So schützen Sie Karottenpflanzen vor Ungeziefer

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So schützen Sie Karottenpflanzen vor Ungeziefer

Die Karotte ist je nach Region in Deutschland unter verschiedenen Namen bekannt. Im Norden und Osten Deutschlands wird häufig von der Möhre oder Mohrrübe gesprochen, während in einigen Regionen Niedersachsens die Bezeichnung Wurzel geläufig ist. Im Süden hingegen wird das Gemüse meist Karotte genannt. In Österreich wird die Karotte als gelbe Rübe bezeichnet, während die Schweizer von dem Rüebli sprechen. Insgesamt gibt es über 300 verschiedene Karottensorten.

Was Sie über Karotten wissen sollten

Die Karotte ist ein Wurzelgewächs, das zur Familie der Doldenblütler gehört. Diese Pflanzenfamilie umfasst viele Gemüse- und Nahrungspflanzen, allerdings auch giftige Pflanzen, die für den Menschen ungenießbar sind. Viele Pflanzen dieser Pflanzenfamilie wachsen ausschließlich in warmen, feuchten Gebieten. Die Karotte als eine Möhrenform wächst jedoch auch in deutschen Gärten. Ein möglichst guter Schutz vor Ungeziefer bietet bereits der richtige Anbau der Pflanzen.

So bauen Sie Karotten richtig an

Der richtige Boden

Optimal für den Anbau von Karotten ist ein gut gelockerter Boden mit einem pH-Wert, der zwischen 6,5 und 7,5 liegt. Damit die Erde diesen pH-Wert erreicht, kann Komposterde als Dünger unter die normale Bodenerde gemischt werden. Tendenziell bietet sich ein eher sandiger Boden an, damit der Boden viel Feuchtigkeit speichern kann und die Pflanzen mit ausreichend Nährstoffen versorgt. Der Anbau von Karotten wird in sehr steiniger Erde erschwert. Je nach Sorte sollten Sie die Tiefe des Bodens beachten. Tief wachsende Sorten benötigen einen tiefgründigen Boden, während andere Sorten auch in Balkonkübeln angepflanzt werden können. Lange und spitz zulaufende Karotten benötigen beispielsweise ein tiefes Erdreich, während kugelförmige kleine Möhren auch in Kübeln genug Platz zum Wachsen haben. Das Beet oder der Kübel sollte eine sonnige oder halbschattige Lage haben, um den Karotten gute Bedingungen für das Wachstum zu bieten.

Aussäen und Anzucht

Wenn die Karotten im Beet ausgesät werden, bietet sich an, eine Mischkultur mit Salat, Zwiebeln, Lauch oder Dill anzulegen. Diese Pflanzenvielfalt fördert den gegenseitigen Wachstum und hält Ungeziefer fern. Damit der Boden ausreichend Nährstoffe generiert und sich Ungeziefer nicht dauerhaft im Boden einnistet, empfiehlt es sich, Karotten nur alle drei Jahre an dem gleichen Platz anzubauen.

Die Anzucht von Karottenpflanzen ist zu Beginn etwas langwierig. Da die Keimtemperatur des Saatguts bei 3 °C liegt, können Sie bereits im Februar beginnen, die ersten Karotten auszusäen. Um den Keimprozess zu beschleunigen, kann man die Samen mit etwas feuchtem Laub vermischen. Nach dem Keimen werden die Samen mit dem Laub eingepflanzt. Alternativ können Sie die Samen zwei Tage lang in lauwarmem Wasser einweichen, bevor sie ausgesät werden.

Die Aussaat

Für die Aussaat im Beet empfiehlt es sich, Furchen zu ziehen, die mit einem Abstand von etwa 20 Zentimetern gezogen werden. Säen Sie die Karotten eher dünn aus. Zwischen den einzelnen Pflanzen ist ein Abstand von zwei bis fünf Zentimeter empfehlenswert. Gute Bedingungen für das Wachstum der Karottenpflanze bietet eine Umgebung mit einer durchschnittlichen Temperatur von etwa 16 bis 18 Grad Celsius. Schauen die Karottenköpfe aus der Erde, sollten Sie die Erde um die Pflanze anhäufen, damit sich kein unschöner grüner Kopf entwickelt.

