Sony Alpha SLT-A58K 20.1 MP Kit (18-55mm)

Aufrufe 6 Mal bewertet mit „Gefällt mir” Kommentare Kommentar
Mag ich anklicken, wenn dieser Ratgeber hilfreich war
Nachdem mich ebay mehrfach „eingeladen“ hat, mein Feedback zur kürzlich erstandenen Sony α (Alpha) SLT-A58K als Testbericht zu schreiben, möchte ich dieser Einladung lieber in Form eines Ratgebers folgen - Sie werden schnell herausfinden, warum ... ;-)
Ich möchte Sie also herzlich einladen, sich ein wenig Zeit für die Lektüre zu nehmen – er ist einmal mehr länger als geplant ausgefallen ;-), kann aber vielleicht die hier investierte Zeit bei Ihrer Kaufentscheidung wieder „hereinholen“.
Zum Thema „abenteuerliche Erfahrungen“ beim Kauf beratungsintensiver Produkte kann wohl jeder die eine oder andere Anekdote zum Besten geben.
Konsequenterweise tut man sich also im Internet um und versucht, ein zumindest halbwegs stabiles Informationsgerüst zusammenzutragen, mit dem man sich dann auch mal „vor Ort“ das eine oder andere Produkt ansehen und dem „Fachverkäufer“ ein paar gezielte Fragen stellen kann – so er denn gesprächiger ist als der aktuell ebenso unvermeidliche wie unsägliche „Tech-Nick“.
Dass diesen „Fachverkäufern“ in aller Regel keinerlei Fachwissen im Wege steht, ist nicht wirklich neu – eine echte Ausnahme habe ich dann ausgerechnet in einem Saturn in meiner Nähe kennen gelernt ;-).
Dass aber auch die einschlägigen Fachmedien inzwischen auf einem – zumindest für mein Empfinden – vermutlich honorarabhängig niedrigen Niveau angekommen sind, war eine für mich neue Erfahrung.
Dass jeder Redakteur / Tester / Profifotograf seine persönliche (Marken-) Präferenz in Sachen Kamera, Objektive etc. hat, ... geschenkt.
Dass aber zu nahezu jedem Hersteller / Produkt ohne Schwierigkeit „Testergebnisse“ zu finden sind, die im Ergebnis die volle Bandbreite von „Schrott“ bis „Weltklasse“ vollmundig begründen, ist mit der viel bemühten „Produktionsstreuung“ nicht zu erklären.
Erstes Zwischenfazit: Bei digitalen Spiegelreflexkameras gibt es genauso wenig Markttransparenz wie bei anderen technischen und erklärungsbedürftigen Produkten.
Zweites Zwischenfazit: Letztendlich wird man irgendeine Entscheidung treffen, mit der man dann in der Praxis leben kann ... oder eben doch nicht. Im letzten Fall bleibt nur der Wiederverkauf des Fehlkaufs mit mehr oder weniger hohem Verlust.
Drittes (und mein ganz persönliches) Zwischenfazit: Die "üblichen Verdächtigen" (Hersteller) der Analog-Geschichte haben auch im Digitalzeitalter die Nase vorn . Jeder einzelne mal mehr, mal weniger – je nachdem, wie „jung“ sein jeweiliges Produkt im Vergleich zum Wettbewerb ist. Und auch in diesem Punkt unterscheidet sich der Kameramarkt nicht von anderen techniklastigen Märkten wie Autos, Unterhaltungselektronik, Haushaltsgeräte etc.
 Zwar habe ich immer noch eine recht umfangreiche Analogausrüstung von Minolta (3 Bodies unterschiedlichen Alters, 8 Objektive, 2 Metz Blitzmaschinen etc. etc.), doch spielte die Kompatibilität der Minolta A-Mount-Objektive bei meiner Entscheidung keine Rolle, denn nur eines der acht Objektive hat das auch von Sony (noch) eingesetzte A-Bajonett, alle anderen stammen noch der legendären XD-7 (MD-Bajonett) und früher. Laut Herstellerangaben sind die zwar bei eingeschränktem Funktionsumfang mittels Adapter auch an den Sonys mit A-Mount verwendbar – und die Qualität sowohl der alten Original Minolta Objektive als auch einiger Drittanbieter ist im Vergleich mit heutigen (bezahlbaren!) Linsen über jeden Zweifel erhaben –, aber nicht zuletzt möchte ich auch keine 2 „mittelschweren Reisekoffer“ an Ausrüstung mehr mit mir herumschleppen ... ;-)
Kurzum: ich habe einige Läden abgeklappert, bis ich meine in die engere Wahl gekommenen Kameras im unmittelbaren Vergleich in die Hand nehmen und (nur für mich persönlich) entscheiden konnte, welche mir am besten in der Hand liegt.
