Steuern - Die wichtigsten Änderungen ab 2009

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Kurz vor Silvester hat die Regierung neue Gesetze auf den Weg gebracht, die schon Anfang Januar wirken. Ein Blick auf wichtige Regeln.

Pendler: Ihre Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte dürfen Sie bis Ende 2009 wieder ab Kilometer 1 abrechnen. Das Bundesverfassungsgericht kippte Ende 2008 die Kürzung der Pendlerpauschale. Sie haben in Ihrer Steuererklärung 2007 nur die Entfernungskilometer angegeben? Teilen Sie dies zügig Ihrem Finanzamt mit. Es veranlasst die Änderung der Steuerfestsetzung für 2007.

Doppelverdiener: Ab 2010 sollen Doppelverdiener-Ehepaare nicht nur die Kombination der Steuerklassen 3 und 5 wählen können, sondern auch die gemeinsame Steuerklasse 4. Positive Folge: Der Splitting-Vorteil wird durch die gemeinsame Besteuerung gerecht auf beide Partner verteilt.

Kinderzulage: Gute Nachricht für Bausparer, die noch die alte Eigenheimzulage erhalten: Die Kinderzulage wird laut Gesetzentwurf weiterhin gezahlt für Kinder bis zum 27. Lebensjahr. Die Altersgrenze wird nicht auf das 25. Jahr gesenkt, wie es im Steueränderungsgesetz 2007 geplant war.

Abgeltungsteuer: Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen, die Sie vor 31. Dezember 2008 erworben haben, bleiben steuerfrei, wenn Sie die Spekulationsfrist von einem Jahr (Haltedauer) einhalten. Für Wertpapiere, die Sie ab 1. Januar 2009 kaufen, fällt Abgeltungsteuer an. Für Zertifikate gibt es Sonderregelungen: Haben Sie die Papiere vor 15. März 2007 erworben, bleiben Veräußerungsgewinne nach Ablauf der einjährigen Spekulationsfrist unbegrenzt steuerfrei. Zertifikate, die Sie nach dem 15. März 2007 gekauft haben, dürfen Sie noch bis 30. Juni 2009 steuerfrei verkaufen. Voraussetzung: Die einjährige Spekulationsfrist ist abgelaufen. Gewinne aus dem Verkauf von Garantie- und Rentenzertifikaten unterliegen ab 2009 der Abgeltungsteuer.

Entlastung: Ab 1. Januar 2009 steigt das Kindergeld für das erste und zweite Kind von 154 € auf 164 €, für das dritte Kind von 154 € auf 170 €, für weitere Kinder von 179 € auf 195 € monatlich. Ihre Steuerlast drücken Sie, wenn Sie Putzhilfe, Gärtner oder Kinderfrau sozialversicherungspflichtig beschäftigen. Der Fiskus erstattet Ihnen künftig 20% der Kosten, maximal 4000 € im Jahr.

Erben: Seit 1. Januar 2009 gilt das neue Erbschaftsteuer-Recht: Ehepaare können selbst genutztes Wohneigentum steuerfrei erben. Voraussetzung: Der Partner bleibt 10 Jahre in der Wohnung oder dem Haus wohnen. Die Freibeträge für Ehepaare erhöhen sich von 307 000 € auf 500 000 €, für Kinder von 205 000 € auf 400 000 €, für Enkel von 51 200 € auf 200  000 €. In Fachkreisen geht man allerdings davon aus, dass das Gesetz erneut vor den Verfassungsrichtern landet.

Der Kinderfreibetrag steigt 2009 auf 3864 €. Zusammen mit dem Betreuungs- und Erziehungsfreibetrag gelten Freibeträge von insgesamt 6024 € (vorher: 5808 €) pro Kind. Zusätzlich verbessert die Regierung 2009 die Absetzbarkeit von Handwerkerleistungen und Hilfen im Haushalt.

 

                                            Wann verjähren Steuersünden?

"Eine Steuerstraftat verjährt nach fünf Jahren. In besonders schweren Fällen, zum Beispiel bei organisierter Kriminalität, verdoppelt sich ab 2009 die Verjährung auf zehn Jahre.

Nachzahlen: Während die strafrechtliche Verjährung fünf Jahre nach der Tat eintritt, beträgt die steuerliche Festsetzungsfrist bei Steuerhinterziehung zehn Jahre. Beispiel: Ein Privatmann hat 1999 Zinserträge aus dem Ausland dem Fiskus vorenthalten. Der Fiskus kommt dem Steuerhinterzieher jetzt auf die Schliche. Strafrechtlich wird er nach fünf Jahren nicht mehr belangt. Steuerrechtlich aber schon, das heißt, er muss nachträglich die Steuer plus Zinsen nachzahlen.

Angeben: Denken Sie daran, Zusatzeinnahmen wie Honorare für Vorträge oder Veröffentlichungen in Ihrer Einkommensteuer anzugeben. Auch wenn es sich um geringe Beträge handelt und sie die Angabe schlicht vergessen haben, verjähren leichtfertige Steuersünden erst nach fünf Jahren."

 

Hilfe in Steuerfragen leisten Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine. 

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