So vermeiden Sie einen falschen Ton im Film mit Ihrem Mikrofon

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So vermeiden Sie einen falschen Ton im Film mit Ihrem Mikrofon

Filmaufnahmen sind immer eine Herausforderung für den Hobby-Filmer, denn neben einem guten Bild, der darstellerischen Leistung und dem Schnitt muss selbstverständlich auch der Ton überzeugen. Ein Kratzen in der Aufnahme stört ebenso wie zu laute oder zu leise Dialoge, unterlegt mit zu lauten Soundeffekten. Als Zuschauer muss dabei immer wieder die Lautstärke geregelt werden. Um einen hochwertigen Ton im Film zu erhalten, sollte entweder das integrierte oder das externe Mikrofon voll ausgenutzt werden. Sehr gut ist es, wenn alle Stärken des Mikrofons für einen perfekten Ton eingesetzt werden.

Die Entwicklung des Mikrofons

Neben dem Mikrofon gibt es noch ein weiteres Gerät, das auf dem gleichen Prinzip basiert und zwar das Telefon. Die Entwicklung des Telefons ist eng mit der des Mikrofons verknüpft. Das erste Telefon wurde 1860 auf Basis eines magnetischen Wandlers konzipiert. 1876 meldetet Alexander Graham Bell dieses Patent an und gilt seit daher als Vater des Mikrofons. Vom Prinzip her ist ein Mikrofon ein Schallwandler, der den Luftschall, also die Stimme, durch elektrische Spannungsänderungen in ein Mikrofon-Signal umwandelt, das dann mit Hilfe eines Verstärkers wiedergegeben werden kann. Es gibt auch so genannte Hydrofone, die sogar unter Wasser funktionieren.

Die Entwicklung des Mikrofons wurde immer weiter verbessert und es kamen nach und nach mehrere Typen dieses Geräts auf. Das Kohlemikrofon wurde zunächst mit einer Membran aus Kohle versehen, die die Signale verstärken konnte. Später wurden dazu Kohlekügelchen verwendet. Das erste richtige Mikrofon entstand im Jahr 1940 und basierte auf der Technik des Kohlemikrofons. Es wurde als erstes Studiomikrofon und auch bald zur Filmaufnahme genutzt. Diese Variante wurde allerdings mit der Entwicklung des Kondensator-Mikrofons verdrängt. Das Niederfrequenz (NF)-Kondensatormikrofon verbindet die Membran und Gegenelektrode zu einer Einheit, die den Kondensator bildet. Durch Gleichstrom wird dieser aufgeladen und erzeugt so das akustische Signal. Dieser Vorgang gilt heute noch als Standard für gute Mikrofone.

Das integrierte Mikrofon

Viele Digitalkameras besitzen ein integriertes Mikrofon. Diese Mikrofone sind allerdings weniger empfehlenswert als ihre Pendants in hochwertigen Filmkameras. Sie erzeugen keinen tiefen Klang und können je nach Film-Vorhaben oft keine ausreichend gute Akustik hervorbringen. Für gute Tonaufnahmen sind integrierte Mikrofone also nur bedingt zu empfehlen. Viele Filmkameras selbst besitzen ein sehr gutes integriertes Mikrofon, doch ist ein externes Mikrofon noch immer besser für die Anwendung geeignet.

Das Mikrofon einrichten

Vor dem Nutzen sollte überlegt werden, welches Mikrofon für den richtigen Ton am besten aufnimmt. Um die Dialoge in den Filmen mit dem Mikrofon perfekt aufnehmen zu können, wird ein Gerät benötigt, mit dem nur die trockenen Stimmen aufgenommen werden. Richtmikrofone eignen sich dafür besonders, denn sie filtern Umgebungsgeräusche und feuchte Teile der Stimme und kristallisieren die Stimmen heraus. Somit wird ein perfektes Klangerlebnis erzeugt.

