Studio Albrecht Blöcke - Briefmarken alle Falsch

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Achtung - Aufpassen vor Fälschungen der Studio Albrecht Blöcke, Briefmarken, Eassays 1945

Die bei EBAy angebotenen Essays vom Studio Albrecht sind alle Falsch und alle Fantasieprodukte oder private Machwerke

Sie haben alle nicht im geringsten etwas mit dem Verausgabungsprocedere der Reichspost von 1945 zu tun oder stehen in irgend einen Zusammenhang mit der Reichspost

Richtig ist:

Herr Albrecht war nach eigenen Angaben um 1945 der Entwerfer von 2 privaten Markenblocks - Nicht loser Marken und nichtamtlich von der Reichspost gefordert.

Ein nichtamtlicher Block „Die Welt sieht auf Berlin“ und ein michtamtlicher Block  „Wehrmacht 1945“ - Also alles nur Blocks

So soll dieser Block mal ausgesehen Haben. "Die Welt sieht auf Berlin".
Dieser hier im Bild folgenden Blöcke sind private Drucke - Man kann sagen eine Art Fantasiegebilde

Von diesem Block existieren auch Blöcke mit einem SS Stempel und Unterschrift Studio Albrecht - Ich werde den demnächst hier als Bild reinstellen.

Alle Blöcke sind "Falsch". Sie sind alle ab den 60er Jahren mit modernen Druckverfahren gedruckt und haben mit seriösem "Briefmarken - Sammeln" nichts zu tun.



Hier der versprochene Block vom Studio Albrecht "Die Welt schaut auf  Berlin".




Folgend die Vergrößerung des Stempels




Der Stempel ist purer "Nonsens" oder Fake.
Er soll von der Kraftfahrtechnischen Lehranstalt der SS Abteilung 6 stammen.
Der Text besagt folgendes: Gedruckt 1968 nach den NS-behördlich genehmigten Originalentwürfen vom Januar 1945
des Ateliers Albrecht. Handschriftlich unterschrieben mit Studio Albrecht.

Also eine SS Lehranstalt soll im Januar 1945 für die Erstellung von Briefmarken verantwortlich gewesen sein???

Einen besseren Unsinn kann man sich nicht vorstellen. Recherchen zu den SS Lehranstalten sagen folgendes:


Es gab die SS-Kraftfahrtechnische Schule

Kraftfahrttechnische Lehranstalt der SS

SS-Sanitäts-Schule Wien

SS-Ersatz-Kommando Wien

SS-Straf.Kompanie Wien

SS-Ergänzungsstelle Donau

Die hatten aber alle nicht im entferntesten etwas mit der Verausgabung von Briefmarken zu tun. Eine Abteilung VI finde ich nirgends.

Trotz der extremen Kriegsumstände hat sich niemand, aber auch niemand bis zum Schluss in seinen Fachbereich reinreden lassen. Im Januar 1945 funktionierte die Reichsdruckerei in Wien immer noch tadellos.
Der nazitreue Postminister Dr. Wilhelm Ohnesorge (2. Februar 1937 - 30. April 1945) ließ sich garantiert nicht durch die SS reinreden. Julius Dorpmüller löste ihn am 2. Mai ab und trug die Verantwortung bis zum 23. Mai 1945
in der Übergangsregierung Dönitz.

Der Block die Wehrmacht




Hier sind Motive des Düsenjägers ME 262 sowie der V 1 zu sehen. Ich behaupte folgendes.

Die V 1 und die ME 262 waren deutsche Geheimwaffen. Brüssel und Antwerpen wurden im Januar 1945 mit der V 1 beschossen.
Geheimwaffen wären niemals das Motiv für die Breite Massen und für Briefmarken gewesen.

Das hätte Adolf Hitler und Göbbels, welche über die Verausgabung von Briefmarken mitzureden hatten niemlas zugelassen.

Folgende Briefmarken auch vollkommener "Nonsens". Die Unterschrift "Studio Albrecht" soll was erwecken??
Das diese haltlosen Fantasieprodikte mehr wert sein sollen???



Diese hier bei EBAY als echt verkauften Essays sind der Gipfel der "Frechheit".
Im normalen billigen Ofsetdruckverfahren auf hochweißem Papier gedruckt sollen Sie, da vom Druckbild unklar was suggerieren???

Ich dachte . Ok die sind alt! Zu diesem Zeitpunkt hatte ich noch nicht ausgiebig recherchiert.



Ich bin selber bei diesem Angebot reingefallen. Als ich die Essays vor mir liegen sah und ich das Papier besehen habe, da wurde mir alles klar.
1945 hatte niemand ein hochfeines und weißes Papier wie wir es heute kennen gehabt. Überall machte sich die Verknappung der Rohstoffe bemerkbar. Geschweige den hatte man 1945 diese Drucktechnik.



Ich bin ehrlich. Diese Briefmarken, optisch getrimmt auf alt - haben mich über das Online Bild auch täuschen lassen.

War ich ja noch auf den Spuren von unverausgabten Briefmarken zu Ende der Naziepoche. Ich arbeite an einem Briefesammlerratgeber aus der Zeit 1933 - 1945. Essays gehören hier natürlich mithinein. Aber nur, wenn diese echt sind.

