Stromschutz und -verteilung professionell planen – ein Ratgeber für mehr Sicherheit am PC

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Stromschutz und -verteilung professionell planen – ein Ratgeber für mehr Sicherheit am PC

 

Computer und ihre Kernprobleme

Bei einem Computer handelt es sich im Grunde um eine komplexe Maschine: Bestehend aus diversen Bauteilen mit unterschiedlichen Funktionen, leistet der zusammengestellte Organismus nach Inbetriebnahme eine komplexe Dauerarbeit. Kein anderes technisches Gerät für den Haushalt versammelt auf engstem Raum dermaßen viele Komponenten wie ein PC. Dabei fällt vor allem die Wärmeabgabe drastisch aus: Gleich mehrere Quellen stoßen kontinuierlich Wärme in den Innenraum und sorgen so für das Kernproblem eines jeden Computers, den Umgang mit Abwärme.

Stromzufuhr

Als zweiter neuralgischer Punkt gilt die Stromzufuhr bzw. die Umleitung des Stroms zu den verschiedenen Einrichtungen. Dafür muss zuerst der Strom aus der Steckdose – bei dem es sich bekanntlich um Wechselstrom handelt – umgewandelt werden in Gleichstrom. Diese Aufgabe übernimmt das Netzteil, dem Namen nach lässt es ein internes Stromnetz zur Versorgung entstehen. Netzteile werden demnach besonders gefordert und dementsprechend auch besonders gesichert. Anders als die anderen Computerteile befindet sich die Apparatur in einem Stahlgehäuse, das gut sichtbar im Innenraum thront. Vorsicht ist geboten und ein Öffnen für private Nutzer eine schwierige Mission, denn auch nach dem Abschalten der Stromzufuhr steht das Netzteil noch stundenlang unter Spannung. Trotz aller Sicherheitshinweise ist ein Eingriff in den Stromkreislauf seitens des Nutzers nicht abzuwenden, etwa bei Reparaturen oder Aufrüstungen. Grundsätzlich stellen derartige Maßnahmen kein Problem dar, sie sollten allerdings erst nach eingehender Information über die bevorstehenden Aufgaben durchgeführt werden. Für pragmatische und spontane Veränderungen am technischen Gefüge sind Computer denkbar ungeeignet, kleine Beeinträchtigungen lösen nicht selten große Komplikationen aus. Erfahren Sie mit diesem Ratgeber alles über die Hintergründe bezüglich der Energiezufuhr Ihres Computers. Lernen Sie die Aspekte der Stromzufuhr eines PCs kennen und gehen Sie entsprechend gut gerüstet ans Werk. Die Palette des Computerzubehörs auf eBay leistet diesbezüglich eine wertvolle Unterstützung.

Herzstück unter Strom: Das Netzteil regelt die Energiezufuhr

Auch physikalisch mäßig Gebildeten seien ein paar Grundlagen des Stromhaushalts nähergebracht. Des Weiteren lohnt ein Blick in den Systemordner, denn auch ohne direkten Zugriff auf die technische Ausstattung sorgen die dort vorhandenen Informationen für Aufklärung. Letztlich erweist sich die genaue Kenntnis über die Auslastung der CPU oder die Stufe des aktivierten Energiesparmodus als hilfreiches Allgemeinwissen.

Im Kern der Stromversorgung steht das Netzteil mit seinen 220 Volt Spannungszustand. Computer weltweit sind diesbezüglich genormt, für spezielle Anfertigungen außerhalb des privaten Bereichs gelten selbstverständlich andere Vorgaben. Das Netzteil fungiert als Verteiler, indem es den empfangenen Wechselstrom umwandelt in verschiedene Stromstärken, die von den jeweils verbauten Geräten benötigt werden. Die Spannungen liegen im niedrigen Bereich bei 3,3 bzw. 5 und 12 Volt. Zusätzlich zur abweichenden Stärke sind auch die Stecker verschieden. Unerlässlich für den reibungslosen Betrieb eines Netzteils ist zudem der Lüfter, ein kleiner Ventilator. Dieser kühlt permanent und sorgt für das typische Betriebsgeräusch des Computers. Das Kühlsystem besteht darüber hinaus aus weiteren Teilen wie etwa einer Kühlrippe. Die komplette Lüftung ist bereits ab Werk im Gehäuse des Netzteils installiert. Bei einem Defekt ist wegen der Spannung also auch hier Vorsicht geboten bzw. der Fachmann zu konsultieren.