Die Richtteleskope können sehr einfach an der Kamera oder auch an einem Stativ montiert werden. Für angehende Filmer ist es wichtig, dass eine sehr kurze Distanz zum Ziel genutzt werden sollte, denn sonst kann es passieren, dass der Schall von äußeren Einflüssen zu stark wird. Ein Abstand von ein bis zwei Metern ist gut, es kann auch ruhig näher sein. Mit einer Teleskopstange kann das Mikrofon über den Sprecher gehalten werden.

Der akustisch trockene Raum

Um ein äußerst gutes Klangerlebnis mit jedem Mikrofon zu erzeugen, ist neben der Ausrüstung auch die richtige Umgebung erforderlich. Für Filme wird hierbei der akustisch trockene Raum benötigt, sobald Aufnahmen mit vielen Nebengeräuschen entstehen, wie zum Beispiel eine Straßenszene. „Akustisch trocken“ bedeutet, dass es eine niedrige Nachhallzeit gibt und somit die Klänge sehr stark sind. Besonders einfach ist dieser Effekt in einem Keller zu erzielen.

Natürliche Akustik

Wichtig für den Film ist die perfekte Akustik, die meist besonders natürlich erscheinen soll. Wird diese nicht erzielt, wirkt der Ton falsch und unbrauchbar für den Filmemacher. Das Mikrofon sollte von daher flexibel auf Umwelteinflüsse reagieren können. Ein internes Mikrofon nimmt den Ton zu breit auf, also es nimmt alles auf, was in der Umgebung passiert. Externe Mikrofone können ohne Probleme zusätzlich an die Kamera angeschlossen werden. Bei mehreren Kameras sollte das Mikrofon über den Laptop laufen.

Tipps gegen Umwelteinflüsse

Wind

Ein häufiges Problem bei Außenaufnahmen sind starke Winde, die ein lautes Rauschen erzeugen können. Hier hilft ein Mikrofon-Windschutz. Dieser ist aus einem speziellen offenporigen Schaumstoff gefertigt und schützt somit vor dem Windrauschen. Er wird auch Popschutz genannt. Dieser Popschutz wird nicht nur bei Wind benutzt, sondern auch bei schnellen Bewegungen mit dem Mikrofon, zum Beispiel beim Schwenken. Dort entstehen ebenfalls Luftströme. Besonders empfindlich gegen Wind sind Richtmikrofone. Der Fell-Windschutz, der besonders heftige Luftströme aushält, ist durch Journalisten bekannt.

Niederschlag

Ein Mikrofon sollte unbedingt vor jeder Form von Niederschlag geschützt werden, denn dadurch können störende Toneffekte auftreten. Ist ein Windschutz angebracht, nimmt dieser auch die Geräusche des Regens auf. Bei Hagel sollte das Mikro nicht genutzt werden.

Lärm

Um Lärm, zum Beispiel durch Autos, Baustellen, Einkaufspassagen, oder auch Wellengeräusche, zu unterbinden, werden bestimmte Mikrofone wie das Richtmikrofon oder ein Noise-Cancelling-Mikrofon verwendet. Diese spezialisieren sich auf die Szene und filtern ungewollte Geräusche heraus. Ebenfalls kann es helfen, sich spezielle Tage zu suchen, an denen die Lärmbelastung sehr gering ist. Aufnahmen innerhalb von Gebäuden sind dabei leichter.

Zwischengespräche

Um während des Filmens die Aufnahme von Zwischengespräche zu verhindern, lohnt es sich ein bestimmtes Mikrofon zu benutzen. Auch sollten die Anweisungen der Regie und die Hintergrundgeräusche sehr niedrig gehalten werden. Je weniger im Hintergrund passiert, desto besser kann das Mikrofon den Schall klar verarbeiten.

Wo wird das Mikrofon angeschlossen?

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, das Mikrofon zur Tonaufnahme anzuschließen. Die komfortabelste und interessanteste Lösung ist der Anschluss an einen PC. Während der Tonaufnahme kann das Mikrofon mit einem Kabel verbunden werden. Schon während der Aufnahme kann mit Hilfe eines Ton-Bearbeitungsprogramms die Tonspur bearbeitet und optimiert werden. Dabei wird ebenfalls klar, welche Stellen mit falschen Tönen versehen sind.

