Stereoanlagen mit Kassettendeck und Tonbandaufnahme

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Wenngleich es als unumstritten gilt, dass die Schallplatte als klassisches Analogspeichermedium für Musik  ein Comeback feiert, so fristet die traditionelle Magnetbandkassette aktuell nur noch ein Nischendasein, dass in erster Linie für Liebhaber und Nostalgiker ein relevantes Thema darstellt. Gleiches gilt auch für verwandten Tonbandgeräte, die im Mainstream-Markt heutzutage nur noch eine untergeordnete Rolle spielen. Doch ein Bedarf, gerade bei Freunden klassischer Analog-Unterhaltung, ist natürlich immer noch vorhanden. Gerade in Kombination mit moderner Hi-Fi-Technologie entsteht ein ganz interessantes und eigenes Klangerlebnis, das durchaus mit heutigen Standards mithalten kann.

Kassettenlaufwerke und Tonbandgeräte – Techniken einer vergangenen Zeit

Zweifelsohne hat die digitale Entwicklung der vergangenen Jahre sich auf kaum einen Bereich so rapide ausgeübt, wie auf traditionelle Kassettendecks und Tonbandgeräte. Die Musikkassette fungiert als elektromagnetisches Speichermedium analoge Signale im Bereich Musik, Geräusch und Sprache. In dieser Form war es eine Art kleinere Variante des klassischen Tonbandes, welches in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auftrat. Diese Bänder benötigten wesentlich größere Tonbandspulen, um abgespielt zu werden, optional erhältlich als Zweispur- oder Vierspurgerät.

Zu den bekanntesten Herstellern dieser Spulen und Tonbänder zählten damals:

  • Grundig
  • Braun
  • Sony
  • ReVox/Studer
  • Telefunken
  • Akai
  • Philips
  • Pioneer

Auch hier gab es unterschiedliche Größen, die im Laufe der Jahrzehnte immer kompakter und handlicher wurden. Aktuellere Typen, wie beispielsweise von der Firma Pioneer, verknüpfen auch digitales Know-How mit den traditionellen Aufgaben einer Spule, sind aber in ihrer Anschaffung teilweise sehr teuer.

Kassettenabspielgeräte stellten das preisgünstigere und wesentlich komfortablere Nachfolgemodell des der Tonbandspule da. Sie waren beständiger, in der Handhabung einfacher und in der Produktion auch billiger. Mit dem Aufkommen tragbarer Geräte, wie dem berühmten Walkman Anfang der 1980er, war die Kassette endgültig bei der Mehrheit der Menschen angekommen und die ersten Stereoanlagen setzten verstärkt auf die Integration eines Kassettendecks in ihrem Aufbau.

Grundfunktionen von Kassetten und Tonbändern

Eine weitere Eigenschaft, die viele Nostalgiker und Tonbandliebhaber schätzen, ist die entschleunigte Handhabung des Mediums. Wie auch die Schallplatte zeichnet sich der Umgang mit den Bändern durch ein gewisses Maß an Sorgfalt aus. Gerade beim klassischen Tonband müssen die beiden Bandwickel genau auf die Bandteller gelegt werden und das Tonband um die entsprechenden Vorkehrungen gelegt werden. Neben dem Abspielen wurde auch das Aufnehmen und Bespielen der Bänder möglich.

Das Ganze folgt einem elektromagnetischen Prinzip, die Geräte besitzen sowohl einen Aufnahme-Knopf, als auch Tasten, zum Vor- und Zurückspulen, sowie 'Stopp' und 'Pause'. Während der Aufnahme werden die magnetischen Partikel mithilfe des aktivierten Magneten entsprechend ihrer unterschiedlichen Frequenzen in Position gebracht. Der Tonkopf nimmt diese Frequenzen war und gibt sie in dieser Form auch wieder. Während des Löschvorganges werden diese Partikel vom Magnet wieder geglättet.

Sorgsames Handling ist Fall entscheidend

Direktes Überspringen und Anwählen der einzelnen Musiktitel, wie bei digitalen Wiedergabemedien üblich, ist nicht möglich. Kommt es doch unachtsames Handeln zum berüchtigten Bandsalat, so muss dieser sorgfältig beseitigt werden um nicht dauerhafte Schäden an der Kassette zu hinterlassen. Abgesehen davon zeichnet sich die Kassette durch eine ausgesprochene Robustheit aus, die sie sehr unempfindlich gegen Hitze, Schmutz und andere Widrigkeiten macht. Es ist diese einzigartige Beständigkeit in Kombination mit der entschleunigten Handhabung, die viele Liebhaber anspricht.

