Speed-, Stunt-, Hockey- oder Fitness-Skates: Tipps zur Auswahl der passenden Inliner

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Speed-, Stunt-, Hockey- oder Fitness-Skates: Tipps zur Auswahl der passenden Inliner

Wer damit beginnen möchte, Inline-Skates zu fahren, hat es nicht gerade leicht. Zu groß ist die Angebotspalette. Inline-Skates in allen Farben und Größen sowie in allen Preisklassen sind hier vertreten. Um nicht völlig den Wald vor lauter Bäumen aus dem Auge zu verlieren, sollten im Vorfeld des Kaufs verschiedene Fragen geklärt werden. Die Erste und Wichtigste: Welcher Fahrertyp bin ich überhaupt? Um das herauszufinden, kann Ihnen dieser Ratgeber behilflich sein.

Er wird Ihnen zunächst ein wenig über die Geschichte der Inline-Skates verraten. Ein zweiter Teil beschäftigt sich mit der grundlegenden Funktionsweise von Inlineskates und auch die Fahrtechnik wird hierbei angesprochen. Ein dritter großer Teil geht dann auf die verschiedenen Typen und Varianten des Inline-Skating ein. Am Ende wird Ihnen der Ratgeber einige praktische Tipps und Hinweise geben.

Ein kleiner Tipp: Mit Fitnesstrackern wie dem Jawbone Armband behalte Sie alle Ihre Aktivitäten im Überblick und werden sich wunder, wie viele Kalorien Sie mit dem Inline Skating verbrennen! 

Kleiner Rückblick – woher kommen Inline-Skates?

Wie man sich denken kann, ist der nächste Verwandte der Inline-Skates der Rollschuh. Rollschuhe sollen – einer unsicheren Quelle nach – bereits erstmals 1743 bei einer Theateraufführung in London verwendet worden sein. Das Schlittschuhlaufen war in dieser Zeit jedoch schon bekannt und erfunden. Um diese Fortbewegung auch für normale Böden und Untergründe nachahmen zu können, baute der Belgier Jean-Joseph Merlin die ersten Rollschuhe. Dazu montierte er zwei hintereinanderliegende Laufrollen unter einen Schuh. Das Paar nannte er „skaites". Diese ersten Prototypen besaßen noch keine Bremsen, sodass Merlin bei einer ersten Vorführung Rollschuh fahrend und Violine spielend in einen Spiegel krachte.

Zwar war das nicht gerade eine Empfehlung für die neue Erfindung, die Rollschuhe fanden jedoch weiterhin Verwendung, besonders im Theater und als Bühnenspektakel im 19. Jahrhundert. Erst 1863 erfuhr der Rollschuh eine grundlegende Weiterentwicklung. Damals erhielt der Amerikaner James Plimpton ein Patent auf die von ihm konstruierten Schuhe. Jeder Rollschuh besaß nun vier Rollen. Das Rollschuhfahren konnte sich in der Folgezeit jedoch nur sehr langsam verbreiten. Zwar war mit Plimptons Erfindung ein großer Schritt in Richtung Handhabbarkeit getan, andere Voraussetzungen waren indes noch nicht gegeben. Das Asphaltieren der Straßen wurde in dieser Zeit erst begonnen.

Durch das Kugellager ging es mit dem Rollschuh voran

Als in den 1880er-Jahren die ersten Kugellager in Alltagsgegenstände eingebaut wurden, machte diese Entwicklung auch nicht vor den Rollschuhen halt. Erst jetzt konnte sich das Rollschuhfahren verbreiten. Als Spiel- und Sportgerät wurde der Rollschuh zunächst von städtischen Kindern und Jugendlichen genutzt. Im 20. Jahrhundert stiegt das Rollschuhfahren allerdings auch schnell zum Leistungssport auf. Daneben bestanden Rollschuhe bis in die 1950er-Jahre hinein aus Schuhen, an deren Sohlen mithilfe von Spannbacken und Lederriemen eiserne Rollen geklemmt wurden. 1956 wurden dann die ersten Gummirollen eingeführt, die allerdings schnell von Kunststoffrollen verdrängt wurden.

Schon bald wird es üblich, dass man die Rollen fest an die Schuhe bzw. Stiefel montiert. In den 1980er-Jahren werden die sogenannten Rollerboots zum Trend. In den 1990er-Jahren kommt es erneut zu einem Trendwechsel – die ersten Inline-Skates kommen auf den Markt. Diese entwickelten sich mit ihren hintereinander angeordneten Rollen aus der Notwendigkeit amerikanischer Eishockeyspieler heraus, auch ohne Eisboden trainieren zu können. Die Firma Rollerblade war die Erste, die Inline-Skates im großen Stil vermarktete.