Die Ernte

Obwohl die Karotte eine zweijährige Pflanze ist, also zwei Jahre lang wächst, wird sie im Garten nur einjährig angebaut. Meist sind die Karottenpflanzen im Herbst erntereif. Um zu prüfen, wie groß die angebauten Karotten bereits sind, schieben Sie vorsichtig etwas Erde zur Seite. Anhand der Farbe und Dicke der Wurzel sehen Sie den Wachstumsstand und können gegebenenfalls ernten. Die geernteten Karotten halten sich an einem kühlen Lagerungsort mehrere Tage oder sogar Wochen.

Schädlinge – dieses Ungeziefer schadet Ihren Karottenpflanzen

Wie wichtig der durchdachte Anbau und die Pflege der Karottenpflanzen ist, zeigt ein Blick auf die Anzahl an Ungeziefer, das der Karotte schaden kann.

Die Möhrenfliege

Die in Europa, USA und Neuseeland vorkommende Möhrenfliege ist der am weitesten verbreitete Schädling für die Karottenpflanzen und ihr wichtigster Feind. Die schwarz glänzende Fliege wird nur bis etwa fünf Millimeter groß, kann aber schweren Schaden an Pflanzen anrichten. Sie ernährt sich von Wurzelgewächsen. Neben Karotten wird auch häufig Sellerie geschädigt. Sind bereits die Keime der Karottenpflanze von Möhrenfliegen befallen, sterben sie ab, bevor sie wachsen können. Die reife Karottenpflanze ist allerdings ebenfalls vom Befall der Möhrenfliege bedroht. Beginnend mit der Wurzelspitze frisst sich die Fliege bis zum Kraut. In die zerfressenen Gänge legt sie ihren Kot, was zu einer rostroten Verfärbung führt. Das Karottenkraut verwelkt bei starkem Befall häufig, da die Karotte durch die Zerstörung der Wurzelstruktur weniger Wasser beziehen kann.

Die Möhrenfliege überwintert eingepuppt wenige Zentimeter unter dem Boden in der Nähe von Karottenpflanzen. Im Frühjahr schlüpfen die Tiere aus ihrem Quartier und halten sich in windstillen Regionen wie beispielsweise in Büschen oder hohen Gräsern auf, bevor sie im Frühjahr Karotten befallen. Die Eiablage der Möhrenfliegen erfolgt meist in direkter Nähe zu den Wurzeln der Karotten. Die Maden schlüpfen nach wenigen Tagen und beginnen, die Wurzelspitze zu zerfressen. Dabei kann die ganze Wurzelpflanze faulen. Je größer sie werden, desto höher frisst sich die Made durch die Karottenpflanze, bis sie im Juli oder August als zweite Fliegengeneration ausgewachsen ist. Sobald die Temperaturen zu kalt werden, puppt sich die Möhrenfliege ein und überwintert unter der Erde.

Wurzelmatoden

Wurzelmatoden, sogenannte Fadenwürmer, sind ein weiterer Schädling für Karotten. Die Würmer sind bis zu einem Millimeter lang und leben unter der Erde. Sie saugen an der Wurzel und sondern dabei Speichel ab, der dazu führt, dass die Wurzel missgebildet wird. Diese Missbildung greift auf die gesamte Pflanze über, sodass auch das Wurzelgrün betroffen ist. Die Fraßstellen bieten außerdem Angriffsfläche für Bakterien und Pilze. Es gibt kaum Möglichkeiten, sich gegen Wurzelmatoden zu schützen. Die beste Möglichkeit ist, in jeder Saison andere Pflanzen in dem Beet anzupflanzen, damit die Wurzelmatoden aufgrund von fehlender Nahrung sterben. In einzelnen Fällen hilft es auch, den Boden mit heißem Wasser zu gießen.

Schnecken

Ein weiteres Ungeziefer, das den meisten Gemüseanbauern nicht nur in Bezug auf Karotten bekannt ist, ist die Schnecke. Sie verkriecht sich tagsüber in dunklen und feuchten Ecken des Gartens und kommt nachts hervor. Besonders Karotten locken Schnecken an. Sie fressen an den wachsenden Pflanzen und verhindern so eine gelungene Ernte.

