Studio-Beleuchtungssets – für jede Stimmung das passende Licht zur Hand

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Studio-Beleuchtungssets – für jede Stimmung das passende Licht zur Hand

Um erste Erfahrungen in der Studiofotografie sammeln zu können, benötigt man neben einer qualitativ hochwertigen Kameraausrüstung auch eine professionelle Ausleuchtung. Studio-Beleuchtungssets sind allerdings in der Anschaffung relativ teuer.

Der große Vorteil solcher Sets besteht darin, dass man für jede Stimmung immer das passende Licht zur Hand hat. Einsteiger in die Studio-Fotografie sollten auf modulare Systeme setzen, die sich nach und nach erweitern lassen.

Wichtig ist es aber, sich im Vorfeld bereits mit den unterschiedlichen Beleuchtungstechniken ein wenig auseinanderzusetzen.

Jede Lichtquelle hat ihre Vor- und Nachteile

Im Grunde kann man mit den unterschiedlichsten Lichtquellen arbeiten, und oft kommen dabei auch tolle Fotos heraus. Geeignet sind neben dem natürlichen Tageslicht folgende Beleuchtungen:

  • Künstliches Licht in Form von Decken-, Wand- und Tischleuchten
  • Helle Schreibtischlampen oder auch Taschenlampen, mit denen man Akzente setzen kann
  • Mischlicht – unterschiedliche Beleuchtungsquellen im Raum
  • Studiodauerlichtlampen
  • Studioblitze

Natürliches Tageslicht eignet sich sehr gut bei Motiven, die unabhängig von der Länge der Belichtungszeit sind. Besonders bei bewegten Motiven genügt das Tageslicht häufig nicht, wenn Sie mit kurzen Verschlusszeiten arbeiten möchten. Hier leidet dann die optimale Ausleuchtung, und es kann zu unscharfen Fotos kommen.

Der große Vorteil von diffusem Tageslicht ist, dass es kaum oder nur relativ weiche Schatten erzeugt. Bei hellem Sonnenschein sieht das allerdings anders aus, denn hier können harte Schlagschatten entstehen.

Künstliches Licht macht unabhängig vom Wetter

Wer nicht vom Wetter abhängig sein will, um gute Fotos zu machen, muss über Beleuchtungstechniken nachdenken. Die ersten Gehversuche macht man in der Regel mit künstlichen Lichtquellen, die bereits vorhanden sind.

Helle Deckenleuchten, Wand- oder Stehlampen sind zur Ausleuchtung häufig recht gut geeignet. Am wirkungsvollsten ist eine Kombination aus unterschiedlichen Kunstlichtquellen. So lassen sich interessante Beleuchtungseffekte erzielen.

Schreibtisch- oder Taschenlampen, die man zur punktuellen Beleuchtung einsetzt, werfen – ähnlich wie Sonnenlicht – relativ harte Schatten. Hier muss dann häufig am Computer nachgearbeitet werden, wenn man sich damit nicht abfinden will.

Besser geeignet sind deshalb Deckenleuchten, besonders dann, wenn es sich bei den Leuchtmitteln um Reflektoren handelt. Sie erzeugen ein gleichmäßiges und weiches Licht. Absolut ungeeignet sind übrigens Strahlerleisten. Hier werden ebenfalls harte Schattenbildungen sichtbar, und zwar nicht nur einmal, sondern bei jedem einzelnen Strahler.

Auch Mischlicht kann unter Umständen problematisch sein. Wenn verschiedene Lichtquellen verwendet werden, sollten alle über das gleiche Leuchtmittel verfügen und dieselbe Farbtemperatur aufweisen. Stimmen die Leuchtmittel nicht überein, bilden sich auf den Fotos mehrfarbige Schatten, die sich auch in der Nachbearbeitung nicht restlos beseitigen lassen. Besonders stark ist dieser Effekt bei einer Kombination von LEDs mit Halogenleuchten und herkömmlichen Glühbirnen.

Studio-Beleuchtungssets lösen die meisten Lichtprobleme in der Fotografie

Eine optimale Ausleuchtung in der Fotografie erreicht man im Grunde nur mit Studiolampen. Dabei kann es sich um

Ausschlaggebend dafür, welche Beleuchtungsart man verwendet, ist auch die eigene Fotokamera. Studioblitze müssen über einen sogenannten Blitzschuh oder ein Synchronkabel mit der Kamera verbunden werden. Sind diese Anschlüsse nicht vorhanden, kommen Studioblitze für die Ausleuchtung nicht infrage.

