Stereokameras - was bieten die interessanten Klassiker?

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Stereokameras auf eBay - was bieten die interessanten Klassiker?

Neben Boxkameras, Plattenkameras und TLR-Kameras gehören auch die Stereokameras zu den Klassikern der Fotografie. Alte Kameras bestechen mit dem Charme vergangener Epochen und bieten einen besonderen Flair, der vor allem Sammler und passionierte Verehrer der fotografischen Kunst in seinen Bann zieht.

Was genau macht eine Stereokamera?

Eine Stereokamera kann stereoskopische Fotografien aufnehmen. Stereoskopische Bilder sind dreidimensionale Aufnahmen, die statisch oder bewegt sein können. In der Regel sind Stereokameras mit zwei nebeneinander angebrachten Objektiven ausgestattet. Beim gleichzeitigen Auslösen der beiden Objektive wird die Aufnahme von zwei stereoskopischen Halbbildern ermöglicht, die im Nachhinein zu einer 3D-Aufnahme zusammengeführt werden. Zu diesem Zweck verfügen die Objektive einer Stereokamera über eine gekoppelte Belichtungssteuerung und Schärfeneinstellung. Durch synchrone Verschlussauslösung erzeugen beide Objektive auf dem Film zwei nebeneinanderliegende Halbbilder, die nach dem Vertauschen im Stereoskop betrachtet einen geschlossenen dreidimensionalen Eindruck ergeben. Eine raumtreue Wiedergabe ermöglichen die Stereokameras durch einen Abstand zwischen beiden Objektiven. In den meisten Fällen beträgt dieser Abstand, Stereobasis genannt, 60 bis 70 mm und entspricht somit dem durchschnittlichen Augenabstand beim Menschen. Durch Variation der Basis zwischen den Objektiven können verschiedene Effekte erzielt werden.

Verschiedene Stereokamera-Modelle und Variationen

Neben den üblichen Stereokameras existieren auch Sonderausführungen der Klassiker, die mit vier Objektiven ausgestattet sind und zur Erstellung von Linsenrasterbildern eingesetzt werden. Eine Stereokamera kann auch durch den Zusammenbau von zwei herkömmlichen Kameras gebastelt werden. Dazu müssen die normalen Kameras gleichartig und mithilfe einer Montageschiene exakt vertikal ausgerichtet sein. Das gleichzeitige Auslösen beider Kameras ermöglicht die Entstehung von Bildern, die zusammengeführt eine stereoskopische Aufnahme ergeben. Wenn das Auslösen jedoch nicht gleichzeitig erfolgt, kommt es vor allem bei bewegten Bildern oder bei einer bewegten Kamera zu Störungen in der räumlichen Wahrnehmung der Bilder. Bei Standbildern können stereoskopische Fotografien auch mithilfe von Kameras mit einem Objektiv gemacht werden. Dabei müssen die beiden Aufnahmen unmittelbar nacheinander mit leichtem seitlichem Versatz erfolgen.
Als Stereokameras können außerdem herkömmliche Aufnahmegeräte mit Vorsatzvorrichtungen eingesetzt werden, welche die gleichzeitige Aufnahme von Halbbildern im Hochformat ermöglichen. Spezielle Betrachtungsgeräte dienen dann zum Ansehen der aufgenommenen Bilder. Die Papierabzüge stereoskopischer Aufnahmen sind mit einem Stereoskop von jeweils einer Person zu betrachten. Mehrere Personen können sich stereoskopische Bilder mithilfe von Raumbildprojektoren ansehen. Charles Wheatstone gilt als der Entdecker der Stereoskopie. Die erste Kamera mit zwei Objektiven wurde vom englischen Physiker David Brewster im Jahr 1849 gebaut. Populär wurden die stereoskopischen Kameras jedoch erst in den 1920er Jahren, als mehrere stereoskopische Aufnahmegeräte zu erschwinglichen Preisen auf den Markt gebracht wurden.

