Software für Ihren Rechner – ein Überblick

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Software für Ihren Rechner – ein Überblick

Ihr Rechner ist ein Universalgerät. Egal ob Sie ihn für alltägliche Aufgaben zu Hause oder für hoch spezialisierte professionelle Anwendungen nutzen – sein riesiges Potenzial kann der Computer nur mithilfe der richtigen Software ausschöpfen. Ohne diese kann er nichts, er ist wie ein unbeschriebenes Blatt Papier. Erst die Anweisung, was mit den Eingaben des Benutzers zu geschehen hat, macht eine sinnvolle Datenverarbeitung möglich. Dabei sind „Daten" bei weitem nicht mehr nur Zahlen wie in den Anfangszeiten der Computertechnik. Heute können das ebenso gut Bilder, Töne, Texte oder Animationen sein. Allerdings werden all diese Medien digital gespeichert und sind somit doch wieder in Zahlen auflösbar. So wird im Prinzip jedes Pixel eines Bildes oder jede Millisekunde eines Musikstückes durch Zahlen repräsentiert.

Was ist ein Programm?

Ein Programm, beispielsweise für die Bildbearbeitung, ist nichts weiter als die Vorschrift, was mit jedem Bildpunkt zu geschehen hat, wenn der Benutzer eine bestimmte Veränderung am Bild vornehmen möchte. Wird zum Beispiel der Kontrast des Bildes erhöht, dann ändert jedes Pixel auf eine genau vorgegebene Weise seine Farbe und Helligkeit. Die Zahl, die es repräsentiert, wird also neu berechnet. Ähnliche Vorgänge finden statt, wenn an einem virtuellen Soundmixer die Klangregelung bedient wird. Für diese und unendlich viele weitere Anwendungen werden spezielle Programme entwickelt. Durch die Nutzung von Quellen wie Server und Datenbanken und eines weltweiten Übertragungsnetzes, des Internet, ist der Computer heute zu einem der mächtigsten Werkzeuge geworden, die die Menschheit jemals entwickelt hat. Zu welchem Zweck wollen Sie Ihren Computer nutzen, und mit welcher Software geht das am besten? Der folgende Überblick gibt Ihnen einige Anhaltspunkte.

Software kaufen oder Freeware nutzen?

Viele sehr gute oder auch weniger gute Programme werden als Freeware angeboten. Was bedeutet das? Zunächst einmal bedeutet es, dass diese Software kostenlos ist – sehr gut. Allerdings fasst der Begriff Freeware eine breite Palette von Vertriebsmodellen zusammen. Das kann die Veröffentlichung des Quelltextes und sogar dessen Modifizierung durch eine weltweite Community beinhalten. Mit dem Begriff „Open Source" wird diese Methode der Softwareentwicklung bezeichnet.
Das wohl berühmteste Beispiel für freie Software ist das Betriebssystem Linux. Hieran arbeiteten Hunderte von Entwicklern, die über den gesamten Erdball verteilt sind und sich persönlich nicht kennen müssen. Open Source–Software steht unter einer speziellen Lizenz, die klar die Bedingungen definiert, unter denen solche Programme genutzt werden dürfen. Eine davon ist meist das Zugänglichmachen aller Folgeprodukte und Weiterentwicklungen. Oft ist auch die kommerzielle Nutzung von Modifikationen erlaubt. Es gibt jedoch auch andere Modelle und Motivationen für die Bereitstellung kostenloser Software. Unter Umständen entscheidet der Urheber, dass er sein Softwareprodukt kostenlos zur Verfügung stellen möchte, um für sich zu werben. Seine Bedingung für die Nutzung ist dann die Nennung seines Namens. Oft können auch Light–Versionen von professionellen Programmen kostenlos sein und gute Dienste leisten.

