Sofortbildkameras & Zubehör – Foto-Highlights aus den 80er Jahren

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Sofortbildkameras und Zubehör – ein Ratgeber über das Foto-Highlight aus den 1980er Jahren

Der Schnappschuss beim Camping, die ersten Bilder vom Neugeborenen oder noch ein Bild vom schicken neuen Flitzer in der Garage. Bevor das Zeitalter der Handy- und Digitalkameras angebrochen war und wir noch nicht von beinahe jedem Standort aus unsere Lieblingsbilder bequem als MMS oder via Mail verschicken konnten, blieb den Hobbyfotografen und Profis nichts anderes übrig, als ihre Filme ins Fotolabor zu geben und abzuwarten. Allerdings konnte sich vor allem bei besonders ersehnten Bildern diese Wartezeit zur Qual entwickeln. Die Lösung brachte die Sofortbildkamera. Mit dem richtigen Equipment können Sie auch in diesen modernen Tagen noch viel Spaß mit den Jetzt-und-gleich-Bildern haben.

Von den Anfängen der Fotoinnovation

Unter der Sofortbildkamera verstehen wir eine Kamera, die, unmittelbar nachdem das Foto geschossen wurde, das Bild auf dem Fotopapier fixiert und zum sofortigen Betrachten auswirft. Seinen Höhepunkt erreichte dieses Wunderwerk der Technik Mitte der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. Allerdings greifen die ersten Ideen und Versuche viel weiter in die Vergangenheit zurück. Einen ersten Vorläufer der Sofortbildkamera bildete der Entwurf aus dem Hause Dubron im Jahre 1860. Es dauerte jedoch weitere 90 Jahre, bis das Unternehmen Polaroid die erste gebrauchsfähige Sofortbildkamera auf den Markt brachte. Diese Modelle erzeugten die Bilder zunächst in Sepia-Farbtönen, später dann in Schwarz-Weiß. Allgemein erwiesen sich die ersten Fotoapparate als recht umständlich im Gebrauch. Die ausgeworfenen Fotografien mussten unmittelbar nach der Entwicklung mit einer Schutzschicht aus Klarlack überzogen werden, damit die Farben auch richtig fixiert waren. Das passende Schwämmchen dazu erhielten die Fotografen bereits beim Kauf der Filme und Kameras.

Die Entwicklung der Sofortbildkamera

Mit der Zeit wurden die Gehäuse der Kameras leichter und einfacher zu bedienen. Zudem machte auch die Technik große Fortschritte. Zu Beginn der 1960er Jahre stellte Polaroid den ersten Farbfilm für die Sofortbildkamera vor. Die Objektive verbesserten sich mit jedem neuen Modell und verfügten zunehmend über bessere Fokussierungshilfen. Neben all den positiven Entwicklungen lag die Farbfilm-Technik dennoch in den Kinderschuhen. Das hochsensible Material und die langen Belichtungszeiten von bis zu 60 Sekunden erwiesen sich als Nachteil gegenüber dem Vorgänger in Schwarz-Weiß. Allerdings mussten die neuen Bilder nicht mehr mit dem schützenden Klarlack behandelt werden. Die 70er Jahre brachten der Kamera einen weiteren großen Schritt in Richtung Zukunft. Die Welt entdeckte die allererste Sofortbild-Spiegelreflexkamera. Die elektronische Blitzfunktion und der Autofokus waren bei diesen Modellen obligatorisch. In den 80er Jahren wurde die Technik der Kameras immer ausgefeilter und die Bilder gewannen mehr und mehr an Qualität. Die Sofortbildkamera erfreute sich ungemeiner Beliebtheit und war sowohl bei den Profis im Studio als auch beim Familienessen immer gern gesehen.

