Tapetenwechsel? Nur mit dem geeigneten Tapezierwerkzeug!

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Tapetenwechsel? Nur mit dem geeigneten Tapezierwerkzeug!

Tapezieren als Handwerk wird oftmals unterschätzt

Unter dem Begriff Tapezieren versteht man in aller Regel das Einkleiden der Wände mit tapetenartigen Wandbelägen im Rahmen einer Erstausstattung, einer Sanierung oder einer Renovierung. Diese Wandbeläge sind als Bahnen vorkonfektioniert und bestehen unter anderem aus den Materialien Papier, Vlies, Glasfasern, Vinyl oder aus Schäumen. Viele Hobbyheimwerker unterschätzen das Thema Tapezieren. Sie starten ohne gründliche Vorbereitung und ohne das richtige Werkzeug. Dabei nimmt die Angelegenheit oftmals sehr viel mehr Zeit in Anspruch als ursprünglich geplant wurde. Darüber hinaus lässt auch in den meisten Fällen das Ergebnis sehr zu wünschen übrig. So weisen die Kanten oftmals Risse auf, in den Mittenbereichen bilden sich unschöne Falten und der überquellende Leim hinterlässt bleibende Spuren. Tapezieren ist kein einfaches Unterfangen und verlangt nach viel Übung und vor allem nach gutem Werkzeug. Bei eBay gibt es jede Menge Werkzeug zum professionellen Tapezieren von Wänden und Decken.  

Die richtige Vorbereitung beim Tapezieren

Zur richtigen Vorbereitung zählt unter anderem die Auswahl der richtigen Arbeitsmaterialien und der geeigneten Werkzeuge. Darüber hinaus sollten Sie sich einen gut strukturierten Zeitplan machen. So kann zum Beispiel sichergestellt werden, dass die Trockenzeiten auch eingehalten werden können. Jede Tapete hat besondere Eigenschaften und lässt sich dementsprechend anders verarbeiten. Aus diesem Grund ist es ratsam, vor dem eigentlichen Tapezieren eine kleine Probebahn an einer weniger gut sichtbaren Stelle zu machen. Auf diese Weise können Sie ein besseres Gefühl für die Materialstruktur bekommen. Vor dem Beginn der Arbeiten sollte der Boden mit Malervlies abgedeckt werden. So können Flecken durch den Tapetenkleister sowie Beschädigungen durch herabfallendes Werkzeug verhindert werden.   

Werkzeuge für die Bearbeitung des Untergrundes vor dem Tapeziervorgang

Zur Vorbereitung zählt auch die Prüfung des Untergrunds. Schließlich sollte der Untergrund vor dem Tapezieren in einem trockenen und tragfähigen Zustand sein. Die Feuchtigkeit kann mit einem Feuchtemessgerät ermittelt werden. Ein zu feuchter Untergrund kann dafür sorgen, dass sich die Tapete nach dem Tapezieren wieder ablöst und sich darüber hinaus gefährlicher Schimmel bildet. Die Tragfähigkeit des Untergrundes kann mittels Sichtprüfung festgestellt werden.
Unebenheiten, poröse Stellen und Löcher können mit einem kleinen Malerspachtel und schnelltrocknender Spachtelmasse für den Innenbereich ausgebessert werden.
Für die fachmännische und schnelle Ablösung von alten Tapeten kann ein Dampftapetenablösegerät verwendet werden. Im Vorfeld kann die alte Tapete mit einer breiten Stachelwalze oder einem speziellen Tapetenablöser großflächig bearbeitet werden. Auf diese Weise kann sie im Nachgang einfacher entfernt werden.
Alte Ölfarben oder Lacke können mit einer Schleifmaschine abgeschliffen werden. Hier sollten Sie einen Atemschutz sowie eine Schutzbrille tragen. Ist der Putzuntergrund zu mürbe oder zu sandig, kann er vorher mit einem speziellen Tiefengrund behandelt werden. Ebenfalls sollten Sie die Hinweise des Herstellers zur Trocknung beachten, um den Zeitplan nicht zu gefährden. Starke Risse im Putz können auf Fehler in der Statik, auf Erschütterungen oder andere Probleme hinweisen. Die Risse können mit einem dauerelastischen Material wie zum Beispiel Acryl ausgespritzt werden. Dennoch sollten Sie vorab lieber der genauen Ursache des Problems auf den Grund gehen. Schließlich könnten sich die Risse vergrößern und die Tapete im Laufe der Zeit in Mitleidenschaft ziehen.  

