THAI AMULETTE - WARUM SIND MANCHE SO TEUER?

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Käufer wundern sich oft über die Preise für Thai Amulette, reicht doch die Preisspanne bei uns z.B. von 3,00 Euro bis 650 Euro (ohne Goldfassung). Wie kann das sein wo doch in Thailand alles so billig ist? Original Amulette können in Thailand soviel wie ein Oberklasse PKW kosten! Warum das so ist und wonach sich die Preise richten möchten wir nachstehend erklären.

Vorausgeschickt sei, dass der eigentliche Wert, derjenige ist, den der Besitzer seinem Amulett zumisst und dieser ist weit höher als der Marktwert, denn für die meisten Besitzer ist ihr Amulett unbezahlbar und unverkäuflich.

Auch im Tempel steigen die Preise!

Im Tempel kosten für jeden Besucher alle Amulette und Statuen das gleiche, doch der Tempel ist nur der Beginn einer Preisentwicklung, die im laufe der Jahre und Jahrzehnte eine mehr als 1.000 % - 10.000 % Preissteigerung nach sich zieht.

Allerdings ist in vielen Tempeln in den letzten 10 Jahren bereits eine Preissteigerung zu verzeichnen, die sich nicht allein mit der Inflationsrate erklären lässt. Das liegt daran, dass die Preise für Amulette und Statuen schon lange nicht mehr von den Mönchen sondern von der „weltlichen“ Tempel Verwaltung festgesetzt werden und die richtet sich zum einem nach der wirtschaftlichen Notwendigkeit und zum anderem, im Wesentlichen, nach dem Bekanntheitsgrad des Mönches oder Tempels, sowie der Nachfrage.

Je berühmter ein Mönch und je höher die Nachfrage nach seinen Amuletten ist, desto teurer sind diese schon im Tempel. Mittlerweile kennen die Tempel Verwaltungen den Wert ihres Tempels oder Mönches sehr genau. Konnte man vor 5 Jahren noch ein Original Luang Phu Hong Amulett für 50 Baht (1 Euro) kaufen, so gibt es Heute keins mehr unter 500 Baht (10 Euro)! In die Preiskalkulation fließen mit Sicherheit auch Faktoren wie Alter und Gesundheitszustand des jeweiligen Mönches mit ein. Das war ganz deutlich bei der 2007 erschienenen Luang Pho Khun „Khun 84“ Serie zu erkennen. Noch nie waren Luang Pho Khun Amulette im Wat Banrai so teuer wie Heute! Im Wat gibt es auch noch einige Restauflagen alter Luang Pho Khun Amulette, diese kosten dort teilweise mehr als das 3 – 4 fache des Ursprünglichen Ausgabepreises! Hier ist deutlich geworden, dass der Tempel Verwaltung bewußt ist, dass die Zeit die Luang Pho Khun noch auf Erden wandelt begrenzt ist.

Die Seriengröße ist nicht unerheblich

Ein weiterer nicht zu Unterschätzender Faktor ist die Seriengröße eines Amuletts, also die Anzahl der Amulette die von einen und demselben Amulett hergestellt werden. Denn die Stückkosten pro Amulett sind umso höher je geringer die Auflage ist, weil die Kosten für Präge- und Gussformen, sowie Design und Druck unabhängig von der Stückzahl der Amulette gleich hoch sind. Darüber hinaus spielt auch die verwendete Legierung eine entscheidende Rolle, so werden Phra Rian (Münzförmige Metall Amulette) in der Regel in 4 oder 5 verschiedenen Legierungen und Auflagen hergestellt. Die teuersten Varianten sind dabei Nuea Nawa (eine Silberlegierung), sowie Silber und Gold, das Preisverhältnis von einem normalen Phra Rian zu einer Nuea Nawa Ausführung beträgt in der Regel den Faktor 10, dass heisst ein Nuea Nawa Amulett ist 10x teurer als die normal Ausführung, die Serie in der Regel aber auch nur ein zehntel so groß. Nummerierte Serien, d.h. Amulette (i.d.R. Phra Grings) bei denen jedes Amulett eine fortlaufende Nummer hat, sind extrem teuer in der Herstellung und werden deswegen nur in kleinen Serien hergestellt. Für die Nummerierung gibt es verschiedene Verfahren, vom einschlagen über gravieren und ritzen bis zur kostbaren Serie bei der für jedes Amulett eine eigene Form hergestellt wird. Letzteres Verfahren wird kaum noch angewandt.

