So sorgen Sie mit Planfilmkassetten für perfekte Abzüge vom Film

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So sorgen Sie mit Planfilmkassetten für perfekte Abzüge vom Film

Planfilmkassetten stellen eine besondere Form des Planfilmmagazins dar. Sie kommen vorrangig in Fach-, Laufboden- und Großformatkameras zum Einsatz und ermöglichen den lichtdichten Einsatz von Planfilmen.

Planfilme – das passende Filmmaterial für Planfilmkassetten

Planfilme sind fotografische Aufzeichnungsmedien. Sie bestehen aus einem flexiblen Träger, auf dem eine lichtempfindliche Emulsion aufgebracht ist. Der Träger selbst ist zumeist aus Polyester oder Acetylzellulose gefertigt. Beim Planfilm wird im Gegensatz zum Rollfilm für jede Aufnahme ein separates Blatt verwendet. Daher ist der Film nicht aufgerollt, sondern, wie der Name schon sagt, plan. Die gängigen Größen für Planfilme reichen von 6,5 x 9 cm² bis 8 x 10 Zoll.

Da die Arbeit mit Planfilmen aufwendig und kostspielig ist, werden diese heute beinahe ausschließlich in der Beauty-, Mode-, Food-, Industrie- und Architekturfotografie eingesetzt. In diesen Bereichen ist höchste Bildschärfe gefragt, während die Geschwindigkeit des Fotografierens eher nebensächlich ist. Im Fotolabor wird Planfilm für verschiedene Bildbe- und -verarbeitungsprozesse verwendet, zum Beispiel zum Duplizieren, Maskieren, Reproduzieren, Umkopieren und Tontrennen.

Das richtige Einlegen des Planfilms in die Planfilmkassette

Planfilme werden in eine Planfilmkassette eingelegt, welche anschließend an die Kamera angesetzt oder in diese eingeschoben wird. Normale Kassetten sind schwarz, flach und auf jeder Seite mit einem Schieber und in der Mitte mit einer Trennwand ausgestattet, sodass sie jeweils zwei Blatt Planfilm fassen können.

Von essenzieller Bedeutung ist das Einlegen des Films in die Kassette bei völliger Dunkelheit, da es anderenfalls zu einer ungewollten Belichtung kommen würde. Hierzu kann entweder eine unbeleuchtete Dunkelkammer oder ein Wechselsack bzw. ein Wechselzelt zum Einsatz kommen. Um die korrekte Positionierung des Filmmaterials zu gewährleisten, besitzt dieses ein Kerbmuster zur Orientierung. Jeder Filmtyp ist durch eine eigene Kombination aus Zacken und Kerben gekennzeichnet, sodass geübte Fotografen auch in der Dunkelkammer leicht erkennen können, um welchen Filmtyp es sich jeweils handelt.

Für das Einlegen des Films in die Planfilmkassette wird der Schieber halb aus dieser herausgezogen. Sollte sie voller Fusseln sein, muss sie zunächst gereinigt werden. Jetzt dürfte sich die Klappe an der Unterseite der Kassette bewegen lassen. Sie wird nach hinten geöffnet und der Planfilm so in die untere Führung der Planfilmkassette eingesetzt, dass sich das Kerbmuster am oberen Rand der rechten Seite befindet. Die Filmoberfläche darf dabei nicht berührt werden. Der Planfilm sollte sich einschieben lassen, ohne zu haken. Liegt er vollständig in der Kassette, wird die Klappe geschlossen. Abschließend wird der Schieber in die Kassette zurückgedrückt, sodass die Klappe fixiert ist und sich nicht mehr öffnen lässt.

Entwicklungsmöglichkeiten für Planfilme

Für die Entwicklung eines Films ist eine bestimmte Mindestmenge an Fotochemikalien nötig. Wird diese unterschritten, muss mit einer Unterentwicklung gerechnet werden. Vielfach wird bei fotografischen Verarbeitungsbädern die Ausnutzbarkeit nur für Kleinbildfilme (135 mm, 36 Bilder) angegeben. Daher muss die Gesamtfläche eines solchen Films auf die Planfilmformate umgerechnet werden. Da es sich bei den Planfilmen um einzelne Blätter handelt, unterscheidet sich deren Verarbeitung von jener der Rollfilme. Es bieten sich verschiedene Verarbeitungsmöglichkeiten an.

Entwicklung in Schalen

Die einfachste und preiswerteste Möglichkeit zur Entwicklung von Planfilmen ist die in Entwicklungsschalen. Wer bereits Fotopapier verarbeitet hat, kann problemlos die dafür benutzen Schalen verwenden. Im Gegensatz zu Fotopapier muss der Entwicklungsvorgang beim Planfilm jedoch in vollständiger Dunkelheit stattfinden. Ausnahmen bilden orthochromatische und unsensibilisierte Materialien. Bei diesen können entsprechende Dunkelkammerlampen benutzt werden. Hierzu sollten jedoch die Angaben der Filmhersteller beachtet werden.