Mit den 90er Jahren und der Entwicklung der Digitalkamera verlor die Sofortbildkamera langsam ihren Reiz und geriet ins Abseits. Hersteller setzten auf eine Mischung aus beidem und brachten eine Digital-Sofortbildkamera auf den Markt, an der ein kleiner Drucker angeschlossen war. Allerdings konnte sich dieses Modell weder unter Fotokünstlern noch im alltäglichen Gebrauch durchsetzen. Inzwischen erleben vor allem ältere Modelle, ganz ähnlich wie der Plattenspieler, ein regelrechtes Comeback. Nostalgiker, Technikfreunde und Vintage-Süchtige sind auf der Suche nach dem Originalklang und dem Originalbild längst vergangener Tage. Die Sofortbildkamera entpuppt sich dabei als echtes Sammlerstück und kommt vor allem durch ihre so charmanten und charakterstarken Bilder sehr gut an. Der Eindruck von Echtheit und Authentizität entspricht dem aktuellen Trend weitaus mehr, als die gestochen scharfen und aalglatten Fotografien der Digitalkameras.

Analog und digital – die Moderne der Sofortbildkameras

Wenn Sie sich für den Neukauf einer Sofortbildkamera interessieren, sollten Sie sich im Vorfeld darüber Gedanken machen, ob Sie die analoge oder die digitale Variante bevorzugen. Hochglanzbilder mit dem klassischen, weißen Rahmen erhalten Sie bei der Verwendung von analogen Sofortbildkameras. Diese sind schon zu recht erschwinglichen Preisen erhältlich und werden mit handelsüblichen Batterien betrieben. Die meisten analogen Modelle haben eine automatische Blitzfunktion und eignen sich für Fotografien bei guten Lichtverhältnissen. Die modernen Geräte sind sehr handlich und können bequem in jeder Tasche mitgeführt werden. Bis auf die neueren kleinen Formate können Sie mit der analogen Sofortbildkamera eine echte Zeitreise machen und das Fotografie-Erlebnis der 70er Jahre wieder ganz neu auferstehen lassen.

Eine ganze Ecke zeitgemäßer, dafür jedoch in den Kosten um einiges teurer, sind die digitalen Alternativen. Dennoch bieten diese Modelle entscheidende Vorteile gegenüber der analogen Variante. Die Kameras werden meist mit einem aufladbaren Akku betrieben und müssen nicht ständig mit neuen Batterien versorgt werden. Außerdem können Sie unzählige Bilder machen und diese noch vor der Entwicklung ansehen und bearbeiten. Sie müssen das wertvolle Papier nicht für jedes Bild verwenden, sondern nur für die ganz besonderen, die Sie selbst aussuchen.

Eine Frage des Papiers – ohne Zubehör geht es nicht

Langsam entstehen erste dunkle Flecken, einige unscharfe Schemen zeichnen sich ab, dann werden sie vollends zu dem Familienporträt. Gebannt stehen Alt und Jung um das kleine Stück Papier herum, das soeben aus dem Inneren der Kamera gerutscht kam und nun das kleine Idyll nachzeichnet, welches bis vor wenigen Sekunden noch freudig lächelnd vor dem Weihnachtsbaum gestanden hat. Dabei zuzusehen, wie die frischen Bilder wie von Zauberhand auf dem Papier entstehen, faszinierte die Gesellschaft seit den Anfängen der Kamera bis in die Gegenwart. Natürlich wird ein digitaler Drucker nie mit diesem magischen Moment mithalten können, doch wird es immer schwerer, an das begehrte Fotopapier heranzukommen. Nachdem die Digitalkamera den Sofortbildapparat in seine Schranken verwiesen hatte, wurde die Produktion neuen Zubehörs 2008 vollends eingestellt. Das Fotopapier ist mit einer speziellen Paste überzogen und ist zwingend notwendig für die Funktionsfähigkeit der Kamera. Wenn Sie weiterhin diese Form der analogen Fotografie nutzen möchten oder damit gerade erst beginnen wollen, können Sie lediglich auf Restbestände zurückgreifen. Glücklicherweise sind diese sehr hoch und zahlreiche Nischengeschäfte haben sich speziell im Bereich der analogen Sofortbildkamera und ihres Zubehörs etabliert. Noch heute werden weltweit über eine Milliarde Kameras dieser Art verwendet. Für die Hersteller würde es sich durchaus lohnen, das Papier wieder neu zu produzieren.