Wenn die eigene Fotokamera ausschließlich über Automatikprogramme verfügt und nicht manuell einstellbar ist, kommen ohnehin nur Studiodauerlichtlampen infrage.

Tageslichtlampen haben den Vorteil, dass der Belichtungsmesser der Kamera die Belichtungszeit hier extrem korrekt ermitteln kann. Fehlbelichtungen sind ausgesprochen selten. Nachteilig ist jedoch, dass man sehr starke Leuchtmittel verwenden muss, um eine entsprechende Helligkeit auf größeren Flächen zu erzeugen.

Hinweis: Wenn Sie mithilfe einer Tageslichtlampe größere Motive oder Menschen fotografieren wollen, benötigen Sie mindestens 3 x 300 Watt an Leuchtmitteln, um die notwendige Helligkeit zu erhalten.

Wenn nur kleinere Flächen ausgeleuchtet werden oder das Motiv selbst relativ klein ist, sind Tageslichtlampen aber eine gute Alternative zu den meist etwas teureren Studiodauerlichtlampen.

Hinweis: Tageslichtlampen erzeugen ein relativ hartes Licht. Zu Ihrem Studio-Beleuchtungsset sollten also passende Lichtformer, Reflektoren und Diffusoren gehören, die für weiches Licht und wenig Schatten sorgen.

Der richtige Einsatz von Studioblitzen

Wenn die Fotokamera die notwendigen Voraussetzungen mitbringt, kann man mit Studioblitzen eine effektvolle Beleuchtung der unterschiedlichsten Motive erreichen.

Hinweis: Die meisten professionellen Studioblitze verfügen über ein sogenanntes Einstelllicht. Damit lassen sie sich auch als Dauerlicht im Studio verwenden. Dieses Licht ist allerdings nicht so hell wie das eigentliche Blitzlicht und deshalb eher für kleinere Flächen und kleine Motive geeignet.

Für die meisten Motive ist es sinnvoll, zwei unabhängig voneinander positionierte Studioblitze mit jeweils etwa 400 Watt Leistung zu verwenden.

Achtung: Blitzlicht ist relativ hart. Auch hier sollten Sie, um weiches und relativ schattenloses Licht zu erhalten, mit Blitzlichtdiffusoren arbeiten oder sogenannte Durchlichtschirme vor dem Studioblitz postieren.

Studio-Beleuchtungssets müssen passend arrangiert werden

Ausschlaggebend dafür, ob ein Motiv oder eine Szene passend ausgeleuchtet wird, ist die Anordnung der jeweiligen Lampen und auch ihr Abstand voneinander. Vieles kann man natürlich durch Ausprobieren herausfinden, aber ein paar grundlegende Regeln sollte jeder Fotograf dabei berücksichtigen.

Ganz wichtig ist zum Beispiel der Abstand der Lampen zum Motiv. Hier gilt die einfache Faustregel:

  • Je näher die Lampe am Motiv ist, umso heller wird ausgeleuchtet und umso härter erscheint das Licht.
  • Wird die Lampe vom Motiv entfernt, gibt es weniger Helligkeit, dafür aber weicheres Licht.

Ideal sind innerhalb eines Studio-Beleuchtungssets übrigens Lampen, deren Helligkeit sich regeln lässt. Um die richtige Helligkeit herauszufinden, kann der Belichtungsmesser der Kamera verwendet werden. Er errechnet die notwendige Belichtungszeit für das Dauerlicht.

Man kann natürlich auch einen externen Belichtungsmesser verwenden. Diese Anschaffung lohnt sich zum Beispiel auch dann, wenn man vorhat, eine eigene Dunkelkammer zur Filmentwicklung einzurichten. Besonders bei der Entwicklung von Farbfotos ist ein Belichtungsmesser zwingend erforderlich.

Mit der Beleuchtung steuert man auch den Schattenwurf

Welche Schatten eine Lampe wirft und wie sich das auf die Bildqualität auswirkt, kann man durch die richtige Positionierung steuern. Auch hier gibt es eine ganz einfache Regel:

  • Je höher die Lampe über dem Motiv angebracht ist, umso kürzer wird der Schattenwurf.
  • Je weiter die Lampe seitlich vom Motiv steht, umso länger wird der Schatten.

Will man von zwei Seiten beleuchten und dabei den Schattenwurf möglichst ganz vermeiden, sollten die Lampen, die exakt über dieselbe Leuchtkraft verfügen müssen, einander gegenüber aufgestellt werden. So hebt eine Studioleuchte den Schattenwurf der anderen weitgehend auf.

