Stachelnüsschen, Kupferteppich, Steinkraut - mit diesen Stauden blüht Ihr Steingarten auf!

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Stachelnüsschen, Kupferteppich und Steinkraut - mit diesen Stauden steht Ihr Steingarten in voller Blüte!

Steingärten, ob groß oder klein sind die Highlights einer modernen Gartengestaltung. Fehlt Ihnen der „grüne Daumen“ für einen aufwendigen Ziergarten? Gehören Sie zu den Gartenliebhabern mit wenig Zeit für die Gartenpflege und mögen Sie es lieber dezent, aber trotzdem effektvoll? Dann passt ein Steingarten zu Ihnen. Bei der Organisation eines Steingartens gibt es einiges in Bezug auf optimale Standorte der Pflanzenelemente und der Platzierung der gewünschten Steinsorten zu bedenken. Damit Ihr Steingarten zu dem wird, was Sie sich darunter vorstellen, bietet es sich an, diesen Ratgeber in Ihre Überlegungen zur Planung und Gestaltung einzubeziehen.

Wie definiert man den Begriff „Steingarten“ und warum ist er so beliebt?

In der einfachsten Form bezeichnet man Gartenbereiche oder Gartenanlagen, die unter Einbringung von Kies, Steinen und einer Bepflanzung mit Gebirgs- bzw. trockenheitsresistenten Stauden entstanden sind, als Steingarten. Das Dekorationsmaterial bietet ein großes Repertoire an Formen und Farben. Die Bepflanzung gilt als pflegeleicht und robust. Der Steingarten ist auch ohne „grünen Daumen“ in vielen Gartenumgebungen realisierbar. Es ist im Vergleich zu konventionellen Ziergärten keine saisonale Neubepflanzung nötig.

Der Steingarten in der Geschichte – ein kurzer Einblick

Um 1800 entstanden in London die ersten Steingärten. Ende des 19. Jahrhunderts waren die Steingärten bereits weitläufig bekannt und legten den Grundstein für den Einzug neuer Pflanzenarten. Hier kann u. a. die „Gewöhnliche Küchenschelle“ benannt werden, die vor den Steingärten nur wenig bekannt gewesen ist und heute zum gängigen Gestaltungsbild gehört.

Sonderformen von Steingärten

Zu den Sonderformen der Steingärtenarten gehören das Kiesbeet und der Geröllgarten. Sie beherbergen oft eine Bepflanzung, die steinige Böden gegenüber Sand oder einfachen Boden bevorzugen. Auch das sogenannte Alpinum gehört zu den Sonderformen des Steingartens, da es ausschließlich mit Hochgebirgspflanzen ausgestattet ist. Ein Steingarten kann auch an einer bereits vorhandenen Feldstein-Mauer eingerichtet werden. Hier wirkt er besonders natürlich.

Was sind die besonderen Merkmale eines Steingartens?

Ein gängiger Steingarten rundet sein Gesamtbild mithilfe großer Steine, Kies und kleineren Steinen ab. Des Weiteren verfügt er über eine gute Entwässerung und ist in seiner optimalen Standortlage, in Richtung Südwesten oder Süden ausgerichtet. Einzig hier bietet er seiner Bepflanzung - oft handelt es sich dabei um Alpenpflanzen - die effektivsten Entwicklungs-und Wachstumsbedingungen.

Welche Steingartenstauden gelten als die geläufigsten?

Zu den am häufigsten auftretenden Steingartenstauden gehören u. a. die Alpenaster, das Katzenpfötchen, diverse Thymianarten, Steinbrech-und Nelkenarten sowie kleinere Glockenblumen- und Narzissenarten. Aber auch das Alpenbalsam, verschiedene Enzianarten und Schleifenblumen finden häufige Verwendung in Steingärten.

Welche Steingartenbepflanzung wählt man?

Für die Bepflanzung von Steingärten eignen sich sogenannte „Steingartenstauden“. Wenn Sie Neueinsteiger sind, was die Planung von Steingärten anbelangt, sollten sie auf alpine Stauden und Pflanzen zunächst verzichten, da diese oft ein hohes Maß an Wissen und Aufwand in Standort und Pflege erfordern. Alle anderen Stauden hingegen stellen in der Regel kein Problem dar. Es ist ratsam, die farbliche Zusammenstellung der einzelnen Stauden in die Wahl einzubeziehen. Versuchen Sie dabei stets, Ihre Stauden in gleichen Gruppen zusammenzufassen. Achten Sie auch darauf, ob die von Ihnen ausgesuchte Staude kalkverträglich ist, denn in vielen Steinen ist Kalk enthalten und nicht alle Steingartenpflanzen mögen das. Damit ein Steingarten im Winter nicht traurig wirkt, kann man unterschiedliche winterharte Stauden verwenden, wie die Kokardenblume oder die Steinaster. Auch der Strandflieder, der Hibiskus, die Mittagsblume oder auch der Dachwurz sind für einen Steingarten bestens geeignet.