Aufbau und Fahrtechnik bei Inline-Skates

Die Rollen sind bei Inline-Skates in einer Reihe (englisch: in-line) angeordnet. Alle Inline-Skate-Typen bestehen dabei aus einem Schuh und einer Schiene, die an der Schuhsohle befestigt ist. In der Schiene befinden sich die Kunststoffrollen, die den Kontakt zum Boden herstellen. Diese sind kugelgelagert und mit Achsen an der Schiene befestigt. Das Fahren von Inline-Skates lässt sich sportlich betreiben. Darüber hinaus ist es aber auch eine Art der Fortbewegung als Verkehrsteilnehmer. Dafür sprechen die in etwa 6 Millionen Inline-Skater in Deutschland. Im Straßenverkehr gibt es mittlerweile extra Schilder, die das Inline-Skaten auf Fahrradstraßen erlauben. Sind diese nicht vorhanden, gibt die Straßenverkehrsordnung die Nutzung des Gehwegs oder Seitenstreifens vor.

Die Fortbewegung beim Inlineskaten ist dem Schlittschuhschritt nachgeahmt. Wie schnell beschleunigt werden kann, hängt mit der Anstellung des Skates zusammen. Die Kraftwirkung nach vorne entsteht dabei durch das wechselseitige Abdrücken zur Seite. In der Phase der Beschleunigung und auch bei niedriger Geschwindigkeit ist der Winkel zwischen den Skates groß. Je höher die Geschwindigkeit, desto kleiner wird der Winkel.

Das Bremsen bei Inline-Skates wird im allgemein auf zwei Arten realisiert: durch das Fersenbremsen oder die T-Bremse. Es kann auch dadurch abgebremst werden, indem man den Inline-Skates eine Pflugstellung einnimmt oder Slalom fährt. Bei der Fersen- bzw. Stopperbremse wird der Skate, an dem der Stopper montiert ist, nach vorne geschoben, bis der Stopper den Boden berührt. Das Körpergewicht wird dabei auf den hinteren Skate verlagert, der über keine Bremse verfügt. Legt man den Körperschwerpunkt dabei sehr tief, ist die Bremswirkung hoch. Bei der T-Bremse hingegen wird das Körpergewicht auf den vorderen Skate verlagert. Der hintere Skate wird quer gestellt und auf die Fahrbahn gedrückt. Der Verschleiß an Rollen und die geringere Bremswirkung wirken sich dabei besonders nachteilig auf die Bremswirkung aus.

Verschiedene Arten von Inline-Skates

Grundsätzlich lassen sich Inline-Skates voneinander im verwendeten Material unterscheiden. Auf der einen Seite befinden sich dabei die sogenannten Hardbootskates. Diese – wie es der Name schon vermuten lässt – bestehen im Wesentlichen aus harten Materialien. Eine harte, äußere Schale umschließt bei Hardboots einen innenliegenden, weichen Schuh, der den Fuß abpolstert. Aufgrund der verwendeten Materialien sind Hardboots meistens schwerer als die sogenannten Softboots (s. u.). Hardboots finden vor allen Dingen im sportlichen Street- bzw. Stuntbereich (s. u.) Verwendung.

Softboots sind vornehmlich aus weicheren Materialien gefertigt. Der verwendete Stoff übernimmt hier die Aufgabe zur Stützung und Polsterung des Fußes. Vor allen Dingen im Fitness-Skates-Bereich sind Softbootskates sehr beliebt. An der Ferse des Schuhs befinden sich in der Regel auch Bremsklötze. Eine spezielle Art der Softbootskates stellen die sogenannten Step-In-Skates dar. Hierbei lassen sich die Schienen samt Rollen komplett abnehmen. Der Schuh fungiert dabei dann als ganz normaler Straßenschuh.

Höhere Geschwindigkeiten mit Speed-Skates

Speed-Skates besitzen eine spezielle Bauform, die ihnen ermöglichen, hohe Geschwindigkeiten zu erreichen. Dadurch werden sie meistens innerhalb des Rennsports verwendet. Eines ihrer spezielle Merkmale besteht in der geringen Höhe des Schuhs (Knöchelhöhe). Die damit gegebene höhere Beweglichkeit ist notwendig, um auf äußeren und inneren Rollenkanten fahren zu können. Speed-Skates bestehen in der Regel aus leichten Materialien. Die Schuhe werden aus Kohlenstofffasern hergestellt. Die Schienen, die im Gegensatz zu anderen Typen etwas länger sind, bestehen meistens aus Aluminium. Die längeren Schienen (Frames) nehmen vier Rollen auf. Sie besitzen einen Durchmesser von 100 Millimetern, manchmal auch 110 Millimetern.

