keller, vor vielen Jahren auf Flohmarkt, alte Schneiderei usw., oder Wimmergeschichten vom verstorbenen Opa oder ähnliches Tränendrüsenmanipulieren, mit dem Hintergrund die Originalität des Stücks sekundär zu "beweisen". ...quetscht die Verkäufer im Zweifelsfall voll aus...wenn dann nur Antworten kommen wie:"...das sieht man doch das das Original ist..." oder " es riecht muffig und alt" oder ähnliches Aufschlussreiches, dann lasst lieber die Finger von.

-Das Ablehnen vom Umtausch, trotz vorherigen Originalitätsgelaber...bei der Kohle, die da übern Tisch läuft, ist ein seriöser Anbieter immer zum Umtausch bereit, Gesetz hin, Gesetz her...Ein guter Verkäufer schickt auch bei Bedarf weitere Fotos oder lässt einen das Stück begutachten, vor Ort. Das geht natürlich nicht, wenn der Artikel im Ausland angeblich steht...sehr geschickt!!! Oder derjenige für den das Ding angeblich verkauft wird gerade nicht greifbar ist...

-Gute Bewertungen sind auch kein unbedingtes Indiz, die können von  Kumpels stammen oder eben von den ahnungslosen Käufern.

Übrigens erdreisten sich jetzt auch einige Anbieter zu erklären dass Expertisen ungültig seien im juristischen Bereich...Es mag zwar sein, dass es kaum noch Experten gibt, und auch ne Menge Expertisen gefälscht sind...aber eine Expertise bleibt eine solche und gilt juristisch als Richtilinie, wenn sie  zurückverfolgt und eindeutig einer Person zugeordnet werden kann. An was soll sich der Kunde denn sonst orientieren im Zweifel?! ....dann gibts demnächst originale Erbsentarn-Büstenhalter und Strapse zu kaufen als "Doppel-Blitz-Mädelausstattung"!. Solches wirklich dummes Gerede dient eher dazu, verlangte Expertisen im Vorfeld abzublocken und die ausgefuchsteren Kunden zu vergräzen, damit man es nur noch mit "dümmeren" zu tun hat, die einem keine unangenehmen Fragen mehr stellen, sondern erstmal kaufen....

Ich hab auch immer wieder den Satz gelesen: hier eine Schlupfjacke umgeschneidert aus einer echten Zeltbahn...tststsss....das zielt darauf ab wenigstens zuzugeben, dass die Jacke neu geschneidert ist, aber um den Preis raufzudonnern eben aus einer verschlissenen alten echten Zeltbahn. Leute, macht Euch mal die Mühe in Gedanken eine Schlupfjacke an den Seitennähte aufzutrennen und dann legt ihr diese "Abwicklung" auf eine Zeltbahn...man stellt recht schnell fest, dass man aus einer Zeltbahn niemals eine Schlupfjacke nähen kann, es sei denn eine klitzekleine und die noch als Patchwork!! Selbst mit zwei Zeltbahnen hat man noch das Problem, dass immer irgendwo eine Naht der ehem. Zeltbahn stört und man diese eben auf der Jacke sieht. Entweder schneidert man eine Jacke aus altem Stoff, wenn er noch nicht zur Zeltbahn geworden ist...oder man zerstückelt mindestens zwei Zeltbahnen, und wer ist schon soo blöd, denn selbst angenagt, sind die sicher mehr wert als eine neugenähte Schlupfe!

Damit will ich natürlich nicht sagen, dass hier alle Anbieter, die falsche Angaben machen, in abgrundtief betrügerischer Absicht handeln...einige gibts hier aber, und leider werden es immer mehr! 

Kurzinfo Fischgrätdrillich (im Engl. HBT abgekürzt):

Ich habe mal die Webmusterstreifen meiner 5 Originalmuster vermessen (also die Breite eines Streifens mit einem kompletten V-Muster) dabei kam ich auf 6mm!!! Das Web-Muster war nur relativ schwer zu erkennen und man sieht es immer nur auf einer Seite des Stoffs!

 Es gibt im Moment nur eine gute 6mm Webung, und die erst seit ein paar Wochen, auch hier aber gestochen gut zu erkennen. Ansonsten haben die meisten Repros heute eine Webbreite von  8 oder 9, sogar 10, dann hab ich noch eine 4mm entdeckt...aber wie gesagt, die Webung bei all diesen ist super zu erkennen und oft beidseitig grätig. Die einzigen wo das nicht der Fall ist, sind die seltenen amerikanischen HBTs und die alten Stoffe von Herrn Jahnke, aber, die sind in 10mm gewebt! Also nur wenn die Webung 6mm hat und die Grätung nur einseitig und schlecht erkennbar ist, dann handelt es sich entweder um ein Original oder ein Stück aus Originalstoff gefertigt.

