Star Ocean - Till The End of Time

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Star Ocean - Till the End of Time

Lange Zeit war unklar, ob das damals noch von Enix geführte Star Ocean: Till the End of Time überhaupt nach Deutschland kommt, jetzt ist es jedoch da. Der zweite in Europa erhältliche Teil hat in Japan bereits gute Wertungen abstauben können und versucht nun auch hier sein Glück. Wie gut das Rollenspiel wirklich ist, zeigt Euch unser Testbericht.

Vielleicht erinnern sich noch einige von Euch an den zweiten Teil, Star Ocean: The Second Story. Zehn Weisen verfügten über ein Wappen, welches lediglich zur Zerstörung von Planeten diente und somit eine große Gefahr darstellte. Glücklicherweise stellten sich Claude, Rena und Co. dem Bösen in den Weg und konnten schlimmeres verhindern.

Der Krieg der Sterne

Star Ocean: Till the End of Time führt die Geschichte fort. Etwa 400 Jahre später, wir schreiben das Jahr S.D. 772, droht erneut ein Unglück aufzukommen. Der Pangalaktischen Förderation obliegt ein Drittel der gesamten Milchstraße und darf sich zu recht als stärkste Macht im Universum schimpfen. Doch wie bei so vielen Imperien ist der Durst auf Besitz und Macht erst dann gestillt, wenn es nichts mehr zu Erobern gibt. So verwundert es auch nicht, dass die mächtige Föderation weiterhin versucht, ihre Expansionspolitik fortzusetzen.

Auf dem Planeten Hyda IV weiß man noch nichts von der bevorstehenden Katastrophe. Auf jenen Planeten entspannt sich die Familie Leingod gerade in einem Urlaub. Die Eltern dieser Familie, Ryoko und Robert, sind angesehene Forscher der Symbologie, während Sohn Fayt die Zeit nutzen soll, um sein Studio nachzukommen. Doch wie Jugendliche manchmal so sind, verbringen sie viel mehr Zeit mit anderen Dingen. Obwohl Kindheitsfreundin Sophie Esteed ihn immer wieder mahnt, verbringt Fayt die meiste Zeit seines Urlaubs auf Hyda IV in einem Kampfsimulator. Eines Tages möchte Fayt den Kampfsimulator Sophia zeigen, doch just in diesem Augenblick geschieht etwas Schreckliches.

Es fängt an zu beben und auf einem Monitor werden Explosionen auf Hyda IV ausgestrahlt. Sofort werden alle Einwohner auf ihr Schicksal aufmerksam gemacht und gebeten, sich auf den Weg in die Schutzbunker zu machen. Fayt und Sophie nehmen ihre Beine in die Hand und leisten der Anweisung Folge. Auf dem Weg treffen die beiden auf Peppita Rossetti, ein sehr junges Mädchen mit einer gehörigen Person Selbstbewusstsein, die sie bereits im Hotel kennen gelernt haben. Auf dem Weg trifft die Party auf ihre Eltern, die bereits von Robotern der pangalaktischen Förderation heimgesucht wird.

Folglich möchte Fayt versuchen, seine Eltern zu retten, doch wird er von Peppita und ihren Freunden aufgehalten, da er zu keiner Zeit eine Chance gegen diese Streitmacht hätte und sich selber in den Tod reißen würde. In letzter Sekunde schaffen es wenigstens sie noch in den Schutzbunker.

Dass der Schutzbunker keine Rettung ist, bemerken sie nach kurzer Zeit. Sie werden von einem dortigen Teleporter in ein riesiges Raumschiff gebracht, welches die Evakuierungsreise fortsetzen soll. Doch auch dieses befindet sich nach kurzer Zeit im Kreuzfeuer der pangalaktischen Armee. So müssen sich alle Insassen voneinander trennen und mit Einzelraumkapseln ihr Heil in der Flucht setzen. So trennen sich auch die Wege von Fayt, Peppita und Freundin Sophie und das Abenteuer nimmt seinen Lauf.