Dadurch, dass Materialien wie Aluminium und Magnesium für die Schienen verwendet werden, wird Stabilität auch bei hohen Geschwindigkeiten sichergestellt. Ein Blick in das internationale Regelwerk für Speed-Inliner macht deutlich, dass man bis zu sechs Rollen verwenden darf. Interessieren Sie sich für Speed-Inliner, haben Sie eine große Auswahl an klassischen Standardschuhen. Die Schuhe lassen sich jedoch auch individuell per Gipsabdruck und Laservermessung anfertigen.

Stunt-Skates für das anspruchsvolle Skaten

Stunt-Skates, die in den Street- bzw. Aggressive-Skates-Bereich fallen, sind für eine härtere Gangart beim Skaten ausgelegt. Sprünge, Slalom, das Fahren auf Rampen, Halfpipes und Treppen ist das Merkmal von Stunt-Skates. Die Skates sind dabei auch für andere Skate-Bereiche zu benutzen, selbst im Einsteigerbereich. Sie besitzen eine hohe Stabilität und besitzen eine große Wendigkeit. Hierfür besitzen die Rollen unterschiedlich große Durchmesser. Die Rollengröße liegt in der Regel zwischen 50 und 60 Millimeter, die Rollen selbst sind sehr hart.

Diese Konfiguration erlaubt das sogenannte Grinden. Beim Grinden rutscht man mit den Skates über Geländer und Bordsteine. Hierfür besitzen die Skates auch sogenannte Soulplates. Dies sind große verstärkte Flächen neben den Rahmen, sie erlauben eine höhere Trickvielfalt.

Hockey-Skates aus hartem Material

Hockey-Skates besitzen einen harten Schuh, der vorne über eine harte Schuhspitze verfügt. Übernommen wurde dieses Design von Eishockey-Schlittschuh. Bremsklötze sind beim Hockey-Skate nicht vorhanden. Das Abbremsen beim Inline-Skate-Hockey verläuft dabei nach der gleichen Art und Weise, wie beim Eishockey. Normalerweise besitzen Hockey-Skates vier Rollen. Bei kleineren Kindergrößen sind öfters drei Rollen üblich. Damit das Spiel agiler gestaltet werden kann, sind die Rollen etwas kleiner und werden nach hinten hin größer. Die Ferse steht dadurch etwas höher, sodass der Spieler in eine leichte Vorlage gerät. Dadurch lässt sich der Antritt optimal umsetzen.

Die größte Gruppe: Fitness-Skates

Die meisten Inline-Skater nutzen momentan Fitness-Skates. Diese werden gerade auch von Anfängern bevorzugt und manchmal auch als Freizeit- oder Fun-Skates bezeichnet. Fitness-Skates sind für alle Altersgruppen gedacht. Sie bieten einen sehr großen Tragekomfort mit guten Fahreigenschaften. Die große Variantenvielfalt bei Fitness-Skates ist symptomatisch. Preislich Unterschiede sind zum Teil sehr groß, abhängig von Ausstattung und Verarbeitung. Die Passform spielt bei den Fitness-Skates eine große Rolle.

Sonderform: Cross-Skates

Exoten unter den Inline-Skates stellen die sogenannten Offroad- oder Cross-Skates dar. Diese lassen sich in leichtem aber auch mittelschwerem Gelände nutzen. Sie nutzen große, mit Luft gefüllte Rollen, die vor und hinter dem Schuh befestigt sind. Zumeist werden diese Skates zusammen mit Stöcken benutzt, was gerade bei Steigungen oder nicht optimalem Untergrund von Vorteil ist. Die Abstoßen mit Stöcken erleichtert so den notwendigen Vortrieb.

Hinweise zum Kauf

Der Ratgeber konnte Ihnen eine kleine Übersicht zum Thema Inline-Skates geben und Ihnen den Typenreichtum näherbringen. Für welche Variante Sie sich schließlich entscheiden, beruht auf Ihrem eigenen Interesse. Bekannte Herstellermarken von Inline-Skates sind dabei K2, Rollerblade, Powerslide oder Hudora. 

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