So schützen Sie die Karottenpflanzen vor Ungeziefer

Da die Möhrenfliegen keine zugigen Orte mögen, bietet es sich an, die Karottenpflanzen an einen windigen Standort zu pflanzen. Ernten Sie die Karotten außerdem an windigen, kühleren Tagen, damit die Fliegen nicht vom Geruch der Wurzeln angelockt werden. Eine Mischkultur mit Zwiebeln oder Calendula sorgt dafür, dass sich die Möhrenfliege in der Umgebung der Karotten nicht wohlfühlt. Sollte dieser natürliche Schutz keine Wirkung zeigen, gibt es verschiedene andere Möglichkeiten, um die Karotten vor dem Befall von Möhrenfliegen zu schützen.

Schutz durch Pflanzenstärkungsmittel, Gemüsenetze, Schneckenzäune & Fallen

Eine wirksame Vorbeugung gegen die Möhrenfliege ist auch, die Karottenpflanze so zu stärken, dass die Fliege ihr nichts anhaben kann. Das gelingt mit Pflanzenstärkungsmitteln, bietet allerdings keine hundertprozentige Garantie. Der Einsatz eines Insektenstreumittels tötet die frisch geschlüpften Fliegenlarven beim Kontakt. Dieses Streumittel gibt es häufig in Form von Granulat und wird vor der Schlüpfzeit der Möhrenfliege dicht um die Karottenpflanzen gestreut.

Eine sichere Möglichkeit sind Gemüsenetze oder Vliese. Bei der Wahl von einem Kulturschutznetz gelangen trotz der Abdeckung Licht, Luft und Wasser durch das Netz. Die Karotte ist optimal versorgt und wird gleichzeitig vor der Möhrenfliege geschützt. Sie müssen nur darauf achten, dass das Netz an allen Stellen vollständig abschließt, damit die Möhrenfliege nicht durch eine kleine Lücke schlüpft. Die Maschen eines Netzes sollten daher auch maximal einen Millimeter groß sein.

Auch Schnecken können das Netz oder Vlies nicht durchdringen und Ihren Karotten Schaden zufügen. Es gibt aber auch die Möglichkeit, einen Schneckenzaun um das Gemüsebeet zu ziehen. In diesem Fall gilt es erneut, dass der Zaun gut abschließen muss, damit die Schnecken nicht durch kleine Lücken schlüpfen. Für Schnecken ist es außerdem unangenehm, wenn Sie die Umgebung der Gemüsepflanzen mit Kalk, Sägemehl oder Holzasche bestreuen. Die meisten Schnecken werden diese natürliche Barriere nicht überwinden. Außerdem bietet es sich an, Igeln in einer Ecke des Gartens gute Lebensbedingungen zu schaffen, da Igel natürliche Feinde der Schnecken sind.

Selbst gebaute Bierfallen zeigen eine weitere Möglichkeit auf, Schnecken von den Karotten abzuhalten. Kleine Becher werden mit etwas Bier gefüllt und in die Erde rund um die Pflanzen eingegraben. Der Geruch des Biers lockt die Schnecken an und lenkt sie vom Gemüse ab. Es gibt allerdings keine Garantie, dass die Schnecken nicht anschließend die Karotten befallen. Daher ist diese Methode eine zusätzliche Maßnahme gegen Ungeziefer, jedoch kein alleiniges Mittel um Schnecken zu bekämpfen.

Ein bekanntes Pflanzenschutzmittel ist Schneckenkorn. Es gibt verschiedene Arten, die sich anhand ihrer Wirkstoffe unterscheiden. Eine anorganische Eisenverbindung gilt als ungefährlich für den Menschen, während Methiocard und Metaldehyd aggressiver wirken. Daher ist es wichtig, den Schneckenkorn nur sehr sparsam zu verwenden.

Was Sie beim Schutz vor Ungeziefer beachten sollten

Beim Schutz Ihrer Karotten sollten Sie immer auch an die Konsequenzen denken. Setzen Sie einen tierischen Schutz ein, um ein Ungeziefer loszuwerden, müssen Sie überlegen, ob dieses als Schutz gedachte Tier möglicherweise anderen Pflanzen schaden kann. Die Wahl eines chemischen Mittels verspricht zwar einerseits große Erfolge, hat andererseits aber auch den Effekt, dass die Karotten mit dem Mittel in Berührung gekommen sind und Sie die Inhaltsstoffe nach der Ernte zu sich nehmen.

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