Welche Details in der Steingartenplanung sind zu beachten?

Insgesamt sollte der Steingarten ein harmonisches Bild vermitteln. Sorgfältige Planung und Anordnung der Gestaltungselemente wie Treppen, Steine, Wege, Bepflanzung und evtl. eines Baches ist Voraussetzung. Ebenso wichtig ist der Standort. Neben der Ausrichtung nach Südwesten bzw. Süden ist eine leichte Hanglage als optimal zu bezeichnen.

Die optimalen Bedingungen für die Staudenbepflanzung

In erster Linie ist es wichtig, dass der Steingarten sonnig liegt, da die meisten Steingartenstauden einen trockenen, sonnigen Standort mögen. Eine Halbschattenlage ist möglich, vor allem wenn sie ein Grundstück haben, das nicht viel an anderen Alternativen bietet. Von einem Standort im absoluten Schattenbereich ist aufgrund von zu hoher Feuchtigkeit und verstärkter Moosbildung auf den Steinen abzuraten.

Welche Materialien benötigen sie für die Umsetzung eines Steingartens?

Ein Steingarten benötigt, wie es seiner Bezeichnung entspricht, eine Vielzahl unterschiedlicher, spezieller Steine. Bei der Steingröße gilt die folgende Regel: Je größer der Steingarten, umso größere Steine verträgt er auch. Es liegt natürlich in Ihrem eigenen Geschmack, welche Sorte Stein Sie auswählen wollen. Bedenken Sie hierbei dass helle Steine gut zu lichten, sonnigen Plätzen passen, während die dunkleren Steinsorten besser zu einem naturbelassenen Steingarten passen. Es ist ratsam, nicht zu viele unterschiedliche Steine zu verwenden, stattdessen sich auf wenige Arten zu beschränken. Wenn Ihr Steingarten später einen Bachlauf beinhaltet, können Sie für diesen runde bzw. abgeflachte Steine benutzen. Angelegte Wege innerhalb eines Steingartens bestehen am besten aus kleinen Steinen oder Kiesschotter.

Wie wird ein Steingarten angelegt? Was gilt es zu beachten?

Die Mindestgröße

Der empfohlene Mindestraum für einen reinen Steingarten liegt bei ca. 10 Quadratmetern. Steht Ihnen dieser Platz nicht zur Verfügung, nehmen Sie einfach einen kleineren Gartenbereich Ihrer Wahl. Aber auch ohne Grundstück müssen Sie nicht auf einen Steingarten verzichten. Greifen Sie stattdessen auf einen Miniatursteingarten in einem Keramik-Gefäß oder einer Tonschale zurück.

Wird eine Drainage benötigt?

Da Steingartenpflanzen zwar in der Regel trockenheitsresistent, aber dafür nässeempfindlich sind, ist auf eine gute Drainage zu achten. Eine Drainage ist wiederum nicht zwingend erforderlich, wenn sich der Steingarten in Hanglage befindet. Hier läuft überschüssiges Wasser im Normalfall ab, sodass es selten zu Staunässe kommt.

Das Anheben von Erdreich zum Zwecke eines „künstlichen“ Hanges

Als optimal zeigt sich demnach eine Hanglage oder ein hügeliges Gelände, vor allem für größere Steingärten. Einen Hang nachzuahmen, ist leichter, als Sie vielleicht glauben. Mittels einfacher Erdaufschüttungen können Sie einen kleinen Hang „bauen“. Für größere Vorhaben kann Bauschutt seine Verwendung finden, indem sie diesen zu einem Hügel auftürmen und danach mit reichlich Erdmaterial bedecken. Wie sie sehen, kann mit wenigen Mitteln ein fehlender, natürlicher wirkender Hang nachgebildet werden. Bei der Erstellung eines „künstlichen“ Hanges sollte beachtet werden, dass pro 30 cm Anhebung des Bodens wenigstens 1 bis 1,5 m Breite zur Verfügung stehen müssen. Schwere Böden sollten mit Sand gemischt werden. Die benötigte Erdschicht sollte 20 – 30 cm betragen. Damit Ritzen und Spalten geschlossen werden, bedarf es eines wiederholten Einschwemmens der Erde. Das Einbringen der Steine erfolgt, indem Sie große Steine bis zu einem Drittel vergraben.