Unterschiede im Leistungsvermögen

Allerdings gelten Netzteile auch als die solidesten Komponenten eines PCs. Die Unterschiede liegen im Wattbereich: Je stärker ein Netzteil, desto effizienter kann es den Organismus mit Strom versorgen. Sollten Sie über eine Standard-Ausrüstung verfügen – ein normal genutzter Desktop-PC mit regelmäßigen Anwendungen im Internet- und Multimediabereich – reichen die durchschnittlichen Modelle vollends aus. Mit ihren 400 Watt Leistungsstärke decken sie alle Funktionen gekonnt ab, ohne Engpässe bei einer intensiven Nutzung zu verursachen. Weitaus mehr leisten Netzteile mit einem Volumen von 1000 Watt oder darüber hinausgehend. Das Limit eines für private Zwecke gedachten Netzteils liegt bei rund 1200 Watt, auffallend komplexe Computer, wie sie vor allem im Gaming-Segment anzutreffen sind, brauchen tatsächlich eine derart geregelte Zufuhr. Die Gesamtheit aller Bauteile, bestehend aus Hochleistungs-Grafikkarte und -festplatte entpuppt sich neben einer beeindruckenden Umsetzung zugleich als Stromfresser – vom ausufernden und erst recht unverzichtbaren Kühlsystem ganz zu schweigen. Das spricht allerdings nicht grundsätzlich gegen den Einbau eines hochwertigen Netzteils, schließlich wird das Potenzial erst dann abgerufen, wenn es auch benötigt wird. Bei einem Minimalbetrieb können und sollten Sie aber getrost auf die Standard-Variante setzen.

Externe Gefahren: vom Netzteil bis zur Steckdose

So sehr der Betrieb im Innenraum des Computers gewährleistet sein muss, so sehr spielt die Verkabelung außerhalb des Rechners eine wichtige Rolle. In Sachen Steckdosenleisten etwa unterlaufen Nutzern permanent gravierende Fehleinschätzungen, was die Grenzen der Belastbarkeit betrifft.

Eigene Verbindung für den Netzteilstecker

Der Netzteilstecker, unverkennbar der größte aller Stecker, sollte daher stets separat und unmittelbar in die Steckdosenleiste an der Wand eingeklemmt werden. Diverse externe Geräte wie Drucker, Monitor oder Scanner sind hingegen problemlos auf einer zusätzlichen Steckerleiste zu vereinen, da kaum alle Geräte zeitgleich auf Hochtouren laufen werden. Für die Netzteilversorgung gilt dieser Aspekt deshalb nicht, da hier die Voltzahl grundsätzlich höher und auf einem gleichbleibenden Niveau liegt, was die Reservierung einer eigenen Verbindung ratsam macht.

Steckerleisten

Steckerleisten sind auch hinsichtlich ihrer Anschlussart unterschiedlich konstruiert. Als Empfehlenswert, da raffiniert platzsparend, lassen sich schräg verbaute Leisten verwenden. Bei diesen Exemplaren sind die Buchsen jeweils gedreht und ermöglichen das Ausfüllen aller Anschlüsse – auch und gerade mit klobigen Steckern, die bei herkömmlichen Leisten den Nachbarsteckplatz blockieren würden. Grundsätzlich lohnt der Kauf einer umfangreichen Leiste, finanziell rechnet sich der Preis im Vergleich zu kleineren Versionen und auch die Organisation der zahlreichen Kabel fällt praktischer aus. Ob die Leiste über einen Knopf zum Abschalten verfügt oder nicht, hat lediglich situationsbedingte Auswirkungen. Ein Mehr an Sicherheit bedeutet diese Option nicht zwangsläufig, denn nach wie vor ist die Verbindung zur Steckdose offen, was bei einem direkten Blitzeinschlag negative Folgen hätte - genau wie bei einer Leiste ohne Schalter. Schließlich sorgt dieser nicht für die komplette Abtrennung vom Stromkreis, sondern lediglich für ein Abschalten der Stand-by-Funktion. Die Wucht des Einschlags würde dadurch keineswegs verringert werden.