Gründe für gekaufte Software

Warum also Software teuer kaufen, wenn man sie umsonst bekommen kann? Mit dem Kauf eines Programms erwerben Sie eine Lizenz, die zeitlich befristet sein kann oder sich auf eine bestimmte Anzahl von Rechnern erstreckt. Mit dieser Lizenz ist meist ein technischer Support verbunden. Sie erhalten also fachkundigen Rat, wenn es bei der Installation oder Benutzung Probleme gibt. Meist sind Updates für Besitzer einer Vorgängerversion wesentlich preisgünstiger. Besonders im professionellen Bereich und bei hochwertigen bzw. hoch spezialisierten Anwendungen kommen Sie um einen oft erheblichen Kaufpreis nicht herum. Was Sie dafür bekommen, ist ein ausgereiftes Produkt, das in puncto Vielseitigkeit, Benutzerfreundlichkeit und Sicherheit optimiert wurde. Meist in hartem wirtschaftlichen Wettbewerb zwischen verschiedenen Herstellern, entstehen so mächtige Tools, die ausgezeichnete Qualität bieten. Möchten Sie hochwertige, pixelgenaue Druckvorlagen erstellen, Bilder für eine Zeitschrift bearbeiten, ein Konzert auf Harddisc aufzeichnen oder eine Zahnarztpraxis verwalten? Für all diese und viele weitere Einsatzgebiete gibt es hoch spezialisierte und professionelle Software. Doch welche ist die richtige für Ihre Zwecke? Alle großen, etablierten Betriebssysteme bieten eine Grundausstattung mit Software für die gängigsten Anwendungen. Diese sind im Preis des Betriebssystems enthalten. Beim Open-Source-System Linux sind diese Programme kostenlos.

Layout- und Textbearbeitungssoftware

Sie möchten einen Brief schreiben? Mit der Basis–Version von MS Word kein Problem. Die Wahl der Schriftart und -größe ist integriert. Auch einfache Formatierungen und das Einfügen von Bildern und Clipart sind möglich. Wenn Sie allerdings eine Broschüre mit der Angabe von Seitenzahlen, einer wiederkehrenden Kopf- oder Fußzeile oder Quellenangaben erstellen möchten, dann müssen Sie zur kostenpflichtigen Vollversion greifen. Hiermit sind prinzipiell anspruchsvolle Layouts in jeder Form umsetzbar. Der Export des Dokuments in unterschiedliche Formate wie zum Beispiel PDF lässt ebenso die Erstellung druckfertiger Vorlagen zu. Ähnlich verfährt Apple mit seinem Betriebssystem OSX: Mit der Vollversion seines Textverarbeitungsprogrammes „Pages" bleiben keine Wünsche offen. Das freie Textprogramm „OpenOffice" gibt es für alle Betriebssysteme.

Software für die Bildbearbeitung

Das Bearbeiten digitaler Bilder gehört wohl zu den häufigsten Home–Anwendungen am Computer. Einfache Aufgaben wie Drehen, Spiegeln und Verändern der Bildgröße beherrscht jedes Programm. Die Windows eigene Software „Paint" kann noch einiges mehr: Zuschneiden, Kontrast- und Helligkeitseinstellung, Freistellen von Objekten. Für den professionellen Gebrauch ist das Adobe-Flaggschiff „Photoshop" fast ein Muss. Fortgeschrittene Techniken der Bildbearbeitung wie das Einstellen von Histogrammen, die Arbeit mit Ebenen und Farbkanälen gehören dazu. Die Export- und Speicherfunktionen bedienen alle bekannten Bildformate. Mit einer beliebig einstellbaren Zahl von Undo-Schritten ist nur die Leistung Ihres Rechners ein Limit für beeindruckende Werkzeuge und flüssiges Arbeiten. Mit einer programmierbaren Stapelverarbeitung können sich wiederholende Arbeitsschritte automatisiert werden. Viele der Möglichkeiten von Photoshop erfordern detaillierte Sachkenntnis und richten sich hauptsächlich an Fotografen, Journalisten oder Layouter. Für den Hausgebrauch bietet die Lightversion von Photoshop, „Photoshop Elements" eine Fülle von Standard–Bearbeitungen, die in den meisten Fällen den Ansprüchen genügen dürften. Besonders im professionellen Grafikbereich werden Apple–Systeme eingesetzt, Photoshop gibt es aber selbstverständlich auch für Windows–Rechner.

