So schützen Sie sich beim Rugbyspiel optimal: Tipps zur Auswahl des Equipments

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So schützen Sie sich beim Rugbyspiel optimal: Tipps zur Auswahl des Equipments

Für manch deutsches Gemüt wirkt das Rugbyspiel wie inhaltsloses Gerangel mit teils sehr aggressiven spielerischen Maßnahmen. Der in England und Australien sehr beliebte Sport führt hierzulande immer noch ein verstärktes Nischendasein. Doch Kraft und Chaos haben Methode und folgen klar definierten Regeln. Da Rugby ein ungemein körperbetontes Spiel ist, hat der Schutz der eigenen Gesundheit oberste Priorität.

Der folgende Ratgeber klärt Sie daher nicht nur über alle Details und alles Wissenswerte zum Thema Rugby auf. Er gibt auch wichtige Informationen über das Zubehör. Denn nur mit dem richtigen Equipment und den optimalen Sicherheitsmaßnahmen wird Rugby zu einem Vergnügen. Gerade Anfänger vermeiden auf diese Art und Weise unnötige Blessuren.
Darum geht es beim Rugby

Der Rugbysport besteht aus viel mehr als nur aus einer Vielzahl von Personen, die sich gegenseitig um den kleinen Ball prügelt. Doch natürlich ist der Kampf um das Spielutensil auch heute immer noch Kernelement der Sportart. Grundsätzliches Ziel bleibt nämlich, dass der Ball im gegnerischen Malfeld niedergelegt wird. Die entscheidende Regel hierbei lautet aber, dass der Ball nur nach hinten gespielt werden kann. Wird er bewusst oder unabsichtlich nach vorn gespielt, ist dies sozusagen ein Regelverstoß. In diesem Fall wird ein sogenanntes „Scrum", ein Gedränge im Stile eines Kräftemessens durchgeführt. Der Sieger gibt den Ball für sich und sein Team wieder frei.

Der Ball wird dabei mit der Hand gespielt, kann aber auch mit dem Fuß nach vorne getreten werden. In diesem Fall darf aber nur der kickende Spieler oder einer seiner Mitspieler den Ball annehmen. Letzterer muss aber im Moment des Tretens hinter dem Spieler gewesen sein. Somit gilt es, mehr Raum zu gewinnen als der Ball. Dabei obliegt dem Gegner die Aufgabe, den ballbesitzenden Spieler mittels Umklammern und Tiefhalten unterhalb der Schulterlinie in seinem Spielfluss zu behindern. Nach Möglichkeit bringt man ihn zu Fall. Hier gibt es allerdings strenge Regeln, wie sich die Spieler im „Nahkampf" zu verhalten haben und wann sie gegebenenfalls den Ball loslassen müssen.

Das Grundprinzip ist also möglichst effektive Raumgewinnung auf dem Spielfeld durch geschickte Täuschungsmanöver, geplante Pässe und gezieltes Blockieren des Gegners. Für das Ablegen des Balls im gegnerischen Malfeld gibt es abhängig von der Art und Weise Punkte, die über den Erfolg des jeweiligen Teams entscheiden. Geschichtlich bedingt haben sich unterschiedliche Formen des Rugby entwickelt, von denen „Rugby Union", das sogenannte Fünfzehnerrugby, die bekannteste darstellt. Das Dreizehnerrugby, auch „Rugby League" genannt, ist weniger verbreitet. Übrigens hat sich auch der American Football aus dem Sport entwickelt.

Aus der Legende heraus geboren - die Geschichte des Rugbyspiels

Die Entstehung des Rugbysports ist eng verknüpft mit einer Legende. Im Jahr 1823 entwickelte William Webb Ellis das Prinzip eher zufällig bei einem Fußballspiel in der englischen Stadt Rugby. Als seinem Team die Niederlage drohte, nahm er in einer Kurzschlussreaktion den Ball in seine Hände und legte ihn einfach ins Tor des Gegners. Der Wahrheitsgehalt dieser Geschichte darf angezweifelt werden, doch auch heute noch trägt der Pokal bei Rugby-Weltmeisterschaften den Namen Webb Ellis Cup. Die Regeln wurden hingegen erst nach und nach festgelegt. Im Jahr 1871 gründete sich die Rugby Football Union (RFU) als Gegenentwurf zum englischen Fußballverband Football Association. Dieser wollte die vielfältigen Fußballregeln in England vereinheitlichen und zog damit den Zorn der Rugby-Freunde auf sich.

