Spare ich mit einem LED-Fernseher Energie?

Aufrufe 1 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Spare ich mit einem LED-Fernseher Energie?

Fernsehgeräte werden immer größer. Längst nennen viele Haushalte einen Flachbildfernseher ihr Eigen, doch je größer der Fernseher, desto höher ist auch der Stromverbrauch. Diese generelle Regel gilt allerdings nicht für alle Modelle.

Wenn Sie einen Fernseher kaufen möchten, stehen Sie vor der Qual der Wahl. Soll es ein LCD-Gerät, ein Plasma-Fernseher oder ein Produkt mit LED-Technik sein? Zur alten Röhre wird kaum noch gegriffen, denn die Modelle nehmen viel Platz weg und haben nur einen vergleichsweise kleinen Bildschirm. Bei Ihrer Kaufentscheidung sollte der Stromverbrauch mit einbezogen werden. Denn je länger Sie das Gerät nutzen, desto mehr Strom wird benötigt. Gerade im Herbst und Winter, wenn das Wetter schlecht ist, läuft der Fernseher in vielen Haushalten mehrere Stunden am Tag.

Sind LCD-Geräte Stromsparer?

LCD-Geräte sind Flüssigkristallbildschirme, daher steht die Abkürzung für „Liquid Crystal Display. Die Flüssigkristalle werden mittels elektrischer Spannung ausgerichtet, woraufhin sich ihre Durchlässigkeit für polarisiertes Licht ändert. Das Licht, was durch die Flüssigkristalle scheint, die selbst kein Licht abgeben, stammt von einer Hintergrundbeleuchtung und Polarisationsfiltern. Die Beleuchtung besteht bei den Modellen aus Kaltkathodenröhren. Erst durch die Ausrichtung der Kristalle wird also ein Bild auf Ihrem LCD-Fernseher erzeugt.

LCD-Geräte gelten als Stromsparer, allerdings hängt wie bei jedem anderen Fernseher der Verbrauch letztendlich vom Modell und von der Größe des Produkts ab. Auch die Dauer des täglichen Einsatzes ist entscheidend. Wenn Sie mit Ihrem LCD-Fernseher Strom sparen möchten, sollten sie einen mit kleiner Bildschirmdiagonale wählen, der auf jeden Fall weniger verbraucht als große Modelle. Ein kleiner und moderner 17-Zoll LCD-Fernseher benötigt zum Beispiel 40 Watt. Sein größerer Bruder, ein Produkt mit 32-Zoll, braucht in etwa 130 Watt.

LCD-Fernseher mit LED-Technik

Im Gegensatz zu LCD-Fernsehern werden bei LED-Modellen keine Kaltkathodenröhren eingesetzt. Stattdessen wird die Hintergrundbeleuchtung durch LED erzeugt, was die Abkürzung für Leuchtdioden ist. Die Technik ist neuer als die von LCD-Geräten und stellt eine Weiterentwicklung der Leuchtstoffröhren dar.

LCD-Fernseher mit LED-Technik sind im Gegensatz zu anderen Fernsehmodellen wahre Stromsparer. Sie verbrauchen deutlich weniger, da die Technik wesentlich ausgereifter ist als die der Kaltkathodenröhren. Der Stromverbraucht hängt allerdings wieder von der Größe des Geräts ab. Das lässt sich leicht erklären, denn wenn ein Fernsehbild gut erkennbar sein soll, muss es eine gewisse Helligkeit haben. Ist die Diagonale des Bildschirms doppelt so lang, steigt auch seine zu beleuchtende Fläche und somit der Energiebedarf. Der Stromverbrauch hängt also nicht nur mit der Steuerelektronik zusammen, sondern vor allem mit der Größe der Fläche, die beleuchtet werden muss.

Vorteile von LEDs

Im Gegensatz zu Kaltkathodenröhren sind LEDs langlebiger und effizienter, da sie bei tieferen elektrischen Spannungen weniger Strom benötigen. Laut Experten sollten LEDs sogar bis zu 150 Jahre halten können.

Noch dazu brauchen LEDs weniger Platz. Wenn Sie sich schon einmal über LED-Lichterketten informiert haben, wird Ihnen aufgefallen sein, dass es extrem flache Varianten gibt. Das hat einen Grund, denn LEDs sind sehr klein und platzsparend. Das kommt auch dem Design von LED-Fernsehern zugute. Durch den geringen Platzbedarf sind sie besonders flach und kompakt.