Einzeln oder Komplett – unterschiedliche Systeme entscheiden über unterschiedlich aufwendige Ausstattung

Der Receiver bildet das Herzstück jeder Stereoanlage, er entscheidet mit seinen Voraussetzungen auch über die Anzahl angeschlossener Geräte. Der Verstärker fungiert als Schaltzentrale zwischen den einzelnen Elementen. Egal, ob Radio, CD-Player, Fernseher oder komplettes Heimkinosystem mit DVD- oder Bu-ray-Player. Der Receiver ist ein Audioverstärker, welcher die auf ihn eintreffenden Audiosignale verstärkt und optional – via Lautstärkereggler – auch verändert.

Vor dem Kauf des Receivers sollten Sie sich stets fragen, wo ihre  Klang- und Nutzungs-Präferenzen liegen. Reicht in Ihrem Fall eine klassische Stereoanlage mit Verstärker und zwei Boxen oder gleich ein komplettes Surroundsystem mit bis zu fünf Lautsprechern und einem Subwoofer? Klassischen Stereosound – auf dem immer noch fast alle Musikspeichermedien aufbauen – bieten beide Varianten.

Stereoanlagen in unterschiedlichen Bauformen

Bei den Stereoanlagen gibt es unterschiedliche Bauformen. Zum Einen wäre da die klassische Kompaktanlage, bei welcher alle Geräte in einem Gehäuse mit einheitlicher Bedienoberfläche vereint sind. Die Boxen werden dabei individuell extern angeschlossen. Hier ist in der Regel – und auch bei neueren Modellen – das Kassettendeck, optional auch mit Aufnahmefunktion.

Ein weit verbreitetes Modell in den letzten Jahren stellt auch der Hi-Fi Turm dar. Bei diesem werden die einzelnen Geräte übereinander gestapelt, der Plattenspieler belegt dabei den obersten Slot. Ein Kassettendeck, in der Regel auch mit zwei Abspielmöglichkeiten, kann hier optional dazugekauft werden. Diese Variante ist insgesamt platzaufwendiger, als das Kompaktmodell, besitzt aber den Vorteil, dass die einzelnen Geräte individuell angeordnet werden können. Eine weitere und vergleichsweise noch gering verbreitete Variante stellen sogenannte digitale Minimalanlagen dar. Hier dient ein Computer oder gar ein Streaming Client als Quelle, optional werden entweder aktive Lautsprecher oder D/A-Wandler an den Receiver angeschlossen.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass am Verstärker genügend Anschlüsse vorhanden sind, um alle aktuellen, aber auch zukünftigen Geräte anzustecken. Das beinhaltet neben den Lautsprechern, auch CD-Player, Plattenspieler sowie ein separates Aux-Kabel für den digitalen Musikplayer.

Tonbandspulen im digitalen Zeitalter

Während Kassettendecks damit meist immer noch eine gewisse Integration in modernen Stereosystemen aufweisen, müssen traditionelle Tonbandspulen erst an selbige gekoppelt werden. Das erweist sich insofern als schwierig, als das unterschiedliche Kabelsysteme verwendet werden. Moderne Stereosysteme funktionieren auf Cinch-Basis, ältere Geräte häufig auf mehrpoligen Rund-Steckverbindungen, im Volksmund auch, DIN-Stecker genannt, aufgrund ihrer Normung. Diese auch als Diodenstecker bekannten Kabel müssen erst mithilfe eines Cinch-Adapters aufgewertet werden, um an den Receiver problemlos angeschlossen zu werden. Doch auch hier muss noch Feintuning betrieben werden, sollte es zur Wiedergabe oder Aufnahme des Tonbandgerätes mithilfe der Stereoanlage kommen. Beispielsweise muss auf das anliegende Spannungsverhältnis zwischen den Geräten geachtet und gegebenenfalls ein Widerstand zwischengeschaltet werden.

Planen Sie die Koppelung eines Tonbandgerätes an ihre heimische Stereoanlage, sollten Sie – insbesondere im Falle einer Aufnahme – sich vorher von einem Fachmann beraten lassen bzw. intensiv zum Thema belesen. Zu vielseitig sind hierbei die Unterschiede und Details auf die geachtet werden muss. Bei einem Kassettendeck treten diese Probleme hingegen nicht auf, auch weil diese Technik an moderner Receiver angepasst ist.