Die RFU zerstritt sich im Jahr 1895 und die Vereine aus dem Norden Englands spalteten sich ab, um mit eigenen Regeln zu spielen. Aus dem damaligen Streit resultierte die immer noch gültige Spaltung in Fünfzehner- und Dreizehnerrugby. „Rugby League" wird dabei hauptsächlich in Australien, Neuseeland und England gespielt, während sich die „Union"-Variante international großer Beliebtheit erfreut. Hinter Fußball und Cricket gelten sie sogar als drittbeliebteste Sportart der Welt. Sogar bei den Olympischen Spielen findet Rugby ab 2016 nach einer Pause von mehreren Jahrzehnten wieder statt.

In Deutschland gibt es seit 1971 eine eigene Rugby-Liga. Mit der Saison 2012/2013 wurde die Bundesliga dabei reformiert. Heute spielen darin 24 Mannschaften, welche in die jeweiligen Staffeln Ost, West, Nord und Süd aufgeteilt werden. Rekordmeister ist dabei der TSV Victoria Linden. Populär ist die Sportart vor allen in regionalen Hochburgen. Dennoch existiert kaum Sponsoring und die Organisation läuft auf ehrenamtlicher Basis ab. International spielt das deutsche Rugby eher eine untergeordnete Rolle. Hier halten vor allem Neuseeland, Südafrika und Australien die Fahne hoch und fahren große internationale Erfolge ein. Es sind Länder, in denen der Sport auch eine insgesamt breitere gesellschaftlichere Akzeptanz erfährt.

Das Ei als Dreh- und Angelpunkt – alles über der Rugby-Ball

Kernstück der Rugby-Ausrüstung ist natürlich der markante Ball, welcher von Spielern und Fans auch gern einmal als „Ei" bezeichnet wird. Die spezielle Ballform kann auch als verlängertes Rotationsellipsoid bezeichnet werden. Der Ball ist dabei in der Mitte verdickt und läuft nach zwei Seiten kegelförmig aus. Die Oberfläche des Balls besteht in der Regel aus Leder, heutzutage meist immer noch in Handarbeit hergestellt. Die spezielle Form des Balls erlaubt besseres Greifen beim aktiven Spiel, er lässt sich durch die Form aber auch schlechter steuern. Konkret bedeutet dies, dass der Ball eine schwerer zu berechnende Flugbahn besitzt. Das gezielte Passen wird dadurch zur hohen Kunst. 

Die richtige Auswahl bei Schuhen und Trikots

Die korrekte Bekleidung eines Rugby-Spielers ist ebenfalls allgemeingültig geregelt. Sie besteht aus einem festen Trikot, kurzen Hosen, Kniestrümpfen und Stollenschuhen. Die Schuhe bringen dem Spieler dabei mehr Halt im Boden. Das ist wichtig, wenn es zum „Scrum" kommt. Schuhe, die weniger belastbar und im Boden verankert sind, können sich dabei zu Ihrem Nachteil auswirken.

Hauptmerkmal des Trikots, das dieses von anderen Sporttrikots unterscheidet, ist sein Material. Im Gegensatz zu anderen Sportarten ist dieses nämlich wesentlich robuster und schwerer. Dadurch, dass es beim Rugby gern einmal rauer zugeht und Spieler auch durch einen Griff ins Trikot gestoppt werden, ist eine gewisse Haltbarkeit unabdingbar. 

