So tauschen Sie den Tank an Ihrem Motorrad aus

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So tauschen Sie den Tank an Ihrem Motorrad aus

Jeden Frühling tauchen Sie plötzlich wieder auf deutschen Straßen auf: Biker mit ihren dröhnenden Maschinen. Pfeilschnell rasen Sie an Ihnen auf der Autobahn vorbei oder kommen Ihnen gemütlich auf einer kurvigen Land- oder Bergstraße entgegen.

Zum nahenden Winter verschwinden die Biker jedoch wieder von der Straße – weil in der kalten Jahreszeit vier statt zwei Räder einfach sicherer sind. Denken Sie nur einmal an Schnee und Blitzeis. Außerdem dürfte ein Auto im Winter doch deutlich komfortabler sein und mehr Wärme bieten als ein offenes Motorrad.

Des Weiteren ist ein Motorrad alles andere als billig. Dies gilt natürlich auch für entsprechende Ersatzteile. Daher überwintern Motorräder gut geschützt in einer Garage und werden erst zum neuen Frühling wieder hervorgeholt. Dann aber zeigt sich manch einem Biker aber doch die Notwendigkeit einer Reparatur, denn Verschleiß und Korrosion machen leider niemals Urlaub. Hier und da muss ein Teil gewechselt werden, wobei manches nötiger, mancher unnötiger ist. Zu welcher dieser Kategorien gehört wohl der Tank Ihres Bikes?

Sinn und Zweck: Ohne Tank geht es nicht

Über Sinn und Zweck eines Tanks muss wohl nicht erst philosophiert zu werden. Ohne Tank funktioniert kein Motor, zumindest kein Verbrennungsmotor. Egal, ob Benzin, Diesel, Autogas, Erdgas; all diese Kraftstoffe erfordern einen Tank, um den Sprit quasi lagern zu können – wobei für Motorräder meist nur Benzin interessant ist. Autogas ist zwar mittlerweile auch bei Motorrädern eine Alternative, doch so oder so ist ein Tank nötig, um Treibstoff an Bord zu haben.

Eine Ausnahme stellen Elektro-Motorräder oder Elektro-Quads dar, die derzeit vermehrt in Mode kommen. Doch selbst bei den Elektro-Modellen ist ein Tank nötig und eingebaut, wenn auch in Form einer Batterie bzw. eines Akkus. Dies aber nur am Rande. Schließlich dürften noch auf Jahre hinaus die meisten Motorräder mit Benzin betrieben werden und somit einen typischen Tank aufweisen.

Ohne Tank geht es bei einem konventionellen Motorrad also nicht. In der Regel ist der Motorrad-Tank weniger hoch, dafür recht lang. Das Fassungsvermögen beträgt im Schnitt 15 bis 20 Liter, womit die großen Bikes 200 bis 400 Kilometer weit fahren können. Wer als Freund der Geschwindigkeit permanent den Gasgriff bemüht, wird Letzteres natürlich kaum schaffen. Doch zurück zum Tank: Gerade dieser unterliegt einem Verschleiß, der wohl seinesgleichen sucht. Hier geht es weniger um mechanische Schäden, sondern vor allem um Rost und Korrosion, innen wie außen. Mit anderen Worten: Ewig hält ein Motorradtank nicht – im Gegenteil.

Rost und Korrosion: Gefahren für den Motorrad-Tank

Tatsächlich dürften Rost und Korrosion die Hauptgefahren für jeden Motorrad-Tank darstellen. Der Tank eines Motorrads ist wesentlich ungeschützter als bei einem Auto. Bei einem Bike ist der Tank jedem Wetter ausgesetzt – sogar etwa Hagel, wenn der Biker nicht frühzeitig Schutz findet. Hagel kann die Lackierung beschädigen, die beim Motorrad eine eben solche Schutzfunktion wie bei einem Automobil erfüllt: Schutz vor Korrosion. Hagel kann diesen Lackschutz zerstören, sodass die Korrosion freies Feld hat. Unglücklicherweise ist jene nicht immer zu sehen und die Korrosion kann sich ungehindert immer weiter ausbreiten.