Über eine Tatsache, die sich als roter Faden durch alle „üblichen Verdächtigen“ zieht, sollten Sie sich bei dieser „Gefühlsentscheidung“ von vornherein im Klaren sein:
Wenn Sie sich nicht ausschließlich auf Modelle konzentrieren, die in Ihrem gesetzten finanziellen Limit liegen, landen Sie automatisch und garantiert in der Profiklasse! Und von dort führt nur ein „tränenreicher“ Weg zurück in die Amateurliga!
 
Nun also konkret meine erste Begegnung und ersten Erfahrungen mit der SLT-A58 – das „K“ weist auf das mitgelieferte Kit-Objektiv 18-55 mm hin.
  • die Kamera ist ungewöhnlich leicht und liegt (s.o. mir!) sehr angenehm in der Hand,
  • obwohl das Gehäuse komplett aus „Plastik“ gefertigt ist, vermittelt es nie diesen Eindruck.
  • Dass der Objektivring ebenfalls aus Kunststoff besteht, wäre in Analogzeiten ein absolutes K.O.-Kriterium gewesen, aaaaber ...
    • ... Vettel ist mit seinem „Plastikauto“ bis jetzt viermal Weltmeister geworden,
    • ... Baumgartner hat sich in einer „Plastikkapsel“ von einem „Plastikballon“ auf 39 km Höhe tragen lassen, bevor er in einem „Plastikanzug“ absprang und an einem „Plastikfallschirm“ sicher landete – ach ja, sein Helm war ja auch noch aus „Plastik“ ...
    • ... und die Medizin baut uns auch schon längst so manches „Plastik-Ersatzteil“ ein, etc. etc.
  • Ebenfalls ungewohnt, aber ausschließlich dem technischen Konzept des starren, halbdurchlässigen Spiegels geschuldet: Der optische Sucher ist einem elektronischen gewichen und funktioniert also nur bei eingeschalteter Kamera. Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Blitzschnelles Umschalten vom klapp-, aber nicht schwenkbaren Display auf den Sucher und zurück durch einfache Annäherung / Entfernung an den / vom Suchereinblick.
  • Der eigentliche Vorteil dieser Technik liegt im starren Spiegel: Noch so ein Detail, bei dem sich der (in diesem Fall „Analog-) Opa“ von Altgewohntem verabschieden muss, aaaaber ...
    • ... wo nichts mechanisch bewegt wird, kann auch nichts mechanisch kaputtgehen.
    • ... die Geschwindigkeit bei Serienaufnahmen steigt auf bis zu 8 Bilder/sec.
    • ... Freihand produzierte und detailscharfe Panorama-Aufnahmen (die sich bewegt am PC oder TV betrachten, aber auch ohne sichtbare Übergänge drucken lassen) sind zumindest für mich ein faszinierendes Novum.
  • Die Bedienung der Kamera möchte ich als „tendenziell intuitiv“ bezeichnen, zumal sie dem User auch bei nahezu jeder Veränderung der Programme am Drehknopf, jedem Tastendruck die Konsequenzen mitteilt. Trotzdem habe ich mir das in 14 Sprachen verfasste Handbuch als Urlaubslektüre mitgenommen und jede Menge interessante Optionen gefunden. Es wäre allerdings sehr angenehm, wenn Sony sich hier ausnahmsweise auf das Niveau anderer Hersteller „herabließe“ und nicht diese dicke Schwarte, sondern in diesem Fall vorzugsweise 14 handliche Hefte in nur einer Sprache als Handbücher beilegte ...
  • In nahezu jedem der „Fachtests“ wird das „viel zu kleine“ Display gerügt – auch in solchen, die das Produkt eigentlich loben –, mir ist es nicht zu klein: es bildet sehr detailgetreu und farbecht ab, sodass man in Situationen, in denen die Kamera „am Kopf“ nicht angebracht ist, völlig problemlos damit arbeiten kann. Wäre das Display jetzt nicht nur klapp-, sondern auch schwenkbar, würde ich es als perfekt bezeichnen.
Der von Sony als Zubehör angebotene, aber in keinem Laden vorrätige Display­schutz aus Glas ist übrigens nicht wirklich erforderlich: ich habe mir „provisorisch“ eine hochwertige Folie gekauft ... und bekanntlich hält nichts länger (und in diesem Fall vermutlich auch besser) als ein Provisorium ... ;-)
  • Mein nächster kleiner, wieder rein individueller Kritikpunkt: die Position des „Movie“-Knopfes. Er ist - in Sonys erkennbar bester Absicht – für spontane Videoaufzeichnun­gen in bequemer Daumenlage angebracht. Kehrseite der Medaille: In „Bereitschafts­haltung der Kamera“ kann man ihn unbeabsichtigt auslösen und damit zwar nicht unbedingt die ganze Speicherkarte „zuballern“ – für Videoaufnahmen ist sind 2 GB als Obergrenze definiert –, aber trotzdem den eigentlich sehr ausdauernden Akku leeren, ohne es gleich zu bemerken.
So durfte ich mich über ein paar Minuten bewegter Ansichten des Prager Altstadtpflasters amüsieren ... und mich gleichzeitig von der durchaus akzeptablen Tonqualität überzeugen ...  ;-) Eine zugemüllte Speicherkarte ist natürlich schnell behoben, aber ohne Ersatz-Akku ist man im Zweifel aufgeschmissen ...
  • Wie lange die Abdeckungen für die externen Anschlüsse (Micro, HDMI, Micro-USB und DC-in), SD-Slot und Akkufach einwandfrei funktionieren werden, bleibt abzuwarten. Hier vertraue ich einfach meinem Optimismus in Sachen „Plastik“. ;-) 
  • Apropos SD-Slot. Sony liefert kein Speichermedium mit. Angesichts des Geschwin­digkeitspotenzials dieser Kamera sollten Sie bei der Speicherkarte nicht „am falschen Ende“ sparen. Ich hatte noch eine „Class-6“- (= 6 MB/sec.) Karte (Sony verlangt als Minimum „Class-4“ = 4 MB/sec.), habe mir aber sofort eine „Ultra-Class-10“ (30 MB/sec.) dazu gekauft: Der Unterschied ist gewaltig! ... und grundsätzlich lohnend.
  • Zum viel geschmähten Kit-Objektiv „SAL18552“ (DT 3.5-5.6/18-55 SAM II) mit der vordergründig wirklich nicht berauschenden Lichtstärke von 3.5-5.6 und 18-55 mm Brennweite.
    • Wie der Kamerabody: Klein, leicht, „Plastik“, angenehme Haptik. Also nahm ich auch mein einziges Minolta-A-Objektiv mit (1:4 – 35-70 mm), um die Überlegenheit der japanischen Qualitäts- gegenüber der „Billig-Thai-Linse“ in der Abbildungsqualität zu erforschen ... ;-)
    • Wenn man zunächst die beiden Brennweitenangaben „synchronisiert“, entspricht das Kit-Objektiv ungefähr einem 28-85 mm Zoom im Kleinbildformat, umgekehrt das AF 35-70 einem 50-105 mm für den Halbformatsensor. Diese Differenzen im Brennweitenbereich sind zwar beim Blick durch Sucher insbesondere am unteren Ende erkennbar, machen sich aber in der Praxis nicht so dramatisch bemerkbar wie die reinen Zahlen vermuten lassen. Und zugegeben: Optisch waren die Minolta-Objektive schon immer hervorragend. Andererseits war und ist das AF/1:4/35-70 auch nicht unbedingt das Spitzenobjektiv.
    • Kurz: Die Farbwiedergabe des SAL18552 wirkt gegenüber dem alten Minolta etwas (!) flau, und die Schärfe kommt bei genauem Hinsehen auch nicht ganz mit. Andererseits ist bisher niemandem aufgefallen, dass ich die Urlaubsfotos mit zwei unterschiedlichen Objektiven gemacht habe, weder am 120er TV noch im Ausdruck. Selbst Freihand-Nachtaufnahmen (= extreme ISO-Zahl = stärkeres Rauschen) gelingen noch gut genug für bewundernde „Ah“s und „Oh“s ... ;-)
  • Viertes Zwischenfazit: Mit Sicherheit gibt es für die A58 bessere Objektive als das Kit-Objektiv SAL18552, aaaaber:
In Relation zum Preis – dieses Objektiv gibt es separat bereits für unter 50 €! – bringt es geradezu sensationelle Leistung! Daher
  • Fünftes Zwischenfazit: Für den (Wieder-) Einstieg in die Spiegelreflexfotografie und die entsprechende Kennenlern- und Experimentierphase reicht dieses Objektiv allemal!
  • Gleiches gilt für den „normal“ ambitionierten Hobbyfotografen, der seine Fotos nicht als Wandtapete ausdrucken oder auf einer entsprechend großen Videowand betrachten möchte.
  • Die „Verrisse“ diverser „Fachtests“ sind – wohlwollend formuliert – mit einiger Skepsis zu genießen.
Denn mit unpassenden Maßstäben / Testbedingungen kann man jedes Produkt „niedermachen“. Oder flapsiger formuliert: Wie ernst werden Sie einen Journalisten / Autotester nehmen, der den viel zu kleinen Kofferraum oder das fehlende Hardtop an Vettels „Plastikauto“ bemängelt ... ? ;-)
Unterm Strich bin ich mit meiner Entscheidung sehr zufrieden. Trotzdem bin ich bereits auf „Brautschau“ in Sachen eines hochwertigen Zoomobjektivs mit etwas größerem Brennweitenbereich bei gleichzeitig und möglichst durchgängig höherer Lichtstärke. Denn ich möchte „auf meine alten Tage“ nur noch ein, maximal zwei Wechselobjektive in der Tasche haben ... und vielleicht noch ein zusätzliches Blitzgerät ... und die wichtigsten Filter ... und ... ;-)))
Apropos Filter, Blitzgerät und weiteres Zubehör.
Einen Skylight-/UV-Filter sollte man sich grundsätzlich für jedes einzelne Objektiv ebenso leisten wie die passende Streulichtblende: Ein zerkratzter Filter ist in jedem Fall billiger als eine zerkratzte Frontlinse, und über den Sinn von Streulichtblenden brauche ich sicher kein Wort zu verlieren.
Sofern Sie nicht über entscheidend längere Brennweiten nachdenken, brauchen Sie sich bei der A58 über ein zusätzliches Blitzgerät auch keine extrem dringlichen Gedanken zu machen: der eingebaute Lichtwinzling verfügt über Leistung und Reichweite im Überfluss! Daher sollten Sie sich mit den von der Kamera angebotenen Blitz-Steueroptionen etwas eingehender vertraut machen ... nahezu perfekt geblitzte Aufnahmen über den gesamten Brennweitenbereich werden Sie überzeugend belohnen!
Wer die Kamera auf eine „ganz normale“ Urlaubsreise mitnimmt, also spätestens im Hotelzimmer eine Steckdose nutzen kann, kommt sicher mit dem einen mitgelieferten Akku aus – es sei denn, er nutzt exzessiv auch alle stromfressenden Funktionen wie "RAW+JPEG"-Format, Panoramaaufnahmen, Videos etc. Dann ist ein griffbereiter Ersatzakku sicher sinnvoll. Für meine rund 700 Fotos in 9 Urlaubstagen hätte eine Akkuladung sicher gereicht, hätten das nicht mein „erstes Video“ (s.o.) und diverse ausgiebige, dem Reiz des neuen Spielzeugs geschuldete „Begutachtungen“ unserer jeweiligen Tagesstrecke verhindert ... ;-) ... aber wir hatten ja auch kein Problem nachzuladen.
Gesamtfazit:
Wie bei jedem „Handwerkzeug“ kommt es auch und gerade bei einer Kamera darauf an, wie sie ganz individuell und subjektiv in der Hand liegt. Und das können Sie nur selbst „erfühlen“. Wenn Sie sich durch diese Aufgabe „durchgehangelt“ haben, können Sie sich entspannt zurücklehnen und jeden Test noch entspannter ignorieren, denn Sie haben Ihre Kamera gefunden, mit der Sie Ihre besten Bilder machen werden!
Natürlich – wie schon weiter oben angedeutet – immer im Rahmen Ihres individuellen finanziellen Limits. Sollten Sie keins haben oder sich keines setzen wollen, werden Sie mit Sicherheit in der Profiklasse landen und wenn Ihnen Ihr Hobby diese, je nach Ausgangsbasis mindestens drei-, eher deutlich mehrfachen Preisdimensionen wert ist, herzlichen Glückwunsch!
Wenn Sie wie ich eher der pragmatischen Fraktion angehören und vielleicht auch noch meine Ansicht teilen, dass die besten Bilder ohnehin mehr mit dem Kopf und dem Gefühl für das Motiv als mit der Kamera gemacht werden, werden Sie durchaus auch in der Amateurliga sehr zufriedenstellende Produkte finden ... die Ihnen obendrein auch noch Platz für ein paar „Träume nach oben“ lassen ... ;-)
 Sollten Sie tatsächlich bis zum Schluss durchgehalten haben und Ihnen meine Ausführungen ein wenig gefallen, vor allem aber ein wenig weitergeholfen haben, würde ich mich sehr über Ihr positives Feedback freuen. Herzlichen Dank!
 
Möchten Sie Ihr Wissen weitergeben? Erstellen Sie Ihren eigenen Ratgeber… Verfassen Sie einen Ratgeber
Weitere Ratgeber erkunden