Spielverhalten, Einsätze & Co: Wissenswertes über Poker

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Spielverhalten, Einsätze & Co: Wissenswertes über Poker

Ein sehr beliebtes Glücksspiel in Deutschland ist Poker. Ob im Kasino, an einem Pokertisch im Hobbykeller oder auch ganz einfach am Küchentisch – Poker erfreut sich immer größerer Beliebtheit. Rechtlich gesehen zählt Poker in Deutschland zu den Glücksspielen. Viele Pokerspieler sehen diese Einordnung allerdings kritisch, da der Faktor Glück auf lange Sicht nur eine untergeordnete Rolle spielt. Die rechtliche Einordnung spielt bei der Besteuerung größerer Gewinne eine Rolle. Aufgrund dieser Tatsache kehren viele professionelle und semi-professionelle Pokerspieler Deutschland den Rücken und ziehen in Länder, in denen die rechtliche Lage für sie günstiger ist und sie nicht so hohe oder gar keine Steuern auf ihre Gewinne zahlen müssen. Ein in Deutschland sehr prominentes Beispiel hierfür ist der „Pokerweltmeister" von 2011, Pius Heinz, der mittlerweile in Wien wohnt.

Poker erlebte im Jahr 2003 einen Boom durch Chris Moneymaker

Einen großen weltumfassenden Boom erlebte Poker im Jahr 2003. Der Amateur Chris Moneymaker schaffte es, das Main-Event der WSOP zu gewinnen, und errang damit den inoffiziellen Titel „Pokerweltmeister". Inoffiziell deswegen, weil es keinen weltweit operierenden Pokerverband gibt und somit auch keine offizielle Weltmeisterschaft. Das Main-Event der WSOP ist aber weltweit als das wichtigste und prestigereichste Pokerturnier anerkannt. Das Startgeld (auch Buy-In genannt) beträgt 10.000 $ und seit dem Jahr 2005 haben sich stets mehr als 5.000 Spieler für dieses Turnier angemeldet. An diesen beiden Zahlen lässt sich erkennen, dass sich in den letzten Jahren immer wieder ein extrem großer Preispool ergeben hat und somit große Individualgewinne für Einzelspieler möglich geworden sind.

Was ist ein Buy-In?

Den Sieg Moneymakers macht zum einen die Tatsache besonders, dass er vorher nur um sehr kleine Limits gespielt hat und dieser Sieg sein erster großer Gewinn war. Die zweite bemerkenswerte Tatsache ist, dass Moneymaker, anstatt sich mit 10.000 $ einzukaufen, ein Satellite Turnier für 40 $ gewinnen konnte und sich so für das Main-Event qualifiziert hat. Ein Satellite Turnier ist ein Turnier, in dem den Spielern die Möglichkeit geboten wird, sich für wenig Geld für ein größeres Turnier zu qualifizieren. Beim Online-Poker gibt es auf jeder Plattform solche Turniere, die entweder sehr geringe Buy-Ins erfordern oder sogar kostenlos sind. Dies sorgt dafür, dass Spieler die Möglichkeit haben, große Gewinne einzustreichen, ohne viel riskieren zu müssen. Außerdem bringt dies eine ungeheure Dynamik in die Pokerwelt und sorgt dafür, dass das Spiel immer weiter wächst.

Zu der damaligen Zeit stellte der Gewinn Moneymakers von 2,5 Millionen Dollar den größten Pokergewinn dar, den ein Spieler jemals gewinnen konnte. Mittlerweile wurde dieser Rekord mehrfach eingestellt und aktuell hält Antonio Esfandiari den Rekord des größten Pokergewinns in der Pokergeschichte. Esfandiari konnte sich im Juli 2012 den Sieg beim „The Big One for One Drop" sichern und erhielt dafür 18.346.673 $. Das Buy-In für dieses Turnier beträgt 1.000.000 $ und stellt ebenfalls einen Rekord dar.

Allgemeine Informationen zum Pokerspiel

Poker bezeichnet im Allgemeinen eine Familie von Kartenspielen, die mit einem angloamerikanischen Blatt zu 52 Karten gespielt werden. Beim Poker wird mit Hilfe von fünf Karten eine Hand gebildet, wie zum Beispiel Full House, Straight oder Royal Flush. Während des Spiels setzen die Spieler Geld, meist in Form von Chips, ohne zu wissen, welche Karten der Gegner auf der Hand hat. Bei jeder Pokervariante gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, einen Pot zu gewinnen: Entweder man hat die beste Hand im Vergleich zu seinen Mitspielern und gewinnt den Pot im Showdown oder man gewinnt, weil alle anderen Mitspieler aussteigen. Letzteres Vorgehen wird als „Bluffen" bezeichnet und ist ein elementarer Bestandteil des Spiels. Man kann Poker in zwei Grundvarianten kategorisieren. Die erste Variante ist das sogenannte „High", wobei die beste Hand gewinnt. Die zweite ist „Low". Hierbei gewinnt die schlechteste Hand.

