Targa NDAS 400, was kann NDAS eigentlich?

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Wer bei den externen Festplatten schon mal intensiver gestöbert hat, dem wird bei ebay auch schon die externe Festplatte NDAS 400 von Targa über den Weg gelaufen sein. Sie sieht edel aus, hat 400 GB (Windows zählt 372Gigabyte) und wird meist zu einem Preis von knapp 100 Euro verkauft. Die Platte hat einen USB 2.0 Anschluss und einen Ethernetanschluss. Zunächst einmal kurz zur Platte selber. Die Platte kommt im Edelstahlgehäuse daher. Ein 75mm Lüfter sorgt dafür, dass die Platte auch im Dauerbetrieb kühl bleibt. Der Lüfter ist hörbar, aber recht leise. Es ist eben kein 30mm Quitschie. Das Netzteil ist vermutlich ein effizientes Schaltnetzteil, im Gegensatz zu den Netzteilen vieler Billig-Produkte erwärmt sich das Netzteil sowohl im Betrieb nur etwas, im Standby praktisch gar nicht. Das schlichte Edelstahlgehäuse mit der blauen Betriebs-LED sieht auf dem Schreibtisch gut aus – ein klarer Pluspunkt für diese Platte. Die Platte kann als normale externe USB-Platte an einem Rechner genutzt werden. In der Betriebsart ist ab Windows 2000 kein Treiber erforderlich. Sie ist mit ca 30MByte/s Datendurchsatz (abhängig vom eigenen Rechner und vom Messprogramm, die 30MByte/s habe ich real mit H2testw von der c´t gemessen) durchschnittlich schnell. Die Platte wird in NTFS formatiert ausgeliefert und das sollte nicht geändert werden, wenn man die Platte als NDAS Laufwerk betreiben möchte. Aber die Platte ist ja eine NDAS Platte und kann mehr als nur USB. NDAS steht für Network Direct Attached Storage. Die Platte kann im Netzwerk von vielen (Ximeta gibt 64 an, rät aber zu 16) Rechnern gleichzeitig genutzt werden. Im Gegensatz zu NAS-Geräten wird bei NDAS ein eigenes Protokoll genutzt. Um die Platte anzusprechen, ist ein Treiber erforderlich. Targa liefert nur Treiber für Windows aus, man kann jedoch bei Ximeta auch Treiber für MAC und Linux bekommen. Es kann im Prinzip jeder Treiber anderer Platten genutzt werden, für die der Hersteller mit dem NDAS Logo wirbt. Das Logo „Powered by NDAS“ garantiert die Verwendung der NDAS Chips von Ximeta. Nach der Installation des Treibers werden die Platten angemeldet. Jede Platte hat eine Seriennummer und einen Key. Ohne Key kann von der Platte nur gelesen werden, was ja in dem einen oder anderen Anwendungsfall erwünscht ist. Key und Seriennummer stehen unter der Platte sowie auf der Rückseite des Handbuches. Beim Zugriff per USB sind diese Daten nicht erforderlich. Was unterscheidet NAS von NDAS? Die Geschwindigkeit. In NAS-Platten sitzt ein Mini-Computer, auf dem ein stark abgespecktes Linux läuft. Geräte der unteren Preiskategorien haben schwache Controller eingebaut und der Datendurchsatz dieser Platten liegt oft bei nur 3MByte/s. Bei NDAS Laufwerken ist die Performance höher. Meine Targa NDAS (ich habe inzwischen drei) habe ich mit 10MByte/s gemessen. Die Performance sinkt natürlich, wenn mehrere Rechner auf die Platte zugreifen. Wo ist der Haken? Die Nachteile von NDAS sollen nicht verschwiegen werden: 1.NDAS ist ein proprietäres Protokoll, ein Netzwerkmedienplayer (Streaming-Client) kann z.B. mangels Treiber nicht auf ein NDAS-Laufwerk zugreifen. Die Targa NDAS 400 kann in solchen Fällen über USB betrieben werden, allerdings kommen viele Streaming-Geräte auch nicht mit dem NTFS-Format zurecht. 2.Das NDAS-Protkoll LPX ist nicht routingfähig. Das ist ein Nachteil, der auch ein Vorteil sein kann. Wer inhouse Router einsetzt, um verschiedene Subnetze zu betreiben, kann nur innerhalb eines Subnetzes auf die NDAS-Laufwerke zugreifen. Wer als Privatperson seine zwei (oder mehr) Rechner an einem DSL Router betreibt, kann andersrum aber sicher sein, dass es keinen Weg gibt, von aussen (aus dem Internet) auf sein NDAS-Laufwerk zuzugreifen. Der Switch im Router verteilt LPX an alle Teilnehmer, auch über WLAN. Der Router kann dieses Protokoll aber nicht ins Internet routen. Wann macht NDAS Sinn? Immer, wenn man mit zwei bis 16 Computern gleichzeitig auf eine Festplatte zugreifen möchte und ein Netzwerk z.B. für den gemeinsamen Zugriff auf das Internet bereits vorhanden ist. Statt umständliche Freigaben auf einzelnen Rechnern einzurichten wird gemeinsam auf eine NDAS Platte zugegriffen. Eine NDAS-Platte wie die NDAS 400 von Targa ist kaum teurer als eine normale USB-Platte. Natürlich ersetzt sie keinen Server, nur sind ja oft weder die finanziellen Mittel für einen Server noch das Know How für Einrichtung und Betrieb eines Servers vorhanden. Ein NDAS-Laufwerk ist hier eine preiswerte und relativ schnelle Alternative. Ein kleiner Tipp zum Schluss: Um bei der Inbetriebnahme größere Datenmengen auf die Platte zu spielen, ist es sinnvoll, die Platte per USB zu befüllen, denn das ist dreimal so schnell wie übers Netzwerk. Auch beim Ziehen eines Komplett-Backups kann der USB-Betrieb sinnvoll sein.
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