Stratego: So ergattern Sie mit Ihren Spielsteinen die Fahne des Gegners

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Stratego: So ergattern Sie mit Ihren Spielsteinen die Fahne des Gegners

Das Brettspiel "Stratego" gehört zu den erfolgreichsten Gesellschaftsspielen seiner Art. Während einer Partie duellieren sich zwei Kontrahenten, wobei das Ziel ist, die Fahne des Gegners mit Hilfe seiner eigenen Spielsteine zu erobern. Weltweiter Rechteinhaber des Spiels ist der niederländische Spieleverlag Hausemann & Hötte, von dem auch die Marke „Jumbo Spiele" vertrieben wird. Das Spiel ging bis 2006 mehr als 40 Millionen Mal über die Ladentheke.

Die Geschichte von „Stratego" 

Der Niederländische Händler Jaques Johan Mogendorff gilt offiziell als der Erfinder von "Stratego". Mogondorff gibt an, er habe das Spiel in der Zeit des Zweiten Weltkrieges erfunden, während er sich mit seinen beiden Söhnen am Küchentisch unterhalten habe. Es handelt sich zweifellos um ein ähnliches Spiel, wie eines, welches 1909 in Frankreich patentiert wurde und 1910 auch in England erschien. Auch in Deutschland brachte der Spielwarenhersteller Hausser ein Spiel mit ähnlichem Spielprinzip wie "Stratego" auf den Markt. Es trug den Namen „Auf zum Sturm". Die Handelsmarke "Stratego" wurde im April 1942 auf die niederländische Firma „Van Perlstein & Roeper Bosch" registriert.

Das Schicksal des Erfinders und die Lizenzvergabe

Aufgrund Mogendorffs jüdischer Herkunft war es ihm nicht möglich, die Marke auf seinen eigenen Namen eintragen zu lassen, weswegen es nicht möglich ist, zu sagen, wann genau das erste Spiel produziert wurde. Im Jahre 1943 wurde er von den Nazis verhaftet und kam in ein Konzentrationslager. Im April 1945 wurde er befreit, litt aber aufgrund der Haft unter schweren Krankheiten. Von 1946 bis 1951 lizenzierte er "Stratego" an den niederländischen Verlag Smeets & Schippers, von dem es nun produziert wurde. Ab 1958 wurde "Stratego" europaweit vertrieben. Gleich im ersten Jahr wurde es 15000 Mal verkauft und im Jahr 1959 wurde Milton Bradley, einem Pionier der Spieleindustrie in den USA, eine weltweite Lizenz erteilt. Später wurde Bradley von Hasbro übernommen. Hasbro hat bisher über 5 Millionen US-Dollar Lizenzgebühren an Hausemenn & Hötte bezahlt.

Hasbro wurde von Hunter Sigmund Elkan verklagt, da er behauptete, dass "Stratego" eine Kopie des 1948 erschienenen Spiels "Strategy" sei. Die Klage wurde abgewiesen, da zweifellos bewiesen werden konnte, dass "Stratego" bereits 1942 registriert wurde.

"Stratego" – Das Spiel an sich

Das Gesellschaftsspiel "Stratego" enthält insgesamt 80 Spielsteine, die zu gleichen Teilen auf zwei Farben verteilt und an ein militärisches Heer angelehnt sind. Jeder Spieler wählt vor Beginn der Partie eine Farbe und es existiert eine hierarchische Struktur, die sich in den Rängen der Figuren widerspiegelt, die dementsprechend spielstark sind. Im Spiel wirkt sich das so aus, dass in der Regel nur eine höherrangige Figur eine rangniedrigere schlagen kann. Jeder Spieler besitzt in seinem Heer eine Fahne, die es zu verteidigen bzw. zu erobern gilt. Zu Beginn einer Partie positionieren die Spieler ihr Heer in frei wählbarer Anordnung auf den ersten vier Reihen des Spielbretts, dem Gegner sind die Ränge der Spielsteine unbekannt.