Es sollte vermieden werden, bei einer Produktion, die sehr stark auf Dialoge und leise Szenen setzt, das Mikrofon direkt auf der Kamera zu montieren. Dadurch können zu viele Nebengeräusche auftreten, die das Klangerlebnis mindern. Das separate Aufnehmen von Bild und Ton ist also förderlich für das Werk. Mit Rauschen im Ton kann allerdings auch ein gewollter Effekt erzielt werden, je nach Projekt.

In Gebäuden aufnehmen

Das Filmen innerhalb von Gebäuden ist sehr entspannend. Hier muss auf weniger Faktoren werden, die den Ton verfälschen könnten. In Gebäuden muss meist auch kein Richtmikrofon genutzt werden, für kleine Produktionen reichen dabei schon günstige Modelle aus, die Grundfunktionen unterstützen. Eine Sache auf die allerdings geachtet werden muss, ist der Hall in Räumen. Dieser kann durch ausreichende Isolierung gemindert werden.

Nierenmikrofone eignen sich besonders gut für jede Form von Gebäuden. Sie nehmen alles im vorderen Bereich auf, während der Schall an den Seiten nur noch zu 50 Prozent verarbeitet wird. Hintergrundgeräusche werden von diesem Mikrofon gar nicht mehr wahrgenommen, was besonders bei hektischem Treiben hinter der Szene sehr nützlich ist. Um die Tonqualität zu optimieren, kann auch mit weiteren Schalldichtungen gearbeitet werden, zum Beispiel mit einer transportablen Wand. Diese schotten die Szene ab und ermöglichen gute Aufnahmen. Eine solche Schallisolierung ist zum Beispiel sehr nützlich, sobald in öffentlichen Anlagen gedreht wird, wie etwa in einem stark genutzten Bahnhof. Sehr gut hilft diese Methode auch in Schwimmbädern oder Freizeitparks, denn dort ist immer ein besonders starkes Hintergrundgeräusch zu vernehmen.

Stereo oder Mono?

Es gibt für Filmaufnahmen die Möglichkeit, entweder Stereo oder Mono zu filmen. Der Stereo-Sound ist dabei die interessantere Form für Actionfilme oder Dokumentationen, denn dabei wird der Klang auf mindestens zwei Verstärker aufgeteilt und lässt den Hörer tiefer in das Geschehen sinken.

Mit Mono-Sound wird alles aus einer Lautsprecher-Box geliefert. Hiermit sind verschiedene Projekte möglich. Zum Beispiel machen sich Filme im Old School-Stil damit sehr gut. Hier muss bei der Bearbeitung und Optimierung nicht so genau gearbeitet werden wie bei der Stereo-Methode, denn die Instrumente werden nicht aufgeteilt. Bei einem Mono-Sound werden Hintergrundgeräusche nicht so sehr wahrgenommen wie beim Stereo-Sound.

Im Studio aufnehmen

Animationsfilme benötigen eine Synchronisation und hier lohnt sich die Nutzung eines Großmembranmikrofons. Dieses sollte mit einem zusätzlichen Popschutz ausgestattet sein, damit während der Synchronisation keine Wassermoleküle des Redners den Ton verschlechtern könnten.

Um den Ton bei einer Synchronisation zu verbessern, sollte unbedingt in einem schallisolierten Raum gearbeitet werden, da auch nur ein schwaches Hintergrundgeräusch die Aufnahme verfälschen könnte. Schalldämmung kann sehr einfach in einem Raum angebracht werden. Ebenfalls zu empfehlen ist die Nutzung eines kleinen Raumes, denn dadurch verringert sich der Schall.

Fazit

Die Vermeidung von falschem Ton ist sehr einfach, sobald das nötige Wissen vorhanden ist. Die Tonspur kann im Nachhinein noch am PC bearbeitet werden, doch ist jede Arbeit, die gespart wird, nicht nur für den Film, sondern auch dem Filmemacher günstig.

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