Je leichter, desto besser - weitere Schutzelemente

Ein Zahnschutz ist Pflicht beim Rugbysport und im Regelwerk vorgegeben. Zusätzlich tragen viele Spieler auch einen leichten Schutzhelm, der vom Wesen her eher einer Kappe entspricht. Sie besteht aus einem weichen Stoff und dünnem Material. Dadurch wird sie für den Spieler nicht zu schwer und kann auch beim Gerangel keinen Schaden anrichten. Primär geht es hierbei darum, die Ohren des Spielers zu schützen. Auch leichte Schulterpolster sind erlaubt, meist aus weichem Schaumstoff, um mögliche Schläge abzumildern. Auch Schienbeinschoner aus weichem Material sind möglich.

Wichtig bei der verwendeten Schutzbekleidung ist in der Tat das Material. Harte Schutzkleidung mit verschiedenen Protektoren kann vielleicht vor Angriffen schützen, verleitet aber im Umkehrschluss auch dazu, dass diese Komponenten auch zum Angriff benutzt werden. Diesem erhöhten Verletzungsrisiko möchten die Regeln durch ein  Verbot vorbeugen. Im American Football ist dies freilich anders, hier ist härtere Schutzkleidung ausdrücklich erwünscht, da dieser Sport viel stärker auf Konfrontation ausgelegt ist.

Augen auf beim Zubehör-Kauf – wichtige Marken und Hersteller

Auf das spezielle Zubehör des Rugbysports haben sich inzwischen viele Fachhändler eingerichtet. Die weltweit steigende Popularität sorgt auch dafür, dass sich das Angebot entsprechend vergrößert hat. Online-Versandhändler bieten bereits heute eine umfassende Auswahl an Kleidungskomponenten und Zubehörteilen. Neben den Schutzvorkehrungen können Sie folgende Gegenstände erwerben:

  • Sporttaschen
  • Kappen
  • Zubehörteile für das Spielfeld (Hütchen, Flaggen)
  • Trainingsgegenstände (Tackle Suits, Trainingswesten, Stoppuhren, Tackling Dummies)
  • Medizinisches Equipment

In puncto Marken haben sich einige Unternehmen herauskristallisiert, welche den Markt dominieren. Dazu zählen:

  • Adidas
  • BLK
  • Canterbury
  • Gilbert
  • Rhino
  • Nike

Achten Sie beim Kauf von gebrauchten Artikeln auf deren Zustand. Nichts ist ärgerlicher, als wenn ein teuer gekauftes Trikot während des aktiven Wettkampfes reißt. Vergewissern Sie sich also stets, dass die Zubehörteile  ausreichende Qualität besitzen. 
Die Sportart mit Kodex – über das spezielle Flair der Rugbykultur

Ein altes Sprichwort in Großbritannien besagt, dass Fußball eine Gentleman-Sportart ist, welche von Raubeinen gespielt wird, ist, während Rugby eine Raubein-Sportart ist, die Gentlemen spielen. Wenngleich man über die faktische Genauigkeit dieser Aussage diskutieren kann, so ist unbestritten, dass sich das Rugby-Spiel gewissen Grundlagen verpflichtet fühlt. Das gilt vor allem dadurch, da das sehr populäre „Rugby Union" im Allgemeinen in England als Oberklassensport gilt, wohingegen die „League"-Variante eher aus der Arbeiterschicht kommt.

Vor allem aber fällt der Gentleman-Sport durch ein hohes Maß an Regelbewusstsein seitens der Mitspieler auf. Es ist ein hartes, aber faires Kämpfen auf dem Platz, bei dem Schauspielerei und fehlende Motivation nicht geduldet werden. Rugby-Spieler halten sich dabei mehr an die Regeln, als dies beim Fußball der Fall ist. Selbst lautstarkes Beschweren beim Schiedsrichter ist eher die Seltenheit. Dieser spezielle Kodex macht Rugby in der Tat zu einem besonderen Sport, bei welchem sich Kraft, Fairness und Disziplin auf Augenhöhe begegnen. Durch diese speziellen Eigenschaften ist Rugby, trotz seiner intensiven Spielweise, auch für junge Altersgruppen von großem Interesse. Geschicktes Miteinander und Teamgeist spielen hierbei eine ähnlich ausgeprägte Rolle wie Fairness und friedliches Zusammenspiel.

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