Früheste Aufnahmetechnik und Erfindung der Zweiobjektivkamera

Neuzeitliche Stereoskopiker und Fotografen nehmen eine Stereokamera mit zwei integrierten Objektiven als selbstverständlich an. Heutzutage erscheint es undenkbar, dass es Zeiten gab, in welchen die Verwendung einer Kamera mit zwei gleichzeitig auslösenden Objektiven undenkbar war. Die eigentliche Stereokamera entstand jedoch als besondere Erfindung und setzte sich sehr langsam und schwierig durch. Spärlich sind die Informationen über die geschichtliche Entstehung der Stereokamera. Dagegen existieren zahlreiche Schriften, die sich mit der Geschichte des Betrachtungsapparates Stereoskop beschäftigen. Bekannt ist, dass die ersten Stereobilder mithilfe der Daguerreotypie von Professor Moser in Königsberg im Jahr 1841 angefertigt wurden. C. Collins und Charles Wheatstone schufen im gleichen Jahr die ersten Stereopapierbilder. Wann und wie entstand dann die erste Kamera, die zwei Objektive vereinte und dadurch die Erstellung von räumlichen Fotografien ermöglichte?

Die Anfänge der praktischen Fotografie

Das Jahr 1839 markiert den Anfang der praktischen Fotografie. Relativ kurz danach (im Jahr 1841) entstanden auch die ersten fotografischen Stereobilder, die schnell zu beliebten und weit verbreiteten Handelsartikeln wurden. Die in Massenauflagen vom Papier- oder Glasnegativ abgezogenen Papierbilder lösten schnell die nichtkopierbaren Einzelaufnahmen der Daguerreotypie ab. Die frühen stereoskopischen Aufnahmen zeichnen sich jedoch durch eine übermäßige Plastik aus. Die Unnatürlichkeit dieser Stereo-Bilder ist durch die damals vorherrschende Meinung über die notwendigen Aufnahmevoraussetzungen zu erklären.

Die Objektive der üblichen Stereokameras liegen in einer Entfernung von 60-70 mm. Dadurch können bei gleichzeitigem Auslösen beider Objektive zwei verschiedene Halbbilder entstehen, die bei ihrer Zusammensetzung dreidimensionale Aufnahmen ergeben. Auf diese Weise funktioniert auch die Wahrnehmung der Umgebung durch das menschliche Auge. Beide Augen entwerfen verschiedene stereoskopische Ansichten eines und desselben Gegenstandes auf den beiden Netzhäuten. Auf diesem Prinzip entstehen auch die stereoskopischen Aufnahmen.
In der Phase der Entstehung der stereoskopischen Fotografie herrschte jedoch die Meinung, dass die Entfernung zwischen beiden Objektiven der Kamera der Perspektive und dem zu fotografierenden Objekt angepasst werden muss. Je weiter die Gegenstände von Beobachter entfernt waren, desto größer sollte der Abstand zwischen den Objektiven sein. Man nahm auch an, dass die Entfernung zwischen den Objektiven auf jeden Fall größer sein muss als die Entfernung zwischen den menschlichen Augen. Dadurch sollten die Aufnahmen auffallender und deutlicher werden sowie genügend Relief zeigen. Die Variation der Entfernung zwischen den Objektiven führte jedoch zu unnatürlichen Verzerrungen und übermäßiger Plastizität der stereoskopischen Aufnahmen. Nach der maßgeblichen Ansicht vor der Durchsetzung der uns heute bekannten Zweiobjektivkameras sollten die Lichtbilder möglichst plastisch wirken.

Stereoskopie und Erfindung der Zweiobjektivkamera

Noch im antiken Griechenland war bekannt, dass räumliche Wahrnehmung durch unterschiedliche Bilder in beiden Augen entsteht. Erst um 1500 setzte Leonardo da Vinci diese Erkenntnis um. Er behalf sich mit stereoskopischen Zeichnungen und schuf noch keinen Fotoapparat. Als Entdecker der Wissenschaft der Stereofotographie gilt der englische Physiker Charles Wheatstone, der zunächst wie Leonardo da Vinci mit stereoskopischen Zeichnungen experimentierte und schon 1833 seine Erkenntnisse veröffentlichte. Die erste Umsetzung der Stereofotografie erfolgte 1849 durch David Brewster. Der englische Physiker baute die erste Stereokamera. Sie verfügte über zwei integrierte Objektive und löste als Erfindung einen wahren visuellen Stereoboom aus. Insbesondere in den USA waren die Stereofotografien sehr populär und beliebt. Die Begeisterung für die Stereofotografie legte sich jedoch um 1900 wieder, wobei die Einführung des Kinos zu den Hauptverursachern des vorläufigen Niedergangs der Stereofotografie zählt. Die stereoskopischen Aufnahmen weckten wider Interesse erst zum Ende des ersten Weltkrieges. Firmen wie Franke & Heidecke (Rolley) und Vogtländer produzierten immer mehr Fotoapparate darunter auch Stereokameras, die vom Preis her erschwinglicher wurden und sich daher schnell verbreiteten. Ein weiterer Schub für die Entwicklung der Stereofotografie kam in den 1930er Jahren mit der Erfindung der Polarisationsfilter. Dadurch konnten auch farbige Bilder in Stereo vermittelt und betrachtet werden.