Software für den Filmschnitt

MovieMaker von Windows ist das Mittel der Wahl, wenn Sie Ihr Urlaubsvideo schneiden möchten. Die separate Bearbeitung mehrerer Tonspuren gehört dazu ebenso wie eine Auswahl von Überblendeffekten. Waren frühere Versionen noch auf ein Bildformat von der Größe einer Postkarte beschränkt, so bedient die aktuelle Videosoftware von Windows mittlerweile auch HD–Qualität. So wird der gestiegenen Rechenleistung aktueller Computer sowie unseren Sehgewohnheiten Rechnung getragen. MovieMaker gilt als Zubehör des Windows–Betriebsprogramms und ist in dessen Preis enthalten. Auch auf dem Sektor des Filmschnitts stellt sich die Situation ähnlich dar, wie bei Bild- und Textbearbeitung: Wer mehr möchte, muss mehr zahlen. Profi–Programme wie Premiere und Final Cut bedienen alle denkbaren Bildformate, Bildraten und Fernsehstandards. Die Kombination verschiedener Ton- und Bildformate in allen Auflösungen und für jeden Anwendungsbereich wird unterstützt. Optionen beim Rendering sorgen für das optimale Verhältnis zwischen Dateigröße und Bildqualität. Beliebig viele Bild- und Tonspuren machen die Erstellung komplexer Kollagen möglich. Frei programmierbare Überblendungen und Fades sind selbstverständlich. Wie auf jedem Gebiet gilt es auch hier, eine gute Balance zwischen Kosten und Möglichkeiten des jeweiligen Programms zu finden. Die Lücke zwischen dem einfachen MovieMaker und den professionellen Programmen wird von einem Videoschnittprogramm namens „Magix" geschlossen, das mit Funktionen daherkommt, die für den semiprofessionellen Bereich erstaunlich vielseitig sind.

Soundrecording Software

Auch einfache Recordingprogramme gehören zur Grundausstattung der etablierten Betriebssysteme. Mit dem Programm Sound Recorder für Windows können Sie Geräusche oder Musik von verschiedenen Quellen aufnehmen und als Audiofile auf Ihrem Computer speichern. Mit einem Mikrofon können Sie so Ihre Stimme aufnehmen und zum Beispiel einen Karaoke–Vortrag für die Nachwelt verewigen. Fortgeschrittene Audio-Software kann jedoch viel mehr. Die beiden Großen Systeme auf diesem Gebiet sind Logic und Cubase. Eine theoretisch unbegrenzte Anzahl von Tonspuren erlaubt den Mitschnitt von Konzerten oder aufwendige Studioaufnahmen. Dabei ist die Qualität von der Bittiefe und der zeitlichen Auflösung der Audiofiles abhängig. Diese wiederum wird nur durch die Rechenleistung und die Speicherkapazität Ihres Computers begrenzt. Zusätzlich bieten beide Programme die Synchronisation der Audiospuren mit Midispuren an. In der Midi–Sektion stehen alle denkbaren Werkzeuge zur Verfügung, der Ausdruck von Noten ist eingeschlossen. Mit dem virtuellen Soundmixer haben Sie die Kontrolle über alle Spuren und die Möglichkeit, sie separat oder in Gruppen mit allen erdenklichen Effektgeräten zu bearbeiten. Eine Auswahl dieser Effektgeräte ist bereits integriert, Sie können jedoch weitere, auch von Drittanbietern hinzukaufen und als Plug-in einbinden. Mit dieser Software sind Aufnahmen möglich, die qualitativ besser sind als der CD – Standard. Nach dem Mastering werden die Spuren gerendert und als Stereo – Audiofile in CD – Qualität (16 Bit) ausgegeben. Qualitativ hochwertiges Harddiscrecording ist im Wohnzimmer angekommen – das Stichwort Homerecording belegt es.

Was brauchen Sie?

Bevor Sie Hunderte von Euro für professionelle Software ausgeben, sollten Sie sich eine Trial–Version des betreffenden Programms beschaffen. Nahezu alle Anbieter bieten diese als kostenlosen Download an. Die Gültigkeit ist meist auf 30 Tage beschränkt – genug Zeit, um sich mit den Funktionen und dem Leistungsumfang vertraut zu machen. So können Sie in aller Ruhe entscheiden, ob sich die Ausgabe für Sie lohnt und sich der Kauf auch in Fragen des Nutzungsumfangs als sinnvoll erweist. Zudem können Sie testen, ob Ihre Hardware die Systemvoraussetzungen erfüllt. Eventuell stellen Sie dabei fest, dass Sie viele der vorhandenen Features gar nicht benötigen, und dass eine schlankere Software die bessere Wahl ist. Schließlich wollen Sie keinen Bagger kaufen, wenn Sie lediglich Nüsse knacken möchten. Stöbern Sie auf den Websites der Anbieter und bei eBay. Hier können Sie Vollversionen mit Lizenz oft sehr preisgünstig finden.

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