 Gleiches gilt für die neue Erbsentarung aus der Mil-Tec-Schmiede: schöner Stoff!! Muss man sagen, aber scharfe eher wellenartige Webstruktur und nur 4-Farben-Druck, statt 5! Muster leider nicht dem Original entsprechend aber täuschend ähnlich (ein Grünton fehlt)...also super zum Reenacten, aber nix als Belegstück, Preise mehr als fair.

Daneben gab es einen Baumwollstoff mit diagonaler Web-Struktur, auch Gabardine genannt. Einsatz fand er bei Afrika-Felduniformen (Hosen, Jacken, Mützen, Obermaterial von Tropenhelmen usw.). Die Luftwaffe nutzte diesen auch für olive und Splittertarn-Knochensäcke. Die Literatur weist ausdrücklich darauf hin, dass Sumpftarn-Knochensäcke kaum mehr aus diesem Denim-artigen Gewebe gemacht wurden (siehe Peterson: Tarnuniformen der Wehrmacht), sondern fast ausschließlich aus Zeltbahn-Popeline. Es gab auch eine Variante mit mehr Kunstfaseranteil, die auch deutlich dicker war..daraus sind oft Offiziersfeldjacken (Feldgrau bzw. -blau) genäht worden. Heute kann man diese Stoffe noch überall kaufen, viele von Euch werden Hosen, oder dickere Hemden haben, auf denen diese typische Diagonal-Webung zu erkennen ist. Sämtliche Afrika-Repros usw. weisen das Material heute auch schon auf. Also kein zwingendes Indiz für Echtheit...

 

Allgemeine Infos:

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass es so gut wie keine wirklichen originalen und vor allem unbenutzt erhaltenen Tarnstücke der Eliteeinheiten mehr gibt, die nicht bei einem Sammler gehegt und gepflegt werden. Das hat sich nach der Öffnung des Ostblocks zwar etwas verschoben, aber nach 17Jahren dürfte da auch nimmer viel zu erwarten sein...die schnellen Sammler haben schon abgegrast, kurz nach der Öffnung. Viele, heute "originale" Stücke wurden aus Reststoff,  nach dem Krieg (70 bis 80iger Jahre) auf Wunsch von Veteranen hergestellt, das sind dann zu 90% die, die man bei alten Männern im Schrank findet!Grund für den realen Mangel ist einerseits, dass die Stücke in der Gefangenschaft aufgetragen wurden, oder als Beute zu den Siegermächten wanderten, oder vielfach nach dem Krieg weggeschmissen wurden, denn die Restriktionen der Sieger verlangten ein Verbot militärisch anmutender Kleidung. Wenn die Sachen echt sind, schauen sie meistens auch danach aus, nicht einfach nur ein wenig stone-washed, oder dreimal übern Garagenboden gezogen, da ist der Tarndruck durch Ausbleichen verändert, und sie weisen an besonders beanspruchten Stellen typische Abnutzungen auf, die sich nicht im Betonmischer verwirklichen lassen. Ich sage nur Finger weg von den 1000%igen Originalen.  Wenn einer wirklich sowas hat und kennt sich aus, behält er es, und verkauft es nicht ausgerechnet bei Ebay wo er oft nicht annähernd den Preis erziehlt, den es wert wäre. Echte Schmankerl-Stücke werden sowieso auf Spezialauktionen gehandelt wo die Trödelsammler eh net eingeladen werden...Ich finds auch immer wieder witzig, dass auch seriöse, deutschlandweit bekannte Militariahändler, kaum, dass es von irgendeinem Abzeichen oder Ausrüstungsgegenstand gute Repros gibt (aktuell sind im Moment italienische-Faschistenabzeichen und ausländische SS-Divisionen ziemlich "in" und diverse Web-Artikel des Afrikacorps (Gürtel, A-Rahmen, Y-Riemen, Ja..komplette Bakelit-Feldflaschen, Spatentasche))  plötzlich sowas auch als sündhaft teuers Original haben! Seltsam, seltsam...Leute...traut erstmal keinem übern Weg...Es ist wie in der Kunstbranche: Die meisten Rubens und Picassos sind Kopien!!! Vor allem dann nicht wenn der Anbieter drei, vier oder mehr solcher Stücke gleichzeitig anbietet oder immer wieder hat und dann womöglich nur Waffen-SS...solche Quellen hat fast keiner mehr und es müsste wesentlich mehr Wehrmacht zu finden sein, schon statistisch!!

