Super Mario Sunshine

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Irgendwie war es schon ein komisches Gefühl in diesem Mai: Nintendo brachte mit dem Gamecube eine neue Konsole auf den Markt und es gab zum Launch kein Spiel mit Mario, dem kleinen dicken Klempner. Normalerweise war ein Jump'n'Run mit dem Nintendo-Maskottchen bisher immer absolute Pflicht gewesen für jede Konsole, auf dem Spielewürfel schickte man aber erst mal Marios jüngeren Bruder vor und spendierte ihm mit "Luigi's Mansion" ein eigenes Game. Ein gutes halbes Jahr später ist Mario nun auch endlich auf dem Cube anzutreffen - Super Mario Sunshine verzückt seit dem 04.10. auch in unseren Breitengraden die Spieler. Was Euch bei dem Titel erwartet und wie gut das neue Mario-Spiel wirklich ist, lest Ihr am besten selbst...


~~~Die Story~~~

Die Story ist wie bei den meisten Mario-Titeln relativ simpel, trägt aber nicht wenig zum Spielgeschehen bei und soll deshalb kurz erwähnt werden. Mario ist gerade auf dem Weg in die Südsee, wo er mit Prinzessin Toadstool (auch "Peach" genannt), Pilzkopf Toad und dem Pilzkönig seinen Urlaub verbringen möchte. Doch kaum ist er in seinem Urlaubsort, Isla Delfino, gelandet, gibt es auch schon mächtigen Aufruhr: Ein Unhold hat die komplette Stadt mit Dreck und Farbe beschmiert! Überall sind Steckbriefe des Übeltäters zu finden- und dieser sieht Mario verdammt ähnlich! Mario wird vor den örtlichen Richter geführt und verurteilt, der Urlaub fällt also erst mal ins Wasser. Marios Strafe? Die gesamte Insel muss wieder gereinigt werden...


~~~Das Spielprinzip~~~

An dieser Stelle steigt Ihr nun in das Spielgeschehen ein und übernehmt die Rolle des rotmützigen Klempners. Zum Glück müsst Ihr nicht mit Putzeimer und Lappen antreten, denn ein onimöser Professor I.Gidd (Na, erinnern sich die "Luigi's Mansion"-Zocker?) hat eine Maschine entwickelt, die Mario bei seinem Unterfangen helfen soll: Den Dreckweg 08/17! Praktischerweise schnallt sich dieses Gerät gleich automatisch auf Marios Rücken und da es sprechen kann gibt es auch gleich ein paar Hinweise, wie man steuerungstechnisch gesehen damit umzugehen hat.

Neben den aus Mario-64-Zeiten gesehen Sprungtechniken (mit dem A-Knopf) spielt jetzt vor allem der R-Button eine große Rolle: Ähnlich wie bei Resident Evil wird hier der Dreckweg aktiviert und ein Wasserstrahl abgefeuert. Hierbei muss man unterscheiden, ob man den Button komplett drückt - dann bleibt Mario stehen und man kann den Wasserstrahl mit dem Analog-Stick steuern - oder ob man ihn nur ein wenig drückt, dann kann man den Klempner selbst noch bewegen. Der B-Button wird zum Ergreifen von Gegenständen relativ selten eingesetzt, ab und zu ist auch die L-Taste vonnöten, wenn man im Sprung eine Stampf-Attacke ausführen möchte. X und Y zoomen die Kamera, die man mit dem C-Stick auch selbst nachjustieren darf.
Gerade aus dem Einsatz des Dreckwegs ergeben sich eine Menge weiterer, innovativer Steuerungsmöglichkeiten. Denn im Sprung fungiert er also Schwebedüse und kann Mario so einige Sekunden länger in der Luft halten. Später im Spiel trifft man noch auf eine Raketendüse für katapultartige Starts in die Lüfte und einer Turbodüse, mit der man den schnellsten Speedbooten Konkurrenz machen kann. Auch beim Hangeln an Seilen oder dem Teich-Surfen über Seerosenblätter ist der Dreckweg von Vorteil, nur wenn man später mal auf Yoshi trifft, hat das Gerät Sendepause. Bedenkt generell aber immer, dass der Wassertank gefüllt sein muss, sonst ist es vorbei mit der Herrlichkeit! Aber es finden sich eigentlich immer irgendwelche Brunnen, Wasserfässer, Flüsse, etc. wo man seinen Vorrat wieder auffüllen kann.