Nun wird abwechselnd gezogen und versucht, die gegnerische Fahne zu schlagen oder sie einzukesseln, um einen Sieg zu erringen. Der Angriff einer Figur auf eine Figur des Gegners wird "Abfragen" genannt. Nun verkünden beide Spieler den Rang ihrer Figur und die niedrigere kann eliminiert werden. Bei Ranggleichheit gelten beide als eliminiert. An dieser Stelle muss deutlich gemacht werden, dass nach dem Abfragen kein Zwang zum Angriff besteht. Es kann unter folgenden Umständen zum Unentschieden kommen: Die beiden Kontrahenten vereinbaren es, sie sind zugunfähig oder es wird mit einer Zeitbegrenzung gespielt. Dies wird häufig in Turnieren gemacht, um die Partien nicht unendlich lang zu gestalten. Fortgeschrittene Spieler fügen auch häufig die Sonderregel ein, dass Stellungswiederholungen nicht möglich sind.

Der Ablauf einer Partie "Stratego"

Ein "Stratego"-Spiel beginnt in der Regel, wie es der Name vermuten lässt, sehr strategisch. Da keinem Spieler bekannt ist, welche Aufstellung der Gegner für seine Steine gewählt hat, tasten sich die Spieler am Anfang einer Partie häufig ab, um möglichst viele Hinweise zu bekommen. Man sollte immer versuchen, die Schwachstellen, die besten Figuren, die Bomben und letztendlich auch die Fahne im gegnerischen Heer ausfindig zu machen. Im besten Fall erfährt man das mit möglichst wenigen eigenen Verlusten. Umgedrehte Figuren werden nach kurzer Zeit wieder verdeckt, so dass dieses Spiel, ähnlich wie „Memory", eine große Herausforderung an das Kurzzeitgedächtnis stellt.

Das Spiel hat drei Phasen

Ähnlich wie bei sehr vielen anderen Strategiespielen, auch auf virtueller Basis, gibt es drei Phasen im Spiel: Anfangs-, Mittel- und Endspiel. Im Mittelspiel geht es darum, die aus dem Anfangsspiel gewonnenen Informationen in ein Figurenübergewicht bzw. einen Figurenvorteil zu verwandeln. Hier ist großes taktisches Geschick gefragt, man bedenke: Der Gegner wird auch einen Plan verfolgen. Spielerisch stehen dem Spieler in dieser Phase vor allem Täuschungen und natürlich ein guter eigener Plan zu Verfügung. Bei allen Entscheidungen muss der Spieler permanent die Risiken abschätzen und geeignete Spielfiguren für seine Vorhaben auswählen. Ein "Stratego"-Match wird meistens erst im Endspiel entschieden. Entweder ein Spieler ist „schwächer" und er wird vom „stärkeren" zermürbt oder bei gleich starken Spielern entwickelt sich häufig ein absolut offenes Spiel, wobei ein kleiner Fehler entscheidend sein kann. Hier ist es immer wichtig, das richtige Maß aus einer schlagkräftigen Offensivstrategie und einer sicheren Defensive zu finden.

Aufbau des "Stratego"-Brettes – taktische Einsteigertipps und ein klein wenig Strategie

Das Spielbrett des originalen "Stratego"-Spieles besteht aus insgesamt 100 Feldern, die sich aus zehn Reihen mit je zehn Feldern zusammensetzen. In der Mitte befinden sich zwei quadratische Seen, bestehend aus jeweils vier Feldern. Diese Seen können nicht betreten werden, sodass sich das effektive Spielfeld um acht Felder reduziert. Somit stehen jedem Spieler 92 Felder für sein Spiel zur Verfügung. Jeder Spieler hat am Anfang ein Heer bestehend aus 40 Spielfiguren. Die genauen Fähigkeiten der Figuren an dieser Stelle zu erklären, würde den Rahmen sprengen, Sie können allerdings Literatur zu dem Thema finden. Bis auf Fahnen, Bomben und Aufklärer können alle Figuren sowohl horizontal, als auch vertikal ein Feld weit bewegt werden. Bomben schränken umliegende Steine in ihrer Beweglichkeit ein. Es sollte beim Aufstellen darauf geachtet werden, dass die eigenen Bewegungsmöglichkeiten nicht zu sehr eingeschränkt werden. Wer jetzt jedoch beabsichtigt, die Bomben einfach weit nach hinten zu stellen, dem kann man nur erwidern, dass Bomben zu den mächtigsten Spielsteinen gehören, die auch unbedingt effektiv zum Einsatz kommen sollten. Wie so oft, liegt auch hier das Geheimnis in einem Mittelweg.