Vor dem Tapezieren: Störende Bauteile mit Montagewerkzeug entfernen

Vor dem Tapezieren sollten alle störenden Bauteile wie zum Beispiel Steckdosen, Halterungen und Schalter entfernt werden. Dieser Vorgang nimmt oftmals sehr viel Zeit in Anspruch. Mit dem richtigen Werkzeug kann dieser Vorgang wesentlich beschleunigt werden. Für Verschraubungen jeglicher Art sollten Sie deshalb einen leistungsfähigen Akkuschrauber sowie einen umfangreichen Bitsatz zur Verfügung haben. Für besonders unzugängliche Stellen sollten Sie dennoch einen gewöhnlichen Schraubendrehersatz bereithalten. Teile, die später wiederverwendet werden, sollten am besten in einer Box mit mehreren Fächern untergebracht werden. Die Mehrfachaufteilung macht vor allem beim Tapezieren von mehreren Zimmern Sinn. Auf diese Weise können den Einzelboxen jeweils Zimmer zugewiesen werden, was die spätere Montage wesentlich erleichtert und im Endeffekt sehr viel Zeit spart.  

Werkzeuge für den Zuschnitt von Tapeten     

Der richtige und sorgfältige Zuschnitt einer Tapetenbahn trägt wesentlich zu einem optisch guten Gesamtergebnis bei Tapezierarbeiten bei. Hier ist nicht nur eine gewissenhafte Arbeitsweise gefragt, sondern auch hochwertiges Werkzeug.  

Der Zuschnitt mittels Tapeziertisch

Für das Zuschneiden der Bahnen sowie für das Auftragen des Kleisters wird eine ebene und zusammenhängende Fläche benötigt, die mindestens so lang und breit wie eine Tapetenbahn ist. Ein Tapeziertisch hat sich in dieser Hinsicht als sehr sinnvoll erwiesen. Dieser ist schnell aufgebaut und wartet mit einer großflächigen und sehr glatten Oberfläche auf. Tapeziertische aus Aluminium gelten als besonders robust und langlebig, da sie sich nach häufiger Nutzung nicht so schnell verziehen wie ein Tisch aus Holz. Mit einem scharfen Schneidewerkzeug wie dem Tapeziermesser können die einzelnen Bahnen passend in Form gebracht werden. Ein sogenanntes Abreißlineal, das über eine scharfe Metallkante verfügt, kann hier ebenfalls gute Dienste leisten. Das Auftragen des Kleisters erfolgt in der Regel mit einem breitformatigen Tapezierpinsel.  

Der Zuschnitt und das Einkleistern mit einer Tapeziermaschine

Mit einem sogenannten Tapeziergerät können Tapeten nicht nur schnell in Form gebracht werden, sondern auch schnell und effektiv eingekleistert werden. Dabei wird der Kleister meist sehr gleichmäßig auf die Tapetenrolle aufgetragen. Das Einkleistern erfolgt bei einer Tapeziermaschine in aller Regel direkt von der Rolle. Viele Geräte können einfach mittels Klammern auf einem handelsüblichen Tapeziertisch montiert werden. Tapeziermaschinen sollten nach dem Tapezieren gründlich gereinigt werden. Deshalb sollten schon einige Bahnen an einem Tag tapeziert werden, damit sich der Einsatz auch lohnt.
Für den professionellen Gebrauch ist eine Tapeziermaschine aber auf jeden Fall zu empfehlen. Schließlich lässt sich mit ein wenig Übung unter Zuhilfenahme einer solchen Maschine jede Menge Zeit sparen. Vor allem Raufasertapeten und Tapeten ohne aufwendige Muster können mit einer solchen Maschine einfach bearbeitet werden. Eine echte Erleichterung ist ein solches Gerät vor allem, wenn Sie überwiegend alleine arbeiten. Gegenüber einem herkömmlichen Tapeziertisch benötigt eine Tapeziermaschine relativ wenig Platz. Sie kann deshalb auch besonders gut in engen Räumen verwendet werden. Denn mit etwas Übung kann eine Kleister- und Zuschneidemaschine auch ohne Tapeziertisch verwendet werden. Für diesen Zweck gibt es Maschinen mit integriertem Untergestell. Beim Kauf sollten Sie auf eine stabile Ausführung mit einem nichtrostenden Gehäuse aus Edelstahl achten, um einem vorzeitigen Verschleiß vorzubeugen.  