Poker lässt sich aber noch in weitere Kategorien unterteilen. Die drei wichtigsten hierbei sind Hold'em, in die auch die beliebteste Variante Texas Hold'em fällt, Stud und Draw Poker. Bei Hold'em und Stud bekommt jeder Spieler zu Beginn jeder Runde Hole Cards und es wird mit Community Cards gespielt. Draw Poker ist die älteste Variante und jeder Spieler sieht ausschließlich seine eigenen Karten.

Der Spielablauf eines Pokerspiels im Detail

Beim gemütlichen „Küchentischpoker" übernimmt üblicherweise ein Spieler der Runde die Aufgabe des Kartengebers, der allerdings in jeder Runde im Uhrzeigersinn wechselt. Um den Komfort der Spieler zu erhöhen und auch, um Betrügereien auszuschließen, wird in Kasinos und Spielbanken mit einem Kasinoangestellten als Dealer gespielt. Da es aber für das Spiel eminent wichtig ist, einen „Dealer" in der Runde zu habe, wurde der sogenannte Dealer-Button eingeführt. Dieser ist eine Spielmarke, die anzeigt, welcher Spieler dran wäre, die Karten zu geben.

Alle Pokerspielvarianten haben eines gemeinsam. Vor Beginn einer Runde müssen die Spieler teilweise Mindesteinsätze in Form von Blinds oder Antes tätigen. Antes werden üblicherweise erst in späteren Phasen eines Pokerturniers eingeführt und müssen auch von jedem Spieler bezahlt werden, damit er Karten bekommt. Welche Spieler Blinds zahlen müssen, ergibt sich durch ihre Position relativ zum Dealer.

Nachdem die Mindesteinsätze getätigt wurden, teilt der Dealer allen Spielern ihre Karten aus. Nun haben die Spieler reihum die Möglichkeit, ins Spiel einzusteigen. Sie können dafür den Mindesteinsatz bezahlen oder auch erhöhen. Wie oft und auf wie viel maximal erhöht werden darf, ist abhängig von der Spielvariante. Bei fast allen Pokervarianten gibt es mehrere Setzrunden. Ist die letzte Setzrunde erreicht und es ist noch mehr als ein Spieler im Spiel, kommt es zum „Showdown". Die Karten werden aufgedeckt und es entscheidet sich, wer die Runde gewonnen hat und damit die Chips gewinnt. In einer Setzrunde kann der Spieler zwischen vier Optionen wählen. Er kann entweder schieben („checken"), mitgehen („call"), erhöhen („raise") oder aussteigen („folden").

Pokern zuhause?

Wenn Sie bei sich zu Hause eine kleine Pokerrunde abhalten möchten, so haben Sie die Möglichkeit, die benötigte Ausrüstung zu erwerben. Neben den grundlegenden Dingen wie dem Pokerset mit Karten und Chips können Sie auch weitere Accessoires wie etwa Kartenmischmaschinen oder spezielle Pokertische oder Tischauflagen erwerben, um eine Atmosphäre wie im Kasino zu schaffen.

Mögliche Kombinationen der Karten und Reihenfolge der Blätter

Eine Pokerhand wird nach den Kombinationen der Karten bewertet. Hier kann verallgemeinert gesagt werden, dass je unwahrscheinlicher eine Kombination, desto besser die Hand ist. Gleichen sich die Kombinationen zweier Spieler, kommt ein weiteres Kriterium, der „Kicker", zur Bewertung hinzu. Ist dieser ebenfalls gleich, kommt es zu einem Split-Pot. Die beiden Spieler teilen sich in dem Fall den Pot. Eine Pokerhand besteht immer aus fünf Karten. Bei vielen Varianten, so auch bei Texas Hold'em, werden mehr als fünf Karten ins Spiel eingebracht, sodass sich höhere Wahrscheinlichkeiten für höherwertige Kartenkombinationen ergeben. Das Ass ist beim Pokern als wertvollste Karte einzustufen. Zum Einen, weil es den höchsten Wert hat, aber auch, weil das Ass in zwei verschiedenen Straßen vorkommen kann. Ass bis Fünf ist ebenso eine Straße wie Zehn bis Ass. Jede Straße im Poker enthält immer die Fünf und/oder die Zehn. Folgende Kartenkombinationen gibt es beim Pokern: Höchste Karte, ein Paar, zwei Paar, Drilling, Straße, Flush, Full House, Vierling, Straight Flush und Royal Flush. Bei der Straße, dem Flush und dem Straight Flush trägt jeweils die höchste Karte zur Bewertung bei. Eine Straße Zehn bis Ass gewinnt gegen eine Straße Neun bis König. Die Wahrscheinlichkeit, einen Royal Flush zu bekommen, liegt bei ca. 0,0001 % bei Varianten mit 5 Karten bzw. bei 0,003 %, wenn 7 Karten im Spiel sind. Weitere Hinweise zu möglichen Blättern oder sinnvollen Spielweisen können Sie Büchern entnehmen.