Moderne Stereokameras – die brillante Rückkehr der Klassiker

Heutzutage werden die klassischen Stereokameras vorwiegend von Fotografen und passionierten Sammlern gekauft und genutzt. Hobbyfotografen bauen auch selbst stereoskopische Fotoapparate. Die Technologie der Stereoskopie wird weiterhin von modernen Geräten aufgenommen und umgesetzt.

Digital- und 3D-Stereokameras

So entstehen die fortschrittlichen stereoskopischen Digitalkameras, welche die Erstellung von echten dreidimensionalen Aufnahmen für jedermann ermöglichen. Die digitalen Stereokameras bieten kompakte Designs und jede Menge Funktionalität. Sie verfügen, wie die Klassiker, über zwei Objektive und zwei Sensoren. Die 3D-Aufnahmen der digitalen Stereokameras können sowohl auf Displays dargestellt als auch auf Papier gebracht werden. Dadurch können die modernen stereoskopischen Fotografien ohne spezielle Vorrichtungen oder 3D-Brillen betrachtet werden. Neben zwei Objektiven und zwei Sensoren gehört zur gängigen Ausstattung der digitalen Stereokameras auch ein doppelter Bildprozessor. Auf kameraeigenen Displays können die erstellten räumlichen Aufnahmen sofort angesehen werden. Wahlweise kann auch ein dreidimensionaler Film aufgenommen und abgespielt werden.

Durch die Einführung der digitalen Stereokameras ist Stereofotografie nicht mehr nur für Enthusiasten und Bastler von Interesse. Die Kompaktkameras mit doppeltem Objektiv verwandeln die Stereofotografie in angesagte Knipsfotografie. Durch Betätigen des Auslösers entstehen schnell und einfach hochwertige dreidimensionale Aufnahmen, die ohne Spezialgeräte betrachtet werden können. Die Darstellung der digitalen stereoskopischen Bilder ohne 3D-Brille erfordert jedoch den Einsatz von speziellen Wiedergabemedien. Digitale Bilderrahmen und Monitore entwickelt auf der Basis des Linsenrastersystems sowie Spezialpapier aus Lentikularmaterial sind für die Wiedergabe der digitalen 3D-Bilder notwendig. Die kompakten Digitalkameras bieten fortschrittliche Technologie, einfache Bedienung und modernes Design und könnten daher zu einem neuen Boom der Stereoskopie führen.

So finden Sie klassische Stereokameras online

Klassische Stereokameras sind schwer zu finden und meistens nur in Fachgeschäften vorhanden. eBay bietet Angebote von Händlern aus der ganzen Welt und zahlreiche Modelle der beliebten klassischen Stereokameras. Neben anderen alten Fotoapparaten wie Rollbild-, Klapp- und Miniaturkameras finden Sie vielfältige Stereokamera-Variationen sowie originelle Zubehörartikel wie Objektive, Taschen und preisgünstige, praktische Produktbündel zu finden.

Fazit

Die Stereofotografie ist keine neue Erfindung. Stereoskopische Zeichnungen wurden schon im antiken Griechenland sowie später von Leonardo da Vinci erstellt. Die Stereoskopie existiert als Wissenschaft erst seit den 1830er Jahren. Die erste echte Stereokamera wurde bereits Mitte des 19. Jahrhunderts erfunden. Als Grundlage der Stereoskopie dienen die Prinzipien des räumlichen Sehens. Wie die menschlichen Augen erfassen auch die zwei Objektive der stereoskopischen Kameras um wenige Zentimeter versetzte Bilder, die im Anschluss zusammengeführt werden und dadurch eine räumliche Perspektive ergeben. Bei der optischen Wahrnehmung werden die Informationen im Gehirn zu einem räumlichen Bild zusammengesetzt. In der Stereofotografie werden beide Bilder übereinander gelegt. Stereokameras erstellen daher extrem realistische, perspektivische Aufnahmen. Mithilfe der fortschrittlichen digitalen Technologien werden mittlerweile auch kompakte digitale Stereokameras produziert, deren Aufnahmen auch ohne spezielle Geräte zu betrachten sind.

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