So tauschen Sie Tanks & Tankteile am Fahrzeug fachgerecht aus

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So tauschen Sie Tanks & Tankteile am Fahrzeug fachgerecht aus

Ohne entsprechende Betankung kann ein Fahrzeug in der Regel nicht betrieben werden. Diese einfache Weisheit ist jedem Wagenbesitzer bekannt. Was viele weniger wissen ist, dass es, öfters als man glaubt,  defekte Tanks  gibt. Wenn ein solcher vorliegt, sollte man diesen schleunigst austauschen. Hierbei müssen Sie nicht zwingend in eine Servicewerkstätte gehen. Geübte Hobbybastler können diese Teile des Autos selbst wechseln. Dies muss leider in vielen Fällen geschehen: So kann ein leichter Auffahrunfall, Vandalismus oder ein von Werk aus defektes Teil den Fehler im Tank oder der Tankteile auslösen. Wie auch Sie Ihre unbrauchbar gewordenen Tankteile im Falle eines Falles erneuern können, welche Anzeichen Sie beachten müssen, die einen Ausbau rechtfertigen sowie weitere wertvolle Tipps und Tricks, die Ihnen bei diesem Thema weiterhelfen, beleuchtet der folgende Ratgebertext.

Der Tank ist einer der wichtigsten Auto-Teile: Ohne ihn funktioniert nichts

Der Kraftstoffbehälter im Inneren eines Wagens erfüllt viele Funktionen.

1. Er ist die Lagerstätte für die Energie. Seine wichtigste Aufgabe ist,  dass er vor austretendem Benzin oder Diesel schützt.  Dies ist vor allem dann  sehr wichtig, wenn das Auto in einen Unfall verwickelt ist.

2. Hierbei kann der Tank beschädigt werden, er sollte aber bei mittelschweren Zusammenstößen halten.

3. Da das Tankgehäuse in jeglicher Form vorhanden sein kann, hat der Konstrukteur dieser Teile oftmals seine liebe Not: Das Gefäß muss in sonst nicht weiter nutzbare Hohlräume passen, die entsprechende Volumenzahl aufnehmen können, aber auch dem Nutzer einfaches Betanken ermöglichen.

Der Tankbehälter befindet sich zumeist unter der Rückbank, da hier der sicherste Ort dafür ist. Auch liegt er manchmal vor der Hinterachse.

Zu den Tankteilen gehören

  • der außen angebrachte Tankdeckel, der zur Verkleidung der Einschussstelle dient
  • der Benzinhahn im Inneren, der den Fluss des Benzins regelt
  • die Tankkappe, die beim Befüllen des Wagens geöffnet werden muss
  • eine Tankhalterung, die verhindert, dass der Behälter verrutscht
  • ein Tankauflagegummi, damit das Benzin nicht nach oben hin ausläuft

 

Der Tank im Auto kann aus verschiedenen Materialien bestehen 

  • Kunstoff: Er wird immer öfter verbaut, da er leicht ist und gleichzeitig die Räume besser zu nutzen weiß. Er ist mit Glasfasern verstärkt. Das bedeutet, der Tank besteht aus Polyamid, Polyesterharz, Epoxidharz und Glasfasern.
  • Kraftstoffbehälter aus zwei Blechpressteilen: Diese sind durch abrollende Schweißzangen miteinander in Verbund. Zudem sind sie mit einer Schutzschicht gegen mögliche Korrosion überzogen. Dies ist ein nicht mehr häufig eingebauter Behälter.
  • Aluminium
  • Stahl

Anzeichen dafür, dass der Tankbehälter defekt ist und ausgetauscht werden sollte

  • Wenn Sie am Boden erkennen, dass Ihr Tank Benzin oder Diesel verliert.
  • Der Kraftstoffverbrauch steigt ungewöhnlich schnell an.
  • Die Tankanzeige im Fahrzeuginneren zeigt keine oder undeutliche Werte.
  • Man bemerkt, dass man mit dem Fahrzeug auf dem Boden aufgekommen ist (Bodenwelle, Gegenstand, Tier). In diesem Fall sollte man schnellstmöglich nachsehen, ob Benzin oder Diesel aus dem Wagen dringt.
  • Man bemerkt, dass es in der Umgebung des Wagens stark nach Benzin riecht. Auch im Inneren herrscht der beißende Geruch des Kraftstoffes vor.
  • Das Auto ist bereits älter und der Tank wurde seit einiger Zeit nicht mehr fachkundig geprüft. Ein Durchrosten des Behälters ist nicht unwahrscheinlich.
  • Nach einem kalten, langen Winter wurde der Wagen nicht in den Service gefahren. Nun gibt es Probleme mit dem Tank. Minustemperaturen setzen dem Tank und seinen Teilen stark zu, es kann zu Korrosion kommen.