Leider sind auch in der Farbfoto-Literatur oft nur sehr gute Imitate aus Amerika zu bewundern, die aber wirklich gut sind und einen Eindruck der Originale gut widergeben. Weil sie aber nur in relativ wenigen Exemplaren hergestellt werden, sind sie dem Sammler aus Europa oft unbekannt und er hält sie für echt wenn mal da was auftaucht  Auch sind viele Tarnmuster nach dem Krieg weiterverwendet worden, der legendäre Karnickel-Parka aus italienischem Tarnstoff, wurde in den 50igern von der tschechischen Armee weiterverwendet und hergestellt und landet heute als Original hier bei uns (Info: Im Zweifel, nicht mehr als für ein super-Imitat aus Amiland zahlen, ca 460€)

Asienware: China und Indien produzieren seit Jahren alle erdenklichen deutschen Stahlhelme und diversen Kleinkram dazu, auch WK 1, alle Typen,  sogar das Stirnschild! Schlagzahlen rein, umlackieren und ein paarWochen im Kompost vergraben sind ein leichtes! Merkmal:  meist nur für Innenhelm-Kopf-Größen 58-61 hergestellt. Vorsicht auch bei Anbietern die "Originale" verkaufen und dabei fast nur spezielle Sondervarianten in Lack und Emblemen anbieten...soviel Glück gibts selten!! Und immer auf die Größen-Verteilung achten...zig Helme einer Größe bei einem Anbieter, aus verschiedensten Fronten und Herkunft ist eher unrealistisch und riecht nach manipulierter Asienware...(es geht alles! Speckigmachen, Abplatzer, Blasen mit Rost drunter, Farben nachdunkeln usw..alles machbar.) Hier auf Ebay gibt es einen Helmanbieter, der Helme in allen erdenklichen Lackierungen anbietet...der Mann ist großartig, die schauen aus wie echt, mit allen Alterungseffekten usw. und er hat faire Preise. Daneben kommen aus Asien jetzt auch relativ annehmbare Tarnsachen und alle mögl. Ausrüstungsgegenstände und Klamotten...übrigens ist die neueste Ware aus Indien das K-98-Bajonett mit Bakelit-Griff, samt Blechscheide....kostet keine 40€!! Auch Grabendolche sind im Programm schon seit einigen Jahren.

Grundsätzlich ist zu sagen, dass ein Privatanbieter, oder Sammler anhand von Fotos kaum die Originalität sehen kann, auch nicht wenn die Stücke alt aussehen (siehe Reenactor-Zeug). Auch Experten haben Mühe dabei und machen Fehler. Ein weiteres "Unschulds-Intro" ist auch der beliebte Spruch: "Ich kenn mich da gaaar net aus"...Vorsicht also...auch wenns schwerfällt...der Wunsch eine echte Rarität zu erhaschen ist oft Größer als die Vernunft. Hab ich anfangs auch erfahren müssen und bin mehrmals auf den Rüssel gefallen, auch bei sog. namhaften Anbietern!

Kleiner Tipp am Rande..besuchen Sie Waffen- und Militaria-Börsen, da könne Sie sich zumindest einen Überblick verschaffen. Es ist zwar auch längst nicht alles Gold was dort glänzt aber doch kann man mal Originale sehen und begutachten, bzw die Vielfalt der Repros bestaunen...

Also nochmal: Generell wird im Moment so gut wie jeder Hosenknopf als Kopie aus irgendeinem Billiglohn-Land hergestellt im Auftrag westlicher Anbieter, das neueste: sogar die Filzbezüge der Feldflaschen und mittlerweile sogar ganze Feldflaschen, Gasmaskentrommeln, alles!!! also genug Material für Fälscher, die daraus "Originale" basteln, ist vorhanden!!! Auch solch exotische Ware wie Gesichtsschleier für Elite Scharfschützen und Lederriemen Hosengürtel Gamaschen, Schuhe, Stiefel (auch Afrika) und-Taschen aller Art oder Magazintaschen (MP-44 und MP40  auch in Leder!!). Sogar Tropenhelme gibt es wieder neue aus Amerika und Tropenstiefel aller Art, auch Fallschirmjägerstiefel mit seitlicher Schnürung. 