Tipp: Platzieren Sie die beiden Lampen entweder rechts und links von der Kamera oder schräg vor und schräg hinter dem Motiv. Beachten Sie aber, dass Sie so unter Umständen Probleme mit dem Gegenlicht bekommen. Deshalb sollte das Motiv immer möglichst von oben beleuchtet werden, damit das Licht nicht direkt auf die Kamera gerichtet ist.

Zubehör bei Studio-Beleuchtungssets, die für weiches Licht sorgen

In vielen Aufnahmesituationen sollte man weiches Umgebungslicht bevorzugen. Studiodauerlichtlampen oder Studioblitze produzieren aber oft sehr helles Licht, das dann leicht zu scharfer Schattenbildung neigt.

Um das zu verhindern, gehören zu einem professionellen Studio-Beleuchtungsset diverse Hilfsmittel. Sie bestimmen allerdings auch den Preis des gesamten Sets mit. Eine relativ kostengünstige Lösung bilden dabei Reflektor- oder Durchlichtschirme. Sie werden passend vor den Studioblitzen oder Lampen positioniert. Durchlichtschirme können ähnlich wie ein Regenschirm aussehen und aufgeklappt werden. Reflektorschirme bestehen meist aus einer mehrteiligen Konstruktion, die mit Aluminiumfolie beschichtet ist und so die Abstrahlung des Lichts erweitert.

Diffusoren eignen sich in der Regel nicht für Lampen, sondern eher für Studioblitze. Außerdem gibt es Blitzlichtdiffusoren auch für Aufsteckblitze. Man kann sie also nicht nur im Studio, sondern auch bei Außenaufnahmen verwenden.

Grundsätzlich gilt: Je größer die Abstrahlfläche ist, umso weicher erscheint das Licht. Das geht allerdings oft auch zulasten der Helligkeit, sodass hier mit viel Fingerspitzengefühl und mithilfe eines guten Belichtungsmessers die richtige Kombination gefunden werden muss.

Diese unterschiedlichen Lichtformer gibt es

Lichtformer sind Hilfsmittel, die sowohl bei Blitzlicht als auch bei Dauerlicht in der Lage sind, die Lichtcharakteristik zu steuern. Zu einer professionellen Fotostudiobeleuchtung gehören neben Durchlicht- und Reflektorschirmen und Diffusoren

  • Softboxen (Striplight),
  • Flächenreflektoren,
  • Wabenfilter,
  • Abschirmklappen und
  • Lichtwürfel oder Lichtzelte.

Softboxen, die oft auch unter der Bezeichnung Lichtwanne angeboten werden, gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie können recht- oder achteckig sein und werden in der Regel auf einem Reflektor montiert. Der hintere Teil der Softbox ist lichtundurchlässig. Die Innenseiten sind in der Regel mit silberner Folie kaschiert. Das ermöglicht eine gute Lichtreflexion. Auf der Vorderseite findet man meist einen lichtdurchlässigen Stoff oder durchsichtige Folie. Mithilfe der Softbox können weichere Lichtübergänge gestaltet werden, die in der Regel keine Schatten bilden.

Flächenreflektoren werden im Gegensatz zu Reflektorschirmen auf einem Stativ montiert. Eine spezielle Halterung ermöglicht eine flexible Justierung. Flächenreflektoren gibt es rund oder eckig. Sie sorgen für eine Umlenkung des einfallenden Lichts und können zum Beispiel auch im Freien eingesetzt werden, um den Einfall des Sonnenlichtes zu beeinflussen. Erhältlich sind solche Flächenreflektoren in der Regel in Weiß, Silber oder Gold. Silber erzeugt kaltes, Gold warmes und Weiß ein relativ neutrales Licht.

Wabenfilter und Abschirmklappen können als Vorsatz sowohl für die Studiolampen als auch für die Studioblitze verwendet werden. Sie ermöglichen eine Verminderung des Streulichts und eine bessere Ausrichtung der Beleuchtung auf das Motiv.

Lichtwürfel oder Lichtzelte sind schon Bestandteile einer sehr professionellen Ausstattung bei Studio-Beleuchtungssets. Sie umgeben das gesamte Motiv. Die Beleuchtung erfolgt von außen durch Dauer- oder Blitzlicht. Das Kameraobjektiv wird durch eine kleine Öffnung geschoben, um das Motiv zu fotografieren. Lichtwürfel oder Lichtzelte werden von professionellen Fotografen dazu verwendet, Gegenstände aufzunehmen, bei denen die Reflexion schwer zu kalkulieren ist.

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