Auch das digitale Pendant kommt nicht ohne Fotopapier aus. Doch wie gelangt die Farbe in die Kamera? Anders als beim Drucker für den Computer müssen die digitalen Sofortbildkameras nicht erst aufwendig mit Farbpatronen bestückt werden, damit sie die bunten Bilder auswerfen können. Der Trick liegt in der sogenannten Zinktechnik. Dabei besteht das Papier aus zwei aufeinanderliegenden Schichten. Die Basisschicht enthält die notwendigen Farbkristallreihen Magenta, Gelb und Cyan. Diese verleihen dem späteren Bild ihre bunte Optik. Über dieser Schicht liegt eine schützende Lage aus Polymeren. Diese sichern das Bild vor Kratzern und Rissen. Auf Tinte und Thermobehandlungen kann mit diesem ausgeklügelten Verfahren ganz verzichtet werden. Damit die digitale Sofortbildkamera auch hält, was sie verspricht, ist noch ein wenig Zusatz-Equipment gefragt. Während die analoge Alternative mit einfachen Batterien auskommt, benötigt die digitale Variante einen aufgeladenen Akku. Je nach Leistung können ca. 25 Bilder ausgedruckt werden. Danach muss das Gerät wieder an die Steckdose. Wenn Sie besonders viele Bilder machen möchten, empfiehlt es sich, einen zweiten Akku dabeizuhaben. So können Sie die Akkus immer im Wechsel tauschen und müssen nicht erst warten, bis die Ladezeit beendet ist. Auch eine SD-Speicherkarte erweist sich im Umgang mit digitalen Kameras als sehr praktisch. So können Sie die Bilder zusätzlich auf Ihrem Computer oder einer externen Festplatte speichern und ganz nach Belieben immer wieder ausdrucken.

Aufbewahrung und Pflege der Kamera

Gerade für den Transport gehören Kameras in eine stabile Box oder zumindest in eine sichere Kameratasche. Die empfindlichen Kleinteile vor allem bei älteren Modellen können schnell abbrechen oder zerkratzen. Ab und zu sollten Sie die Kamera vorsichtig reinigen. Dafür eignet sich ein Mikrofasertuch am besten. Kontrollieren Sie vor allem bei den digitalen Geräten die Öffnungen und Eingänge, zum Beispiel für die Speicherkarte. Kleine Staubablagerungen und Krümel können Sie entfernen, indem Sie einmal kräftig und trocken hineinpusten. Bewahren Sie die Kamera vor Stürzen und Tritten. Ebenso sollten Sie das Zubehör pfleglich behandeln. Das Papier sollten Sie stets trocken lagern. Es braucht einen sicheren Platz und darf nicht knittern.

Vergänglicher Zauber – die Bilder der Sofortbildkameras

So sehr die Nostalgiker auch schwärmen und schwelgen, die Bilder aus den Sofortbildkameras – besonders die der älteren Modelle – weisen einen entscheidenden Nachteil auf. Mit der Zeit verblassen sie und lassen nur noch unansehnliche Purpurtöne zurück. Dieser Makel lässt sich leider nur bei den wenigsten Modellen vollständig vermeiden und das hat natürlich seinen Preis. In spezialisierten Fotolaboren kennt der Profi einige Techniken, die Bilder länger haltbar zu machen, doch an sich lässt sich der Prozess nur schwer verhindern. Allerdings können auch Sie ihn ein wenig hinauszögern. Bilder, die in einem Album aufbewahrt werden, behalten ihre kräftigen Farben wesentlich länger als diejenigen, die locker an die Wand gepinnt sind oder im Rahmen auf der Anrichte stehen. Licht ist der Todfeind einer jeden Fotografie und lässt die Farben deutlich schneller verblassen. Schützen Sie die Bilder zudem vor Feuchtigkeit. So können sie sich nicht verformen oder unnatürlich verziehen. Auch Flüssigkeit kann sich negativ auf die Farbqualität auswirken.

Für besonders einzigartige Momente in Ihrem Leben, wie der eigenen Hochzeit oder der Geburt des Kindes, sollten Sie auf die Sofortbildkamera lieber verzichten. Muss es doch sein, so greifen Sie eher zur digitalen Variante. So können Sie die besonderen Bilder zusätzlich auf einer Speicherkarte festhalten und für die Ewigkeit bewahren.

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