Zwischen High-Tech Gebäuden und Fachwerkhäusern

Ihr schlüpft zunächst in die Rolle von Fayt Leingod und bemerkt nach kurzer Zeit, dass ihr auf einem unterentwickelten Planeten landen müsst und landen werdet. Ihr habt keine andere Wahl, als etwas über den Planeten herauszufinden und zu versuchen einen Ausweg von diesem Planeten zu finden. Zu Eurem Entsetzen wird Euer Raumschiff nach wenigen Stunden vollkommen zerstört und damit auch Eure Hoffnungen auf eine Heimkehr. Schuld daran ist eine Person, die Euer Schicksal teilt und ebenfalls auf dem Planeten bruchgelandet ist und diesen Planeten nun mit Hilfe seiner technischen Überlegenheit unterjochen will.

Zu Eurem Glück werdet Ihr von einer feindlichen Förderation, den Klausianern, gesucht. Euer Retter nennt sich Cliff Fittir und ist Euch nur bedingt sympathisch. Zudem ist Euch nicht bewusst, was ein Feind von Euch will – doch darüber gibt er keine Auskunft. Doch auf dem Weg, auf welchem er Euch zu seiner Heimat bringen möchte, werdet Ihr wieder von Euren bekannten Widersachern verfolgt.

So hilft alles wieder nichts, denn es muss schnellstmöglich gelandet werden und dies dummerweise erneut auf einem unterentwickelten Planeten, der Euch deutlich längere Aufenthaltszeit verspricht.

Bewährte Zutaten

Star Ocean: Till the End of Time ist ein klassisches Rollenspiel, welches sehr viele Elemente der beiden Vorgänger traditionsgemäß weiterführt. Ihr steuert Eure Protagonisten in Städten, Verließen und sonstigen Gebieten und führt die Kämpfe separat auf einem Schlachtfeld auf. Im Gegensatz zu Final Fantasy X könnt Ihr Eure bösartigen Zeitgenossen auf der Karte sehen und ihnen ausweichen. Zudem gibt es eine Minimap, die Eure Position und den erkundeten Stand anzeigt. Wer ein gesamtes Gebiet zu 100% erkundet, dem winken diverse Extras.

Wer den Vorgänger bereits zuhause liegen hat, der wird die Weltkarte vermissen. Denn alle Städte werden durch Gebiete wie Wälder, Pässe, Gebirgen oder Höhlen miteinander verbunden. Immerhin können die meisten Gebiete nachträglich erkundet werden. Erkunden ist ohnehin ein gutes Wort, um Star Ocean: Till the End of Time zu beschreiben. In den Städten wimmelt es gerade so von Schatztruhen und Extras, die man durch optionale Dialoge erhaschen kann. Somit lohnt es sich jederzeit, die Dorfbewohner zu fragen oder die frei justierbare Kamera zu benutzen und damit vielleicht das ein oder andere Objekt zu erhalten.

Im Verlauf des Spieles könnt Ihr sogar Objekte selber herstellen, wie man es auch im Vorgänger konnte. Je öfter Ihr Euch darin übt, desto besser sind Eure Fertigkeiten. Diese Fertigkeit erlaubt es Euch, unkäufliche Objekte zu erstellen, die Euch das Spiel wesentlich vereinfachen. Weiterhin könnt Ihr noch bei Levelaufstiegen Punkte auf Eure Attribute verteilen.

Dynamische Kämpfe

Auf Eurer Reise kommt es wie erwähnt zu traditionellen Kämpfen. Und damit kommen wir auch gleich zum Prunkstück von Square-Enix Werk. Ihr steuert einen Helden in bester Hack&Slay Manier und könnt mit Spezialattacken und Zaubern Euren Gegnern das Leben zur Hölle machen oder sie am besten gleich dorthin verfrachten. Für Spezialangriffe benötigt Ihr das so genannte Fury, welches zudem auch noch entscheidend für die Härte des Treffers ist. Zauber können mit der Symbology ausgeführt werden, welche neben mächtigen Angriffen auch Regenerationszauber beinhaltet. Insgesamt befinden sich drei Kämpfer auf dem Kampffeld, die Ihr aus insgesamt 12 Kämpfern auswählen müsst. Da Ihr immer nur einen Charakter spielen könnt, übernimmt der Charakter die anderen beiden. Wie er dabei agiert, hängt davon ab, welche Taktik Ihr ihm zugewiesen habt. Mit einem Tastendruck könnt Ihr selber den zu spielenden Charakter wählen.

