Sony STR-7055(A) und STR-7065(A),Teil 3

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In diesem Teil 3 gebe ich Antworten zu Fragestellungen, die im Internet zu finden sind.

(1) Die Geräte verfügen über Netzsicherungen. Diese sind von außen nicht sichtbar, sondern sind auf der Power-Amp-Platine (links stehende Platine) hinten unten eingelötet. Als Ersatz eignen sich Feinsicherungen 6,3 x 32 mm, US-Norm, 2,5 A, flink. Allerdings müssen die Anschlussdrähte der alten Sicherungen wieder verwendet oder neue Drähte entsprechend an die neuen Sicherungen angelötet werden, dabei ist auf geeignete Isolierschläuche zu achten. Ohne die Platine auszubauen und ohne löten geht hier also nichts. Aus Sicherheitsgründen(!) sollte diese Arbeit nur von jemandem, der sachkundig ist, ausgeführt werden.

(2) Mir sind USA-Modelle begegnet, die ihrem Typenschild nach nur für 120 Volt geeignet sein sollten. Tatsache war jedoch, dass sie über den selben Spannungswähler verfügten, wie die Geräte für den Rest der Welt. Auf der Abdeckung des Spannungswählers war einfach nur ein Warnhinweis zu finden, die Abdeckung nicht zu öffnen. Wenn sie doch geöffnet wurde, war der ganz normale Spannungswähler zu finden. Ich kann nicht garantieren, dass das bei allen Geräteserien so war, jedoch zeigen die mir vorliegenden Servicemanuals nichts abweichendes. ABER: Die USA Modelle verfügen *nicht* über eine Schutzkontakt-Netzanschluss! Die innere Führung der Netzspannung führenden Drähte entspricht nicht dem heutigen Sicherheitsstandard, womit ein Schutzkontaktanschluss eigentlich dringend geboten wäre.

(3) Die Geräte verfügen über keine Lautsprecherrelais.  Deshalb auch, die Schutzschaltung zur Auslösung der Netzsicherungen, siehe Teil 2, Abschnitt (1). Bei (hier nicht besprochenen) Geräten anderer Hersteller mit Lautsprecherrelais löst eine entsprechende Schutzschaltung lediglich diese Relais aus.

(4) Die Geräte verfügen über einen Lautsprecherwahlschalter für drei Boxenpaare, A, B, C genannt. Es gibt die Kombinationen: A oder B oder C und A + B oder A + C, wobei bei letzteren die Boxen A und B oder A und C in Reihe geschaltet werden, was eine Überlastung des Endverstärkers sicher ausschließt, klanglich aber unter Hifi-Puristen bemängelt wird.

Dieser Wahlschalter ist nicht dafür ausgelegt, die Lautsprecher unter Last zu schalten. Das ist unbedingt zu beachten! Also stets vor einschalten des Gerätes oder bei weit zurück gedrehtem Lautstärkesteller die Lautsprecher wählen. Anmerkung: Lautsprecherschalter oder auch eventuelle Relais, wie sie andere Hersteller verwandt haben, sind alle nicht für schalten unter Last geeigent. Wenn man es dennoch tut, quittieren sie ihren Dienst über kurz oder lang.

(5) Warum kratzen die Potis bei einigen Geräten nach dem Einschalten stärker als nach einigen Betriebsminuten? Das begründet sich damit, dass unmittelbar nach dem Einschalten im Gerät Bauteile, Kondensatoren genannt, aufgeladen werden müssen und diese Ladeströme zum Teil über die Potis fließen. Wenn in dieser Phase an den Potis gedreht wird, werden diese Ladeströme verändert und weil dies vor allem bei älteren Potis nicht wirklich stufenlos erfolgt, entstehen hörbare Audiosignale. Achtung, den Potis tut es nicht gut, schon währen der Aufladephase der Kondensatoren bewegt zu werden. Es ist immer besser und gut für die Lebensdauer der Potis, wenn man ein Gerät bei niedrig eingestellter Lautstärke einschaltet und mit dem ersten Verstellen etwas wartet.

Nachbemerkung

Es mag nach lesen der Teile 1 bis 3 dieses Ratgebers vielleicht der Eindruck entstehen, dass ich hier nur Mängel dieser Geräte beschreibe und vor ihnen warne. Das will ich ganz und gar nicht! Meine Absicht ist lediglich, der Aufklärung zu dienen und potenzielle Käufer, darauf vorzubereiten, was sie erwartet. Receiver anderer namhafter Hersteller aus der damaligen Zeit sind heute auch nicht besser und nicht weniger wartungsbedürftig, oftmals aber wegen ihres Kultstatus teuerer. Ich bin nach wie vor ein großer Bewunderer dieser Sony STR-7055(A) und STR-7065(A) Geräte.

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