Die Schale sollte eine Stufe größer gewählt werden, als das Format des Filmmaterials. Dies ist besonders dann wichtig, wenn mehrere Blatt zugleich entwickelt werden sollen. Die Flüssigkeitsmenge ist zum einen von der Anzahl der Filme und somit von der für die Filmfläche benötigten Menge und zum anderen von der Schalengröße und Beschaffenheit abhängig. Sind die Rippen im Boden der Schale erhaben, wird mehr Flüssigkeit benötigt, als wenn diese vertieft sind.

Wer erstmals entwickelt, sollte sich zunächst nur an einem Blatt versuchen. Dieses wird zügig mit der beschichteten Seite nach oben in den Entwickler gegeben, bis es vollständig von diesem bedeckt ist. Anschließend wird direkt mit der Bewegung der Schale begonnen. Etwa 15 Sekunden vor dem Ende der Entwicklungszeit wird das Blatt herausgenommen und nach dem Abtropfen der Entwicklerflüssigkeit ins Stoppbad gelegt. Die Zeitbestimmung im Dunkeln kann zum Beispiel mithilfe eines Prozesstimers erfolgen, in dem die entsprechenden Prozesszeiten abgespeichert werden. Der Nachteil der Schalenmethode besteht neben der Entwicklung im Dunkeln darin, dass die Filmblätter insbesondere bei der Entwicklung von mehreren Blättern gleichzeitig, verkratzen können. Zudem ist keine Farbverarbeitung möglich.

Entwicklung im Tank

Die klassische Art der Filmverarbeitung ist die Tankentwicklung. Hierfür wird der Planfilm an seinen Ecken in einen Edelstahlrahmen gespannt und damit in das Entwicklungsbad gehängt. Die Bewegung kann durch Anheben des Rahmens oder durch das Einsprudeln von Stickstoff erfolgen. Für Entwickler, Stoppbad, Fixierbad und Wässerung ist jeweils ein separater Tank erforderlich. Die Verarbeitung muss im Dunkeln erfolgen, da es sich um offene Tanks handelt.

Während die kleinste Variante dieser Hängetanks komplett manuell bedient wird, lassen sich die größeren, in Fachlaboren auch für die Entwicklung von Roll- und Kleinbildfilmen verwendeten Anlagen komplett automatisieren und sogar beheizen. Dadurch sind sie auch für die Farbfilmentwicklung geeignet. Nachteilig sind der große Chemikalienbedarf, der hohe Anschaffungspreis und ein zum Teil großer Platzbedarf. Für Amateuranwender und geringe Durchsatzzahlen ist diese Methode die unwirtschaftlichste.

Dosen mit Spiraleinsätzen

Die Planfilmspirale 2509n eignet sich speziell für Jobo-Dosen aus der 2500er-Reihe. Eine Spirale nimmt sechs Planfilme in den Größen 6,5 x 9 cm², 9 x 12 cm² oder 4 x 5 Zoll auf. Die Verarbeitung erfolgt in Rotation innerhalb eines Jobo-Prozessors oder wie mit einer Kippdose. Bei letzterer Methode besteht jedoch ein höherer Bedarf an Fotochemikalien. Verschiedene Dosen sind groß genug, um auch mehrere Spiralen gleichzeitig aufnehmen zu können. Bei dieser Variante treten immer wieder Probleme mit ungleichmäßiger Entwicklung an den Rändern des Films auf, die auf Strömungserscheinungen an den Spiralen zurückzuführen sind.

Spezielle Planfilmdosen

Bei den Jobo ExpertDrums handelt es sich um große Trommeln, in denen kleine Röhren enthalten sind, die jeweils einen Film aufnehmen. Sie sind ausschließlich in Rotation einsetzbar. Hierzu ist ein Jobo CPP-2, CPA-2 oder ATL 2 bzw. höher notwendig. Es können gleichzeitig weniger Filme entwickelt werden als bei einem maximal ausgebauten System mit 2509n-Spiralen. Dafür können auf diese Weise auch größere Formate bearbeitet werden. Der Chemikalienverbrauch ist verhältnismäßig gering. Die Entwicklung erfolgt absolut gleichmäßig. Strömungserscheinungen treten nicht auf.

Fazit

Die Großformatfotografie, bei welcher die Planfilmkassetten zum Einsatz kommen, bietet hinsichtlich der Bildqualität ein großes Potenzial. Insbesondere, wenn es um Ausdruckskraft, hohe Bildschärfe, außergewöhnliche Vergrößerungsmaßstäbe, Ausschnittvergrößerungen und detailgetreue Abbildung der Motive geht, hat das Großformat nach wie vor seine Berechtigung. Auf eBay ist alles zu finden, was zur Ausführung dieser Art der Fotografie notwendig ist. Wer einen Einstieg in diese Dimensionen wagen möchte, findet passend zu den Planfilmkassetten auch entsprechende Großformatkameras.

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