Auch die Kontraste sind bei LED-Fernsehern besonders gut. Denn die einzelnen Leuchtdioden können dynamisch und individuell angesteuert werden. Wenn also ein schwarzer Hintergrund gezeigt werden soll, werden die entsprechenden Dioden nicht beleuchtet, wodurch sehr gute Schwarzwerte erzielt werden.

Zusammenhang zwischen LCD- und LED-Bildschirmen

Wenn Sie einen LED-Bildschirm erwerben, handelt es sich fast immer um LCD-Geräte mit LED-Technik. Die Produkte arbeiten fast immer mit weißen LEDs, da diese günstiger sind als das Verbauen von drei verschiedenen Leuchtdioden. Bei dieser Technik werden rote, grüne und blaue LEDs eingesetzt, aus denen der Weißpunkt zusammengemischt wird. Die RGB-Farben zu mischen, ist wesentlich aufwendiger, weshalb die Geräte teurer sind. Allerdings kann durch die LEDs eine höhere Farbreinheit erzielt werden.

Darüber hinaus gibt es „echte" LED-Fernseher. Bei diesen Modellen besteht jeder Pixel aus drei anorganischen oder organischen Leuchtdioden (OLEDs). Das Verfahren ist sehr kostspielig, weshalb es kaum im Home-Entertainment-Bereich eingesetzt wird. Allerdings experimentieren viele Hersteller mit den sogenannten OLEDs, da sie besondere Eigenschaften haben und die Herstellung von biegsamen Bildschirmen ermöglichen könnten.

Wie messe ich den Energiebedarf eines Fernsehers?

Der Energiebedarf von TV-Geräten weicht zum Teil erheblich von den Herstellerangaben ab. Denn kaum ein Nutzer testet den tatsächlichen Verbrauch der Produkte. Doch bei steigenden Energiekosten wird das Stromsparen immer wichtiger.

Wenn Sie den Energiebedarf von Fernsehern vergleichen möchten, müssen Sie dies bei gleicher Helligkeitseinstellung des Bildschirms tun. Damit exakte Ergebnisse herauskommen, muss auch das angezeigte Bild absolut gleich sein. Dann benötigen Sie einen Energiemonitor, mit dem Sie den Stromverbrauch überwachen können und den realen Stromverbrauch der Geräte erhalten.

In den meisten Elektronik-Märkten ist es nicht erlaubt, mit einem Energiemonitor zu hantieren und Sie werden auf Widerstand stoßen. Suchen Sie sich stattdessen kleine Fachgeschäfte, in denen das Messen erlaubt wird. Einige gute Unternehmen haben sogar Energiemessgeräte vor Ort.

Auf den Verpackungen der Geräte sind normalerweise zwei Angaben zu finden: der Stromverbrauch im Betrieb und der Stromverbrauch im Stand-by-Modus. Wenn diese Werte nicht angegeben sind, empfiehlt sich auf jeden Fall der Einsatz eines Energiemonitors.

Wie spare ich Strom?

Die einfachste Grundregel in Bezug auf Fernseher lautet: abschalten. Dabei sollten Sie Ihr Gerät nicht im Stand-by-Modus laufen lassen, sondern es komplett ausmachen, da selbst in diesem Modus Strom verbraucht wird. Eine einfache Möglichkeit ist, wenn Sie Ihren Fernseher an eine schaltbare Steckdosenleiste anschließen, die Sie per Knopfdruck komplett ausschalten können. Denn einige moderne Geräte schalten automatisch nur in den Stand-by-Betrieb, in dem der Verbrauch zwar deutlich reduziert wird, aber trotzdem Strom benötigt wird. Je nach Typ können so Kosten von 50 bis 100 Euro im Jahr entstehen. Ungenutzte Elektrogeräte sollten prinzipiell immer ausgeschaltet werden. Dazu zählen auch Ladegeräte von Handys, Rasierern oder Ihrer elektrischen Zahnbürste.

Öko-Schalter nutzen

Einige Geräte sind mit einem speziellen Öko-Schalter ausgestattet, der auch „Auto-Off" oder „Energie-Saving-Taste" genannt wird. Er schaltet den Fernseher nach einer gewissen Zeit, die Sie meist selbst auswählen können, von selbst ab.

