Staubsaugerqualitäten

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Staubsauger-Merkmale

Die Stiftung Warentest hat u.a. Anfang 2006 diverse Staubsauger getestet. Die Einzelergebnisse decken leider nur einen sehr kleinen Teil der im Handel erhältlichen Produktpalette ab. Einige Ergebnisse lassen sich aber verallgemeinern. Nach der Lektüre diverser Testforen, in denen diese Trends großteils bestätigt wurden, möchte ich diese hier als Extrakt wiedergeben. Natürlich wird es einzelne Geräte geben, die von den Trends abweichen und z.B. trotz Wasserfilter sehr gute Saugeigenschaften haben - ich persönlich habe keine entsprechenden mehrfach bestätigten Testberichte gefunden. Überhaupt: Häufig sind in den entsprechenden Testforen genau zwei Berichte gespeichert: Ein sachlich-positiver und ein sehr negativer. War da der Hersteller und ein Mitbewerber unterwegs? Oder ein Spaßvogel? Jedenfalls betrachte ich solche Berichte nicht als aussagekräftig, sondern allenfalls als Indizien.

HEPA-Filter

High Efficient Particulate Air-Abluftfilter sind das derzeit beste Filtersystem zur Reinhaltung der Luft. Die Kosten betragen etwa 15-30 Euro alle zwei Jahre. Annähernd genauso gut sind häufiger ausgewechselte Mikrovlies.

Staubbeutel vs. Staubbox

Die Geräte mit Staubbox versprechen "nie mehr teure Staubbeutel". Leider ist zum einen das Entleeren der Boxen eine z.T. sehr schmutzige Angelegenheit. Insgesamt kostet die Staubbox auch zu viel Saugleistung - die Saugergebnisse sind (im gleichen Gerät!) schlechter als mit Staubbeuteln. Einige Anwender berichten, dass nur bei Entleerung  der Box nach jedem(!) Gebrauch die Saugleistung gut ist. Mit anderen Worten: Trotz der massiven Werbung ist die Verlockung, die Kosten für Staubbeutel einzusparen, für mich äußerst gering.

Nachdem ich einen (zugegebenermaßen preiswerten) Sauger mit Staubbox nach einem Jahr wegschmeissen konnte, weil nach einem Hardcore-Einsatz (Ausbau am Haus) der Staub sämtliche Filter verstopft, Dichtungen nicht mehr sauber+dicht sind und das gesamte Gerät innen(!) verdreckt ist, bleibe ich lieber bei meinem noch preiswerteren Bosch-Beutelsauger (der den gleichen Einsatz inkl. der notwendigen Aussenreinigung überstanden hat), bei dem aber die Kabelaufrollung wohl eingerostet ist.

Wasserfilter vs. Staubbeutel

Bei den Saugeigenschaften liegt der Wasserfilter klar hinten. Und auch für die Reinheit der Luft gehören die Marketingaussagen eher ins Märchenreich, wenn man nicht gerade einen besonders schlechten Beutelsauger erwischt hat, denn dann ist auch die Luft aus einem guten Beutelsauger reiner als die Zimmerluft. Wie funktioniert das ganze eigentlich bei wasserabstoßendem Dreck?

Elektrobürste

"Saugbürsten ist besser" hieß einmal ein Werbeslogan. Eine Elektrobürste verbessert die Saugleistungen gerade auf Teppichen merkbar. Leider ist der Preis auch "merkbar", oft ist die Elektrobürste so teuer wie der Staubsauger selbst. Laut Stiftung Warentest läßt sich auch ohne Bürste "gut" saugen - dieses Geld kann man also sparen, wenn man nicht mit besonders hartnäckigen Verschmutzungen (z.B. Angorakatze auf Hochflorteppich) zu kämpfen hat - dann allerdings lohnt sich die Investition.
Turbobürsten, die an Stelle eines Elektromotors die Sauglust als Antrieb nutzen, lohnen sich fast nur zur Faseraufnahme von Teppichen.

Geräusch

Eine Katastrophe. Leider gibt es seriöse Untersuchungen, die belegen, dass Testpersonen bei identischen Saugern demjenigen eine bessere Saugqualität bestätigen, der sich "kräftiger" anhört. So sind Menschen nun einmal. Und das wissen die Hersteller. Daher werden die meisten Sauger nicht auf "leise", sondern auf "klingt stark" getrimmt. Lassen Sie sich den Sauger im Geschäft vorführen - aber Achtung, in großen Geschäften wirkt das Geräusch nicht so dröhnend wie in einer kleinen Wohnung. Einen Trick gibt es: Die Saugleistung elektronisch regulieren, also nicht immer mit voller Leistung saugen, das schont auch den Geldbeutel und beeinträchtigt zumindest laut Stiftung Warentest die Saugleistung kaum. Aber natürlich will man meistens den Dreck "bestmöglich" aufnehmen . So sind Menschen nun einmal. Aber das hatten wir schon.
Mein neuer Miele z.B. hat nur 1800 Watt, ist recht leise - und hat eine Saugleistung, die ich von 2200 Watt starken Staubsaugern bisher nicht kannte. Es kommt halt viel auf die Effizienz und die Aerodynamik im Saugkanal an.