Oft genug entsteht die Korrosion auch von innen. Nicht selten gelangen über einen offenen Motorrad-Tankdeckel – und damit vor allem beim Tanken – Staubpartikel, Schmutz, Insekten oder Pollen in den Tank. Dies löst wiederum weiteres Ungemach aus, etwa verstopfte Vergaser oder Benzinleitungen, im schlimmsten Fall sogar einen defekten Vergaser oder gar einen Motorschaden. Denn in die Zylinder sollte Schmutz aller Art bekanntlich nicht gelangen.

Achten Sie daher auf Ihren Tankdeckel. Dieser sollte immer gut verschlossen, überhaupt an Ort und Stelle und nicht etwa durch einen Lappen ersetzt sein. Als versierter Biker muss Ihnen dies aber kaum gesagt werden, schließlich wissen Sie, wie teuer eventuelle Reparaturen ausfallen können. Hin und wieder ist eine solche dann aber doch nötig, wenn nämlich der Tank schon zu arg verrostet ist.

Restauration: nur Chemie hilft dem Motorrad-Tank

Mit Glück kommen Sie vielleicht sogar um einen Austausch des Tanks herum, was Ihnen einige Euro sparen würde. Wobei Rost übrigens nicht allein und sogar eher selten durch Schmutz entsteht. Vielmehr sind es die extremen Temperaturschwankungen im Tank, die durch den darunterliegenden Motor hervorgerufen werden und die Bildung von Kondenswasser begünstigen. Dass sich Wasser und Stahl bzw. Blech nicht besonders vertragen, muss wohl nicht erläutert werden.

Vertrauen Sie daher nie dem äußeren Schein. Dies gilt erst recht, wenn Sie ein gebrauchtes Motorrad erwerben wollen. Bei solchen sind Standschäden quasi normal, weil sie schlichtweg nicht zu verhindern sind. Neben dem Prüfen der Bremsen, des Vergasers, der Anbauteile und der Karosserie oder der Federn lohnt immer auch ein gezielter Blick in den Tank. Dies ist durchaus möglich, wenn Sie sich einen kleinen Helfer zulegen, nämlich eine simple Taschenlampe. Ist der Tank leer, können Sie schadhafte Stellen erkennen.

Riskieren Sie also einen Blick, denn billig ist weder der Tank als Ersatzteil noch in der Reparatur. Selbst eine „simple" Rostbehandlung kostet bereits um die 200 Euro, denn unkompliziert ist diese eigentlich nicht. Ein kleiner Extra-Tipp: Kommen Sie nicht auf die Idee, Ihren Tank mit einem Sandstrahler zu reinigen. Damit dürften Sie Rost zwar den Garaus machen, wie viel Sand aber in kleinen Rillen, Falzen oder Bohrungen hängen bleibt, ist eine andere Frage. Wirklich helfen kann bei Rost im Tank nur ein echter Profi.

Problemlösung: Der Rost muss aus dem Tank

Denn eines ist sicher: Der Rost muss unbedingt wieder aus dem Tank und zwar so schnell wie nur irgend möglich. Rost bewirkt nichts anderes als Schmutz und demzufolge verstopfte Leitungen oder einen verstopften Vergaser; möglicherweise sogar Defekte am Motor. Erwünscht sind solche Szenarien wohl weniger, promptes Handeln ist gefragt.