Im Prinzip läuft das Spiel dann so ab, das man in der Stadt ein farbig schimmerndes "M" suchen muss, welches eine Welt verkörpert. Springt man dort hinein, wird man - mit einem schicken Grafikeffekt übrigens - in das dazugehörige Level transp ortiert. Dort bekommt man dann zunächst die Aufgabe gezeigt, für die man einen Shine erhält. Einen was? Einen Shine... Dazu aber später mehr. In jedem Level gibt es acht verschiedene Aufgaben, die man der Reihe nach erledigen muss und bei denen sich das Level immer geringfügig verändert oder neue Bereiche freigegeben werden. Zu den Aufgaben gehört beispielsweise das Besiegen eines fiesen Obermotzes, das Sammeln von acht roten Münzen, eine Jagd auf Fake-Mario findet statt, furios gestaltete Geschicklichkeits-Passagen wollen bezwungen werden, etc. - Abwechslung wird hier groß geschrieben was man den Entwicklern auch hoch anrechnen muss.

Zu den Shines: Sie stellen Insignien der Sonne dar und müssen von Mario wiedergefunden werden, da auch diese irgendwie verschollen sind und Isla Delfino im Schatten zu versinken droht. Shines erhält man z.B. für das Erfüllen einer Aufgabe eines Levels. Wer in einer Welt, egal in welchem Level, 100 goldene Münzen sammelt, bekommt ebenfalls einen Shine als Belohnung. An dieser Stelle sei kurz angemerkt, dass man erstmals bei einem Mario-Game hier schon bei 50 goldenen Münzen ein Extraleben erhält, sonst musste man immer 100 Stück davon sammeln. Des weiteren befinden sich nun auch blaue Münzen in den Levels, die aber oft gut versteckt sind. Zehn Stück davon können auch gegen einen Shine getauscht werden.

Im Prinzip muss man die einzelnen Levels nicht linear spielen, sondern kann man dem ersten Level in der ersten Welt auch gleich zur zweiten Welt weiterhüpfen - aber nur dann, wenn man auch bestimmte Voraussetzungen erfüllt hat. Ab einer bestimmten Anzahl an Shines passieren nämlich immer wieder neue Ereignisse in der Stadt und vorher unzugängliche Stellen werden freigeschaltet. So lassen sich insgesamt acht Welten entdecken, in denen es jede Menge zu erledigen gibt.


~~~Die Gegner~~~

Ein paar Worte will ich noch zu den Gegnern verlieren, die sich Euch in Super Mario Sunshine in den Weg stellen. Ber eits bei Mario 64 dürfte den Spielern aufgefallen sein, dass die Anzahl an Kontrahenten drastisch reduziert wurde. So ist auch diesmal wieder der Fall. Ward Ihr in den 2D-Episoden noch fleißig am Hüpfen und musstet Euch massiven Gegner-Scharen erwehren, so habt Ihr es nun mit weit weniger Bösewichten zu tun. In einem 3D-Spiel wäre es auch ungleich schwerer gewesen, alle mit einem gezielten Kopfsprung zu erledigen, da hier erfahrungsgemäß die Steuerung wesentlich anspruchsvoller ist.

Was ich hier ein klein wenig schade finde ist die Tatsache, dass man nur sehr wenige bekannte Gesichert wiedersieht. Die kleinen Goombas sind auf der Tropeninsel gar nicht zu finden, die Koopa Troopa kommen nur als elektrisierte Variante vor und haben dank des seltsamen Designs viel von ihrer Ausstrahlung verloren. Da freut man sich richtig über die bekannten fleischfressenden Pflanzen und die Tintenfische, die man gleich erkennt. Hinzu gesellen sich noch ein paar neue Gegner und auch lange verschollene Bekannte tauchen wieder auf (die Kakteen aus Super Mario Brothers 2 z.B.), insgesamt habe ich aber schon schönere und bessere Bösewichte bei einem Mario-Titel gesehen. Dem Spielspaß tut dies natürlich keinen Abbruch sondern ärgert eher die langjährigen Kenner der Serie im Detail.



~~~Grafik & Sound~~~

Grafisch hat man sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentiert Super Mario Sunshine in feiner 3D-Grafik mit kunterbunten Texturen. Hier sei auch gleich der erste und einzige Kritikpunkt angebracht, denn die großen Texturen wirken an einigen Stellen etwas eintönig und lieblos gezeichnet, was dem aktiven Spieler aber eigentlich nicht weiter auffällt. Davon abgesehen wird das Auge mit absolut flüssigen Knuddel-Polygonen verwöhnt, die sich ruckelfrei und detailliert über den Bildschirm bewegen. Die Weitsicht in manchen Stufen ist enorm beeindruckend, man sieht von bestimmten Stages aus sogar entfernte Inseln und die Details des sich drehenden Riesenrades im Ver gnügungspark! Auch mit den Effekten wurde nicht gespart, wobei man hier spielbedingt vor allem natürlich immer wieder herrliche spiegelnde Wasseroberflächen bewundern darf. Aber auch Rauch, Feuer und Qualm wurde schön und authentisch dargestellt, von diversen Spielerein ganz zu schweigen.