Rollen

Fast alle Geräte haben hinten zwei große, parkettschonende Rollen und vorne eine kleine Lenkrolle. Die sollte man genauer prüfen, da sie häufig klein und hart ist - das bremst auf Teppichen und kann auf Parkett Dellen hinterlassen, wenn man nicht vorsichtig ist. Auch sollte eine weiche nicht abfärbende Gummileiste (also besser grau als schwarz) rund um das Gerät laufen, denn manchmal springen einem die Möbel mitten vor den Staubsauger.

Stromverbrauch

Völlig unwichtig, außer für Ihren Geldbeutel. Denn für die Saugleistung zählen nicht die (häufig übertriebenen) Wattzahlen, die in das Gerät hineingesteckt werden, sondern wie viel der Motor davon in Saugleistung umsetzt und wie gut diese über die aerodynamische Konstruktion zum Teppich geleitet wird. Da kann ein guter 1600-Watt-Staubsauger locker ein 2000-Watt-Gerät abhängen. Meine Schwiegereltern schwören auf ihren Vorwerk, dem ich eine wahnsinnige Saugkraft attestieren muss - ich versuche es für das gleiche Geld lieber mit ca. 10 preiswerten Geräten. OK, mein neuer Miele ecoline kostet so viel wie zwei einfache Siemens-Geräte - aber nach einigen Wochen finde ich, das ist er wert, denn er ist leise und sehr stark.

Kosten

Gute Geräte scheint es schon für 140 Euro zu geben. schlechte gibt es auch für 300 Euro. Staubbeutel sollten 5 Stück max. ca. 8-10 Euro kosten, bei höheren Kosten lohnt sich ggf. ein geringfügig teurerer Staubsauger. Bei Kärcher ist der Hepa-Filter mit 23 Euro im günstigen Mittelfeld, dafür kostet der Motorschutzfilter statt ca. 10 auch 25 Euro. Leider habe ich nirgends Angaben zu den Verbrauchskosten (Kosten der verschiedenen Filter umgerechnet auf z.B. 400g Normstaub saugen) gefunden, wie dies bei Druckern ja inzwischen in jedem Test (Kosten je Ausdruck) gemacht wird.

In den meisten Tests, die ich fand, haben Kärcher, Rowenta, Coop/Satrap, LG Electronics und Hoover nicht so gut abgeschnitten. Am oberen Ende der Sauberkeits-Skala finden sich wie erwartet Bosch/Siemens, Miele, Miostar, Philips, Quelle/Privileg. Dirt Devil scheint eher laut zu sein, beim Fakir ist die Qualität durchwachsen, sonst würde er auch zur Spitzengruppe gehören, preislich ist er auf jeden Fall interessant. Sehr gut gefallen haben mir die Aussagen zu Miros/MioStar, doch leider scheint das Gerät nur in der Schweiz erhältlich zu sein, was die Versorgung mit Staubbeuteln nicht erleichtert.

Aber alle diese Einschätzungen hängen natürlich stark vom jeweiligen Modell ab und geben nur einen Trend aus verschiedenen Tests wieder.

Insgesamt ist der Markt so durchwachsen, dass sich ein Kauf bei einem seriösen Online-Händler mit Rücknahmegarantie lohnt. Testen Sie das Gerät Ihrer Wahl erst einmal. Aber beachten Sie: Der Händler darf den Wertverlust (z.B. benutzter Staubbeutel, verschmutztes Gerät) in Rechnung stellen. Trotzdem erscheint dies besser, als seinen Kauf auf den Werbeaussagen der Hersteller basieren zu lassen. Und bei einigen Händlern fand ich auch Angaben zur Lautstärke der Geräte - sehr vorbildlich! Negativ dagegen, dass man bei vielen Suchanfragen statt Staubsaugern auch hunderte von Staubbeutel-Ersatzpackungen findet - da lohnt der Versand oft erst ab 50 Beuteln, sonst fressen die Versandkosten die Ersparnis auf.

Von Ebay würde ich mir wünschen, dass bei Staubsaugern folgende Angaben standardisiert werden: Leistungsaufnahme (mangels Normangabe zur Reinigungsleistung), Lautstärke, Funktionsprinzip (Beutel/Wasser/Zyklonfilter), Länge des Kabels, Ausstattungsdetails (Fugenrohr, Staubbürste, Elektro-/Turbobürste), Gewicht.

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