Wie aber bekommen Sie nun den Rost aus dem Tank? Zuerst müssen Sie den Tank komplett entleeren, eventuelles Restbenzin ist in einem geeigneten Behälter aufzufangen und keinesfalls in den nächsten Abfluss zu schütten. Bei Tanks, bei denen der Benzinhahn nicht an der tiefsten Stelle sitzt, kann eine Pumpe gute Hilfe leisten. Danach schrauben Sie Tankdeckel und ebenso den Benzinhahn ab, lassen die Benzindämpfe entweichen und bauen den Tank aus. Nehmen Sie eine erste Grundsäuberung mit Wasser und Spülmittel vor. Nutzen Sie dafür spezielle Plätze mit einem Ölabscheider, denn hier gilt wie bei Restbenzin: Öl gehört nicht in das Grundwasser.

Danach muss der Tank gut getrocknet werden, wobei eventuell ein Fön helfen kann. Der nächste Schritt führt Sie wohl zum Profi, denn um Rost wirklich entfernen zu können, bedarf es einiger Hilfsmittel. Der Profi wird Ihren Tank mit einem Laugenbad behandeln, anschließend erneut trocknen und zuletzt mit speziellen Strahlern und ebenso besonderen Strahlmitteln gründlich reinigen, ergo von jedem Rost befreien. Hilfe kann hier wirklich nur in Form von Chemie gefunden werden, weswegen Sie diese Arbeiten lieber dem Spezialisten überlassen. Zwar kostet dieser Geld, dafür ist jenes aber gut angelegt. Zum einen wegen des Bedarfs an den bereits erwähnten Spezialwerkzeugen, zum anderen aufgrund der gründlichen Arbeit, bei der der Profi keine noch so kleine Stelle, Naht oder Winkel vergisst.

Letzter Ausweg: Ein neuer Tank muss her

Sollte selbst ein Profi nicht mehr helfen können, bleibt Ihnen nur der letzte Ausweg: Ein neuer Tank muss her. Dieser wird leider alles andere als billig und kostet je nach Modell und Hersteller einige Hundert Euro. Selbst gebrauchte Tanks sind nicht gerade günstig und bergen obendrein bereits die „Rost-Gefahr".

Muss der Tank also unbedingt ersetzt werden, lohnt wohl eher der Kauf eines fabrikfrischen Ersatzteils. Der Austausch der Tanks ist dafür nicht schwierig und mit wenigen Werkzeugen, einigen gelösten Schrauben und gekappten Leitungen erledigt. Achten Sie hier wieder auf Restbenzin in Schläuchen und dem alten Tank. Ansonsten dürfte die Reparatur jedem halbwegs versierten Hobbyschrauber problemlos möglich sein.

Am Ende folgen noch ein paar Tipps, denn der Tank ist vor Rost durchaus mit einigen kleinen Tricks zu schützen. Neigt sich die Biker-Saison ihrem Ende und das Motorrad wird wieder für einige Monate in der Garage verschwinden, so tanken Sie voll. Ein voller Tank ist der beste Schutz gegen die innere Korrosion. Also statten Sie auf Ihrer letzten Tour auch der Tankstelle eine Visite ab.

Vor äußeren Lackschäden und somit ebenfalls vor Rost können wieder sogenannte Tankpads schützen. Derartige Pads werden einfach auf den Tank geklebt. Der Nutzen der Tankpads ist jedoch spürbar. Denken Sie nur einmal an den Reißverschluss Ihres Biker-Overalls. Schnell hinterlässt dieser beim Auf- oder Absitzen einen langen Kratzer auf dem Tank, was für Rost und Korrosion die beste Einladung ist – und gut sehen solche Kratzer ebenfalls nicht aus. Verzieren Sie Ihren Tank also besser mit ein paar stilvollen Pads, die nicht nur gut aussehen, sondern vor allem schützen. Die Pads kosten zudem nur ein paar wenige Euro, die im Vergleich zu einem nagelneuen Tank nicht mal einem Taschengeld entsprechen. Nutzen Sie also die Möglichkeit, zumal es auch recht moderne Pads gibt. Ein rostfreier Tank ist der schönste Start in die neue Motorradsaison.

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