Kurze Info zur Erbsentarnung:

Es waren 5 Farben (die moosgrünen Einzelpünktchen sind in 2 unterschiedlichen Grüntönen gehalten) beim Original. Bei Kopien heute fast Standard (nur der bekannte Nato-Shop Ausstatter hat noch 4 Farben!! Es gab den Druck im Original auf Fischgrätdrillich und auf glatter Baumwolle (aber kein Zeltbahn-Gewebe). Zeltbahnen und Schlupfjacken waren hier nicht im Programm, da sie wasserabweisend sein sollten, auch Helmbezüge waren eher selten, viele Repro-Hersteller verwechseln nämlich oft Platanendruck mit Erbsentarnung, was bei Schwarzweiß-Fotos leicht passiert, wenn man nicht das ganze Muster sieht und dann hat man plötzlich solche Kleidungsstücke die es nie gab..naja....

Die meisten Panzer-und Feldjacken oder Hosen, die ich bisher hier als Hyperoriginal gesehen habe sind von Janke gewesen (Erbsentarn) oder von Wholesale aus Amerika (meist Eichentarnstücke und Platane) Neupreis ca. 200-250€. Von denen gibts 10mm-Drillich und glatten Baumwollstoff mit Stempeln und Seidenfutter. Übrigens auch Top gemachte Olive Knochensäcke aus schönem authentisch dickem Stoff. Allerdings findet man beide fast nur auf Messen, weswegen die Artikel nicht so bekannt sind und gerne mal als Original angeboten werden.

Erbsentarung wurde mit Rollen gedruckt, also ähnlich wie Zeitungen. die Wiederholungsrate des Musters gibt Rückschlüsse auf den Walzenumfang: bei original-Erbse wiederholt sich das Muster nach ca. 56cm.  Bei Repliken meist etwa schon alle 45-50cm.

UND WANN BEGREIFEN MANCHE ENDLICH DEN UNTERSCHIED VON ÖSTERREICHISCHER FLECKTARNUNG ZU ERBSENTARNUNG??

Beispiel für bekannte Erbstarn-Kopien (es gibt wenigstens noch 3 weitere)

                                             

                                             Top-Erbsentarn auf gutem Drillich von Jahnke.  Rechts oben in der Ecke ein hellerer Grünfleck. Wiederholrate: 45cm, V-Muster 10mm. Von diesem Hersteller sind hier die meisten "Originale!" in Erbse..

 

                                         

                                Top-Erbstarnung Panzerjacke bzw.  Hose auf altem Originaldrillich, aber Nachkriegsdruck und Näherei aus den 70iger/80iger Jahren!!! Französischer Hersteller. Hat 6mm Drillich usw...aber einige Flecken sind dort zu sehen, die es im Original nicht gab. Nur Panzeranzüge wurden hergestellt. NUR DER BLANKE STOFF OHNE DRUCK IST ORIGINAL!! Sie sind selten und tauchen auch immer wieder als originale in der Literatur (z.B. Amodio auf). Preis ist schwer zu sagen. Jacke höchstens 400, Hose etwa 300.

                                       

                                            Tschechische Ware auf etwas zu feinem Drillich, die Punkte sind zackiger, was es auch in echt gab, lag aber nicht am Muster, sondern wie der Stoff die Farben verlaufen ließ. Der hellere Braunton ist oft fast rosa, die dominierenden Flecken sind hier eher dunkelgrün. Die Legende, dass diese grünere Ausführung speziell für Polizei-Truppen (4.W-SS.Div) zur Verwendung kam, ist Unsinn! Es gab nur ein Erbsenmuster für alle und die Farben waren je nach Hersteller und Materialsituation eben unterschiedlich. Das Erbsenmuster sollte ja eine Vereinfachung und Standardisierung sein und nicht wieder zig Varianten für jeden eitlen Kasperkopp beinhalten. Wiederholrate: 45cm, V-Muster 8mm

                                       

                                        Top-Kopie Herkunft unbekannt auf etwas zu feinem Drillich, links am oberen Bildrand sieht man auch einen der helleren Grünflecken mal deutlicher im Kontrast zum Moosgrün daneben.