Ein Lob verdient auch der Sound, der Mario-typisch aus den Boxen kommt. Hier werden sich vor allem Kenner der Vorgänger gleich heimisch fühlen, da viele der bekannten Melodien immer wieder mal vorkommen, diesmal aber beispielsweise sonniges Karibik-Flair versprühen. Auch die neuen Hintergrundmelodien gehen schnell ins Ohr und ehe man sich's versieht summt man sie schon unbewusst mit. Die Soundeffekt passen zudem auch hervorragend zum Spielgeschehen, können aber keine neuen Genre-Maßstäbe setzen. Wozu auch? Alles passt 100%ig zusammen und mehr verlangt ja auch keiner.


~~~Sonstiges~~~

Hier will ich noch kurz zwei meiner Meinung nach sehr wichtige Punkte ansprechen: Zum einen wäre das die Kameraführung, die zwar bei weitem nicht perfekt, aber für ein 3D-Game meiner Meinung nach einfach ausgezeichnet gelungen ist. In der Regel wird die Kamera automatisch hinter Mario positioniert, aber mit dem C-Stick kann man sie beliebig nachjustieren und so den passenden Blickwinkel heraussuchen. Vorbei sind die Ausreden, dass die Kameraposition zu schlecht war. Nein, diesmal war es die eigene Unfähigkeit, die einen in den Abgrund hat fallen lassen. Man verliert in Super Mario Sunshine nicht gerade oft ein Leben - aber wenn, dann weiß man genau, dass man selbst daran Schuld ist weil man eben unsauber gesprungen ist. Ich hab übrigens kurz darauf mal wieder Sonic Adventure 2 gespielt und ständig am C-Stick gerüttelt, weil ich die Kamera nachjustieren wollte. Ging nur dummerweise nicht, zeigt aber, wie schnell man die Steuerung des Mario-Titel verinnerlicht hat...

Der zweite wichtige Punkt wäre der Schwierigkeitsgrad des Games. Denn die ersten Levels sind mi t etwas Übung auch locker von jedem Anfänger zu bewältigen. Klar, ein Mario-Spiel zieht eben auch eine große Käuferschar in seinen Bann und auch die Kleinsten wollen ihre Erfolge bei dem Spiel haben. Erfreulich ist jedoch, dass der Schwierigkeitsgrad konstant ansteigt und bald auch erfahrene Spieler an manchen Stellen arg zu knabbern haben werden. Wer aber einigermaßen geschickt am Pad ist, sollte den finalen Endgegner irgendwann zu Gesicht bekommen und den Schwindel um Fake-Mario enttarnen. Jetzt wird's aber erst richtig interessant, denn nach dem Durchspielen stehen in den Geschicklichkeits-Levels noch einmal zehn rote Münzen aus, die jeweils in einem äußerst knappen Zeitlimit geholt werden wollen. Ab jetzt sind die wirklichen Cracks gefragt, denn immer wieder findet sich eine blaue Münze oder vielleicht sogar ein Shine - und immerhin will man doch auch ale 120 Insignien der Sonne finden, oder? Genau - und da liegt die große Stärke von Super Mario Sunshine. Denn man kann einfach nicht vom Pad lassen, bis man nicht wieder einen Shine gefunden hat. Und da oben hinter diesem Turm beim Wasserfall, da muss doch auch noch irgendwas sein! ;-)


~~~Kurzübersicht~~~

Titel: Super Mario Sunshine
Genre: 3D Jump'n'Run
Spieler: 1
Memory Card: 7 Blöcke
Schwierigkeitsgrad: Anfänger, Fortgeschrittene & Profis
Preis: ca. 55,-


~~~Fazit~~~

Was soll ich abschließend noch sagen? "Kauft Euch einen Gamecube mit Super Mario Sunshine!" - ich denke, das sollte es am besten treffen. Neben Resident Evil ist das neustes Mario-Abenteuer nämlich der nächste absolute Kaufgrund für Nintendos Würfel und wer schon lange damit geliebäugelt hat, sollte jetzt endlich zuschlagen! Super Mario Sunshine ist das bisher abwechslungsreichste Game mit dem pummeligen Klempner und der gerade gegen Ende stark ansteigende Schwierigkeitsgrad lässt es schon lange nicht mehr zum reinen Kinderspiel verkommen. Nein, hier werden auc h gestandene Profis immer wieder an ihre Grenzen stoßen. Aber gerade das macht das Game ja auch zur uneingeschränkten Kaufempfehlung für alle Videospieler, denn die Motivation ist so dermaßen hoch, dass man das Pad einfach nicht mehr zur Seite legen kann. Wer hier lapidar kommentiert, dass ihm Mario zu kindisch ist, der hat entweder den Bericht nicht gelesen oder einfach nichts kapiert! Besorgt Euch am besten eine Sonnenbrille, ein paar Drinks und dann verbarrikadiert Euch die nächsten Wochen vor der Konsole. Vorher werdet Ihr sowieso nicht mehr davon loskommen. Mario is back!

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