Ich habe mich mit dem Verkäufer auseinadergesetzt. Der Verkäufer dieser Essays behauptete mir gegenüber, er habe ohne Beanstandung diese Essays mehrmals bei EBAY als "Echt" verkauft.
Das finde ich nun besonders übel. Denn es ist eine Straftat als gewerblicher Verkäufer so vorzugehen.

Bis auf die Michel Ausgabe 906, 907, 908, 909-910 NSKK NSFK gibt es keine weiteren amtlichen Ausgaben oder Essays.

Hier folgend die letzten nichtverausgabenten Briefmarken Ausgaben NSKK und NSFK


Angaben von Herrn Albrecht selbst zu den Blöcken

Nach Angaben von Herrn Albrecht soll er diese 2 Blocks, die "Welt schaut auf Berlin" und "Die Wehrmacht"  im Auftrag des SS-Hauptamtes im Januar 1945 hergestellt haben.
Amtliche Quellen, Bücher, Berichte weisen hierzu absulot keine Angaben auf. es ist nicht einmal klar, ob er diese Blöcke überhaupt in Farbe erstellt hat.

Garantiert hat er diese Blöcke 1945 nicht mehrmals gedruckt.


Diese 2 in den Handel zu findenden Blöcke sind reine "Private Drucke" aus der Zeit ab 1958/1960 und darüber hinaus immer wieder neu gedruckt um sich in Szene zu bringen und Geld zu verdienen. Immerhin läßt sich mit "Nazimythos", Briefmarken die für ein untergehendes Reich in geheimen Tunneln, Höhlen oder Bunker gedruckt wurden immer noch Geld verdienen. Das ist alles Quatsch. Briefmarken wurden bis zum bitteren Ende in der Reichsdruckerei in Berlin und in der Reichsdruckerei Wien hergestellt. Zu Ende des Krieges wurden die Briefmarken vermehrt in der Reichsdruckerei Wien hergestellt. Als Berlin und Wien im Mai 1945 besetzt waren, war auch erst mal Schluss mit der Druckerei. Im März, April 1945 hatten die Menschen andere Sorgen als sich noch um den Druck von Nazibriefmarken zu kümmern.

Und Generell gilt für Essays - Essays wurden niemals in Massen gedruckt.


Die Albrecht Essays stammen alle von ab 1958 und haben mit der Reichspost und deren amtlichen Verausgabungsprocedere nichts zu tun.

Sind Essays wertvoll?


Sind Esays im Michelkatalog aufgeführt und sind diese echt, dann können sie einen Wert haben. Wenn ein Probedruck mit 150,00 oder 600,00 EUR bewertet ist, kann es passieren, dass man dafür aber nur 15,00 oder 70,00 EUR erhält.

Über den Wert von Essays, die nicht zu verausgebaten Briefmarken gehören kan man sich streiten. Ich habe bei EBAY Essays, Vorentwürfe schon um die 10,- EUR - 40,00 EUR gesehen. Nicht alles was mit den "Nazis" zu tun hatte ist gleich auch groß etwas Wert. Essays die jedoch "Falsch" sind oder die reine "Fantasieprodukte" sind, die haben keinen Wert.

Die Essays ab 1958 von Albrecht sind außer der Druckkosten von ein paar Cent nichts wert.

Gesichert zu den Albrecht Blöcken ist folgendes:

1958 stellte Herr Albrecht von seinen Bleistiftzeichnungen aus dem Jahre 1945 klischeereife Vorlagen der Blöcke her. Von diesen wurden dann private Drucke um 1958-60 gefertigt. Diese Drucke verkaufte seine Frau an den Handel und bei Auktionsfirmen als „Original amtliche Essays“. Diese Essays will er 1945 in Wien hgergestellt haben. All die bei EBAY verkauften privaten Drucke haben nicht im geringsten mit diesen Drucken aus der Zeit etwas zu tun.

Herr Albrecht hat niemals lose Briefmarken drucken lassen. Die angebotenen losen Briefmarken sind nichts als "Grausame Fälschungen", wenn diese Essays als echt verkauft werden.

Am 7.2.1964 erhebt der Generalstaatsanwalt von Berlin Anklage gegen Herrn Albrecht und seine Frau wegen fortgesetzten Betrugs. Diese Drucke so die Staatsanwaltschaft stellen nur private Machwerke dar. Diese Machwerke sind nicht 1945 sondern 1958 entstanden. Somit wurden die Käufer allesamt getäuscht. Es kommt aber nicht zu einer Strafverurteilung von Herrn Albrecht. Ihm wird wegen einer Ordnungswidrigkeit eine Geldstrafe von 500 Mark auferlegt.

Quellenangabe:

Ausgewertete Quellen

Vgl. zu den ausgewerteten Quellen und zur Folgegeschichte der sog. „Albrecht-Entwürfe“ den

Beitrag von Wolfgang Maassen: 1945. Die Welt sieht auf Berlin – Die „Künstlerentwürfe“ des

Felix Albrecht, in: philatelie 334 (April 2005), S. 32 ff.


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