Das Bepflanzen des Steingartens

Es darf keine direkte Bepflanzung erfolgen, das heißt, Sie müssen abwarten, bis die Steine sich gesetzt haben. Erst danach dürfen die Stauden vorsichtig eingepflanzt werden. Im weiteren Ablauf wird die Steingartenbepflanzung zuerst großzügig angegossen und innerhalb der nächsten Wochen regelmäßig bewässert.

Tipp:

Das Begießen der Neubepflanzung erfolgt mittels einer feinen Brause besonders schonend. Sobald die Stauden gut angewachsen sind, bedarf es nur noch bei lang anhaltenden Hitzeperioden einer Bewässerung. Ein Düngen ist meistens nicht notwendig. Da die meisten Steingartenstauden aus Bergregionen oder kargen Gebieten stammen, benötigen sie nur wenige Nährstoffe. Ein regelmäßiges Lockern der Erde sowie das Beseitigen von Unkraut reichen aus.

Welche zusätzlichen Gestaltungselemente sind in einem Steingarten denkbar?

Ein Bachlauf immer als ein weiteres Highlight in einem Steingarten. Des Weiteren können sie auch eine natürliche Treppe im Hang anlegen. Dekorationen und Gestaltungselemente können zudem kleine Figuren, Wurzeln, Baumstümpfe oder Treibhölzer und Wurzelwerk sein.

Ein kleiner Einblick in den Bereich der Steingartenstauden

Stachelnüsschen oder auch „Kupferteppich“

Stachelnüsschen sind robuste Bodendecker, die ursprünglich aus Südamerika und Neuseeland stammen. Das Stachelnüsschen wurde aufgrund des schönen Laubes kultiviert. Eine weitverbreitete Sorte ist der „Kupferteppich“. Sein Name stammt von seinem kupferfarbenem Laub. Die gefiederten Blätter dieser Steingartenpflanze erinnern dabei an den bei uns angesiedelten Wiesenknopf. Bei einer Wuchshöhe von etwa 20 cm gilt diese Staude als frostbeständig.

Das Stachelnüsschen bevorzugt einen sonnigen bis vollsonnigen Standort. Die Bodenbeschaffenheit sollte aus Sand und Kies gestaltet sein, und sie bevorzugt trockene bis frische Böden. Das Stachelnüsschen ist wärmeliebend zu, Staunässe sollte weitestgehend vermieden werden. Die Blütezeit liegt in den Sommermonaten Juni, Juli und August.

Steinkraut

Das Steinkraut gehört zu den Kreuzblütengewächsen und wird gelegentlich auch als „Duftsteinrich“ bezeichnet. Optimal ist das Steinkraut als Unterbepflanzung, findet jedoch vor allem in Steingärten seine Beliebtheit. Das Steinkraut bevorzugt sonnige oder halbschattige Standorte und verbreitet während der Blütezeit einen Honiggeruch. Auf diese Weise lockt es unzählige Schmetterlingsarten und Bienen an.

Das Steinkraut benötigt gerade in seiner Wachstumsphase eine ausreichende Nährstoffversorgung. Diese kann entweder durch Langzeitdünger in der Erde gewährleistet werden oder in regelmäßigen Abständen mittels Bewässerung. Nach der ersten Blütezeit sollte das Steinkraut auf die Hälfte geschnitten werden, um weitere Blüten und einen neuen Austrieb anzuregen.

Raritäten in der Pflanzenwelt der Steingärten

Zu den Raritäten unter den Steingartenstauden gehören u. a. die Balkan-Nelke, die Alpen-Ziest, die schopfige Teufelskralle, der Zwerg-Schöterich sowie Orchideen wie die Moororchidee oder Tibet-Orchidee.

Fazit

Ein Steingarten passt zu jedem Umfeld und jedem Haus. Zwischen die einzelnen Steingruppierungen machen sich am ehesten Staudengewächse zum Blickfang. Ein geeigneter Standort sowie geeignete Bodenverhältnisse sind Voraussetzung für die Planung eines Steingartens. Damit ihr Steingarten dauerhaft „in der Blüte steht“ sollten sie für die richtige Kombination der Steingartenstauden und deren Blütezeit sorgen. Ein harmonischer Steingarten kann beispielsweise mit mehreren Polsterstauden-Arten, einem oder zwei Gehölzen sowie kleinen Zwiebelgewächsen gestaltet sein. Zu mager sollte er nicht bepflanzt sein.

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