Werkzeuge, die das Anbringen der Tapete erleichtern

Mit einer Schlagschnur oder mit einem Lot können Sie die erste Bahn ausrichten und die weiteren Bahnen auf ihre lotrechte Lage hin überprüfen. In dieser Hinsicht kann auch ein moderner Baulaser hervorragende Dienste leisten. Die regelmäßige Überprüfung der Bahnen ist mit dem richtigen Werkzeug schnell erledigt und kann Ihnen viel Ärger und Zeit aufgrund von aufwendigen Nachbesserungsarbeiten ersparen.
Die Bahnen werden Stoß für Stoß geklebt und mit einer Tapetenbürste oder einem weichen Gummiroller glatt gestrichen. Die Bürste sollte dabei einen Kamm mit einer Länge von mindestens 30 Zentimetern haben, um großflächig arbeiten zu können. Für Tapeten mit druckempfindlichen Oberflächen haben sich weiche Chinabürsten etabliert. Auf diese Weise wird verhindert, dass die Borsten beim Glattstreichen die empfindliche und oftmals durchfeuchtete Tapete durchscheuern. Die Überhänge können mit einer stumpfen Tapezierschere oder mit einem Eckenroller leicht und mit größter Vorsicht in die Ecken gedrückt werden. Die vertikalen Anschlussstellen der einzelnen Bahnen können mit einer Nahtrolle sehr gut bündig gemacht werden. So wird verhindert, dass sich die Tapete an diesen Stellen wieder löst. Wird die Tapete an dieser Stelle nicht richtig angedrückt, kann es vorkommen, dass Luftströmungen, die später durch das Lüften entstehen, die Tapete anheben und im Laufe der Zeit ablösen.
Das Tapezieren der Decke ist mit weiteren Schwierigkeiten verbunden, da über Kopf gearbeitet werden muss. Eine stabile Leiter aus Aluminium oder ein Hilfspodest ist schnell aufgebaut und bringt enorme Vorteile. Es gibt jede Menge Werkzeuge, die das Anbringen der Tapete an der Wand und an der Decke wesentlich erleichtern.  

Tapezierwerkzeuge für die Feinarbeit

Nach dem Antrocknen der Tapete können die Detailarbeiten in Angriff genommen werden. Dazu zählt zum Beispiel der Zuschnitt der Tapete in Fensternischen, an Fensterbänken sowie an Heizkörpern. Dies gelingt gut mit einer spitzen Tapezierschere in Kombination mit einem Lineal aus dünnem Metall. Für besonders filigrane Arbeiten kann auch ein Tapeziermessser verwendet werden. Ein solches Messer eignet sich besonders gut für die Aussparungen im Bereich der Steckdosen und der Schalteranlagen. Hier sollten Sie aber auf jeden Fall darauf achten, dass der Strom im Vorfeld abgeschaltet wurde. Schere und Tapeziermesser sollten immer aus rostfreiem Edelstahl sein, denn korrodierte Stellen an der Scheren- und der Messerklinge können besonders an hellen Tapeten unschöne Flecken hinterlassen, die nicht immer entfernt werden können. Sind längere Schnitte notwendig, kann auch auf eine Tapetenschiene zurückgegriffen werden. Solche Schienen gibt es in den unterschiedlichsten Längen und Ausführungen.  

Tapezier-Hilfsmittel für Bordüren und andere Zierelemente

Viele modische und hochwertige Tapeten verfügen über einen mehrteiligen Aufbau in Form von Bordüren oder Zierprofile. Probleme entstehen bei diesen Elementen meist bei der Ausrichtung. Auch hier hat sich der Baulaser als sehr sinnvoll und nützlich erwiesen, um eine perfekte horizontale Markierung und Ausrichtung der Bordüre oder des Zierprofils zu realisieren. Bei eBay gibt es universell verwendbare Baulaser in allen erdenklichen Ausführungen. Der Zuschnitt der Bordüren kann ebenfalls mittels Tapezierschere oder mit dem Tapeziermesser in Kombination mit einem scharfkantigen Lineal erfolgen. Für Zierelemente aus Kunststoff, Metall oder Holz werden in der Regel Feinsägen verwendet.  

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