Stricken im Sommer – mit Leinen das pure Vergnügen

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Die kostbare Pflanzenfaser kann auf eine lange Geschichte zurückblicken

 
Die Geschichte der Flachs- oder Leinenfaser begann bereits vor langer Zeit … sehr langer Zeit. Tatsächlich datieren Funde, die das Anfertigen von Kleidung aus der kostbaren Pflanzenfaser belegen, auf weit über 30.000 Jahre zurück. Der bisher älteste Nachweis für Flachsverarbeitung in Mitteleuropa stammt aus der tschechischen Höhle Dolni Vestonice, wo wohl schon vor rund 28.000 Jahren Textilien aus Leinen hergestellt und getragen wurden.
 
Funde altägyptischer Mumien zeigen sich in edle Leinentücher gehüllt. Auch das berühmte Turiner Grabtuch, in welches laut der Überlieferung Jesus Christus gewickelt wurde, besteht aus antikem Leinen. Im europäischen Mittelalter galt Leinen neben Wolle als das beliebteste Material für die Herstellung von Stoffen. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts verdrängte Baumwolle, die inzwischen industriell gefertigt  werden konnte, Leinen von der Bildfläche der Kleidungsproduktion.

Altbewährte Eigenschaften und Tragekomfort erwecken das Interesse der Strickbranche

Heute gewinnt das Naturmaterial mit besten Trageeigenschaften wieder an Bedeutung. In Zeiten, wo Allergien sich als allgegenwärtige Plagegeister zeigen, wird die natürliche bakteriozide, also bakterientötende Eigenschaft hoch geschätzt. Leinen präsentiert sich schmutzabweisend und flusenfrei. Es trägt sich angenehm trocken, weich und kühl.
 
Logisch, dass sich auch die Strickbranche diesem Charme nicht entziehen kann. Die Sommerkollektion 2014 bietet jede Menge Garne, die dem Luxus Leinen frönen und neben den vielen verarbeitungs- und tragetechnischen Vorzügen natürlich auch das modische Potenzial voll ausschöpfen. Übrigens kann man die alte Mähr von knittriger Leinenkleidung getrost vergessen: dieser Makel entsteht beim Verstricken nicht.

Mit Leinen lassen sich die beiden Komponenten Sommer und Stricken wunderbar verbinden

Garne aus und mit Leinen gehören zu den wunderbaren Erzeugnissen, die man selbst bei warmen Temperaturen einwandfrei verstricken und selbstverständlich auch tragen kann. „Im Sommer kann ich nicht Stricken“, hören wir im Wollgeschäft immer wieder. Verständlich, wenn die Garnauswahl im Bereich von Chemiefasern wie Polyacryl und Polyester oder Merino, Alpaka, Mohair und Co., mit primär wärmenden Eigenschaften, liegt. Da kann es schon vorkommen, dass flinke Strickfinger „ins Schwitzen“ geraten und die Wolle mehr klebt, als dass sie über die Nadeln läuft.
 
Leinen als Strickmaterial legt da vollkommen andere Eigenschaften an den Tag. Die aus der Flachspflanze hergestellte Faser ist glatt, schließt dadurch nur wenig Luft ein und besitzt so keinen nennenswerten Isoliereffekt. Dank der Möglichkeit, bis zu 35% Feuchtigkeit aufzunehmen und diese rasch wieder an die Umgebungsluft abzugeben, entsteht ein angenehm kühlender Effekt.
 
Unser Fazit: Es gibt genügend „coole“ Garne, die wir Ihnen für Ihr sommerliches Strickvergnügen „wärmstens“ ans Herz legen können:

  • Hinter Lino und Lino Color von Lang Yarns versteckt sich ein Bändchengarn aus reinem Leinen (eines unserer persönlichen Lieblinge in diesem Sommer).
  • Der Hersteller ggh zählt auf Linova, eine modische Baumwoll-Leinen-Mischung.
  • Im Hause ONline wird Leinen in etwa in der Linie 339 Serino oder auch in der Linie 320 Viscolino verarbeitet.
  • Sogar MyBoshi, der Spezialist in Sachen Häkelmützen, baut mit seiner No. 4 ein Garn mit Leinenanteil in sein Programm ein 
Natürlich finden Sie unsere Favoriten in unserem Ebay-Shop unter http://stores.ebay.de/

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