Thailändische Händler

Gerade bei sehr berühmten Mönchen und kleinen Amulett Serien spielen die professionellen thailändischen Amulett Händler und Großhändler eine wesentliche Rolle in der Preisentwicklung, denn diese kaufen teilweise ganze Serien auf. Kruba Kritsana gibt z.B. jedes Jahr Amulette heraus von denen es weniger als 5, 10, 20, 30, 50 oder 100 gibt. Diese sind teilweise bereits vor dem offiziellen Erstausgabetag an Händler verkauft und kosten dann das Doppelte des Tempel Ausgabepreises. Wird so ein Amulett von einem Händler an den nächsten verkauft, so kostet es dem nächsten Käufer bereits 300 – 400 % mehr als es im Tempel gekostet hätte. Doch die Chance ein derartiges Amulett im Tempel zu erwerben ist gleich null, da Händler mit guten Beziehungen die Amulette blind ohne sie gesehen zu haben, bezahlen bevor sie überhaupt erschaffen wurden. Das gleiche gilt auch für viele andere berühmte Mönche und Kleinserien Amulette.

Unkalkulierbare Faktoren

Nächster Faktor kann sein, dass aus Gründen, die auch Profis nicht nachvollziehen können, ein Run auf eine bestimmte Amulett Art oder Amulette eines bestimmten Mönches bzw. Tempels ausgelöst wird, wie es in noch nie dagewesener Weise mit Jatukam Amuletten geschehen ist.

Ende 2006 fand in Thailand, man kann schon fast sagen, eine Massenhysterie auf Jatukam Amulette statt. Eine Amulett Art, die bis dahin über 20 Jahre ein Schatten Dasein fristete und nur in sehr kleinen Serien von einigen wenigen Tempeln herausgegeben wurde.

Diese Amulette erfuhren innerhalb weniger Wochen eine Wertsteigerung von mehreren tausend Euro, gleichzeitig wurden von Ende 2006 bis Herbst 2007 mehrere Millionen Jatukam Amulette herausgegeben. Dabei stiegen die Preise für Kleinserien Amulette, durch die hohe Nachfrage und dem gezielten Aufkauf von Kleinserien durch finanzkräftige Händler, ins unermessliche.

Ende 2007 brach der Markt zusammen, viele Tempel blieben auf ihren Amuletten sitzen und haben dadurch nun Schulden (teilweise) im zweistelligen Millionen Baht Bereich. Außer Kleinserien unter Sammlern, sind Jatukam Amulette kaum noch verkäuflich, hunderte von Händler sind daran Bankrott gegangen.

Solche Phänomene finden, wenn auch nicht in diesen hysterischen Ausmaß, jedes Jahr zigfach statt!

Zu guter letzt und so makaber es klingt, das vergehen eines berühmten Mönches treibt die Preise über Nacht um mehrere hundert Prozent hoch und im laufe der Jahre steigen sie immer weiter, mehr dazu im letzten Absatz. Selbst Tempel erhöhen sofort nach dem vergehen ihres ehrwürdigen Abtes die Preise. So stiegen die Amulett Preise im Wat Bamrung Wannaram nach dem vergehen des hoch verehrten Luang Phu Saeng über Nacht um 100 %.

Einfluss der Sammler auf die Preise

Im letzten Abschnitt wenden wir uns den Amulett Preisen von älteren Amuletten bereits verstorbener Mönche zu. Thai Amulette die als besonders wirksam gelten und von bedeutenden Mönchen stammen, die als Meister der buddhistischen Magie gelten, kosten in Thailand, bezogen auf das Durchschnittseinkommen eines Thais, teilweise ein Vermögen oder zumindest sehr viel Geld. Doch Thais sind bereit diesen Preis zu bezahlen, da sie den Wert eines Amuletts zu schätzen wissen.