Fernseher nicht nebenbei laufen lassen

Schalten Sie Ihren Fernseher nur dann ein, wenn er wirklich genutzt wird. Wenn Sie gerade Hausarbeit machen, kochen oder telefonieren, konzentrieren Sie sich in der Regel nicht auf das TV-Gerät und können es daher abschalten. Gewöhnen Sie sich an, Ihren Fernseher nur dann einzuschalten, wenn Sie bewusst vor dem Gerät sitzen und eine Sendung oder einen Film anschauen.

Natürlich ist abschalten nicht immer eine Lösung, denn schließlich hat man ein TV-Gerät, um es sich davor gemütlich zu machen. Daher sollten Sie beim Kauf gut überlegen, welche Bildschirmdiagonale wirklich notwendig ist. Beachten Sie dabei auch die Größe Ihres Raums, denn je kleiner dieser ist, desto kleiner kann auch der Fernseher sein. Und je kleiner der Fernseher, desto weniger Energie wird er verbrauchen – vorausgesetzt, es handelt sich um Geräte mit LED-Technik. Denn Plasmafernseher sind zwar modern, verbrauchen aber auch viel Strom.

Was sind Plasma-Geräte?

Plasma-Geräten wird nachgesagt, dass sie die höchste Bildqualität der auf dem Markt erhältlichen Fernseher bieten. Das Bild entsteht bei den Produkten mithilfe von Gas, denn pro Pixel gibt es eine mit Gas gefüllte Zelle. Wenn eine Zelle also ein Bildsignal erhält, wird sie gezündet und die Farben entstehen. Plasma-Modelle haben eine hohe Farbauswahl und liefern daher kontrastreiche Bilder. Wie auch bei der LED-Technik werden Zellen nicht gezündet bzw. angewählt, wenn der Hintergrund schwarz sein soll. Das führt nicht nur zu guten Kontrasten, sondern auch zu guten Schwarzwerten.

Die positiven Eigenschaften der TV-Geräte haben ihren Preis, die Anschaffung solcher Modelle ist recht teuer und auch die Folgekosten sollten Sie nicht unterschätzen. Im Vergleich zu anderen Fernsehern verbrauchen Plasma-Geräte viel Strom. Das liegt unter anderem daran, dass die Modelle erst ab einer Größe von 37 Zoll angeboten werden.

Stromverbrauch ist abhängig vom Filmmaterial

Ein weiterer interessanter Aspekt ist, dass der Stromverbrauch nicht nur von der Bildschirmdiagonale abhängt, sondern auch vom Filmmaterial. Für dunkle Bilder wie zum Beispiel in Horrorfilmen oder Thrillern wird bei der LED-Technik und bei Plasma-Bildschirmen weniger Strom benötigt. Das liegt daran, dass die entsprechenden Dioden bzw. Zellen nicht angesteuert werden, wenn der Hintergrund schwarz dargestellt werden soll.

Für helle Aufnahmen wird mehr Strom benötigt – extreme Beispiele sind Filme, die im Schnee oder Eis gedreht wurden.

Auch die Bildschirmauflösung spielt eine Rolle. Ein Plasma-Fernseher mit 1024x720 Pixeln verbraucht zum Beispiel etwa genauso viel wie ein LCD-Gerät der gleichen Größe. Prinzipiell gilt: Je moderner der Plasma-TV, desto besser schneidet er auch im Stromverbrauch ab. Trotzdem wird er von Fernsehern mit LED-Technik deutlich getoppt.

LED-Bildschirme und LED-Lampen

Sie können nicht nur mit LED-Bildschirmen Strom sparen, sondern auch mit LED-Leuchten, die eine Alternative zu Energiesparlampen sind. Sie sind sparsam, halten lange und lassen sich unproblematischer entfernen, da sie kein giftiges Quecksilber enthalten. Auch die Leuchtdioden, die in LED-Fernseher verbaut werden, enthalten kein Quecksilber und ihr Bestandteil gefährlicher Stoffe ist geringer als der in Leuchtstofflampen. Trotzdem sollten die Lampen nicht in den Hausmüll wandern, sondern zu einem Recyclinghof gebracht werden.

Darüber hinaus gehen LEDs nicht von einem auf den anderen Moment kaputt. Stattdessen wird ihr Licht mit der Zeit immer schwächer, was auch bei den Leuchtdioden von LED-TV-Geräten der Fall ist. Allerdings dauert dies sehr lange, denn die Dioden sind langlebiger als Kaltkathodenröhren.

Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden