Solarheizung für Pools auf Maß: einfacher als man denkt

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Ratbeber zur Poolheizung auf Maß mit EPDM

Stellen Sie sich folgende Ausgangssituation vor:

Einen Pool von 7,00 x 3,50 Metern, der 1,50 tief ist und über eine Sandfilteranlage mit 9 m³/h verfügt. Die Entscheidung fällt schnell zugunsten einer Solarheizung, da diese keine laufenden Kosten verursacht und umweltfreundlich ist. Die Solarheizung soll auf das Dach eines Gartenhäuschens, da die Filteranlage dort ohnehin untergebracht ist und Haus und Garage viel zu weit entfernt sind. Wir möchten "auf Nummer Sicher" rechnen, um das System in der Zukunft erweitern zu können.

Wir rechnen immer so, dass wir die Hälfte bis zwei drittel an Oberfläche des Pools als Kollektorfläche annehmen. 7,00 Meter x 3,50 Meter sind dementsprechend 24,5 m² - unter 12,5 m² Absorberfläche sollte man also nicht gehen.

Viele Leute fragen zu recht, ob denn die Tiefe des Beckens bei der Berechnung keine Rolle spiele - schließlich sind das ja immerhin fast 37 m³ Wasser. Grundsätzlich ist das richtig gerechnet, nun ist es aber so, dass der meiste Wärmeverlust an der Oberfläche durch Wasserverdunstung stattfindet. Um den Pool aber recht schnell auf Temperatur zu bringen runden wir etwas auf und entscheiden, ca. 15 m² Kollektorfläche einzusetzen.

Als typische Poolheizung mit Reserven nach oben in dieser Größenordnung würde normalerweise ein Doppelpack aus je 2 Smartpool S601 zum Einsatz kommen. Ein Doppelpack aus unseren S421 hat die gleiche Fläche uns Leistung, kann so aber nicht mehr erweitert werden. Um die Heizung bei Bedarf an oder auszuschalten kommt noch ein Bypass und die übliche Verrohrung samt Anschluss Stücken dazu, und eigentlich sind alle Fragen geklärt.

Erinnern wir uns an die Ausgangssituation, in der die Solarheizung auf das Gartenhaus soll:

Das Problem: die Poolheizung ist zu lang! Smartpool Paneele sind 610 cm lang - die können wir bei Familie Meier nicht auf dem Schuppen unterbringen. Eine Montage auf dem Hausdach kommt aber nicht in Frage, da es fast 25 Meter weit weg ist.

Die Lösung: Eine Solarheizung auf Maß mit EPDM! Viele Leute bekommen bei dem Wort "auf Maß gleich einen Kloß im Hals, aber die Mehrkosten gegenüber fertigen System halten sich n überschaubaren Grenzen. So sieht das System aus:


Immer dann, wenn vorgefertigte Lösungen nicht passen, kann man eine Poolheizung auf Maß fertigen. Die Mehrkosten gegenüber vorgefertigten Produkten sind überraschend niedrig.

Das Prinzip bei EPDM ist das gleiche, wie bei unseren Smartpool Solarheizungen:

Die Röhren weisen durch den geringen Innendurchmesser von nur knapp 5mm ein exzellentes Verhältnis von Oberfläche zur Wassermenge auf. Da Wasser eine sehr hohe Wärmekapazität hat (75,366 J/molK entsprechend 4,18 kJ/kgK) ist es zweckmäßig, dünne Röhren zu verwenden.

Nimmt man dickere Rohre, wird nur der äußere Teil erwärmt und der größte Teil in der Mitte bleibt kalt. Das ist bei den oft zu sehenden Solarrohren der Fall, die zwar etwas preiswerter sind, aber in der Wirkung weit zurück bleiben.



Wie setzt man das zusammen?   

Es gibt Sammelrohre, die immer 33 cm lang sind. Man kann praktisch beliebig viele Sammelrohre zusammenstecken. Die Verbindung erfolgt mit jeweils einem O-Ring und zwei Kunststoffclips, die die Rohre zusammenhalten.

Das Wasser soll dabei von den Sammelrohren auf die Bahnen verteilt werden. Beim Fließen durch die Bahnen erwärmt sich das Wasser, wird im gegenüberliegenden Rohr wieder zusammengefasst und fließt zurück in den Pool. Wenn man also z.B. zwei Meter Breite haben will, benötigt man auf jeder Seite 6 Rohre.

Die Verteilerrohre haben kleine Finger, dort steckt man die Bahnen einfach drauf. Pro Verteilerrohr benötigt man 2 Bahnen. Eine Bahn ist ca. 16 cm breit. Ein laufender Meter Breite sind immer 6 Bahnen. Die Länge kann praktisch beliebig sein, die Breite der Poolheizung mit EPDM ist immer ein Vielfaches von 33 cm.

Die letzte Frage die sich stellt, ist die Erweiterbarkeit. Die Anschlüsse (die im Lieferumfang enthalten sind und nichts extra Kosten) sind schließlich geklebt. Da aber die Sammelrohre der Poolheizung untereinander nur mit Clips verbunden sind, kann man das wieder lösen. In der Länge ist man festgelegt, in der Breite kann das System aber "mitwachsen".

Ein Tipp: vor der Montage kann man die Bahnenden 10 Minuten lang in Waschbenzin einlegen. Dann "flutschen" sie besser auf die Finger. Wenn alles getrocknet ist, sitzen die Bahnen bombenfest.



Über den Giebel oder parallel entlang der Dachflächen?

Das spielt im Grunde keine Rolle, EPDM ist sehr flexibel in der Handhabung - letztlich ist das eine Frage der Optik. Wir entscheiden uns, 2 Hälften einzusetzen, die parallel entlang der Dachflächen verlaufen, so sieht man von unten nur die Sammelrohre. Im Zweifel ist es ratsam, die Kollektoren eher länger als breiter zu machen. Eine vergleichbare Lösung auf jeder Dachhälfte zeigt das nächste Bild - wir legen je 5 Sammelrohre bei 4,50 Meter Bahnlänge zugrunde:



Stückliste:
  • 90 laufende Meter EPDM
  • 20 Sammelrohre
  • 20 O-Ringe
  • 40 Clips
  • 4 Anschlussmuffen
  • 2 Kappen mit Gewinde zum Entleeren
  • PVC-Spezialkeber
  • 15 Meter Hochdruckschlauch
  • Bypass Kit zum Zu- oder Abschalten der Heizung
  • 8 Meter Befestigungsband
  • Kleinteile wie Schrauben etc (bekommt man im Baumarkt)
Die hier vorgestellte Lösung liegt preislich noch im dreistelligen Bereich und schafft ohne Schwierigkeiten bis zu 35°C. Das will natürlich niemand erreichen, aber unterm Strich verlängert man die Pool-Saison um rund ein viertel Jahr.
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