So verfahren private Verkäufer bei säumigen Käufern am besten

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Leider passiert es immer wieder: Privatverkäufer bieten Waren über die Handelsplattform eBay zur Versteigerung an, die Auktion endet mit dem Höchstgebot an den Meistbietenden und alle sind sich einig! Wirklich einig? Nicht selten markieren schwarze Schafe die über eBay generierten Zahlungsinformationen des Verkäufers als "Kaufabwicklung abgeschlossen", so dass der Verkäufer - insbesondere bei einem guten Bewertungsprofil des Käufers - Waren mit kleineren Verkaufserlösen schon mal zum Versand bringt. Zügige Transaktionsabwicklungen sind schließlich in beiderseitigem Interesse und fördern das Vertrauen in die Handelsplattform.

Auf den Überweisungseingang auf dem Girokonto wartet der Verkäufer nicht selten vergebens. Kontaktaufnahmen zum Käufer enden nicht selten mit Unverständnis sowie Drohungen negativer Bewertungsabgaben zu Lasten des Verkäufers. Das sollte sich kein seriöser Privatverkäufer gefallen lassen!

Ebay-Auktionen sind Kaufverträge und ebenso beiderseits nach § 433 BGB gegenseitig zu erfüllen!

Zunächst markieren geprellte Verkäufer die betreffende Auktion unter Problem melden als "Zahlung nicht erhalten". Schließlich kann dann schon mal keine negative Bewertung durch den Käufer hinterlassen werden. Sodann setzen Verkäufer säumigen Käufern eine angemessene Frist zum Zahlungsausgleich (am besten mindestens zwei Wochen). Diese Mahnung sollte zur Beweissicherung des Zugangs am besten per Telefax oder Einschreiben erfolgen. Sollte der Käufer nach Fristablauf noch immer nicht gezahlt haben, kann der Käufer rechtliche Schritte einleiten oder einen Mahnbescheid erlassen. Die dadurch entstehenden Kosten, der sog. Verzugsschaden, hat der Käufer nach Fristablauf zusätzlich zu zahlen. Es ist ratsam, den säumigen Käufer auf den Verzugsschaden und die dann unnötig hohen Kosten im Schreiben hinzuweisen.
Geht die Zahlung auf dem Girokonto ein, die Transaktion wird als "Zahlung erhalten" markiert und der Fall geschlossen, könnte der Käufer sodann dennoch eine unsachlich negative Bewertung zu Lasten des Verkäufers hinterlassen. Zu empfehlen ist ihm dies allerdings keineswegs: Hat der Verkäufer ausreichend den Transaktionsablauf dokumentiert und ist sachlich geblieben, kann sich bei einer Rechtsschutzversicherung der Gang zum Anwalt lohnen, der die Rücknahme der unsachlichen Bewertung aus Verleumdung begehrt. Die Anwaltskosten hat der Käufer - auch hier wieder nach vorheriger entsprechender Inverzugsetzung zur Bewertungsrücknahme - zu tragen. Ob es sich lohnt, mehrere € 100,-- zu zahlen, nur um dem Verkäufer eins auszuwischen, entbehrt aus unmittelbar einsichtigen Gründen jeglicher Vernunft!
Ein Restrisiko bleibt natürlich immer beim Verkäufer: Ist der Käufer pleite und bleiben die in letzter Konsequenz durchgeführten Zwangsvollstreckungen mit Offenbarungseid ohne Erfolg, hat der Verkäufer aus dem Auftragsverhältnis für die zusätzlichen Kosten einzustehen.
 
 
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