Sehen Sie auch meine anderen Ratgeber zu diesen Themen

Keine Echtheit garantieren Zeltbahnen mit "WAREI" Stempel, die macht SM-Wholesale aus Amerika in Eiche A und B, Rauch-  und diversen nummerierten Platan-Mustern (Nr: 1-6 und SS-VT 3u4)  (Schlupfjacken,  Kappen und Helmbezüge verstehen sich da von selbst). Von dem gibt es auch einige wenige Artikel, die bewusst aus zwei verschiedenen Tarndrucken zusammengenäht wurden, das ist keine böse Absicht er bedient nur den Markt, aber andere Händler, auch sehr namhafte, aus Norddeutschland, hatten diese Zeltbahnen nach einer Börse plötzlich als Original im Programm...soviel zum Thema! Traue keinem, hier gehts echt um Kohle und Gewinnspannen von denen man nur träumen kann. Schlupfjacken mit anderen Ärmeln usw. is auch klar! Ösen und Knöpfe waren übrigens bei originalen Zeltplanen nicht aus Alu, sondern aus verzinktem Stahlblech oder Kunststoff. Dort wo das Zink weggerieben oder dünner wird (Kanten usw.) rostet es bei der Originalbahn. Originalknöpfe der Zeltbahnen hatten übrigens statt 4 nur 3 Löcher, das gilt aber nicht unbedingt auch für diese Metallknöpfe, wenn sie an Hosen oder Schulterklappenbereichen verwendet wurden, da gabs auch vierlöchrige aus verschiedensten Materialien...

Gutes Zeltbahn- bzw. Schlupfjackenmaterial zeigt im Gegenlicht recht wenig Poren und wird bei Nässe steif. Eine gute billige Vorlage dazu,  ist die alte olive Bundeswehr-Zeltplane, die kriegt man für wenig Geld, und die ist mit dem guten Popelin-Stoff von damals bestens vergleichbar.

Und Bitte kauft Euch Literatur...es gibt da einiges in Sachen Tarnuniformen, bei denen man ganz gut zumindest die Muster vergleichen kann. Seht meinen letzten Ratgeber zu Literatur dazu.. Sucht Euch einen markanten Fleck von einem Originalfoto und schaut ob dieser auch auf dem Ebay-Stück zu finden ist...dann vergleicht, ob die angrenzenden Flecken auch da sind wo sie sein sollen, oder ob es völlig daneben ist, was ihr da seht. Das ist net so leicht, aber mit einiger Übung findet ihr was Auffälliges als "Kristallisationspunkt" von dem man den Rest aufdröseln kann...man kriegt damit zumindest raus ob es ein gutes Repro ist...für Originalität ist das dennoch noch kein Beweis.

Bei Heeres-Tarnstücken sieht die Sache schon etwas anders aus...Splitter und Sumpftarnungen sind da eher noch erhalten und viel öfter hergestellt worden. Waffen-SS, ca. nur 900 000Mann und nicht alle mit kompletten Tarnklamotten. Heer dagegen mehrere Millionen Mann, zwar auch nicht alle damit ausgerüstet, aber die Gesamtmenge machts dabei, dass man locker auf die 5-6fache Menge an Tarnstücken kommt, die hergestellt wurden, im Vergleich zur Elite. Dabei trifft man wohl meist auf die Heereszeltbahn, da auch bei der SS die meisten eine Tarnplane hatten ist es auch hier das meist noch gefundene Stück. Dann sieht man immer wieder Sumpfwinterwende-Stücke in 43iger oder 44iger Muster. Betrogen wird sicher hier auch, aber die Chance auf ein Originalstück ist sicher bei Heeresstücken weitaus höher. Trotzdem Augen auf und schauen, ob der Anbieter ein ganzes Warenlager gleicher Farbnuancen (Vor allem bei Sumpf-Varianten) hat, oder echt nur mal ein Einzelstück irgendwo herbekommen hat, wobei eine komplette Winterwendeuniform durchaus drin sein kann. Aber auch hier werden gerne wenige Einzelstücke getürkt und auf besonders "echt" getrimmt. Denn Splitter- und beide Sumpfmuster in korrekter Ausführung ist schon seit Jahrzehnten Standard im Repro-Gewerbe. Oft werden solche Stücke mit verschiedensten Tarnstücken zurechtgeschustert da haben dann Taschenklappen oder Windklappen andere Muster.

Ich bin auch kein Super-Experte in Sachen Originalstücke, dafür leider auch 30 Jahre zu spät geboren, aber ich kann Euch in vielen Fällen sagen ob Ihr es mit einem Repro zu tun habt, da kenn ich mich einigermaßen aus und hatte die gängigsten schon in der Hand oder hab sie selber in der Sammlung.

Mein Rat: kauft lieber etwas teurere aber gute Repros mit hoher Realitätstreue, statt fragwürdige Originale für das 10-fache! Denn zu  90% sinds die dann doch wieder nur die guten, aber auf "alt" getrimmten Superrepros!!!

Viel Glück bei Euren Auktionen, und Augen auf...

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden