Suzuki GSR 600

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Die Suzuki GSR 600 ist ein feines Motorrad von gut 210 kg Gewicht mit in der Regel 98 PS. Der leicht entschärfte Vierzylinder-Supersport-Motor läuft prima, ist drehfreudig und erlaubt bis zu 220 km/h (mehr aber auch nicht). Das Design der Maschine erinnert bewußt an die Suzuki-B-King. Die Bauteile muten wertig an, man bekommt viel Motorrad fürs Geld, ein vollständiges Cockpit und ABS runden das positive Bild ab. Als Zubehör gibt es ein kleines Windschild, Puristen fahren die Maschine als Naked Bike und sind durch die Cockpit-Konstruktion trotzdem ein Stück weit vom Fahrtwind geschützt. Weiterhin gibt es im Zubehörhandel bereits eine Fülle alternativer Auspuffanlagen und sonstiger Austauschteile, nennenswerte Mehrleistungen sind dadurch allein nicht zu erwarten. Allerdings erfüllt der Einspritzer mit seiner Original-Auspuffanlage EuroNorm 3 und ist im Verkehr bisweilen so leise, dass man sich etwas mehr akustische Wahrnehmbarkeit wünschen würde. Die Serienbereifung ist Bridgestone BT14, viele Wechseln später auf Michelin PilotPower. Soziustauglichkeit und eine bequeme Sitzhaltung für den Fahrer sind gegeben. Für die große Tour würde man sich evtl. wenigstens als Angebot ein entfernbares Koffersystem wünschen. So hält auf dem gewölbten Tank der Tankrucksack nicht besonders gut und es bleiben nur Seitenpacktaschen. Kurze Wartungsintervalle von nur 6000 km gehen für Vielfahrer durchaus ins Geld, vor allem aber ist die Maschine durstig, wer weniger als 6 Liter verbraucht, fährt vielleicht viel zu langsam, 12 Liter bei Dauervollgas sind auch möglich, gut 6 Liter üblich. Nervig sind Lastwechsel-Reaktionen vor allem im Bereich von 4000 und 5000 Touren. Sehr sinnvolles Zubehör sind Flanken-Sturzpads, die bei kleinen Ausrutschern die Motordeckel vor schnellem und teurem Durchschleifen schützen. Wer sich für eine GSR600 interessiert, mag auch eine Kawasaki ER6 in Betracht ziehen, oder eine Honda Hornet 600, eine Honda CBF600 oder eine 600er-Yamaha. Die Yamahas werden im Vergleich regelmäßig motormäßig abgewertet, die CBF600 erreicht ebenfalls nicht die Spritzigkeit der GSR, die ER6 ist die Zweizylinder-Alternative mit einem tollen Motor, geringerer Spitzenleistung und im Detail deutlich billiger wirkenden Komponenten. Neu im Vergleichsfeld die Triumph Speed-Triple, derzeit nur ohne ABS. Diese, wie auch die Hornet werden serienmäßig mit mehr als 98 PS angeboten, was in der Praxis einiges an Mehrkosten für geringe Mehrleistung bedeutet und auch Schwierigkeiten aufwerfen kann, eine Neumaschine Vollkasko zu versichern. Eine Alternative aus dem Hause Suzuki ist die 650er-Bandit. Im Vergleich zur GSR ein völlig anderes Fahren, mehr trohnend mit besserem Durchzug und geringerer Endgeschwindigkeit, ein im Vergleich zur GSR auch ziemlich schwerer Brocken von fast 250 kg, dafür mit Hauptständer. Dagegen ist die GSR eher ein nervöses Hemd, ein alltagstaugliches, zuverlässiges, schickes aber durstiges Spaßmobil.
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