Sucht - was ist das eigentlich genau?

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Sucht kommt nicht, wie man denken möchte, von "suchen", sondern vom alten Wort "siechen" (krank sein), verwandt mit Seuche. Wer z.B. an Internetsucht leidet, sucht nicht etwa Kontakte (die ihm im "richtigen Leben" fehlen), sondern er leidet an einer Persönlichkeitsstörung, die ihn nich t mehr zutreffend unterscheiden läßt zwischen Realität und Virtuellem.

Insbesondere leiden daran Hobbyschriftsteller, angebliche Gutachter, Doktoren mit Phantasietiteln und regelmäßig (als Offizier außer Dienst!) im "Auslandseinsatz" weilende Patienten.

Einer meiner früheren Patienten wollte mich regelmäßig auf die Channel Islands mitnehmen (den Flug sollte ich natürlich bezahlen), weil er sich dort mit den Präsidenten der G8-Staaten treffen wollte, um den internationen Kampf gegen künstliches Vanille-Aroma zu organisieren... - was bekanntlich die einzige Quelle der Krebserkrankungen sei. Der britische Gesundheitsminister war selbstverständlich der beste Freund jenes Patienten.



Etymologie
Das Wort „Sucht“ (germ. suhti-, ahd. suht, suft, mhd. suht) ist nicht verwandt mit „suchen“. Es geht auf „siechen“ (ahd. siechen, mhd. siuchan) zurück, das Leiden an einer Krankheit. Im heutigen Sprachgebrauch ist das Adjektiv „siech“ (vergleiche auch engl. sick, ndl. ziek) nur noch regional gebräuchlich.

Bereits 1888 definierte Meyers Konversationslexikon „Sucht“ als ein in der Medizin veraltetes Wort, das früher ganz allgemein Krankheit bedeutete, z. B. in Schwindsucht, Wassersucht, Fettsucht, Fallsucht, Gelbsucht.

Diese historischen Krankheitsbezeichnungen beschrieben meist nur das auffälligste Symptom. Der Schwindsüchtige „schwindet dahin“, im Wassersüchtigen sammelt sich Wasser, der Fettsüchtige ist zu fett, der Gelbsüchtige verfärbt sich gelb, der Trunksüchtige trinkt zu viel. Durch Verwendungen wie Tobsucht und Mondsucht wurde Sucht auch als krankhaftes Verlangen verstanden. Daraus entstand im 20. Jahrhundert der moderne Suchtbegriff im Sinne von Abhängigkeit. Anfänglich bezog er sich nur auf die Trunksucht (Alkoholismus). Später wurden auch andere Abhängigkeiten als Sucht bezeichnet.

Im offiziellen Sprachgebrauch der Weltgesundheitsorganisation (WHO) existierte der Begriff Sucht von 1957 bis 1963. Danach wurde er zunächst durch Missbrauch und Abhängigkeit ersetzt. Schließlich wurde nach 1969 das Missbrauchskonzept zugunsten vier definierter Klassen des Gebrauchs verworfen:

   1. Unerlaubter Gebrauch ist von der Gesellschaft nicht tolerierter Gebrauch.
   2. Gefährlicher Gebrauch ist Gebrauch mit wahrscheinlich schädliche Folgen für den Konsumenten.
   3. Dysfunktionaler Gebrauch liegt vor, wenn psychischen oder sozialen Anforderungen nicht mehr gerecht geworden werden kann.
   4. Schädlicher Gebrauch hat bereits schädliche Folgen (Zellschäden, psychische Störung) hervorgerufen.

Diese Bezeichnungen haben in das ICD-10 Eingang gefunden, allerdings findet sich im DSM-IV nach wie vor die Bezeichnung "Missbrauch". Der professionelle und wissenschaftliche Sprachgebrauch in den Bereichen Medizin und Soziale Arbeit bevorzugt mittlerweile die Formulierungen des ICD-10 und spricht vom Abhängigkeitssyndrom.

Zitat aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie


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