Wichtige Poker-Begriffe

Über die Jahre haben sich in der Szene für fast alle möglichen Verläufe einer Hand zumeist englische Fachbegriffe eingebürgert. Ebenso gibt es für unzählige Hände bestimmte Bezeichnungen. Die bekanntesten sind „Anna Kournikova" („Sieht gut aus, spielt aber nicht immer gut") für Ass König oder „Dead Man‘s Hand" für zwei Paar mit Achten und Assen, jeweils in Pik und Kreuz. Benannt wurde diese Hand nach dem Westernheld Bill Hickok, der beim Spielen im Saloon erschossen wurde. Unbestätigten Quellen zufolge hielt er im Moment seines Todes diese Hand. Bill Hickok könnte man als einen der ersten berühmten professionellen Pokerspieler bezeichnen, da er bereits Mitte des 19. Jahrhunderts durch die Saloons zog und seinen Lebensunterhalt mit dem Spiel verdiente. Manche bezeichnen ihn auch als den ersten „Rounder". „Rounders" sind von Stadt zu Stadt ziehende Pokerspieler. Großen Bekanntheitsgrad erlangte in den 1950er Jahren die Gruppe um die Pokerlegenden Doyle Brunson, Thomas „Amarillo Slim" Preston und Brain „Sailor" Roberts. Sie streiften durch den Süden der USA, nahmen an unzähligen großen Pokerspielen teil und konnten große Gewinne einstreichen. Das Spiel in seiner heutigen Form hat seine Wurzeln in den USA, weswegen man Englisch als Sprache im Poker bezeichnen kann. Für viele Pokerbegriffe, wie z.B. Royal Flush, existiert nicht mal eine deutsche Übersetzung.

Geschichtliches über das Pokerspiel

Der wohl älteste Vorläufer des modernen Pokerspiels ist das deutsch-französische Spiel „Poque". Ein Hauptunterschied war, dass es zu dieser Zeit noch keinen Flush gab. Dieses Spiel wurde von den französischen Siedlern etwa um 1830 nach New Orleans in die USA gebracht. Von dort aus verbreitete sich das Spiel über die Mississippi-Dampfschiffe über den Osten des Landes und mit der „Move-West-Bewegung" verbreitete es sich schnell in den gesamten USA. Während des Sezessionskrieges wurden verstärkt Varianten wie Stud oder Draw Poker gespielt. Das heute so beliebte Texas Hold'em ist eine sehr junge Variante. Sie wurde 1983 erstmals schriftlich erwähnt und entwickelte sich schnell zur beliebten Variante in Kasinos. Texas Hold'em zeichnet sich durch seine geringe Komplexität aus, womit es für jeden schnell und einfach zu lernen ist.

Den ersten großen Aufschwung erlebte das Pokern in den 1970er-Jahren, als Benny Binion die „World Series of Poker" ins Leben rief. Die WSOP ist eine Reihe von Pokerturnieren und wird seitdem jährlich in Las Vegas ausgetragen. In der Zeit davor war Poker als reines Glücksspiel ohne strategisches Element verschrien. Der endgültige Boom wurde im Jahr 2003 ausgelöst, als ein Amateurspieler durch ein Pokerturnier zu einem mehrfachen Millionär wurde.

Wenn jetzt auch Ihr Interesse am Pokern geweckt wurde, so können Sie bei Bücher über Spieltaktiken sowie die nötige Ausrüstung erwerben. Auch haben Sie die Möglichkeit, Bücher über Pokerstars wie etwa Pius Heinz, Daniel Negreanu oder Phil Hellmuth zu kaufen.

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