In Thailand gibt es einen unvorstellbaren großen Sammlermarkt mit einigen dutzend Fachzeitschriften, eigenen Vereinigungen, Clubs und Vereinen, sowie Ausstellungen und Messen. Diese mehrere Millionen zählende Sammlergemeinde hat nicht nur einen wesentlichen Einfluss auf den Wert aktueller Amulett Serien, sondern ist der Maßstab für den Marktwert von berühmten Amulett Serien. Sie bestimmen den Marktpreis für Amulette von berühmten und meist schon vergangenen Mönchen. Diese, ich nenne es mal Sammlerpreise, kann man fast schon als Unverbindliche Preisempfehlung betrachten, denn Original Amulette in einem gleichwertigen Erhaltungszustand kosten, mit kleinen Abweichungen, fast überall gleich viel.

Die Preisunterschiede liegen von Händler zu Händler und von Provinz zu Provinz zwischen 10 % und 20 %. In der Heimatprovinz sind die Amulette eines Mönches im Übrigen immer am teuersten.

Deshalb ist es unmöglich, dass bei ebay „Original Amulette“ für weniger als 5 % des in Thailand üblichen Marktwertes oder gar mit einem Startpreis von 1,99 Euro angeboten werden. Bei diesen Angeboten handelt es sich um Fälschungen! Je berühmter ein Mönch ist und je länger er bereits nicht mehr unter uns weilt, desto teurer sind seine Amulette. So kostet ein Original Phra Somdej Phim Yai Amulett des 1872 verstorbenen Somdej Phra Phuttajahn Toh (Luang Pho Toh) bis zu 60.000 Euro!

Da niemand, besonders Thais nicht, die durch Geld ihre gesellschaftliche Stellung untermauern, Geld verschenkt, sollte eigentlich jeder Interessent sofort stutzig werden, wenn Amulette bedeutender Mönche für ein paar Euro angeboten werden.

So kostet z.B. ein Original Amulett (mittelmäßigen Erhaltungszustand) des 1971 vergangenen erwürdigen Phra Chao Khun Nor, weit über 60 Euro. Das gleiche Amulett mit Zertifikat in einem Excellenten Erhaltungszustand kostet je nach Serie und Ausführung zwischen 200 – 2.000 Euro. Chao Khun Nor gehört zu den berühmtesten und Verehrtesten Mönchen Thailands und seine Amulette zu den begehrtesten und teuersten die der Markt zu bieten hat. Da die Preise für Chao Khun Nor Amulette jedes Jahr, abhängig von der Serie, um 25 – 30 % steigen, werden sie leider sehr häufig zum Spekulationsobjekt degradiert. Ein Original Foto das Chao Khun Nor im Dezember 1970 betend im Wat Thepsirin zeigt, kostet zwischen 150 und 200 Euro, vielleicht können Sie nun erahnen wieviel erst ein Original Amulett kostet, dass aus den Händen von Chao Khun Nor stammt.

Amulett Fälschungen

Sollten Sie Chao Khun Nor Amulette unter den oben genannten Preisen angeboten bekommen, oder bei ebay für z.B. 1,99 Euro Startpreis sehen, so handelt es sich um Fälschungen, egal was der Verkäufer auch schreibt. In letzter Zeit tauchen gehäuft Chao Khun Nor Fälschungen bei ebay auf, deshalb sollten Sie sofern Sie ein echtes Chao Khun Nor Amulett wünschen, diese Angebote meiden.

Importkosten

Wenn wir Amulette nach Deutschland importieren kommen zusätzlich Kosten für die 9 tägige Weihe, Verpackungs- und Versandkosten, sowie 4,5 % Zoll und 19 % Einfuhrumsatzsteuer hinzu.


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