Tonbandaufnahme analog und digital – worauf muss ich beim Aufnahmeprozess achten?

Analoge Aufnahmen geschehen stets in Echtzeit und auch das Digitalisieren benötigt den gleichen Zeitaufwand, wie das Abspielen des Mediums. Beim analogen Aufnehmen benötigt es lediglich zwei Kassettendecks, welche aneinander gekoppelt sind und eine Aufnahmefunktion besitzen. Optional können auch andere eingehende Audiosignale – wie CD, Radio oder gar mp3 – auf die Kassette überspielt werden, sollten die entsprechenden Geräte an das Stereosystem gekoppelt sein. Gleiches gilt für Tonbandspulen, auch wenn hier einige technische Details hinsichtlich der Leistungsunterschiede beachtet werden müssen.

Bei der Digitalisierung von Kassetten und Tonbändern sieht das anders aus. Hier werden die magnetischen Audiosignale 1:1 als Dateiformat gespeichert, inklusive aller Details und mediumbedingter Fehler, wie dem chronischen Grundrauschen. Hier hat die Kassettenindustrie allerdings zum Ende ihrer Blütezeit einige Fortschritte machen können, durch Systeme wie Dolby-B, Dolby-C und Dolby-S. Diese rauschreduzierenden Elemente sind ebenfalls eine wichtige Grundvoraussetzung, sollte es um die Digitalisierung der Kassetten gehen, um den Klang zu optimieren.

Was Sie für die Übertragung sonst noch benötigen

Für die Übertragung benötigen Sie darüber hinaus noch ein qualitativ hochwertiges Stereo-Audiokabel, das zwei Cinch Stecker mit einem 3,5mm Klinken-Stecker verbindet. Achten Sie darauf, dass das Kabel nicht zu lang ist, um störungsfreie Übertragung zu gewährleisten. Dieses überträgt das  Kassettensignal des Stereoreceivers auf den Computer, wo es mithilfe einer Audio-Software festgehalten wird. Die Audiosoftware schwankt preislich stark, allerdings gibt es bereits viele günstige Open Source Angebote. Die Kassette sollte vorher gereinigt und auch einmal durchgespult werden, um möglichst fehlerlos bei der Aufnahme zu funktionieren. Mithilfe anschließender digitaler Nachbearbeitung kann der Sound der Aufnahme weiter optimiert werden.

Wann sollte über die Investition in analoge Bandtechnik nachgedacht werden?

Bevor Sie ernsthaft mit der Anschaffung von separaten Kassettendecks, einem Kompaktsystem mit integriertem Kassettenplayer oder gar einer Tonbandspule liebäugeln, sollten Sie sich stets die Frage nach Ihrem persönlichen Nutzen stellen. Die Hochphase beider Medien ist unverkennbar vorbei, sie sind daher in erster Linie für Liebhaber und Nostalgiker von Interesse. Schätzen Sie vorher ein, inwiefern Sie davon Gebrauch machen und zu welchem Zweck Sie es anschaffen.

Das Rekapitulieren alter Aufnahmen und Tondokumente, sowie ihr eventuelles Digitalisieren stellen einen solchen Anlass da. Allerdings sollten Sie abwägen, inwiefern die Menge der zu digitalisierenden Aufnahmen im Verhältnis zum finanziellen Aufwand der entsprechenden Geräte steht. Gerade Tonbandspulen sind heutzutage recht teuer, auch weil viele Modelle Sammlerstücke sind. Hier wäre gegebenenfalls eine Ausleihe oder der Gang zu einem Fachmann preisgünstiger. Entsprechende Angebote finden sich im World Wide Web.
Sollten Sie darüber hinaus am aktiven Hören der analogen Aufnahmen interessiert sein, wählen Sie ihre Aufnahme entsprechend der Hörabsichten aus. Die Kassettendecks sollten entsprechende Rauschunterdrückung besitzen, die Receiver optional manuelle Soundangleichung mittels EQ- oder Veränderung der Bassfrequenzen, um das Hörerlebnis zu optimieren. Selbiges gilt für die Wahl des Lautsprechersystems. Hier ist eventuell ein klassisches Stereosystem ausreichend und ein aufwendiges – auch in der Anschaffung teureres – Surround-System im 5.1.-Format unnötig, um das gewünschte Hörvergnügen zu erreichen. Testen Sie die Anlagen im Vorfeld auf jeden Fall auf Ihre persönlichen Hörpräferenzen, um so den optimalen Klang herauszuholen.

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