So kann man den Tank und seine Teile fachgerecht selbst ausbauen

Wer bei seinem Wagen bemerkt, dass etwas mit dem Behälter des Tanks nicht stimmt, muss nicht zwingend in die Werkstatt fahren. Für technisch unversierte Autofreunde jedoch ist dieser Gang unerlässlich. Wer sich nicht genau mit der Materie auskennt, sollte kein Risiko eingehen und selbst Hand an den Tank anlegen. Auch wenn Eigeninitiative Geld spart und der Stolz vieler Bastler ist, kann der Ausbau zu Hause doch teuer werden.  Wird der Tank falsch eingesetzt oder nicht richtig angeschlossen, muss dieser Defekt häufig durch einen Fachmann erneut überprüft werden.

Der Zeitaufwand für den Aus-und Einbau beträgt bei problemlosen Ablauf drei bis vier Stunden.

Wenn der Tank nicht durchgerostet ist, kann ein anderer Mangel vorherrschen:

  • der Be- oder Entlüftungsschlauch ist abgerutscht
  • eine Dichtung hat sich aus der Verankerung gelöst

Bei beiden Möglichkeiten können Sie versuchen, diesen Defekt mit einigen Handgriffen und Nachjustierungen zu beheben. Einem solchen Fehler ist durch regelmäßige Kontrolle entgegenzuwirken.

Für den Ausbau des Kraftstoffbehälters benötigt man einige Utensilien 

1. Ein neues Gefäß für den Benzin oder Diesel. Dies kann je nach Modell schwierig werden, denn viele Teile werden nicht mehr hergestellt. Es lohnt sich, sich nach gut erhaltenen, gebrauchten Behälter umzusehen. Hieran sollte sich keinerlei Roststellen befinden. Er wird, falls nötig, neu lackiert. Diesen Vorgang sollten Sie einige Wochen vor dem Neueinbau ausführen, da der Lack trocknen muss.

2. Gut sortiertes Werkzeug: Einige Schraubendreher, Steckschlüssel, ein Messer, einen Seitenschneider, Bremsenreiniger, Silikonspray, Sprühwachs, Unterbodenschutz und mehrere Putztücher

3. Handschuhe

4. Hebebühne

Wichtig: Der Tank muss nahezu bis komplett leer sein. Sie sollten außerdem die Öffnungen, aus denen der Kraftstoff entweichen kann, verschließen. Dies geht am besten mit kleinen Schlauchstücken, an deren Ende man eine Schraube hineindreht. Selbst wenn der Tank ohne Inhalt ist, sind immer noch Reste im Behälter. Um sich eine Reinigung der Kleidung als auch des Bodens ersparen zu können, ist diese Vorsichtsmaßnahme einzuhalten.

So geht's:

1. Das Auto wird auf die Hebebühne gesetzt.

2. Sie entfernen den Einfüllstutzen sowie den Tankdeckel und den Blechring, der darüberliegt. Dafür müssen Sie in der Regel drei Schrauben entfernen.

3. Nehmen Sie den Ring sowie die Schraubschelle ab. Möglicherweise sind diese Tankteile verrostet und unbrauchbar. Diese sollten Sie ersetzen.

4. Der Gummiverschluss kann vom Einfüllrohr mit etwas  sanfter Gewalt entfernt werden.

5. Montieren Sie das Entlüftungsrohr vom Einfüllrohr ab. Das Rohr selbst wird ebenso gelöst. Dies ist aber durch einfaches Abziehen machbar. Es ist an der Oberseite des Tanks angesteckt.

6. Trennen Sie die Leitungen zu den Ausgleichsbehältern ab. Sie sollten die Anschlussstellen für die jeweiligen Kabel mit einer Farbe markieren. So kann es keine Verwechslung geben, wenn der neue Behälter angeschlossen wird.