Sicherheit geht vor: Überspannung und Störung im Stromkreislauf

Um an dieser Stelle die Schutzfunktion zu erhöhen, verfügt der Handel über entsprechende Spezial-Leisten, in die ein Überspannungsschutz oder ein Netzfilter verbaut wurde, wahlweise auch beides zusammen. Der Schutz vor einer Überspannung sichert den Computer vor massiven Beeinträchtigungen, in erster Linie vor Blitzeinschlägen. Hier sind die Schäden nicht selten irreparabel und - besonders ärgerlich – nur von wenigen Hausratsversicherungen abgedeckt. Der Einfluss der Naturgewalten mag im digitalen Zeitalter etwas antiquiert wirken, spielt aber nach wie vor eine große Rolle. Vor allem deshalb, da der Blitzeinschlag gar nicht im eigenen Haus stattfinden muss, sondern immer dann gefährliche Auswirkungen hat, wenn er in einem Umkreis von drei Kilometern einschlägt. Bei einem direkten Einschlag versagen allerdings - trotz Blitzableiter - auch die hochwertigsten Schutzleisten ihren Dienst. Die Vorsorge hat diesbezüglich also ihre natürlichen Grenzen.

Netzfilter

Weitaus wichtiger wirkt sich im täglichen Betrieb des Computers ein anderes Hilfsmittel aus: der Netzfilter. Er entstört die Stromzufuhr effizient, indem er unvermeidliche Schwankungen ausgleicht. Die auftretenden Fehler in der Bildübertragung etwa sind meist nicht auf Grafikkarten- oder Softwarefehler, sondern auf Irritationen in der Stromversorgung zurückzuführen. Gerade in Haushalten mit vielen Verbrauchsquellen (Waschmaschine, Mikrowelle etc.) treten Störungen immer wieder auf, hier bewirken die handlichen Störfilter wahre Wunder. Sparen sollten Sie hierbei nicht und jede Dose mit einem dazwischengeschalteten Netzfilter ausrüsten. Optisch ähneln diese den Zeitschaltern, wie sie aus dem Betrieb von Aquarien bekannt sind. Zünglein an der Waage spielt die genaue Konzeption des Filters, es sind zwei Versionen vorhanden, eine aktive und eine passive. Erste „bearbeitet“ den Strom ständig, bereitet ihn auf und leiten ihn entstört weiter zum Netzteil des Rechners. Die passive Variante ist weniger anspruchsvoll, sie schaltet sich erst bei massiven Störungen dazwischen – eventuell ist es dann schon zu spät und Ton und Bild beeinträchtigt. Geräte mit Überspannungs- und Störfilter-Funktion in einem bieten sich als erste Wahl an, die entsprechenden Kosten sollten unbedingt in Kauf genommen werden.

Die Gewohnheit als Gefahrenquelle

Ist die Steckerleiste erst einmal installiert und sind alle Geräte verkabelt, stellt sich mit der Zeit die Routine ein. Dabei kann es nicht schaden, in regelmäßigen Abständen kurze Überprüfungen der Leiste vorzunehmen. Schnell steigt die Wärmeabgabe drastisch an oder es entstehen auffällig laute Geräusche, ähnlich einem heiß gelaufenen Netzteil externer Geräte. Derartige Komplikationen sind tückisch, da sie oftmals wochenlang vorherrschen, ohne bemerkt zu werden.

USV

Aus Gründen der Prävention lohnt sich auch die Anschaffung einer sogenannten „unterbrechungsfreien Stromversorgung“, kurz „USV“. Die mit Abstand aufwendigste Hilfskonstruktion in Sachen Stromzufuhr des Computers erfordert eine gewisse Investition, regelt aber verlässlich den Zufluss während eines Stromausfalls – bezüglich des Themas Datensicherung ein heikler Punkt. Die USV-Anlagen sind allerdings deutlich platzraubender als herkömmliche Steckdosenleisten, und auch der Betrieb verursacht wiederum einen gewissen Stromverbrauch. Das gilt im Übrigen für alle Leisten, gerade die etwas Aufwendigeren inklusive Überspannungsschutz bzw. Netzfilter. Die Leistung einer USV spricht jedoch für sich: Gute Geräte halten rund 20 Minuten auf konstantem Level durch. Anschließend wird der Computer in den Ruhestand versetzt, nachdem zuvor bereits alle geöffneten Programme geschlossen wurden. Die Leistungsspanne ist immens und liegt zwischen 120 Sekunden und 20 Minuten. Lassen sie sich nicht vollständig von der reinen Stromversorgungszeit beeindrucken, auch entsprechend minimal arbeitende USVs können innerhalb weniger Minuten den Rechner souverän absichern. Bei allen Accessoires der Stromzufuhr sind Sie gut beraten, nicht die preiswertesten Produkte zu wählen – vergleichbar mit Rohlingen oder einfachen Steckern handelt es sich um relativ grobschlächtige Massenware, bei der allzu preiswerte Angebote auf eine entsprechende Qualität verweisen – vom Punkt einer vorhandenen Garantie einmal abgesehen.

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