Das Kampfsystem sorgt für sehr viel Dynamik und ist nur selten unübersichtlich. Dafür sorgte vor allem die Reduzierung auf drei Charaktere, denn im Vorgänger durften noch vier Mitstreiter auf dem Feld Ihr Können unter Beweis stellen. Für gewonnene Kämpfe gibt es wie in den meisten Rollenspielen Erfahrungspunkte, die bei ausreichender Anzahl zu Levelaufstiegen führen. Bei bestimmten Leveln dürft Ihr neue Spezialattacken Euer Eigen nennen.

Viel Spaß für Jäger und Sammler

Star Ocean: Till the End of Time löst das Problem, welches viele Rollenspiele beim Schwierigkeitsgrad haben mehr als vorbildlich. Vor Spielbeginn dürft Ihr wählen, wie schwierig das Spiel sein soll und darüber hinaus gibt es für Profis noch genug zu tun. Ihr könnt ca. 300 Bonusaufgaben erfüllen, wie z.B. diverse Gegner auf dem ersten Level zu besiegen. Als Belohnung winkt neben wertvollen Objekten auch ein Mini-Beat'n'up, in welchem Ihr alle vorhandenen Charaktere gegeneinander antreten lassen könnt. Interessanterweise könnt Ihr diesen Modus sogar zu zweit spielen.

Zusätzlich gibt es noch diverse Extra-Gebiete, die Ihr neben den Hauptmissionen ausführen könnt. Insgesamt entpuppt sich Star Ocean: Till the End of Time als eines der längsten Rollenspiele und befindet sich auf 2 DVDs. Sogar ein erneutes Durchspielen ist dank vieler Bonusspielereien motivierend.

Gute Optik, zufriedenstellende Akustik

Im grafischen Bereich setzt Square-Enix mit seinem Schützling sicherlich keine neuen Maßstäbe. Die Figuren wirken teilweise etwas undetailliert und wurden sehr stark im Animestil gehalten, woran sich der Spieler sicher erst gewöhnen muss. Mehr Aufwand wurde scheinbar für die Posen betrieben, denn davon gibt es etliche verschiedene, die die Charaktere sehr lebendig wirken lassen. Zwar kann Star Ocean: Till the End of Time zu keiner Zeit grafisch mit Final Fantasy X mithalten, kann sich dank überzeugende Areale aber durchaus sehen lassen. Vor allem die Städte überzeugen durch viele Details und wurden sehr groß gehalten. So richtig überzeugen konnten aber vor allem die starken Battle Animationen, die vor allem die rasanten Kämpfe deutlich aufwerten. Zu guter letzt wird der Spieler noch mit sehr hübschen Rendersequenzen belohnt.

Einen kleinen Rückschritt gegenüber dem Vorgänger wurde leider im Bereich der Audiowiedergabe gemacht. Während der zweite Teil durchweg mit einem genialen Soundtrack aufwarten konnte, vermisst man hier die wirklich imposanten Stücke. Weiterhin verwundert es, wieso in den Dungeons Heavy Metal Musik gibt. Ein wenig besser ist dagegen die englische Sprachausgabe, die zusammen mit den Soundeffekten einen guten, wenn auch nicht perfekten Eindruck hinterließ.

Fazit

Die Wartezeit auf Star Ocean: Till the End of Time hat sich gelohnt. Das Spiel fesselt schon nach kurzer Zeit, auch wenn der Spielbeginn recht fad ist. Kaum ein Rollenspiel beeindruckt durch eine so gute Spielbarkeit, sowohl im Kampf als auch auf der Oberfläche. Und auch wenn es keine traditionelle Weltkarte gibt, können sehr viele Dinge erkundet und Extras freigeschaltet werden. Die 2 DVDs bieten Euch eine Spielzeit, die nah an die 100 Stunden Marke herankommt und je nach Erkundungswahn sogar überschreitet. Gepaart mit einer fesselnden Geschichte entpuppt sich der Titel als absoluter Pflichtkauf, auch wenn die Technik innerhalb der Jahre ein wenig zugesetzt hat. Lediglich Feinde schlechter PAL-Anpassung sollten die Finger von diesem Titel lassen. Denn Englischkenntnisse werden vorausgesetzt und dicke PAL-Balken sowie leichtes Flimmern trüben das ansonsten starke Gesamtbild.

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