7. Als nächstes kümmern Sie sich um den Vor- und Rücklauf des Tanks. Dieser muss ebenso entnommen werden, um einem reibungslosen Ablauf zu gewährleisten. Die Verschlussleitungen müssen Sie aufstecken, damit kein Benzin oder Diesel austritt. Zuletzt werden die Haltebänder entnommen, die den Tank fixieren. Seien Sie bei diesem Schritt äußerst vorsichtig. Die Bänder sind die letzte Verbindung des Tanks mit dem Wagen. Er sollte bereits vor dem Öffnen der Schlaufen von zwei starken Personen gestützt werden. Sind diese nicht anwesend, kann ein Getriebeheber unterstützend herangezogen werden.

Einige Zwischenschritte, die auf keinen Fall vergessen werden dürfen

7.1 Der Tank sollte jetzt nicht weiter als einige Zentimeter hinabgelassen werden.

7.2 Zuletzt lösen Sie den Tankgeber ab, der sonst reißen würde. Er kann, wenn der Tank noch im Inneren des Wagens ist, nicht abmontiert werden.

7.3 Das Querrohr bleibt in der Tankhalterung des Wagens. Es dient der Entlüftung. Beim Entnehmen des Tanks rutscht es hinaus, was aber keine Folgen nach sich zieht. Wenn Sie den neuen Behälter hineinsetzen, müssen Sie das Rohr dann wieder feststellen.

8. Der Tank und seine Teile sind nun entfernt. Das können Sie nutzen, um die Kabel, die abgeschraubt wurden, zu reinigen. Mit Wachs sollten Sie die sauberen Stellen anschließend überziehen.

Der Einbau des neuen Tanks erfordert Körperkraft und technisches Know-how

1. Die Dichtringe setzen Sie auf der Oberseite ein. Später werden sie in die Entlüftungsleitung zum Einfüllstutzen und der oberen Querleitung verlegt. Nehmen Sie das Silikonspray zur Hand und sprühen Sie die Ringe ein.

2. Um zu verhindern, dass der Tankbehälter bei der Fahrt klappert oder gegen die Karosserie stößt, sind selbstklebende Gummistopper zu befestigen.

3. Der Dichtring für das Einfüllrohr wird eingesteckt. Vorsicht: Er fällt leicht in den Tank!

4. Klemmen Sie den Tankgeber mitsamt dem Dichtring in den neuen Tank. Dieser wird gleichsam mit dem Spray bearbeitet. Somit sind die Dichtungen komplett.

5. Die Schlauchstücke und das obere Querrohr ersetzen Sie nach und nach. Sämtliche Leitungen werden wieder angeschlossen. Dies geschieht vor dem Einbau des Tanks.

6. Die Überlaufbehälter kommen erneut an ihren Platz.

7. Jetzt wird der neue Tankbehälter ausführlich mit Wachs überzogen, um ihn vor Umwelteinflüssen wie Schmutz oder Staub zu schützen.

8. Der Tank wird mit ordentlich Kraft eingesetzt und festgemacht.

Zum Abschluss sollten Sie noch folgende wichtige Punkte beachten

  • Setzen Sie den Tank, wie beim Ausbau, nicht sofort komplett in die Halterungen. Es fehlen zunächst noch das Kabel für den Tankgeber und die beiden Anschlüsse für das obere Querrohr der Entlüftung.
  • Alle Leitungen, Kabel und Rohre müssen fest verbaut werden und bei Bedarf noch mit dem entsprechenden Werkzeug fein nachjustiert werden.
  • Prüfen Sie, ob alle Teile des Tanks an den dafür vorgesehenen Stellen sind. Das kann man leicht an den entsprechend geformten Halterungen sehen.
  • Vergessen Sie nicht, den Tank zum Schluss endgültig festzuschrauben. Nachdem alle Leitungen an den entsprechenden Stellen liegen, wird das Gefäß montiert und notfalls von einer zweiten Person auf Festigkeit überprüft.
  • Jedes Fahrzeugmodell ist anders. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob die Anleitung Ihrem Wagen entspricht, fragen Sie ihre Service-Werkstätte.
  • Eine regelmäßige Kontrolle des Tanks und dessen Teile ist unabdingbar. Entsprechende Pflegeprodukte sind für jedes Fahrzeug im Fachhandel erhältlich. Bei anfänglichem Rostbefall ist Vorsicht und Wartung geboten.
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