Offensive oder Defensive? Das ist hier die Frage

Viele Spieler setzen, häufig zu Beginn, auf eine extreme Defensivstrategie, die auch durchaus oft zum Erfolg führt. Grundlage dieser Taktik ist es, die schwachen Figuren vorne zu postieren und die wertvollen zurückzuhalten, um sie dann für das Endspiel zur Verfügung zu haben. Hierbei muss grundsätzlich überlegt werden, ob man seine eigene Fahne hinter Bomben schützt oder sie mehr oder weniger offen stehen lässt. Bei "Stratego" auf Wettkampfniveau werden Strategien häufig nach folgender Regel ausgewählt: Gegen schwächere Gegner baut man sich hinter Bomben ein, um kein Risiko einzugehen. Über die Zeit zermürbt man den Gegner und entscheidet mit einer defensiveren Taktik das Match für sich. Spielt man jedoch gegen einen, seiner Meinung nach, besseren Spieler, lässt man die Fahne frei, damit es der Gegner schwerer hat, sie zu finden. So bleibt dem Gegner, nachdem alle frei beweglichen Steine gezogen wurden, noch eine gewisse Unsicherheit, wo sich Fahne und Bomben befinden. Mauert man sich ein, ist es hingegen offensichtlich. Um sein Spiel zu verbessern, genauer gesagt, um nicht berechenbar zu sein, wird heutzutage ein immer größer werdendes Repertoire an Varianten gespielt. Es ist unmöglich zu sagen, dass Variante A oder B immer die beste ist, denn das hängt von zu vielen Faktoren ab. Es ist Aufgabe des Spielers, immer eine möglichst optimale Variante gegen den jeweiligen Gegner zu finden.

Informationen sind oft wichtiger als Figuren

Ein grober Anfängerfehler besteht darin, zu Beginn eines Spiels auf viele Figurengewinne aus zu sein. Fortgeschrittene Spieler sammeln an Anfang lieber Informationen, um sie später gezielter einzusetzen. Es ist somit nicht immer sinnvoll, eine Figur zu eliminieren, nur weil die Möglichkeit dazu besteht. Man sollte bedenken, dass, wenn man zu Beginn einer "Stratego"-Partie viele verschiedene Figuren bewegt, man sehr flexibel auf den Gegner reagieren und schon früh Druck aufbauen kann. Allerdings sinkt dann die Bedrohung durch die Bomben, weil immer weniger Steine als mögliche Bomben in Betracht kommen. Fortgeschrittene Spieler können solche Informationen nutzen und die Bomben in ihrer Strategie vorerst umgehen.

"Stratego" als Wettkampfspiel – Organisation, Turniere, Meisterschaften

Das „Stratego"-Land dieser Welt sind unumstritten die Niederlande, von dessen Bewohnern auch die Weltrangliste dominiert wird. Aber auch in der Schweiz, Österreich, Deutschland, den USA und einigen osteuropäischen Ländern wird "Stratego" auf einem sehr hohen Niveau gespielt. Die Topstars der Szene sind Vincent de Boer und Erik van den Berg. Sie haben sich seit Jahren auf den ersten Plätzen der Weltrangliste etabliert. In den 1970er und 1980er Jahren vernetzten sich die Spieler auch in Deutschland zunächst regional, bis sich bis zum Ende der 1990er Jahre auch eine deutschlandweite Szene gefunden hat. Vorbild hierfür war der holländische Verband, der auch immer wieder Turniere in Deutschland organisierte. Seit 1993 gibt es eine deutsche "Stratego"-Meisterschaft, welche zunächst im K.-O.-System ausgetragen wurden. Seit 1997 wird nach dem im "Schach" üblichen Schweizer System gespielt. Ebenso erfolgreich wie das Brettspiel sind einige Versionen für Videospielsysteme, wie zum Beispiel "Stratego" für den Nintendo DS. Vor kurzem wurden auch erste Onlineturniere ins Leben gerufen. Ebenfalls seit 1997 gibt es die Weltmeisterschaft im "Stratego", die im Jahre 2009 mit Steffen Annies erstmals ein deutscher Spieler gewann.

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein "Stratego"-Set für Einsteiger zu kaufen, der findet reichlich Angebote. Viele weitere Brettspiele, artverwandte Spiele, wie zum Beispiel "Schach" oder "Risiko" gibt es ebenfalls in unterschiedlichen Ausführungen.

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