Swoopo ist keine Auktion! - Finger weg

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Liebe eBay-Mitglieder,

seit einiger Zeit gibt es unter www.swoopo.de (vormals telebid) so genannte "Online-Auktionen", bei denen Produkte zu wahnsinnig niedrigen Preisen ersteigert werden können, so wurde z. B. ein MacBook Pro 13,3 " nach eigener Aussage von Swoopo "Kürzlich versteigert für 194,34 €" (siehe Bild). Das ganze in einer so genannten "2 Cent Auktion".

Wow, auf den ersten Blick ist das ein Hammerpreis
, wenn man bedenkt, das dieses Gerät sonst ca. 1.100 Euro kostet, je nach Ausstattung. Aber wo ist der Haken? Diese Frage sollte sich jeder angesichts eines solchen Schnäppchens stellen.


1. Das Gebot: Jedes Gebot bei Swoopo kostet den Bietenden 50 Cent. Diese Bids müssen vorher gekauft und bezahlt werden.
2. Jedes abgegebene Gebot erhöht bei der genannten Auktion den Auktionspreis um nur 2 Cent! Das heißt die "Auktion" fängt bei 0,- Euro an, und pro eingezahlten 50 Cent steigt der Artikelpreis um 2 Cent.
3. Die verbleibende Auktionszeit steigt mit jedem Gebot um 20 Sekunden (die Zeiten sind aber variabel und von Auktion zu Auktion verschieden). Somit gibt es keine Gebote in letzter Sekunde, jedes Gebot wird zur verbleibenden Auktionszeit hinzugerechnet, so kann eine Auktion die eben noch 10 Sekunden lief plötzlich wieder bei 10 Minuten stehen.

• Aus meiner Sicht hat das nichts mit einer Auktion, als eher etwas mit Glücksspiel zu tun, denn immerhin muss permanent ein Einsatz geleistet werden um "dabei" zu sein. Die ablaufende Uhr setzt den Teilnehmer unter Druck.

Kommen wir zum erwähnten MacBook Pro zurück. Dieses wurde also für 194,34 Euro "ersteigert". Wie rechnet sich das also für den Anbieter? Zuerst teilen wir den Endbetrag mal durch 2 Cent = 9717 Gebote. Pro Gebot muss der Bieter 50 Cent bezahlen, somit hat der Anbieter 9717 x 0,50 Euro= 4858,50 Euro eingenommen. Mit der satten Marge von über 3.500 Euro für ein Notebook kann er dann Onlinewerbung und seine bunte Website bezahlen. Das beste für den Anbieter ist, das er keinerlei Lager braucht, da die Artikel nach "Auktionsende" einfach irgendwo bestellt und direkt an den Gewinner geliefert wird.

• Jeder der sich die Hoffnung macht, mit nur kleinem Einsatz ein Schnäppchen zu machen: diese Hoffnung machen sich viele! Je mehr diese Hoffnung hegen, desto mehr Teilnehmer hat eine "Auktion" und desto geringer sind die Chancen. Der Frustration, wenn man z. B. 10,- Euro für 20 Gebote vergeigt hat, folgt dann unter Umständen das dringende Bedürfnis, um jeden Preis zu gewinnen. Davor möchte ich hiermit ausdrücklich warnen! Sie werfen dem schlechten Geld (was schon weg ist) immer mehr gutes Geld hinterher (das Sie noch haben). Theoretisch steigen zwar Ihre Chancen, wenn allerdings jemand relativ zum Schluss erst anfängt mitzubieten, hat der neue unter Umständen den längeren Atem, da er noch wenig verloren hat. Auch auf eBay gibt es das Phänomen, das Bieter viel mehr für einen Artikel bezahlen, als sie ursprünglich wollten. Aber dafür haben sie einen Artikel. Bei Swoopo können Sie zweihundert Gebot für 100 Euro abgeben, und haben den Preis des MacBook Pro damit gerade mal um 4,- Euro erhöht.

Fazit: Lassen Sie lieber die Finger von Swoopo. So schön sich das alles anhört, so unkalkulierbar sind die Folgen. Statt vieler hundert Euro vergeblich zu vergeuden, bieten Sie lieber bei eBay mit, oder besuchen Sie eine Preissuchmaschine um Geld zu sparen.


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